Beim Sprachlernprozess wird u.a. immer wieder auf die Bedeutsamkeit einer vorbildlichen und verständlichen Aussprache aufmerksam gemacht. In Anlehnung an allgemein gültige Erkenntnisse beschäftigt sich die Phonetik, die bspw. in Lehrwerken entweder innerhalb einer Lektion eingebettet ist und/oder als selbstständige Rubrik auftaucht, mit der Intonation und der Artikulation bzw. Lautbildung.
Die Autoren, die sich mit Lehrwerken auseinandersetzen, sollten somit Phonetik entsprechend bestimmter Kriterien, einer Übungstypologie und altersgerecht didaktisieren und vielfältige Hör- und Sprech- / Schreibübungen anbieten, so dass Lernende zum Thema Aussprache sensibilisiert und motiviert werden und mögliche Aussprachefehler beheben können. Um nur einige Beispiele zu nennen, sind schriftliche Übungen wie Markieren, Ergänzen, Ordnen und Transkribieren, sowie auch mündliche Übungen wie Nachsprechen, Vorlesen, Lesen und Sprechen - begleitet in manchen Fällen auch mit gestischen Bewegungen, einige Übungsformen, die zur Förderung der phonetisch - phonologischen Kompetenz beitragen können.
Dieser Ansicht folgend befasst sich die vorliegenden Arbeit mit der Vermittlung von Aussprache in den Lehrwerken "Magnet neu A1 und A2 Deutsch für junge Lernende" und "DaF kompakt A1-B1 für Erwachsene" und vorwiegend mit der Ausspracheschulung bestimmter Vokale und Konsonanten, die entsprechend dem jeweiligen Niveau von A1-B1 und der jeweiligen Altersgruppe in den Lehrwerken in einer eigenständigen Rubrik im Abschluss jeder Lektion entweder im Kursbuch oder im Arbeits- bzw. Übungsbuch auftauchen und autonom didaktisiert werden.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Vokale
1.1 Definition der Vokale
1.2 Beschreibung des deutschen vokalischen Lautsystems
1.3 Beschreibung des griechischen vokalischen Lautsystems
1.4 Vergleich der deutschen und griechischen vokalischen Lautsysteme
2. Konsonanten
2.1 Definition der Konsonanten
2.2 Beschreibung des deutschen konsonantischen Lautsystems
2.3 Beschreibung des griechischen konsonantischen Lautsystems
2.4 Vergleich der deutschen und griechischen Lautsysteme
3. Aussprachefehler
3.1 Definition der Aussprachefehler
3.2 Erwartete Aussprachefehler griechischer Lerner
4. Die Ausspracheschulung
4.1 Die Stellung der Ausspracheschulung im FSU
4.2 Alter und Lernen
4.3 Übungstypologie
4.4 Kriterien für die Auswahl und Analyse von Phonetikmaterialien
4.5 Phonologische Kompetenz gemäß dem GER
5. Analyse
5.1 Ziel der Analyse
5.2 Hypothesen der Analyse
5.3 Verfahren der Analyse
5.4 Die Lehrwerke-Gestaltung und Zielgruppen
Beschreibung
5.6 Ergebnisse
6. Schlussfolgerung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Integration der Phonetik in den DaF-Lehrwerken "Magnet neu A1 und A2 Deutsch für junge Lernende" und "DaF kompakt A1-B1 für Erwachsene", um deren Bedeutung für den Sprachlernprozess hervorzuheben und die systematisierte Didaktisierung von Lauten in diesen Lehrwerken zu analysieren.
- Theoretische Grundlagen zur Phonetik von Vokalen und Konsonanten im Deutschen und Griechischen.
- Kontrastive Analyse der Lautsysteme und Identifikation typischer Aussprachefehler griechischer Lerner.
- Methodik der Ausspracheschulung, einschließlich Übungstypologien und didaktischer Kriterien.
- Vergleichende Untersuchung der Lehrwerk-Konzeptionen bezüglich Phonetik-Integration und Lernzielen.
- Evaluation der Effektivität von Phonetik-Rubriken zur Förderung der phonologischen Kompetenz.
Auszug aus dem Buch
1.2 Beschreibung des deutschen vokalischen Lautsystems
Obwohl im deutschen Alphabet nur fünf Vokale auftreten, nämlich [ a ], [ ɛ ], [ ɪ ], [ ɔ ], [ ʊ ], werden die LernerInnen schon von Anfang an darüber in Kenntnis gesetzt, dass es sowohl drei zusätzliche Vokale mit Umlaut, nämlich [ ɛ ], [ œ ], [ ʏ ], als auch kurze und lange Vokale gibt. Daher verdoppelt sich ihre Zahl und es ergeben sich 16 Vokale und wenn man fremde Wörter einbezieht, dann werden diese sogar 19 (Balassi 2016: 37, 46). Besonders die Kürze und die Länge eines Vokals, sowie auch Vokale mit Umlaut die sog. gerundeten Vorderzungenvokale (ü- und ö-Laute), bereiten den LernernInnen große Schwierigkeiten, weil solche Merkmale nicht in ihrer Muttersprache erscheinen, wie es bei den griechischen LernernInnen der Fall ist.
Huneke (2013: 73) betont das Merkmal der Vokalquantität, die eine „bedeutungsunterscheidende Funktion“ hat, was in den Minimalpaaren wie „Stahl ([ʃtaːl]) - Stall ([ʃtal]), bieten ([ˈbiːtәn]) - bitten ([ˈbɪtәn])“ etc. deutlich wird. Häufig können LernerInnen auch in einem höheren Niveau diese bedeutungsunterscheidende Funktion nicht erkennen, so dass es nicht nur zu den erwarteten Aussprachefehlern, sondern auch zu einer falschen Übersetzung kommen kann.
Es sind ferner noch die Doppellaute bzw. die Diphthonge zu berücksichtigen, die aus zwei Vokalen bestehen und nach dem Duden-Aussprachewörterbuch (2005: 30) der eine silbisch und der andere unsilbisch ist. Interessanterweise, wenn der erste Vokal silbisch und der zweite unsilbisch ist, wie bspw. in Maus ([maʊ̯s]), so heißt der Doppellaut fallend, während im umgekehrten Fall, wie zum Beispiel in Linie ([ˈliːni̯ә]), steigend heißt. Die Diphthonge sind drei und werden nach Balassi (2016: 56) folgendermaßen dargestellt: [ aʊ̯ ], [ aɪ̯ ], [ ɔʏ̯ ].
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Phonetik im Sprachlernprozess ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung der gewählten Lehrwerke.
1. Vokale: Dieses Kapitel definiert Vokale und beschreibt die vokalischen Lautsysteme des Deutschen und Griechischen, um eine Grundlage für den anschließenden Vergleich zu schaffen.
2. Konsonanten: In diesem Kapitel werden Konsonanten definiert und das deutsche sowie griechische konsonantische Lautsystem detailliert beschrieben und einander gegenübergestellt.
3. Aussprachefehler: Hier werden der Begriff Aussprachefehler definiert, Ursachen für deren Entstehung beleuchtet und typische Fehler griechischer Lerner beim Deutschlernen identifiziert.
4. Die Ausspracheschulung: Dieser Teil befasst sich mit der methodischen Umsetzung der Phonetik im Fremdsprachenunterricht, inklusive Übungstypologien und didaktischer Kriterien.
5. Analyse: Das Kapitel führt eine didaktisch-methodische Untersuchung der ausgewählten Lehrwerke durch, um Zielsetzung, Hypothesen und Ergebnisse der Phonetik-Vermittlung zu präsentieren.
6. Schlussfolgerung und Ausblick: Diese Schlussfolgerung fasst die Ergebnisse der Lehrwerkanalyse zusammen und resümiert den Stellenwert der Ausspracheschulung.
Schlüsselwörter
Phonetik, Ausspracheschulung, DaF-Lehrwerke, Deutsch als Fremdsprache, Vokalsystem, Konsonantensystem, Aussprachefehler, Kontrastive Analyse, Phonologische Kompetenz, Übungstypologie, GER, Interferenz, Lautbildung, Intonation, Lautverbindungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie die Phonetik und insbesondere die Ausspracheschulung in den Lehrwerken "Magnet neu" und "DaF kompakt" in den Unterricht integriert sind und welche didaktischen Ansätze dabei verfolgt werden.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit behandelt die phonetischen Unterschiede zwischen dem Deutschen und Griechischen, typische Aussprachefehler griechischer Lerner, methodische Ansätze für Übungstypologien und die Evaluation von Lehrmaterialien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, die Bedeutung der Phonetik-Rubriken in den Lehrwerken hervorzuheben und zu untersuchen, ob diese altersgerecht und stufenweise (A1 bis B1) die phonologische Kompetenz der Lernenden fördern.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine kontrastive Analyse der Lautsysteme sowie eine didaktische Lehrwerkanalyse durchgeführt, um die Integration und Qualität der Ausspracheübungen systematisch zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Grundlagen (Vokale, Konsonanten, Aussprachefehler) als auch die praktische Analyse der Lehrwerke inklusive detaillierter Beschreibungen der Phonetik-Übungen dargelegt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den Schlüsselbegriffen zählen Phonetik, Ausspracheschulung, DaF-Lehrwerke, kontrastive Linguistik sowie phonologische Kompetenz gemäß dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen.
Wie unterscheiden sich die Ansätze von "Magnet" und "DaF kompakt"?
Während "Magnet" Phonetik stärker innerhalb der Lektionen einbettet und weniger auf explizite phonetische Fachtermini setzt, bietet "DaF kompakt" umfangreichere Rubriken, mehr Abbildungen und ein detaillierteres Instrumentarium zur Phonetik-Schulung.
Welche Rolle spielt die Muttersprache Griechisch?
Griechisch dient als Ausgangssprache für die kontrastive Analyse, da spezifische Interferenzen (z.B. bei der Vokalquantität oder bei R-Lauten) auftreten, die bei der Vermittlung der deutschen Aussprache besonders berücksichtigt werden müssen.
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- Maria Schreiber (Autor), 2021, Die Vermittlung von Aussprache in den Lehrwerken "Magnet neu A1 und A2 Deutsch für junge Lernende" und "DaF kompakt A1-B1 für Erwachsene", Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1118914