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Der Mensch im Naturzustand

Ein Vergleich zwischen Jean-Jacques Rousseaus und Thomas Hobbes Anthropologie, ihr Menschenbild sowie die Auswirkung auf ihre politische Theorie

Title: Der Mensch im Naturzustand

Seminar Paper , 2008 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Moritz Boltz (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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„Ein guter Mensch in seinem dunklen Drange ist sich des rechten Weges wohl bewusst.“ Dieses Zitat aus dem Prolog von Goethes Faust beinhaltet bereits wesentliche Elemente über das Thema Mensch. Doch ist der Mensch wirklich gut und wandert er tatsächlich im dunklen Drange? Die Antwort auf diese Urfrage der Anthropologie wird auch heute noch heftig debattiert. So beschäftigt sich die politische Wissenschaft zum Beispiel in der Kriegsursachenforschung unter dem so genannten „First Image“ mit dem Wesen des Menschen. Die Einschätzungen über den Menschen variieren sehr stark und die Frage nach dessen Natur bereitete den Philosophen über Jahrhunderte hinweg Kopfschmerzen. Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau haben sich ebenfalls sehr stark mit der Anthropologie auseinandergesetzt. Die beiden aus unterschiedlichen Jahrhunderten stammenden Denker haben ihre politische Philosophie aus einer Grundannahme über das Wesen des Menschen heraus entwickelt. Hobbes und Rousseau, obwohl sie einige wesentlichen Unterschiede trennen, haben doch auch viele Gemeinsamkeiten die es zu erörtern gilt. Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem jeweiligen Menschenbild von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau. Ausgehend von einer Einzelanalyse sollen die beiden Philosophen schließlich verglichen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Mensch – ein gutes Wesen mit dunklem Drange?

2. Der Mensch im Naturzustand – ein Vergleich zwischen Jean-Jacques Rousseaus und Thomas Hobbes Anthropologie, ihr Menschenbild sowie die Auswirkung auf ihre politische Theorie.

2.1 Die Anthropologie des Thomas Hobbes

2.1.1 Lebenslauf und historisches Umfeld

2.1.2 Hobbes Wissenschaftsverständnis

2.1.3 Der Mensch als Körper in Raum und Zeit

2.1.4 Grundmotive des menschlichen Individuums

2.1.4.1 Die Selbsterhaltung und die Furcht vor dem summum malum

2.1.4.2 Macht und Ruhmsucht

2.1.5 Charaktereigenschaften und Anlagen des Menschen

2.1.6 Naturzustand des „Bellum omnium contra omnes“

2.1.6.1 Der unpolitische Mensch

2.1.6.2 Die Gleichheit des Menschen

2.1.6.3 Das „right of Nature“

2.1.6.4 Der Krieg aller gegen alle

2.1.7 Vom Mensch zum Leviathan – der Einfluss von Hobbes Menschenbild auf seine Philosophie

2.2 Die Anthropologie des Jean-Jacques Rousseau

2.2.1 Lebenslauf und historisches Umfeld

2.2.2 Die Zivilisationskritik

2.2.3 Rousseaus Entwicklungsgeschichte des Menschen

2.2.3.1 Der isolierte Urmensch

2.2.3.2 Der „homme naturel“

2.2.3.3 Der Einzug des Eigentums und der „homme civilisé“

2.2.4 Grundmotive des menschlichen Individuums

2.2.4.1 Die Ungleichheit

2.2.4.2 Selbstliebe, Selbstsucht

2.2.4.3 Mitleid und Patriotismus

2.2.4.4 Zurück zum Glück – von Vernunft und Gewissen

2.2.5 Gesellschaftsvertrag und Gemeinwille - der Einfluss von Rousseaus Menschenbild auf seine Philosophie

2.3 Der Vergleich zwischen Rousseaus und Hobbes Anthropologie.

2.3.1 Die Gleichheit des Menschen

2.3.2 Mensch, Gesellschaft, Abhängigkeit

2.3.3 Triebe und Eigenschaften des Menschen

2.3.4 Naturzustand – ein Wolf und ein Wilder

2.3.5 Das Naturrecht

2.3.6 Mensch und Moral

2.3.7 Das höchste Glück – von Frieden und Freiheit

3. Der Mensch zwischen gut und böse

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Menschenbild von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau detailliert zu analysieren und deren jeweilige Konsequenzen für ihre politische Theorie im Vergleich gegenüberzustellen.

  • Anthropologische Grundannahmen von Thomas Hobbes
  • Rousseaus Entwicklungsgeschichte des Menschen und Zivilisationskritik
  • Vergleich der Naturzustandstheorien beider Philosophen
  • Rolle von Vernunft, Freiheit und Gesellschaftsvertrag
  • Untersuchung der moralischen Einordnung des Menschen

Auszug aus dem Buch

2.1.6.4 Der Krieg aller gegen alle

Der Naturzustand des Menschen ist ein abstraktes Konstrukt. Hobbes selbst sieht ihn eher als gedankliche Brücke denn als historische Realität. Er benutzt ihn um zu zeigen, wie wichtig gesetzliche Einschränkungen für die Menschheit sind. Der Naturzustand dient so zur Abschreckung für den sich beklagenden Bürger. Denn dieser ist geprägt vom Krieg, also der Abwesenheit von Frieden. Hobbes schreibt hierzu: „So kann man nicht leugnen, dass der natürliche Zustand der Menschen […] der Krieg gewesen ist“. Es handelt sich aber nicht nur um einen Konflikt sondern um einen immer fortwährenden „Krieg aller gegen alle“, einem bellum omnium contra omnes.

Dieser permanente Konflikt begründet sich in den oben ausgeführten Eigenschaften des Menschen. Die Gleichheit, das Misstrauen, die Ruhmsucht, sie beschleunigen und verstärken den Kampf um Ressourcen. Ungerechtigkeit gibt es nicht, da der Naturzustand jenseits von jeglicher Moral anzusiedeln ist. Selbst wenn es keinen aktiven kriegerischen Konflikt gibt, lebt jeder in Angst vor dem anderen, da eine latente Furcht vor dem „gemordet […] werden, [und eine] stündliche Gefahr, ein einsames, kümmerliches, rohes und kurz dauerndes Leben“ führen zu müssen vorhanden ist. Im Naturzustand herrscht absolut keine Sicherheit und der Mensch lebt in ständiger Angst davor, seine Macht und sein Leben zu verlieren. „Der Mensch ist ein Wolf für den Menschen“ lautet Hobbes bekannter Ausdruck aus dem Vorwort seines Werkes „Vom Bürger“. Dieser Ausdruck bewahrheitet sich vor allem im Naturzustand, da hier das „Wolf sein“ allein das Überleben sichern kann. Ein geregeltes Leben mit langfristigen Perspektiven ist so niemals zu erreichen. Das Individuum, dem ständigen Kampf überdrüssig, sehnt sich nach nichts mehr als nach Frieden und Beständigkeit. Sicherheit lässt sich aber nur mit einer den Einzelnen einschränkenden Macht erzwingen. Das ist die Quintessenz der Hobbesschen Naturzustandstheorie. Mit dieser Erkenntnis ist der Weg frei für die Übertragung des Naturrechts und die Vertragstheorie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Mensch – ein gutes Wesen mit dunklem Drange?: Einleitung in die anthropologische Grundfrage nach dem Wesen des Menschen unter Bezugnahme auf Goethe und die politische Wissenschaft.

2. Der Mensch im Naturzustand – ein Vergleich zwischen Jean-Jacques Rousseaus und Thomas Hobbes Anthropologie, ihr Menschenbild sowie die Auswirkung auf ihre politische Theorie.: Detaillierte Analyse und Gegenüberstellung der Menschenbilder und politischen Philosophien von Hobbes und Rousseau.

3. Der Mensch zwischen gut und böse: Abschließende Reflexion darüber, ob der Mensch von Natur aus als gut oder böse einzustufen ist, und Fazit zur Komplexität der menschlichen Natur.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Jean-Jacques Rousseau, Naturzustand, Menschenbild, Anthropologie, politische Theorie, Gesellschaftsvertrag, Selbsterhaltung, Krieg aller gegen alle, Zivilisationskritik, Freiheit, Moral, Leviathan, Ungleichheit, Vernunft

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Menschenbild von Thomas Hobbes und Jean-Jacques Rousseau und analysiert, wie diese unterschiedlichen Auffassungen deren jeweilige politische Theorien begründen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Naturzustand, die Konzepte von Freiheit und Selbsterhaltung, die Rolle der Gesellschaft bei der Prägung des Individuums sowie der Vergleich von Zivilisationskritik und Staatsphilosophie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein systematischer Vergleich der anthropologischen Konzepte beider Philosophen, um zu verstehen, warum sie zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen über den Staat und das menschliche Zusammenleben gelangen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine vergleichende Analyse der Primärwerke beider Philosophen, unterstützt durch einschlägige politikwissenschaftliche Sekundärliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Anthropologie von Hobbes (u.a. Selbsterhaltung, Krieg aller gegen alle) und Rousseau (u.a. Zivilisationskritik, Entwicklungsgeschichte), gefolgt von einem direkten Vergleich dieser Aspekte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Naturzustand, Menschenbild, Gesellschaftsvertrag, Freiheit, Selbsterhaltung und Anthropologie.

Wie definiert Hobbes den Menschen im Naturzustand?

Für Hobbes ist der Mensch im Naturzustand ein egoistischer Nutzenmaximierer, der aufgrund von Angst und Misstrauen in einem ständigen „Krieg aller gegen alle“ lebt.

Warum hält Rousseau die Gesellschaft für problematisch?

Rousseau sieht in der Zivilisation und der Gesellschaft die Ursache für den Verlust der natürlichen Freiheit und die Entstehung von Ungleichheit, Laster und Entfremdung des Menschen.

Welche Rolle spielt der Gesellschaftsvertrag bei Rousseau?

Der Gesellschaftsvertrag dient bei Rousseau als Mittel, um den Menschen trotz Vergesellschaftung eine Form von Freiheit und sittlichem Glück durch den Gemeinwillen zu ermöglichen.

Was ist der Kern des Vergleichs zwischen den Philosophen?

Der Kern ist die Gegenüberstellung von Hobbes' pessimistischer Sicht, in der der Staat durch Zwang Ordnung erzwingt, und Rousseaus optimistischerer Sicht, in der der Mensch durch Patriotismus und Gemeinwohl tugendhaft zur Freiheit findet.

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Details

Title
Der Mensch im Naturzustand
Subtitle
Ein Vergleich zwischen Jean-Jacques Rousseaus und Thomas Hobbes Anthropologie, ihr Menschenbild sowie die Auswirkung auf ihre politische Theorie
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut )
Course
Einführung in politische Theorie
Grade
1,0
Author
Moritz Boltz (Author)
Publication Year
2008
Pages
28
Catalog Number
V111903
ISBN (eBook)
9783640103904
ISBN (Book)
9783640858620
Language
German
Tags
Mensch Naturzustand Einführung Theorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Moritz Boltz (Author), 2008, Der Mensch im Naturzustand, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/111903
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