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Konstruktivismus als Lerntheorie. Eine Alternative zu einseitiger Wissensvermittlung

Konsequenzen für den Lehrenden

Title: Konstruktivismus als Lerntheorie. Eine Alternative zu einseitiger Wissensvermittlung

Term Paper , 2020 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Martin Wolff (Author)

Psychology - Intelligence and Learning Psychology
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Ziel der Arbeit ist es, einen Einblick in konstruktivistische Lerntheorien und eine Alternative zu einseitiger Wissensvermittlung zu geben. Hierfür wird auf die Komplexität des Lernbegriffs Bezug genommen und dieser thematisch skaliert. Es wird dargelegt, inwieweit didaktische Grundparadigmen revolutioniert und erkenntnistheoretisch neu interpretiert wurden. Bezugnehmend auf die Konzeptionen von Jean Piagets genetischer Epistemologie und dessen ausschlaggebenden Einfluss für eine erkenntnistheoretische Neubewertung werden die daraus resultierenden Konsequenzen für Lehr – Lern – Situationen beispielhaft erläutert und der Blickwinkel des Subjektbezuges verdeutlicht. Darüber hinaus wird eine Einbettung in den historischen und gesellschaftlichen Kontext vorgenommen und auf die Ausdifferenzierung verschiedener Interpretationen und Perspektiven innerhalb des Konstruktivismus eingegangen. In diesem Zusammenhang werden voranging die Ausdifferenzierungen durch Konzeptionen des radikalen Konstruktivismus nach Ernst von Glaserfeld sowie des sozial internationalistischem Konstruktivismus nach Kersten Reich vorgestellt.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Skalierung des Lernbegriffs

3. Konstruktivismus – von der Epistemologie zur Lerntheorie

4. Einfluss vorangegangener Lerntheorien

5. Grundsteinlegung Jean Piagets

6. Perspektivische Ausdifferenzierung innerhalb des Konstruktivismus

7. Konsequenzen für den Lehrenden

8. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden Einblick in konstruktivistische Lerntheorien zu geben und diese als Alternative zur einseitigen, linearen Wissensvermittlung darzustellen. Dabei wird untersucht, wie die Erkenntnistheorie des Konstruktivismus didaktische Paradigmen revolutioniert und welche spezifischen Konsequenzen sich daraus für die Gestaltung von Lehr-Lern-Situationen ergeben.

  • Die Komplexität und Subjektivität des Lernbegriffs
  • Die theoretische Herleitung des Konstruktivismus
  • Einflüsse und Abgrenzungen zu Behaviorismus und Kognitivismus
  • Die genetische Epistemologie nach Jean Piaget
  • Spezifikationen des radikalen und sozial-interaktionalen Konstruktivismus
  • Didaktische Implikationen für Lehrende als Mentoren

Auszug aus dem Buch

7. Konsequenzen für den Lehrenden

In diesem Kapitel sollen die Konsequenzen konstruktivistischer Lerntheorien für den Lehrenden beleuchtet und reflektiert werden. Es soll darauf Bezug genommen werden, mit welchen didaktischen Mitteln autopoietisch geschlossene Systeme der lernenden Subjekte durch den Lehrenden zielführend mit Wissensgehalt erreicht und durchdrungen werden können, wenn gleich der vermittelte Inhalt von verschiedenen Subjekten selbstreferenziell konzipiert und nicht absorbiert wird (Schaller 2011, S. 178).

Im Fokus konstruktivistischer Didaktik steht der Paradigmenwechsel von der Wissensvermittlung des Lehrenden zur Wissenskonstruktion des Lernenden (Schaller 2011, S. 204). Die Schwerpunktverlagerung von einer "Belehrungsdidaktik" zur "Ermöglichungsdidaktik" von der "Vermittlungsperspektive" zur "Aneignungsperspektive", welche je nach situativer Erscheinung ebenfalls im gegenseitigen Wechselspiel stattfinden kann und die fixen Positionen einer klassischen Lehr-Lern-Situation aufweicht (Siebert, 2000).

Der Lehrende ist für die gezielte Verknüpfung von fachspezifischen Inhaltswissen mit den systematischen Strukturen des Lernenden verantwortlich (Schaller 2011, S. 204). Im Allgemeinen hat der Lehrende für eine didaktisch wertvolle Lernatmosphäre sowie Lernbeihilfe Sorge zu tragen und sollte methodisch vielseitig geschult sein, um die zu vermittelnden Lehrinhalte an die bestehenden Strukturschemata des Lernenden anpassen zu können(Schaller 2011, S. 204). Ihm wird als Begleiter des Konstruktionsprozesses und Erkenntnisgewinns gewissermaßen eine Coaching- oder Mentorenrolle zu Teil (Schaller 2011, S. 204).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass Lernen mehr als lineare Wissensvermittlung ist, und skizziert das Ziel, den Konstruktivismus als erkenntnistheoretische Alternative zu beleuchten.

2. Skalierung des Lernbegriffs: Dieses Kapitel erörtert die Vielschichtigkeit des Lernbegriffs und verdeutlicht, dass Lernen ein hochgradig subjektiver Prozess der Anpassung von Erfahrungsschemata ist.

3. Konstruktivismus – von der Epistemologie zur Lerntheorie: Hier wird der Übergang von der Epistemologie zur Lerntheorie beschrieben, wobei der Fokus auf dem lernenden Subjekt und der individuellen Konstruktion von Wirklichkeit durch Perturbation liegt.

4. Einfluss vorangegangener Lerntheorien: Das Kapitel verortet den Konstruktivismus im Kontext von Behaviorismus und Kognitivismus und arbeitet die Bedeutung der kognitiven Wende für diesen Paradigmenwechsel heraus.

5. Grundsteinlegung Jean Piagets: Hier werden die zentralen Konzepte Piagets wie Assimilation, Akkommodation und Äquilibration als biologische Fundamente des konstruktivistischen Lernverständnisses erläutert.

6. Perspektivische Ausdifferenzierung innerhalb des Konstruktivismus: Dieses Kapitel unterscheidet zwischen dem radikalen Konstruktivismus, der sich auf das Individuum konzentriert, und dem sozial-interaktionalen Konstruktivismus, der die soziale Einbettung hervorhebt.

7. Konsequenzen für den Lehrenden: Es wird der Wandel der Lehrerrolle vom Wissensvermittler hin zum Coach und Mentor reflektiert, der Lernprozesse durch Ermöglichungsdidaktik unterstützt.

8. Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass der Konstruktivismus kein dogmatischer Ansatz ist, sondern eine neue Perspektive eröffnet, die den Fokus auf die Eigenaktivität des Lernenden legt und Raum für zukünftige Forschung bietet.

Schlüsselwörter

Konstruktivismus, Lerntheorie, Didaktik, Wissenskonstruktion, Epistemologie, Jean Piaget, Radikaler Konstruktivismus, Sozial-interaktionaler Konstruktivismus, Perturbation, Subjektbezug, Wissensvermittlung, Lernprozess, Kognitive Schemata, Ermöglichungsdidaktik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit dem Konstruktivismus als Lerntheorie auseinander und untersucht dessen Potenzial als Alternative zu traditionellen, linearen Modellen der Wissensvermittlung.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit behandelt unter anderem die Definition des Lernens, die erkenntnistheoretischen Wurzeln des Konstruktivismus, den Vergleich mit Behaviorismus und Kognitivismus sowie die Rolle der Didaktik und des Lehrenden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen Einblick in die konstruktivistische Lerntheorie zu geben und darzulegen, wie sich durch den Paradigmenwechsel vom Lehrenden zum Lernenden neue Möglichkeiten für die Lehr-Lern-Gestaltung eröffnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Literaturarbeit, in der verschiedene konstruktivistische Strömungen und deren Bezüge zu biologischen und psychologischen Konzepten reflektiert werden.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Im Hauptteil stehen die Ausdifferenzierung des Konstruktivismus, insbesondere durch Piaget sowie radikale und sozial-interaktionale Ansätze, und die daraus abgeleiteten Konsequenzen für das pädagogische Handeln im Vordergrund.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Konstruktivismus, Wissenskonstruktion, Subjektbezug, Perturbation, Epistemologie, Didaktik und Lernbegriff.

Welche Rolle spielt die "Perturbation" im Lernprozess laut dieser Arbeit?

Perturbation wird als ein wesentliches Ereignis beschrieben, das ein bestehendes Deutungsmuster des Lernenden stört und dadurch eine notwendige Anpassung oder Modifikation kognitiver Schemata auslöst.

Wie illustriert der Autor die Theorie anhand des Handstand-Beispiels?

Das Beispiel des Turnlehrers und des Sportlers zeigt, dass der Lehrer nicht direkt Wissen "überträgt", sondern der Sportler durch eigenes Ausprobieren und die Bewältigung von Gleichgewichtsverlusten (Perturbationen) seine eigenen Bewegungsschemata konstruiert.

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Details

Title
Konstruktivismus als Lerntheorie. Eine Alternative zu einseitiger Wissensvermittlung
Subtitle
Konsequenzen für den Lehrenden
College
(International University of Applied Sciences)
Grade
1,0
Author
Martin Wolff (Author)
Publication Year
2020
Pages
15
Catalog Number
V1118763
ISBN (eBook)
9783346481719
ISBN (Book)
9783346481726
Language
German
Tags
Konstruktivismus Lerntheorie Jean Piaget Pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Martin Wolff (Author), 2020, Konstruktivismus als Lerntheorie. Eine Alternative zu einseitiger Wissensvermittlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1118763
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