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Die Erzeugung von Lokalität in einer globalen Welt

Global Cultural Flows (Appadurai) und Habitus (Bourdieu)

Title: Die Erzeugung von Lokalität in einer globalen Welt

Seminar Paper , 2007 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: BA Michael Kempmann (Author)

Cultural Studies - Basics and Definitions
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Globalisierung ist überall. Alle reden davon. Die Medien sind voller Berichte über Globalisierungsfolgen.
Ob Süßigkeitenregal, die Mecklenburg-Vorpommern’sche Provinz oder der Vatikan, der Diskurs der Globalisierung schreibt sich in alle Bereiche ein und hat auch konkrete Auswirkungen:
Die Bevölkerungsstruktur ändert sich, weil Menschen in der globalisierten Welt gezwungener Maßen oder freiwillig wandern. Entweder zieht es sie in andere Räume, weil diese attraktiver erscheinen (vielleicht gibt es mehr Geld für gleiche Leistung oder es gibt überhaupt etwas zu tun), oder ihr ursprünglicher Raum ist unbewohnbar geworden (sei es wegen kriegerischer Handlungen, ethnischer Auseinandersetzungen oder Umwelteinflüssen).
Wie Globalisierung mittlerweile in politischen Kreisen diskutiert wird, zeigt der Anfang der Berliner Rede des deutschen Bundespräsidenten Horst Köhler am 1. Oktober 2007:
„Hier in Berlin prangt auf einigen Stadtbussen die Werbung: ‚Incredible India - nur sieben Stunden entfernt’. In Wahrheit liegt Indien natürlich viel näher, denn die sieben Stunden sind ja nur die Flugzeit für Reisende. In Wahrheit ist uns Indien längst so nah wie die meisten anderen Länder: bloß einen Mausklick entfernt, eine Tastenfolge auf dem Telefon, eine E-Mail von Kontinent zu Kontinent. Im 21. Jahrhundert sind fast alle Nationen füreinander Nachbarn geworden. Sie werden verbunden durch rasch wachsende Ströme von Menschen, Wissen, Bildern, Waren und Geld.“
(Bundespräsident Horst Köhler)
Um einen differenzierten Blick auf Globalisierung bzw. die Auswirkungen der Prozesse der Globalisierung auf das Lokale zu erhalten, wird diese Arbeit versuchen, Globalisierung zunächst zu definieren ohne auf die umfangreiche Diskursgeschichte des Begriffs tiefer einzugehen. Im Anschluss wird das Modell der Global Cultural Flows des Globalisierungstheoretikers Arjun Appadurai ausgebreitet.
Mit dem bereits durch die weitreichende Definition vorbereiteten Zusammenhang zwischen Globalen und Lokalen in der globalisierten Welt untersucht diese Arbeit die Produktion von Lokalität unter den von Appadurai beschriebenen Bedingungen der globalisierten Welt.
Im Anschluss daran soll untersucht werden, inwieweit ein Zusammenhang zwischen dem Habitus, wie er durch den französischen Soziologen Pierre Bourdieu beschrieben wurde, herstellbar ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Global-lokal – Lokal-global: Herausforderungen in einer globalisierten Welt

2. Globalisierung - Glokalisierung

3. Global Cultural Flows

4. „The production of Locality“ – die Erzeugung von Lokalität in einer deterritorialisierten globalisierten Welt

4.1. Global Production of Locality

4.1.1. Nationalstaatliche Kontrolle der Nachbarschaften

4.1.2. Auseinanderbrechen von spatialem und sozialem Raum

4.1.3. Virtuelle Nachbarschaften durch elektronische Medien

4.2. Kontexte im Fluss der Landschaften

5. Habitus – sozialisierter und sozialisierender Körper „Ich bin in der Welt enthalten, aber die Welt ist auch in mir enthalten“

6. Habitus und Globalisierung: Zusammenhänge, Widersprüche, Folgen, Fragen

7. Nachtrag zum ersten Teil: Globalisierung einer Krise – Wie sich die Dimensionen der Globalisierung äußern können Beispiel: Birma

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Wechselverhältnis zwischen den globalen Strömungen nach dem Modell von Arjun Appadurai und der habituellen Verankerung sozialer Praxis nach Pierre Bourdieu, um zu klären, wie in einer zunehmend deterritorialisierten Welt Lokalität erzeugt wird und welche Rolle der Habitus dabei spielt.

  • Analyse der Global Cultural Flows nach Appadurai
  • Untersuchung der Produktion von Lokalität in globalisierten Räumen
  • Verbindung von Bourdieu's Habitus-Konzept mit globalen Veränderungsprozessen
  • Betrachtung von virtuellen Nachbarschaften und deren Einfluss auf lokale Kontexte
  • Fallbeispiel zur Veranschaulichung der Wirkungsweise globaler Strömungen (Birma)

Auszug aus dem Buch

4. „The production of Locality“ – die Erzeugung von Lokalität in einer deterritorialisierten globalisierten Welt

Um der Argumentation von Appadurai zu folgen erscheint es zunächst erforderlich den Begriff Lokalität, wie Appadurai ihn benutzt zu definieren:

Für Appadurai ist Lokalität nicht skalar oder geographisch-räumlich, sondern relational und kontextual (vgl. Appadurai: 178, 14f.) definiert. Weiterhin ist Lokalität für Appadurai „a complex phenomenological quality, constituted by a series of links between the sense of social immediacy, the technologies of interactivity, and the relativity of contexts. This phenomenological quality, which expresses itself in certain kinds of agency, sociality and reproducibility, is the main predicate of locality as a category […]“. (Appadurai: 178, 14ff.)

Im Gegensatz dazu bezeichnet Appadurai “the actually existing social forms in which locality, as a dimension or value, is variably realized” (Appadurai: 179, 1ff.) als Neighborhoods, was im Rahmen dieser Arbeit als Nachbarschaften übersetzt werden soll. Genauer meint er mit Nachbarschaften “situated communities characterized by their actuality, whether spatial or virtual, and their potential for social reproduction” (Appadurai: 179, 2ff.) bzw. „life-worlds constituted by relatively stable associations, by relatively known and shared histories, and by collectively traversed and legible spaces and places“ (Appadurai: 191, 3ff.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Global-lokal – Lokal-global: Herausforderungen in einer globalisierten Welt: Dieses Kapitel führt in die aktuelle Globalisierungsdiskussion ein und beschreibt, wie mediale und ökonomische Globalisierungsprozesse konkrete Auswirkungen auf die Lebenswelt und die Bevölkerungsstruktur haben.

2. Globalisierung - Glokalisierung: Hier werden soziologische Definitionen von Globalisierung (u.a. Giddens, Beck) erörtert und das Konzept der Glokalisierung eingeführt, um den Zusammenhang von globaler Dynamik und lokalen Ausprägungen zu verstehen.

3. Global Cultural Flows: Das Kapitel erläutert Arjun Appadurais Modell der fünf kulturellen Dimensionen (ethnoscapes, technoscapes, financescapes, mediascapes, ideoscapes), die als fließende, perspektivische Konstrukte die globale Kultur prägen.

4. „The production of Locality“ – die Erzeugung von Lokalität in einer deterritorialisierten globalisierten Welt: Es wird analysiert, wie trotz globaler Strömungen lokal verortete Gemeinschaften (Nachbarschaften) als Orte der sozialen Reproduktion entstehen und wie diese durch nationale und globale Kräfte beeinflusst werden.

5. Habitus – sozialisierter und sozialisierender Körper „Ich bin in der Welt enthalten, aber die Welt ist auch in mir enthalten“: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen des Habitus-Konzepts nach Pierre Bourdieu dar und erklärt, wie soziale Strukturen in den Körper inkorporiert werden.

6. Habitus und Globalisierung: Zusammenhänge, Widersprüche, Folgen, Fragen: Hier werden die Ansätze von Appadurai und Bourdieu zusammengeführt, um zu prüfen, ob die Konzepte kompatibel sind und wie der Habitus in einer globalisierten Welt mit veränderten Kontexten umgeht.

7. Nachtrag zum ersten Teil: Globalisierung einer Krise – Wie sich die Dimensionen der Globalisierung äußern können Beispiel: Birma: Anhand des Falls der politischen Krise in Birma wird praktisch verdeutlicht, wie Informationen und Bilder durch mediale und diasporische Strömungen trotz staatlicher Repression globale Resonanz erzeugen.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Glokalisierung, Global Cultural Flows, Lokalität, Nachbarschaften, Habitus, Pierre Bourdieu, Arjun Appadurai, soziale Praxis, Feldbegriff, Transnationalität, Medienscapes, Imagination, deterritorialisierte Welt, soziale Reproduktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen globalen kulturellen Strömungen und der lokalen Erzeugung von Lebenswelten unter Berücksichtigung soziologischer Theorien.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Globalisierungstheorie nach Appadurai, die Habitus-Theorie von Bourdieu sowie die Produktion von Lokalität in modernen Gesellschaften.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt danach, ob und wie das Konzept der durch Imagination angetriebenen Kultur mit dem Habitus-Konzept von Bourdieu kompatibel ist, um die Produktion von Lokalität in einer globalisierten Welt zu erklären.

Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?

Es wird eine kulturwissenschaftliche und soziologische Analyse durchgeführt, basierend auf den theoretischen Modellen von Arjun Appadurai (Global Cultural Flows) und Pierre Bourdieu (Habitus und Feld).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Ausarbeitung der Konzepte von Appadurai und Bourdieu sowie deren kritische Verknüpfung und Anwendung auf aktuelle Phänomene.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Globalisierung und Habitus sind Begriffe wie Lokalität, Nachbarschaften, soziale Praxis und deterritorialisierte Welt zentral für das Verständnis der Argumentation.

Welche Rolle spielen elektronische Medien in der Analyse?

Medien werden als treibende Kraft hinter virtuellen Nachbarschaften und als Mittel zur Distribution von Bildern und Informationen beschrieben, die globale Einflüsse in lokale Kontexte transportieren.

Wie trägt das Fallbeispiel Birma zur Argumentation bei?

Das Beispiel illustriert praktisch, wie trotz staatlicher Zensur Bilder und Nachrichten durch mediale Strömungen und diasporische Aktivitäten Grenzen überschreiten und so als globale Auslöser für lokales Handeln wirken können.

Kann der Habitus in einer globalisierten Welt als statisch betrachtet werden?

Nein, die Arbeit argumentiert, dass der Habitus als offenes Dispositionssystem durch die Konfrontation mit globalen Strömungen und neuen Feldern kontinuierlich in Bewegung ist und angepasst wird.

Was bedeutet das „Dilemma der Nachbarschaften“?

Es beschreibt den Widerspruch, dass Nachbarschaften als verortete Einheiten einerseits Kontext benötigen, um zu existieren, andererseits aber in einer globalisierten Welt zunehmend durch Kontexte von außen erzeugt werden, was ihre eigene produktive Fähigkeit untergräbt.

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Details

Title
Die Erzeugung von Lokalität in einer globalen Welt
Subtitle
Global Cultural Flows (Appadurai) und Habitus (Bourdieu)
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Institut für Kultur und Medien)
Course
Grundlagen der vergleichenden Medienkulturanalyse
Grade
1,0
Author
BA Michael Kempmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
31
Catalog Number
V112256
ISBN (eBook)
9783640110773
ISBN (Book)
9783640110834
Language
German
Tags
Erzeugung Lokalität Welt Grundlagen Medienkulturanalyse Globalisierung Appadurai Glokalisierung ethnologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
BA Michael Kempmann (Author), 2007, Die Erzeugung von Lokalität in einer globalen Welt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112256
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