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Collective Memory

Trennung von Politik und kollektivem Gedenken an den Vietnamkrieg in der amerikanischen Gesellschaft - ein unmögliches Vorhaben?

Title: Collective Memory

Essay , 2005 , 10 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Simone Schubert (Author)

Politics - General and Theories of International Politics
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„The memorial will make no political statement regarding the war or its conduct. It will transcend those issues. The hope is that the creation of the memorial will begin a healing process, a reconcilia-tion of the grievous divisions wrought by the war.” (www.vva.org)
Diese Vorgaben – keine politische Haltung des Mahnmals und zudem Auslösung eines Heilungsprozesses – gingen der Design-Ausschreibung des Vietnam Veterans Memorial in Washington voraus. Es sollte also auf Wunsch der amerikanischen Vietnamkriegsveteranen, die es initiierten, ein Mahnmal werden, das unpolitisches Gedenken ermöglichen sollte, mit dem Ziel, die Teilung der Gesellschaft als Folge des Vietnamkrieges zu überwinden. Unpolitische Erinnerung also an einen Krieg, der sowohl auf sozialer als auch politischer Ebene trauma-tische Auswirkungen hatte. Es drängt sich die Frage auf, ob dieses Vorhaben überhaupt realisiert werden konnte. War diese Vorgabe nicht stattdessen von Anfang an zum Scheitern verurteilt? War Politik nicht ständig eingeflochten in die kollektive Erinnerung der amerikanischen Gesellschaft an den Vietnamkrieg, sowohl in Verbindung mit dem Mahnmal, als auch auf allgemeiner Gesellschaftsebene?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

3. Analyse des Vietnam Veterans Memorial

4. Wechselwirkung von kollektivem Gedächtnis und Politik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Spannungsfelder zwischen politischer Einflussnahme und kollektivem Gedenken am Beispiel des Vietnam Veterans Memorial in den USA. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob eine Trennung von unpolitischem Gedenken und politischer Vereinnahmung bei nationalen Erinnerungsprozessen überhaupt möglich ist.

  • Kollektives Gedächtnis und soziale Bedingtheit von Erinnerung
  • Die Rolle von Politik und Medien bei der Formung nationaler Gedenkprozesse
  • Kontroversen um das Vietnam Veterans Memorial in Washington
  • Instrumentalisierung von Erinnerung in aktuellen politischen Konflikten

Auszug aus dem Buch

Die Herausforderung eines unpolitischen Mahnmals

Diese Vorgaben – keine politische Haltung des Mahnmals und zudem Auslösung eines Heilungsprozesses – gingen der Design-Ausschreibung des Vietnam Veterans Memorial in Washington voraus. Es sollte also auf Wunsch der amerikanischen Vietnamkriegsveteranen, die es initiierten, ein Mahnmal werden, das unpolitisches Gedenken ermöglichen sollte, mit dem Ziel, die Teilung der Gesellschaft als Folge des Vietnamkrieges zu überwinden. Unpolitische Erinnerung also an einen Krieg, der sowohl auf sozialer als auch politischer Ebene traumatische Auswirkungen hatte. Es drängt sich die Frage auf, ob dieses Vorhaben überhaupt realisiert werden konnte. War diese Vorgabe nicht stattdessen von Anfang an zum Scheitern verurteilt? War Politik nicht ständig eingeflochten in die kollektive Erinnerung der amerikanischen Gesellschaft an den Vietnamkrieg, sowohl in Verbindung mit dem Mahnmal, als auch auf allgemeiner Gesellschaftsebene?

Kollektives Gedächtnis, hier also die Erinnerung der Amerikaner an den Vietnamkrieg, ist trotz dieser Bezeichnung im Grunde immer das Gedächtnis von Individuen, nicht das des Kollektivs. Denn eine Gruppe selbst kann kein Gedächtnis in diesem Sinne haben, es bedarf immer einzelner Menschen, die sich erinnern und damit als Träger des kollektiven Gedächtnisses fungieren (vgl. Halbwachs 1967: 31f.). Gemeinsame Erinnerungen in einer sozialen Gruppe, die durch das Kommunizieren der Mitglieder untereinander immer wach gerufen und am Leben erhalten werden – das verstehen wir unter kollektivem Gedächtnis. Kollektives Gedächtnis ist also immer sozial bedingt (vgl. Jan Assmann 2005: 35f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Zielsetzung ein, ein "unpolitisches" Mahnmal für den traumatischen Vietnamkrieg zu schaffen, um gesellschaftliche Gräben zu überwinden.

2. Theoretischer Rahmen: Dieses Kapitel erläutert die soziologischen Grundlagen des kollektiven Gedächtnisses nach Halbwachs und Assmann und betont die Rolle von Individuen als Träger von Erinnerung.

3. Analyse des Vietnam Veterans Memorial: Der Abschnitt diskutiert die Kontroversen um Maya Lins Design, die politische Bedeutung der Ästhetik des Mahnmals und die bewusste Ausklammerung bestimmter Gruppen zugunsten eines nationalen Konsenses.

4. Wechselwirkung von kollektivem Gedächtnis und Politik: Hier wird aufgezeigt, wie Politik und Medien Erinnerungen manipulieren, um aktuelle militärische Ziele zu legitimieren, wie am Beispiel des Golfkriegs 1990/91 dargelegt.

5. Fazit: Die Schlussbetrachtung stellt fest, dass ein nationales Mahnmal aufgrund seiner öffentlichen Rolle niemals vollständig "unpolitisch" sein kann, aber dennoch einen Raum für individuelles, persönliches Gedenken bietet.

Schlüsselwörter

Kollektives Gedächtnis, Vietnamkrieg, Vietnam Veterans Memorial, USA, Gedenkkultur, Politik, Medien, Manipulation, Erinnerungsarbeit, Nationale Identität, Maya Lin, Traumata, Kriegsberichterstattung, Sozialgeschichte, Konsensbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die spannungsreiche Beziehung zwischen dem Wunsch nach unpolitischem Gedenken und der unvermeidlichen politischen Vereinnahmung nationaler Erinnerungsorte am Beispiel des Vietnam Veterans Memorial.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Fundierung des kollektiven Gedächtnisses, die Analyse von Gedenkkultur in den USA sowie die manipulative Rolle von Politik und Medien bei der Konstruktion historischer Narrative.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob es möglich ist, ein Mahnmal von politischer Instrumentalisierung freizuhalten, wenn es eine national traumatische Erfahrung wie den Vietnamkrieg repräsentiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die soziologische Konzepte des kollektiven Gedächtnisses auf Fallbeispiele der amerikanischen Zeitgeschichte anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungsgeschichte des Vietnam Veterans Memorial, die öffentliche Debatte um seine Gestaltung, die wissenschaftliche Aufarbeitung von "Erinnerungsmanipulation" sowie den Einfluss von Kriegen wie dem Irak- oder Golfkrieg auf die Wahrnehmung des Vietnam-Traumas.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem kollektives Gedächtnis, Vietnam-Syndrom, politische Instrumentalisierung, Gedenkkultur und traumatische Erinnerung.

Warum wurde das Mahnmal als unpolitisch geplant?

Die Veteranen initiierten das Projekt mit dem Ziel, die gesellschaftliche Spaltung zu überwinden, die der Krieg verursacht hatte; das Mahnmal sollte daher die Opfer ehren, ohne eine explizite politische Stellungnahme zum Krieg selbst abzugeben.

Welche Rolle spielt die "Spiegelung" am Mahnmal?

Die Lage zwischen dem Lincoln Memorial und dem Washington Monument lässt letzteres in den Granitwänden des Mahnmals spiegeln, was eine künstlerische Verflechtung von rühmlichen und unrühmlichen Momenten der US-Geschichte symbolisiert.

Warum wird im Text von einer Manipulation des Gedächtnisses gesprochen?

Der Text belegt, dass Medien und Politik Erinnerungen an den Vietnamkrieg nachträglich so verzerrten (z.B. durch die Darstellung von Friedensaktivisten als truppenfeindlich), dass sie zur Legitimation neuer militärischer Interventionen beitrugen.

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Details

Title
Collective Memory
Subtitle
Trennung von Politik und kollektivem Gedenken an den Vietnamkrieg in der amerikanischen Gesellschaft - ein unmögliches Vorhaben?
College
University of Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
"Cognitive Maps” und “Collective Memory”
Grade
2,0
Author
Simone Schubert (Author)
Publication Year
2005
Pages
10
Catalog Number
V112247
ISBN (eBook)
9783640110650
ISBN (Book)
9783640110698
Language
German
Tags
Collective Memory Cognitive Maps” Memory”
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Schubert (Author), 2005, Collective Memory, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112247
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