Schon lange befasst sich die Gesellschaft mit der Ausbildung ihrer Jugend, mit Schule, Erziehung und Weiterbildung, entsprechend dem jeweiligen Kulturkreis. Es wurden auch in historischen Zeiten immer wieder, zum Teil schultheoretische Überlegungen angestellt und Erkenntnisse gesammelt und niedergeschrieben, aber es gab bis etwa 1973 keine besonders ermutigenden Beiträge zur Klärung des Begriffes der Theorie der Schule, so dass W. Kramp zu dem Schluss kam, Theorie der Schule sei nur „Ausdruck unerfüllbarer Wunschvorstellungen und daher konsequenterweise aus dem Katalog pädagogischer Grundbegriffe zu streichen“ (Kramp, 1973, S. 76).
Theorie der Schule erschöpfte sich zu dieser Zeit in Beschreibungen, Beobachtungen, Analysen und Erfahrungen. Seit Mitte der 70er Jahre gab und gibt es immer wieder Veröffentlichungen, die sich explizit als „Theorie der Schule“ bezeichnen und sich zum Teil auch kritisch mit der schultheoretischen Diskussion befassen. Daher meint auch Kemper 1983, dass es sinnvoll sei, einen Theorieanspruch weiter aufrecht zu erhalten und zur Diskussion zu stellen.
1980 kann man nach Apel als gewissen Abschluss schultheoretischer Diskussionen sehen, die etwa von 1800-1980 dauerten, was letztlich zur heutigen Erkenntnis einer Theorie der Schule führte, die aber auch weiterhin bereit ist für Neuerungen und sich auf gesellschaftliche Veränderungen einzustellen vermag (vgl Apel, 1995, S. 42).
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Was ist eigentlich Schule und welchen Zweck erfüllt sie?
3. Was bedeutet Schultheorie und was soll sie bezwecken?
4. Überforderung der Schule bzw. der Schüler
5. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Konzept der "Theorie der Schule" auseinander und untersucht insbesondere die Problematik der zunehmenden Überforderung von Bildungseinrichtungen, Lehrkräften und Schülern in der modernen Gesellschaft.
- Historische und theoretische Grundlagen der Schultheorie
- Die gesellschaftliche Rolle und die Primärfunktionen der Schule
- Ursachen und Auswirkungen der Überforderung im Schulalltag
- Faktoren von Lernstörungen und Leistungsdruck
- Mobbing als Belastungsfaktor im schulischen Umfeld
Auszug aus dem Buch
4. Überforderung der Schule bzw. der Schüler
Ein sehr wichtiges Thema, das im Rahmen der Theorie der Schule behandelt wird und in der heutigen Zeit besonders aktuell ist, ist die Überforderung der Schule bzw. der Schüler.
Welche Anforderungen werden eigentlich an die Schule (an die Lehrpersonen) gestellt?
Schon immer wurde versucht der Schule die verschiedensten gesellschaftlichen Aufgaben aufzubürden. So wurde aber auch schon seit dem frühen 19. Jahrhundert immer wieder eine Überforderung der Schüler durch Lerninhalte, Lernziele, Klassen- und Hausaufgaben beklagt. Und allmählich wurde Schulkritik (etwa ab dem 19. Jahrhundert) immer mehr beachtet und auch geäußert. Sie (die Schulkritik) lieferte wesentliche Beiträge für die schultheoretische Diskussion. Da Wirtschaft und Gesellschaft immer höhere Ansprüche an die Lehrenden und an die Schule als Institution der Erziehung und des Unterrichts stellen, werden in den letzten Jahren immer mehr Stimmen laut, die vor einer Überforderung der Institution warnen. Mitte der sechziger Jahre setzte die Bildungsreform ein, wurde in den achtziger Jahren noch erweitert und bis heute wird immer wieder versucht das richtige Maß an Bildungsinhalten, Pädagogik und all den anderen Aufgaben der Institution Schule, zu finden, wie auch den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, etc. Anforderungen gerecht zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Dieser Abschnitt beleuchtet die historische Entwicklung und die Notwendigkeit einer Theorie der Schule als wissenschaftliches Instrument zur Reflexion pädagogischer Prozesse.
2. Was ist eigentlich Schule und welchen Zweck erfüllt sie?: Das Kapitel definiert Schule als gesellschaftliche Institution mit spezifischen Funktionen wie Bildung, Ausbildung und Sozialisation sowie ihren historischen Wandlungsprozessen.
3. Was bedeutet Schultheorie und was soll sie bezwecken?: Hier wird die Schultheorie als wissenschaftliche Darstellung des Lern- und Lebensorts Schule eingeführt, die das Verhältnis zwischen Institution und Gesellschaft analysiert.
4. Überforderung der Schule bzw. der Schüler: Der Hauptteil analysiert die steigenden Erwartungen an die Schule, die Überlastung von Lehrkräften durch zusätzliche Aufgaben sowie Lernprobleme und soziale Konflikte wie Mobbing bei Schülern.
5. Schlusswort: Die Arbeit schließt mit einem persönlichen Fazit des Autors zur Bedeutung der Theorie der Schule für angehende Lehrkräfte und den zukünftigen beruflichen Anforderungen.
Schlüsselwörter
Theorie der Schule, Schultheorie, Überforderung, Bildungsauftrag, Schule, Sozialisation, Schulkritik, Lehrerbelastung, Lernstörungen, Mobbing, Pädagogik, Bildungsreform, Unterrichtsqualität, Schulpädagogik, Erziehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der Schultheorie und beleuchtet kritisch die zunehmende Überforderung von Schule, Lehrern und Schülern durch gesellschaftliche und erzieherische Anforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen die Funktionen der Schule, die Bedeutung schultheoretischer Diskussionen und die verschiedenen Faktoren, die zur Überlastung im schulischen Kontext beitragen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Sinn einer Schultheorie wissenschaftlich darzustellen und die aktuellen Herausforderungen sowie die Überforderungssituation an modernen Schulen zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt Methoden wie Beschreibung, Dokumentenanalyse und den Bezug auf bestehende schultheoretische Literatur und Fallstudien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich intensiv den Ursachen für die Überforderung von Lehrkräften, den Erwartungsdruck der Gesellschaft an die Schule sowie individuellen Faktoren wie Mobbing und Lernschwierigkeiten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Schultheorie, Überforderung, Bildungsauftrag, Sozialisation, Schulkritik, Lehrerbelastung und Mobbing.
Wie definiert der Autor das Kernproblem der Schultheorie?
Das Kernproblem wird im Verhältnis zwischen der Institution Schule und dem gesamtgesellschaftlichen System gesehen, welches ständige pädagogische Anpassung erfordert.
Welche Rolle spielt Mobbing in der Analyse des Autors?
Mobbing wird als relevanter Überforderungsfaktor identifiziert, der Schüler durch körperliche, verbale oder stumme Angriffe massiv in ihrer Lernumgebung beeinträchtigt.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die Rolle der Lehrkräfte?
Der Autor betont, dass Lehrkräfte zwar durch eine fundierte Theorie unterstützt werden, ihre berufliche Praxis jedoch stark von persönlichen Fähigkeiten, Talenten und dem Umgang mit gesellschaftlichem Druck abhängt.
- Citation du texte
- Rainer Hofmann (Auteur), 2006, Theorie der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111766