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Verselbstung und Entselbstigung? Ein Vergleich von Goethes Genie-Hymnen "Prometheus" und "Ganymed"

Title: Verselbstung und Entselbstigung? Ein Vergleich von Goethes Genie-Hymnen "Prometheus" und "Ganymed"

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 45 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Eva Ortegel (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit wird sich mit den beiden Jugendhymnen Goethes – Prometheus und Ganymed – näher auseinandersetzen, wobei auch hin und wieder Bezüge zum Dramen- Fragment Prometheus hergestellt werden müssen. Goethe schuf seine Meisterwerke des Sturm und Drang im Alter von gerade einmal 25 Jahren, als er als Anwalt in Frankfurt tätig war.
Zunächst sollen dabei die Hymnen einer einzelnen, getrennten Untersuchung im Hinblick auf die Entstehung, die Edition, Formales, das mythologische Verhältnis unterzogen werden. Danach wird der Versuch einer eigenen Interpretation unternommen (s. Punkte 1. bis 3.). Die so gewonnenen Ergebnisse werden abschließend in Punkt vier gegenübergestellt und verglichen, um etwaige Gemeinsamkeiten beziehungsweise Unterschiede herausarbeiten zu können. Hierbei wird vor allem auf das komplementär gedeutete Verhältnis von Verselbstung und Entselbstigung einzugehen sein, und es gilt herauszufinden, ob Prometheus und Ganymed zwei verschiedene Varianten des Geniebegriffs realisieren oder in ihrem Ansatz diesbezüglich übereinstimmen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

1. Erst das Dramenfragment, dann Prometheus, dann Ganymed?

2. Die Jugendhymne Prometheus: „Die Autonomieerklärung des schöpferischen Menschen“

2.1 Entstehung und Veröffentlichung: „Zündkraut einer Explosion“

2.2 Die Funktion der formalen Eigenheiten

2.3 Das Verhältnis zur Mythologie

2.4 Versuch eines eigenen Zugangs zum Text

3. Die Jugendhymne Ganymed: Das sich im „Ursprünglichen“ aufgebende und dorthin zurückkehrende Individuum

3.1 Umstände von Entstehung und Publikation

3.2 Formale Auffälligkeiten

3.3 Das Verhältnis zur Mythologie

3.4 Interpretationsversuch

4. Gegenüberstellung der beiden goetheschen Hymnen Prometheus und Ganymed

4.1 Zum komplementär gedeuteten Verhältnis von Verselbstung und Entselbstigung

4.2 Zwei unterschiedliche Verwirklichungen des Geniebegriffs?

III. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die beiden Jugendhymnen „Prometheus“ und „Ganymed“ von Johann Wolfgang von Goethe, um deren Verhältnis zueinander sowie ihre jeweilige Einbettung in das Geniekonzept der Epoche des Sturm und Drang zu untersuchen. Dabei wird der Forschungsfrage nachgegangen, ob die Hymnen als gegensätzliche Verwirklichungen des Geniebegriffs zu verstehen sind oder ob sie einander komplementär ergänzen.

  • Historische Entstehung und literarische Einordnung der Hymnen
  • Die Rolle der Mythologie und deren individuelle Umdeutung durch Goethe
  • Analyse der formalen Gestaltung und sprachlichen Besonderheiten
  • Untersuchung der religiösen und weltanschaulichen Aspekte
  • Gegenüberstellung von „Verselbstung“ (Prometheus) und „Entselbstigung“ (Ganymed)

Auszug aus dem Buch

2.4 Versuch eines eigenen Zugangs zum Text

Selbst nach ausführlicher Lektüre ist hinsichtlich der Interpretation des Prometheus eine bittere Lehre zu ziehen: Das Gedicht scheint nicht so eindeutig, wie es gemeinhin scheint. Eine Gesamtdeutung scheint schier unmöglich. Deshalb möchte ich versuchen, einen Zugang zum Text zu finden, indem von Vers zu Vers interpretiert wird. Lediglich ein Punkt hat sich bei der Untersuchung, das darf ich vorweg nehmen, herauskristallisiert: Die Hymne Prometheus drückt eine Seite des geniehaften Lebensgefühls des jungen Goethe aus. Goethe selbst lenkt den Blick in diese Richtung, wenn er im 15. Buch von Dichtung und Wahrheit auf seine jugendlichen Prometheus- Dichtungen zurückblickt. Insgesamt lässt sich die Hymne in drei inhaltliche Sinnesabschnitte gliedern: Strophe eins und zwei, die im Präsens gehalten sind, zeigen Prometheus bei der Anklage des Zeus` und der übrigen Götter. Im Mittelteil (Strophe drei bis sechs) wird im Präteritum ein Rückblick zur Kindheit des Prometheus hergestellt und die erneut im Präsens verfasste Strophe sieben beschreibt abschließend den gegenwärtigen Zustand des Prometheus.

Prometheus beginnt mit einem imperativischen Anfang, der im Präsens gehalten die aktuelle Situation vor Augen führt: Bedecke deinen Himmel Zeus/ Mit Wolkendunst! (V.1/2) und Zeus sogleich eine laute Aufforderung entgegenbringt. Dabei bleibt es offen, ob Zeus als anwesender Hörer zu denken ist oder ob ihn Prometheus lediglich imaginiert. Außerdem drängt sich die Frage auf, wer dieser Zeus, der Adressat des prometheischen Trotzes, überhaupt ist. Mit Sicherheit spielen auch der christliche Gott und bestehende Gottesvorstellungen in ihn mit hinein. Dies zeigt vor allem ein Blick in Goethes Biographie: Zur Entstehungszeit von Prometheus fühlte sich Goethe oft einsam und verlassen, was die vielen Briefe und Tagebucheinträge vermitteln. Er haderte mit Gott und lehnte sich wie Prometheus nachdenklich auf. Betrachtet man das Dramen- Fragment, so fällt auf, dass Zeus dort dort nicht ausschließlich als der Tyrann gesehen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Untersuchung, beide Hymnen in Hinblick auf Entstehung, Form und Mythologie zu vergleichen und als Varianten des Geniebegriffs einzuordnen.

II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Einzelanalyse von Prometheus und Ganymed sowie eine abschließende systematische Gegenüberstellung beider Werke.

1. Erst das Dramenfragment, dann Prometheus, dann Ganymed?: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit der Entstehungsreihenfolge der drei verwandten Werke auseinander.

2. Die Jugendhymne Prometheus: „Die Autonomieerklärung des schöpferischen Menschen“: Eine umfassende Untersuchung der Entstehung, Form, Mythologie und Interpretation der Prometheus-Hymne.

3. Die Jugendhymne Ganymed: Das sich im „Ursprünglichen“ aufgebende und dorthin zurückkehrende Individuum: Analyse der Entstehung, Formalia und mythologischen Ebene sowie ein Interpretationsversuch zur Ganymed-Hymne.

4. Gegenüberstellung der beiden goetheschen Hymnen Prometheus und Ganymed: Eine komparative Analyse, die das Verhältnis von „Verselbstung“ und „Entselbstigung“ als komplementäre Pole des jungen Goethe thematisiert.

III. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Prometheus und Ganymed einander nicht ausschließen, sondern als Teil einer „Doppelbewegung“ des Menschen zu verstehen sind.

Schlüsselwörter

Goethe, Sturm und Drang, Prometheus, Ganymed, Geniebegriff, Lyrik, Mythologie, Pantheismus, Autonomie, Verselbstung, Entselbstigung, Schöpfertum, Gottesbild, Identitätsbildung, Hymne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die beiden Jugendhymnen Goethes, „Prometheus“ und „Ganymed“, in ihrem inhaltlichen und formalen Kontext innerhalb der Epoche des Sturm und Drang.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit behandelt Themen wie das Verhältnis von Individuum und Schöpfergott, die Bedeutung des Mythos für die Genie-Idee und die Entwicklung von Autonomie sowie religiöser Identität.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob Prometheus und Ganymed als gegensätzliche, antithetische Gedichte zu verstehen sind oder ob sie komplementäre, einander ergänzende Ausdrucksformen eines übergeordneten Geniebegriffs darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die biographische Aspekte, Textvergleiche, formale Stilanalysen und den Rückgriff auf zeitgenössische sowie forschungsgeschichtliche Sekundärliteratur umfasst.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Einzelanalyse der beiden Gedichte und einen komparativen Teil, in dem die Konzepte der „Verselbstung“ bei Prometheus und der „Entselbstigung“ bei Ganymed gegenübergestellt werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Prometheus, Ganymed, Geniebegriff, Autonomie, Pantheismus, Schöpfertum und die Doppelbewegung von Individuum und Natur.

Welche Rolle spielt das Dramenfragment „Prometheus“ für die Analyse?

Das Fragment dient als wichtiger Bezugspunkt für die genetische Analyse der Hymnen; es bildet die stoffliche Basis, aus der sich die beiden unterschiedlichen „Pulse“ der Hymnen (Trotz vs. Hingabe) entwickelt haben.

Warum ordnet die Autorin Prometheus und Ganymed als komplementär ein?

Die Arbeit argumentiert, dass beide Hymnen die notwendigen zwei Seiten einer „Doppelbewegung“ des Menschen abbilden: Einerseits die notwendige Abgrenzung und Selbstbehauptung (Verselbstung), andererseits das Einswerden mit der göttlichen Natur (Entselbstigung).

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Details

Title
Verselbstung und Entselbstigung? Ein Vergleich von Goethes Genie-Hymnen "Prometheus" und "Ganymed"
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (Institut für Germanistik)
Course
Goethes Lyrik
Grade
1,3
Author
Eva Ortegel (Author)
Publication Year
2006
Pages
45
Catalog Number
V112035
ISBN (eBook)
9783640105038
Language
German
Tags
Verselbstung Entselbstigung Vergleich Goethes Genie-Hymnen Prometheus Ganymed Goethes Lyrik Thema Prometheus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Ortegel (Author), 2006, Verselbstung und Entselbstigung? Ein Vergleich von Goethes Genie-Hymnen "Prometheus" und "Ganymed", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112035
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