Neue Gestaltungsoptionen für das Affiliate Marketing durch Anwendung des Path-to-Purchase


Bachelorarbeit, 2016

41 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Zielsetzung der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Literaturreview
2.1 Literaturrecherche
2.2 Affiliate Marketing
2.2.1 Was ist Affiliate Marketing?
2.2.2 Akteure
2.2.2.1 Werbetreibender
2.2.2.2 Affiliate
2.2.2.3 Netzwerk
2.2.3 Eigenschaften
2.2.4 Affiliate-Programme
2.2.5 Vergütungsmodelle
2.2.6 Geschäftsmodelle
2.3 Path-to-Purchase
2.3.1 Was ist der Path-to-Purchase?
2.3.2 Annahmen
2.3.3 Umwandlungsrate
2.3.4 Ergebnisse

3 Anwendung Path-to-Purchase auf Affiliate Marketing
3.1 Grundannahmen des Path-to-Purchase
3.2 Vergütungsmodelle des Affiliate Marketings
3.3 Umwandlungsrate
3.4 Einordung Geschäftsmodelle
3.4.1 Nischen-Inhalt und Webseiten von persönlichem Interesse
3.4.2 Treue- und Belohnungswebseiten
3.4.3 Such-Affiliates
3.4.4 E-Mail-Affiliates
3.4.5 Co-Registrierung-Affiliates

4 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Mindmap

Abbildung 2: Excel-Arbeitsblatt mit Suchbegriffen

Abbildung 3: Excel-Arbeitsblatt mit Literatursuche-Ergebnissen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Anwendbarkeit PTP auf Geschäftsmodelle des Affiliate Marketing

Abkürzungsverzeichnis

PTP – Path-to-Purchase

1 Einleitung

Im Bereich des Online-Marketings existiert eine breite Masse an Werbemöglichkeiten. Werbetreibende versuchen dabei ihre Produkte und Dienstleistungen erfolgreich zu vermarkten. Andere Unternehmen können davon profitieren, indem sie diese Produkte oder Dienstleistungen auf ihrer eigenen Internetpräsenz bewerben und im Gegenzug eine Provision erhalten. Diese Form der Werbemöglichkeit ist das Affiliate Marketing. Bis ein Kauf erfolgt ist, kann ein Kunde auf verschiedene Werbeformate geklickt haben und die Produktseite mehrfach besucht haben. Eine Provision erhält ausschließlich das Unternehmen, bei dem der Kunde zuletzt auf die Werbefläche geklickt hat. Das stochastische Modell „Path-to-Purchase“ bietet einen Ansatz, um auch Werbeklicks zu berücksichtigen, die nicht unmittelbar zum Kauf beigetragen haben.

1.1 Zielsetzung der Arbeit

In dieser Bachelorarbeit soll ein Literatur-Überblick der existierenden Forschung bezüglich der Geschäftsmodelle des Affiliate Marketings und des Path-to-Purchase gegeben werden. Das Ziel dieser Arbeit ist es, die Anwendbarkeit des Path-to-Purchase auf das Affiliate Marketing zu untersuchen. Insbesondere soll dargelegt werden, ob der Path-to-Purchase auf existierende Affiliate Marketing Geschäftsmodelle angewendet werden kann.

1.2 Aufbau der Arbeit

Im zweiten Kapitel wird der aktuelle Forschungsstand zum Affiliate Marketing in Bezug auf deren Besonderheiten, dessen Akteure, den Vergütungsmodellen und den Geschäftsmodellen dargelegt. Anschließend wird der Forschungsstand zum Path-to-Purchase dargestellt. Insbesondere werden die Annahmen des Modells, die Besonderheit der Umwandlungsrate in diesem Kontext und die Ergebnisse erläutert, die der Path-to-Purchase liefert. Im dritten Kapitel wird untersucht, ob der Path-to-Purchase auf das Affiliate Marketings angewendet werden kann. Insbesondere wird dargestellt, für welche Geschäftsmodelle des Affiliate Marketings sich dieser eignet. Im vierten Kapitel werden ein Fazit und eine kritische Diskussion bezüglich der Literatur erfolgen.

2 Literaturreview

In diesem Kapitel wird die Literaturrecherche bezüglich des Themas dargestellt. Des Weiteren wird der Forschungsstand über das Affiliate Marketing und deren Geschäftsmodellen, sowie des Path-to-Purchase beschrieben.

2.1 Literaturrecherche

Die gesamte Literaturrecherche erfolgte nach dem Schema von vom Brocke et al. (2009), auf das sich im Folgenden bezogen wird. Dabei wurde im ersten Schritt ein Fokus bezüglich des Themas und der zu findenden Literatur hergestellt. Dazu wird das entsprechende Themengebiet so eng gefasst, sodass die Literatur auf einen kleinen Teil beschränkt werden kann und ein enger Fokus auf das Thema entsteht. Die Literaturrecherche soll zur Beantwortung der Forschungsfrage beitragen, welche sich damit beschäftigt, inwiefern der Path-to-Purchase Gestaltungsoptionen für Geschäftsmodelle des Affiliate Marketing bietet. Es wurden zwei separate Literaturrecherchen zu den beiden Themenbestandteilen durchgeführt. Zum einen wurde das Affiliate Marketing und deren Geschäftsmodelle untersucht, zum anderen der Path-to-Purchase als solches. Der Fokus lag dabei vor allem auf den behavioristischen Veröffentlichungen. Der Überblick richtet sich an fachinteressierte Wissenschaftler.

Im zweiten Schritt wurde eine Mindmap erstellt, welche die Gedanken zum Thema ordnen und zusammenfassen soll. Gedanklich wird dabei eine Landkarte mit allen Begriffen erstellt, welche themenrelevant erscheinen. Im Verlauf der Arbeit wurde diese stetig überarbeitet und weiterentwickelt. In Abbildung 1 ist diese finale Version exemplarisch dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Mindmap

Im dritten Schritt wurde die Literatursuche durchgeführt. Dazu wurden Suchbegriffe festgelegt und Datenbanken nach diesen durchsucht. Die dabei verwendeten Suchbegriffe ergaben sich aus dem Thema, Forschungsfrage und Mindmap. Um aussagekräftige Literatur für das Themengebiet ausfindig zu machen, wurde die EBSCO Datenbank nach relevanten Artikeln durchsucht. Die Suche mit verschiedenen Suchbegriffen und -kombinationen lieferte insgesamt 82 Treffer, welche im weiteren Verlauf reduziert wurden. Zu den Suchbegriffen gehörten „path to purchase“, „affiliate marketing“, „affiliate program“, „business model“ und „rappa“. Ein Auszug der Suchbegriffe, welche in einer Excel-Tabelle dokumentiert wurden, ist in Abbildung 2 dargestellt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Excel-Arbeitsblatt mit Suchbegriffen

Im vierten Schritt wurde die Literaturanalyse und –synthese durchgeführt. Dabei werden die gefundenen Artikel gelesen und ausgewertet. Eine Besonderheit stellte dabei die Unterscheidung nach zwei Themen dar, um ein trennscharfes Ergebnis der Literaturrecherche zu erhalten. Zunächst wurde nach Artikeln des Path-to-Purchase gesucht. Dabei wurden nur Suchergebnisse berücksichtigt, bei denen der Begriff ausschließlich im Titel auftaucht und Artikel, die in Akademischen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Das Resultat stellte vier Quellen dar, wovon sich jedoch nur eine als themenrelevant herausstellte. Anschließend wurde nach Artikeln bezüglich des Affiliate Marketings gesucht. In einer ersten Selektion der gefundenen Literatur wurden Duplikate entfernt und die Zusammenfassungen der übrigen Artikel gelesen, um ausschließlich themennahe Artikel in die engere Auswahl zu nehmen. Als Ergebnis wurden damit 35 Quellen ausgemacht. Im Verlauf der qualitativen Auswertung wurden weitere 15 Quellen ausgeschlossen und zwei ergänzt, womit insgesamt 20 Quellen in diese Seminararbeit einfließen. Die Quellen wurden in einer Excel-Tabelle mit den wichtigsten Angaben, wie Autoren, Publikationsjahr, Erscheinungsort, Titel, Schlüsselwörtern und Zusammenfassung dokumentiert. In Abbildung 3 ist ein Auszug dieser Tabelle dargestellt. Die Ergebnisse der Literaturrecherche fließen in diese Arbeit ein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Excel-Arbeitsblatt mit Literatursuche-Ergebnissen

2.2 Affiliate Marketing

Das Internet ist das führende Werbemedium (Xu et al. 2014, S. 1392). Im Bereich des Online-Marketings existiert eine breite Masse an Werbemöglichkeiten. Unternehmen investieren hohe Summen für die Schaltung von Werbeanzeigen, um neue Besucher auf ihre Webseite aufmerksam zu machen (Xu et al. 2014, S. 1392). Dabei können diese aus einem großen Katalog von verschiedenen Möglichkeiten wählen, um ihre Produkte und Dienstleistungen zu bewerben. Eine Ausprägung davon stellt das Affiliate Marketing dar. Laut Meinung einiger professioneller Marketing-Manager gehört das Affiliate Marketing zu einem der am stärksten berücksichtigten Online-Marketing-Strategien in modernen Unternehmen (Mariussen et al. 2010, S. 1709). Im Jahr 2014 wurden 125 Millionen Käufe über Affiliate Webseiten getätigt (Smith 2016, S. 1). In diesem Kapitel soll ein Überblick über den aktuellen Forschungsstand bezüglich des Affiliate Marketings und deren Geschäftsmodellen gegeben werden.

2.2.1 Was ist Affiliate Marketing?

Mariussen et al. (2010, S. 1709), auf den sich im Folgenden bezogen wird, beschreibt das Affiliate Marketing als einen Typ vom Marketing, bei dem ein Unternehmen, ein Werbetreibender oder Händler, einen Vertrag mit einem anderen Unternehmen, ein Publisher oder Affiliate, eingeht. Dabei wird ein Link auf der Seite vom Affiliate platziert, der zu einem Produkt oder Dienstleistung des Werbetreibenden führt. Das primäre Ziel des Affiliate Marketing ist es, Produkte zu bewerben und zu verkaufen. Dieses erfolgt durch das Anbieten von zusätzlichen Distributionskanälen, um Traffic auf die Seiten des Werbetreibenden zu lenken. Traffic wird in diesem Kontext als Datenverkehr verstanden. Der Datenverkehr einer Webseite wird durch die Anzahl der Besucher bestimmt. Je mehr Besucher eine Webseite hat, desto größer ist der Traffic. Anschließend sollen auf dieser Seite Transaktionen durch Nutzer generiert werden, im Austausch gegen eine Provision. Dadurch wird das Affiliate Marketing zu einer Form von Allianz unter verschiedenen Unternehmen (Rajgopal et al. 2003, S. 146). Nach Edelman & Brandi (2015, S. 2) kombiniert das Affiliate Marketing starke Leistungsanreize mit einer breiten Leistungsfähigkeit im Online-Marketing. Auch Pavel & Negrut (2015, S. 107) stellen fest, dass Affiliate Marketing als ein leistungsabhängiges Marketing verstanden werden kann. Die Autoren von dem Bussche & Kroll-Schlüter (2011, S. 1) sagen, dass es sich beim Affiliate Marketing um eine Form des Direktmarketings handelt, welches auch als leistungsabhängiges Marketing bezeichnet wird. Dabei wird gezielt Werbung auf einen bestimmten Nutzerkreis ausgebracht (von dem Bussche & Kroll-Schlüter 2011, S. 1). Auch Duffy (2004, S. 358) hebt hervor, dass es sich beim Affiliate Marketing um ein leistungsabhängiges Marketing handelt, bei dem der Affiliate eine Provision erhält, wenn der Werbetreibende ein Produkt verkauft. Dieses muss durch einen Kunden oder eine Kundin, im Folgenden nur Kunde genannt, erfolgt sein, der bei dem Affiliate auf die Seite auf die entsprechende Werbung geklickt hat (Duffy 2004, S. 358). Hoefer (2012, S. 361) stellt fest, dass Affiliate Marketing einen Prozess darstellt, bei dem ein Unternehmen Traffic auf die Webseite von einem anderen Unternehmen lenkt. Der Zweck besteht in der Vermarktung eines Produktes oder einer Dienstleistung für einen prozentualen Verkaufspreis (Hoefer 2012, S. 361). Nach Gregori et al. (2013, S. 1) stellt Affiliate Marketing einen prominenten, modernen Typ von leistungsbasiertem Online-Marketing dar. Dabei kompensieren Werbetreibende Affiliates für jeden neu geworbenen Kunden, der durch den Affiliate auf die Webseite des Werbetreibenden gelenkt wurde (Gregori et al. 2013, S. 1).

Affiliate-Beziehungen sollten darauf beruhen, dass beide Seiten Produkte anbieten, die ähnlich oder themenverwandt sind (Papatla & Bhatnagar 2002, S. 78). Dieses bietet zum einen aufgrund der Themenrelevanz den Kunden einen Mehrwert, zum anderen erhöht dieses die Chancen für Affiliates, die Werbung erfolgreich zu vermarkten und eine Provision zu erzielen.

Edelman & Brandi (2015, S. 2 f.), auf die sich im Folgenden bezogen wird, beschreiben den Browser Cookie als das fundamentale Element des technischen Aspekts. Dieses stellt eine Technologie dar, die es Webseiten erlaubt, Daten auf den Nutzercomputern zu hinterlegen, um einen späteren Besuch des gleichen Nutzers wiederzuerkennen. Wenn ein Nutzer auf einen Affiliate Link klickt und zu einem Werbetreibenden gelangt, aber erst später den Kauf tätigt, erkennt der Cookie dieses und schreibt den Kauf dem Affiliate gut. Nach Mariussen et al. (2010, S. 1709) werden für einen besonderen Verweis Cookie-Tracking-Technologien eingesetzt, um einen verantwortlichen Affiliate zu identifizieren. Der Weg der Nutzer wird aufgezeichnet und die Anzahl der Transaktionen erfasst, die durch den Affiliate verursacht wurden (Mariussen et al. 2010, S. 1709).

2.2.2 Akteure

Affiliate Marketing repräsentiert eine attraktive und effektive Form von Partnerschaft für Marketing-Zwecke im Internet (Mariussen et al. 2010, S. 1708). Dabei sind typischerweise drei Akteure vertreten: Werbetreibender, Affiliate und ein oder mehrere Netzwerke (Pavel & Negrut 2015, S. 107). Es kann nach zwei- und dreistufigen Beziehungen unterschieden werden. Nach von dem Bussche & Kroll-Schlüter (2011, S. 1) zeichnet sich das dreistufige Affiliate Netzwerk dadurch aus, dass ein Netzwerk als Vermittler zwischen Affiliate und dem Werbetreibenden agiert. Beim zweistufigen Affiliate-Programm fehlt dieser Vermittler und Affiliate und Werbetreibender agieren allein (von dem Bussche & Kroll-Schlüter 2011, S. 2).

2.2.2.1 Werbetreibender

Nach Edelman & Brandi (2015, S. 2) ist ein Werbetreibender im Affiliate Marketing eine Webseite, die darauf abzielt, Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen, indem er Werbung schaltet. Der Werbetreibende möchte seine Produkte und Dienstleistungen somit über das Medium Internet verkaufen (Pavel & Negrut 2015, S. 107). Die Werbetreibenden umfassen nach Edelman & Brandi (2015, S. 2), auf die sich im Folgenden bezogen wird, eine riesige Spannweite von Online-Händlern. Dazu gehört Amazon, dem größten Verkäufer im Internet, bis hin zu Spezialseiten.

2.2.2.2 Affiliate

Affiliate oder Publisher ist eine Webseite, die ihren Besuchern Links von Werbetreibenden präsentiert. Pavel und Negrut (Vgl. zum Folgenden Pavel & Negrut, 2015, S. 107) beschreiben einen Affiliate als einen Besitzer von Webseiten, der Zugang zu einer Community und ein Interesse am Verkauf der Produkte des Werbetreibenden hat. Für jeden Verkauf, der durch den Affiliate zu Stande gekommen ist, erhält dieser eine Provision. Der Nutzer klickt durch Werbelinks der Affiliates auf die Produkte des Werbetreibenden und kauft anschließend das Produkt oder Dienstleistung auf der Seite dessen.

Der Affiliate möchte laut Duffy (2005, S. 161), auf den sich im Folgenden bezogen wird, für seine Werbeleistung ausschließlich eine Sache erhalten und dieses stellt eine Provision dar. Er trägt das gesamte Risiko in Bezug auf Kosten, die für das Schalten von Werbung anfallen. Wenn die Marketing-Maßnahmen nicht funktionieren, verliert der Affiliate Geld. Wenn die Maßnahmen funktionieren, verdient er Geld. Der Affiliate hat auf der einen Seite ein großes Potential hohe Gewinne zu erzielen. Auf der anderen Seite besteht ein Risiko Verluste zu generieren.

Folgende Beispiele von Edelman & Brandi (2015, S. 2) sollen die Rolle des Affiliate veranschaulichen. Wenn auf einem Blog oder einem Diskussionsforum ein Buch genannt wird, könnte der Affiliate einen Link zu Amazon integrieren, um den Kunden auf die Seite zu lenken und eine Provision zu erhalten. Wenn auf einer Reiseseite ein Urlaubsziel vorgeschlagen wird, könnte diese einen Link zu einer Seite auf Expedia bereitstellen, die Hotels in der Nähe anbietet. Im besten Fall machen diese Affiliate-Links den zugrunde liegenden Inhalt nutzvoller, während er dem Publisher eine Provision einbringt.

2.2.2.3 Netzwerk

Ein Netzwerk verbindet nach Edelman & Brandi (2015, S. 2), auf die sich im Folgenden bezogen wird, Werbetreibenden und Affiliate. Die meisten Werbetreibenden verlassen sich auf Netzwerke, um das Tracking, die Administration und die Buchhaltung zu übernehmen. Dazu gehört das Tracking, welcher Nutzer, welchen Link angeklickt hat und welche Käufe darüber getätigt wurden. Netzwerke stellen eine sichere Webseite zur Verfügung, die Links verwaltet, Ergebnisse auswertet und eine effiziente Zusammenlegung der Auszahlungen an zahlreiche Affiliates jeden Monat ausführt. Diese Aufgaben können auch vom Werbetreibenden selbst erledigt werden, wie es bereits von Unternehmen wie Amazon, Ebay oder Apple vorgenommen wird. Viele der Werbetreibenden möchten jedoch die Vorteile der Spezialisierung eines Netzwerks genießen.

Die meisten Werbetreibenden-Affiliate Beziehungen sind nach Duffy (Vgl. zum Folgenden Duffy, 2005, S. 162) durch mehrere Hauptnetzwerke miteinander verbunden. Die Netzwerke stellen die Technologie zum Tracking der Kauftransaktionen bereit. Sie managen die Kalkulation der Provision und in den meisten Fällen auch die Ausgabe der Zahlungen an den Affiliate. Die Netzwerke erleichtern das Management von Zusammenkunft der Werbetreibenden und Affiliates. Sie erledigen den Prozess des zur Verfügungstellens der Werbemittel (Banner, Text Links, Produktdatenblätter) an die Affiliates, um die Produkte adäquat bewerben zu können. Diese Netzwerke machen den Prozess der Teilnahme für beide Seiten sehr einfach. Affiliates schreiben sich in die Netzwerke ein und werden Mitglieder von verschiedenen Werbeprogrammen. Anschließend bewerben sie die Produkte und Dienstleistungen des Werbetreibenden.

Laut Edelman & Brandi (2015, S. 5) nutzen die meisten Werbetreibenden den Service von Affiliate Netzwerken, um Zugang zu der notwendigen technischen Infrastruktur zu erhalten. Dieses umfasst die Erstellung von speziellen Links, das Tracking, welcher Kauf durch welchen Link getätigt wurde, Berichterstattung über Käufe und Auszahlungen an die Affiliates. Aufgrund von Dienstleistungen bezüglich des Managements können Netzwerke ebenfalls attraktiv sein. Diese beinhalten die Beurteilung darüber, welche Affiliates akzeptiert oder abgelehnt werden. Die Zahlungen der Werbetreibenden an die Netzwerke sind oftmals proportional zu dem, was die Werbetreibenden an Provisionen an die Affiliates zahlen. Netzwerke verlangen typischerweise eine Gebühr für die technische Bereitstellung und den Service.

Gemäß Cornils (2007, S. 1) bieten Affiliate Netzwerke einen breit gefächerten Service. Sie helfen den Werbepartnern dabei kreativ zu sein, effiziente Landing-Pages zu kreieren, ihre Produkte auf Affiliate Seiten zu positionieren und ihre Kanäle zur Akquirierung zu verstärken (Cornils 2007, S. 1).

2.2.3 Eigenschaften

Das Affiliate Marketing unterscheidet sich von anderen Typen der Online-Werbung, unter welchen Bedingungen eine Zahlung an Werbetreibenden oder Affiliate erfolgt. Edelman & Brandi (2015, S. 1 f.), auf die sich im Folgenden bezogen wird, sagen, dass die meisten Werbetreibenden bei der Verwendung von Displaywerbung eine Zahlung fordern, sobald eine Webseite eine Werbung an den Nutzer ausliefert. Fast alle Werbetreibenden fordern bei der Verwendung von Suchmaschinenwerbungen zur Zahlung auf, sobald ein Nutzer auf die Werbung geklickt hat. Beim Affiliate Marketing hingegen erhält ein Affiliate die Provision unter normalen Umständen nur, wenn drei Bedingungen erfüllt sind. Erstens, ein Benutzer eine Seite des Affiliates besucht, Zweitens, ein Nutzer auf den speziell vom Affiliate programmierten Link zum Händler klickt und Drittens, der Nutzer einen Kauf beim Händler tätigt. Werbetreibende zahlen beim Affiliate Marketing nur, wenn auch ein Kauf resultiert ist (Hoffman & Nova 2000, S. 5).

Affiliate Marketing unterscheidet sich ebenfalls nach Duffy (Vgl. zum Folgenden Duffy, 2005, S. 161 f.) im Vergleich zum traditionellen Marketing. Wenn Printwerbung in einem Magazin geschalten wird, trägt der Werbetreibende die Kosten für die Erstellung und die Übermittlungskosten der Werbung. Wenn die Werbung erfolgreich ist, verdient der Werbetreibende Geld, andernfalls war die Investition nicht lohnend. Das Risiko liegt damit auf Seiten des Werbetreibenden. Beim Affiliate Marketing liegt das Risiko beim Affiliate. Werden über diesen keine Käufe generiert, erzielt der Affiliate auch keine Erlöse. Nach Popa (2015, S. 1272) zahlen Werbetreibende nur, wenn durch den Affiliate auch ein Verkauf zu Stande gekommen ist. Dadurch lassen sich die Kosten für Werbung besser kalkulieren und können an den Verkaufspreis des Produktes oder Dienstleistung angepasst werden.

Affiliates sind laut Gregori et al. (2013, S. 2), auf die sich im Folgenden bezogen wird, hocheffizient bei der Erreichung von spezifischen Zielsegmenten. Dieses resultiert aus einem starken Wissen über ihr durchschnittliches Besucherprofil und darin, dass ein Interesse an einer erfolgreichen Vermarktung von Produkten besteht, um ihren Erlös zu maximieren. Von der Kostenseite aus wird Affiliate Marketing mit geringen administrativen Kosten bezüglich des Kaufs von Werbung assoziiert. Darüber hinaus sind die Kosten dynamisch und leistungsabhängig. Werbetreibende können den Anteil von jedem Affiliate in Bezug auf generierte Verkäufe durch Tracking quantifizieren, ohne das zusätzliche Kosten anfallen. Das erlaubt nicht nur eine Kalkulation des Return of Investment von spezifischen Marketing-Kosten, sondern bietet auch wertvolle Daten über Kundentrends und Kaufverhalten in der nahen Zukunft an.

2.2.4 Affiliate-Programme

Unter Affiliate-Programmen wird ein Vertrag zwischen verschiedenen Unternehmen verstanden. Dabei haben sich die Unternehmen auf konkrete Rahmenbedingungen geeinigt und führen eine Werbekampagne durch. Rajgopal et al. (2003, S. 146), auf den sich im Folgenden bezogen wird, stellt fest, dass Affiliate-Programme zu initiieren ein effizienter Weg ist, um die Firmenpräsenz im Internet zu steigern. Sie dienen dem Aufbau einer Community von Werbetreibenden, die für das Unternehmen arbeiten. Amazons Affiliate Programm war ausschlaggebend für das rasante Wachstum des Unternehmens in Bezug auf die Akquirierung von Neukunden. Je mehr das Netzwerk gewachsen ist, desto mehr wurde es auch für andere Partner interessant. Gall et al. (2010, S. 7) sagt, dass Amazon und andere große Online-Händler den Verkauf von Produkten durch das Affiliate Marketing steigern konnten. Xiao et al. (2009, S. 300) erkennt auch einen Vorteil in der Nutzung von Affiliate-Programmen darin, eine erhöhte Nachfrage auf die Webseite zu schaffen und dadurch die Verkäufe von Werbetreibenden zu steigern.

Affiliate-Programme sind ein sehr effektiver Weg, um gegenüber der normalen Werbung herauszufinden, durch welche Werbung Kunden auf die Seite aufmerksam geworden sind (Gilliland & Rudd 2013, S. 2650). Dieses liefert den Unternehmen aufschlussreiche Informationen darüber, welche Werbeformate sich als besonders attraktiv herausgestellt haben und welche Gestaltung von Werbung besonders erfolgreich war. Unternehmen können anhand dieser Informationen ihr Marketing- Portfolio optimieren.

2.2.5 Vergütungsmodelle

Affiliate Marketing ist eine der am schnellsten wachsenden Methoden, um die Anzahl der Verkäufe zu erhöhen (Gregori et al. 2013, S. 1). Dabei wurden verschiedene Vergütungsmodelle entwickelt. Nach Edelman & Brandi (2015, S. 2) ist die Vergütung im Affiliate Marketing gewöhnlich rein leistungsabhängig. Dabei wird der Affiliate für eine bestimmte Aktion, die durch den Besucher auf der Affiliate Seite ausgeführt wird, durch den Werbetreibenden kompensiert (Gregori et al. 2013, S. 2). Provisionen werden an den Affiliate durch prozentuale oder einen festgelegten fixen Betrag für jeden Kauf gezahlt (Edelman & Brandi 2015, S. 2).

Bei Pay-per-Sale Modellen basiert die Provision, welche der Affiliate erhält, auf der Anzahl der Käufe, die durch den Affiliate generiert wurden (Mariussen et al. 2010, S. 1709). Der Werbetreibende zahlt demnach für jeden Verkauf eine Provision an den Affiliate. Diese Modelle werden auch als Cost-per-Action Modelle bezeichnet (Wilson & Pettijohn 2008, S. 119).

Bei Pay-per-Lead Modellen oder Neukundenprogrammen vergüten die Werbetreibenden die Affiliates für die Registrierung oder der Gewinnung von neuen Kunden (Libai et al. 2003, S. 303). Diese Modelle werden gemäß Gregori et al. (2013, S. 2) auch Cost-per-Lead genannt. Kunden müssen also eine besondere Aktion durchführen, wie der Anmeldung für einen Newsletter, damit der Affiliate eine Provision erhält (Gregori et al. 2013, S. 2). Laut von dem Bussche & Kroll-Schlüter (2011, S. 2) kann dieses in der Kontaktaufnahme durch den Kunden zur Beratung bestehen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 41 Seiten

Details

Titel
Neue Gestaltungsoptionen für das Affiliate Marketing durch Anwendung des Path-to-Purchase
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,7
Jahr
2016
Seiten
41
Katalognummer
V1117572
ISBN (eBook)
9783346481696
ISBN (Buch)
9783346481702
Sprache
Deutsch
Schlagworte
neue, gestaltungsoptionen, affiliate, marketing, anwendung, path-to-purchase
Arbeit zitieren
Anonym, 2016, Neue Gestaltungsoptionen für das Affiliate Marketing durch Anwendung des Path-to-Purchase, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1117572

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Neue Gestaltungsoptionen für das Affiliate Marketing durch Anwendung des Path-to-Purchase



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden