Schreib- aber auch Lesekompetenz sind in der heutigen Informationsgesellschaft zu unverzichtbaren Schlüsselqualifikationen geworden. Diese Kompetenzen zählen zu den zentralen Fähigkeiten, die die Schulausbildung den Kindern und Jugendlichen vermitteln muss.
Diese Arbeit versucht die Frage zu klären, inwieweit kreative Schreibmethoden das Schreiben bei Schülerinnen und Schülern fördern können. Im ersten Kaptitel wird zunächst das »Schreiben« an sich näher erläutert. In diesem Zusammenhang wird zuerst der Begriff der Schreibkompetenz eingehender beleuchtet. Im weiteren Verlauf wird ein Blick auf die Schreibent¬wicklung der Kinder und Jugendlichen geworfen. Im Hinblick auf die Schreibentwicklung bilden einerseits das Entwicklungsmodell von Becker-Mrotzek und andererseits das Stufenmodell von Bereiter den Ausgangspunkt dieser Betrachtung. Infolgedessen wird der Schreibprozess definiert und das Schreibprozess-Modell von Hayes und Flower dargestellt.
Im zweiten Kapitel werden das kreative Schreiben sowie dessen Methoden erläutert. Zunächst wird der Begriff des kreativen Schreibens definiert, indem erst einmal der Terminus »Kreativität« näher betrachtet wird. Infolgedessen wird das kreative Schreiben als solches charakterisiert. Im darauffolgenden Unterkapitel werden, in Anlehnung an Böttcher, die sechs Methodengruppen des kreativen Schreibens dargestellt. Zu jeder dieser sechs Gruppen wird je ein exemplarisches Beispiel gegeben. Im Folgenden wird eine der sechs Methodengruppen, das Schreiben zu und nach (literarischen) Texten, anhand eines Stundenentwurfs in die Praxis übertragen. Der Stundenentwurf ist eine 8. Klasse eines Gymnasiums entworfen und beschäftigt sich mit der kreativen Bearbeitung einer ausgewählten Textstelle des Dramas »Der Besuch der alten Dame« von Friedrich Dürrenmatt. Die in der Unterrichtsstunde angewendete Methode wird in der entsprechenden Methodengruppe näher erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Was ist »Schreiben«?
2.1 Schreibkompetenz
2.2 Schreibentwicklung
2.3 Schreibprozess
3 Kreatives Schreiben
3.1 Was versteht man unter kreativeem Schreiben?
3.2 Methoden des kreativen Schreibens
3.3 Kreatives Schreiben im Unterricht
4 Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwiefern kreative Schreibmethoden die Schreibfähigkeit von Schülerinnen und Schülern fördern können, indem sie Schreibanlässe variieren, Blockaden abbauen und den Schreibprozess als Problemlöseprozess bewusst machen.
- Grundlagen der Schreibkompetenz und Schreibentwicklung
- Definition und Prinzipien des kreativen Schreibens
- Kreative Schreibmethoden und ihre Anwendung im Unterricht
- Prozessorientierung beim Schreiben durch kreative Ansätze
- Praxisbeispiel: Tagebucheintrag zu Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame"
Auszug aus dem Buch
3.1 Was versteht man unter kreativem Schreiben?
Auf der Basis der Definitionen von Schreibkompetenz, Schreibentwicklung und Schreibprozess wird nun eine besondere Form des allgemeinen Schreibens, das kreative Schreiben, thematisiert. Das kreative Schreiben ist in den letzten Jahren zu einer festen Komponente in der Schreibdidaktik und zu einem integrativen Bestandteil des Deutschcurriculums geworden. Aber was versteht man unter kreativem Schreiben und was fördert kreatives Schreiben bei den Schülerinnen und Schülern?
Der Begriff »Kreativität« lässt sich etymologisch betrachtet auf die lateinischen Worte »creator« (Schöpfer) und »creatura« (Schöpfung) zurückführen. Nach dem heutigen Verständnis besteht allerdings ein enger Zusammenhang zu dem englischen Begriff »creativity«, womit die Fähigkeit gemeint ist, Neues zu schaffen. Im Allgemeinen wird unter Kreativität die Eigenschaft verstanden, neues Denken, Empfinden oder Handeln zu entwickeln, also Transformationen einzuleiten und aus Altem etwas Neues zu machen. Das Merkmal »neu« kann sich dabei sowohl auf ein Produkt, das neuartig ist als auch auf einen neuartigen Weg oder Prozess, der zu einem neuen oder bekannten Produkt führt, beziehen, darüber hinaus aber auch darauf etwas auf neue Weise zu erkennen oder wahrzunehmen und in neuen Bahnen zu denken. »Neu« heißt in diesem Zusammenhang nicht, dass es für die gesamte Menschheit neu sein muss, sondern lediglich für das kreative Individuum.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung von Schreib- und Lesekompetenz als Schlüsselqualifikationen dar und umreißt das Ziel der Arbeit, die förderliche Wirkung kreativer Schreibmethoden zu untersuchen.
2 Was ist »Schreiben«?: Dieses Kapitel beleuchtet theoretische Grundlagen, darunter Schreibkompetenz als Problemlöseprozess, Modelle der Schreibentwicklung sowie den Schreibprozess selbst.
3 Kreatives Schreiben: Der Abschnitt definiert kreatives Schreiben, stellt diverse Methoden vor und veranschaulicht deren Einsatz im Unterricht anhand eines konkreten Praxisbeispiels.
4 Resümee: Das Fazit fasst zusammen, dass die Integration kreativer Methoden in den Unterricht den Schreibprozess bereichert, Motivation steigert und die Schreibentwicklung nachhaltig fördert.
Schlüsselwörter
Schreibkompetenz, Schreibentwicklung, Schreibprozess, Kreatives Schreiben, Kreativität, Schreibdidaktik, Problemlöseprozess, Schreibanlässe, Methoden, Schreibhemmungen, Schreibförderung, Unterricht, Deutschunterricht, Textproduktion, Schüler
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Potenzial kreativer Schreibmethoden, die Schreibfähigkeit von Schülerinnen und Schülern zu verbessern und Schreibblockaden entgegenzuwirken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der theoretischen Fundierung der Schreibkompetenz, den Modellen der Schreibentwicklung und der praktischen Anwendung kreativer Schreibmethoden im Deutschunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu klären, inwieweit kreative Schreibmethoden den Schreibprozess unterstützen und die Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung ihrer Schreibfähigkeiten fördern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachdidaktischer Literatur und Modelle sowie der Darstellung eines praxisorientierten Unterrichtsentwurfs.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Schreiben, die Charakterisierung des kreativen Schreibens, die Vorstellung konkreter Methoden und die Anwendung dieser an einem Unterrichtsbeispiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Schreibkompetenz, Schreibprozess, kreatives Schreiben, Schreibförderung und fachdidaktische Methoden.
Warum ist das "Schreiben als Problemlöseprozess" so wichtig in dieser Arbeit?
Diese Perspektive ist zentral, da sie den Schreibprozess nicht als statisches Produkt, sondern als dynamische, steuerbare Tätigkeit begreift, die planbar und somit lernbar ist.
Welche Rolle spielt das Praxisbeispiel zu "Der Besuch der alten Dame"?
Es dient als konkrete Demonstration, wie kreative Schreibmethoden (hier: Tagebucheintrag) genutzt werden können, um das Verständnis für literarische Figuren und Situationen im Unterricht zu vertiefen.
- Citation du texte
- Britta Wertenbruch (Auteur), 2007, Kreatives Schreiben als Förderung der Schreibfähigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112081