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Vergemeinschaftung Jugendlicher - Ein Leben in Szenen

Title: Vergemeinschaftung Jugendlicher - Ein Leben in Szenen

Seminar Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Katharina Kurzmann (Author)

Sociology - Children and Youth
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In dieser Arbeit, die im Rahmen der Übung „Jugend und Gewalt“ angefertigt wurde, steht die Vergemeinschaftung Jugendlicher im Vordergrund.
Zu Beginn soll die Entwicklung von Szenen unter historischen Gesichtspunkten auf¬gezeigt werden und so auch dargestellt werden wie Szenen sich konstruieren und in wie weit sich Gruppengefüge im letzten Jahrhundert gewandelt haben. Anschließend folgt in Kapitel 3. eine Einteilung in Szene-Typen, wie sie Hitzler für möglich und hilfreich hält. Drei Szenen, die auch heute „aktuell“ sind, werden in Kapitel 4 beleuchtet. Diese drei Szenen stehen stellvertretend für die Vielfältigkeit jugendlicher Vergemeinschaftung. Der letzte Punkt dieses Kapitels (4.4) wird der Untersuchung gewidmet ob solch unterschiedliche Szenen trotzdem Gemeinsamkeiten aufweisen können oder, ob die Unterschiede so gravierend sind, dass eine allgemeingültige Aussage über verschiedene Szenen schwer möglich ist. In Kapitel 5 geht es abschließend um die Hintergründe und Entstehung jugendlicher Vergemeinschaftung. Da sich dabei viel über die geschichtlichen Zusammenhänge erklären lässt, sollen nur die prägnantesten Gründe aufgezeigt werden um das Thema „Leben in Szenen“ umfassend darzustellen. Szenen Jugendlicher sind ein Phänomen dessen Ursprünge am Beginn des letzten Jahrhun¬derts zu suchen sind. Wie dieses Phänomen entstanden ist und durch welche Prozesse die Neuerung ausgelöst wurde, soll allerdings erst Thema in Kapitel 5. sein, denn hier sollen allein die Gruppierungen der Jugendlichen im historischen Kontext, am Beispiel Deutschlands, aufgezeigt werden. Ende des 19. Jahrhunderts gab es bereits für bestimmte Gruppen von Menschen Bezeichnungen. So finden sich die ersten „Halbstarken“ und „Briten“ bereits in dieser Zeit, die sich vor allem in der Arbeiterklasse bildeten, Bleicher- und Schiffsbauknechte und häufig kriminell waren. Die Begriffe fungierten als Abwertung und dienten als Ausdruck von Missbilligung. Allerdings entsprachen diese „Banden“ wenig den heutigen Szenen, denn eine Selbstbeschreibung und Selbstwahrnehmung als „Halbstarke“ oder „Briten“ der beteiligten Jugendlichen gab es noch nicht. Sie wurden vielmehr von „außen“ unter diesem Begriff subsumiert (vgl. Simon 1996, S.74ff). 1912 sieht der Hamburger Pastor Clemens Schulz, der ei¬ner der Begründer der organisierten Jugendhilfe war, die Jugendlichen so:

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Geschichte der Jugendszenen ab 1900

4. Szene -Typen

4. Ausgewählte Szenen

4.1 Antifa

4.2 Punk

4.3 Cosplay

4.4 Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Szenen

5. Erklärungsansatz zur Entstehung jugendlicher Vergemeinschaftung

6. Resümee

7. Literaturnachweis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Phänomene jugendlicher Vergemeinschaftung im historischen Wandel und analysiert, wie sich Jugendliche durch die Zugehörigkeit zu verschiedenen Szenen definieren und strukturieren. Ziel ist es, durch die Betrachtung ausgewählter Szenetypen zu verstehen, welche Motivationsgründe und sozialen Bedingungen die Entstehung solcher kulturellen Netzwerke fördern.

  • Historische Entwicklung jugendlicher Szenen seit 1900
  • Differenzierung und Typologisierung moderner Jugendszenen
  • Vergleichende Analyse von Antifa-, Punk- und Cosplay-Szenen
  • Soziologische Erklärungsansätze für Vergemeinschaftungsprozesse
  • Einfluss von Individualisierung und gesellschaftlichem Wandel

Auszug aus dem Buch

4.2 Punk

Der Begriff „Punk“ stammt ursprünglich aus dem Angloamerikanischen und hatte immer eine abschätzige Bedeutung, denn wer als Punk bezeichnet wurde, galt als „das Allerletzte“ (z.B. Prostituierte, Nichtsesshafte und Kleinkriminelle). Die Vorläufer finden sich in den USA und dort vor allem in der New Yorker Szenelandschaft (z.B. Ramones), doch eine massenmediale Aufmerksamkeit erreichte der Punk erst 1976 mit den Londoner Sex Pistols. Erste Bands in der BRD gab es bereits 1977, eine gefestigte Szene entstand jedoch erst in den folgenden Jahren. Die Basis dieser Szene bildet dementsprechend die Musik, die seit den 1980er Jahren Wegbereiter für viele verschiedene musikalische und damit verbunden auch inhaltlichen Ausdifferenzierungen, wie z.B. Streetpunk und Hardcore, seit Beginn der 1990er Jahre dann Grunge, Melody-Core, Pop-Punk und Punk'n'Roll, war (vgl. Kuttner 2007).

In Deutschland löste der Mauerfall eine gesteigerte Nachfrage nach den Veröffentlichungen deutschsprachiger Punk-Bands aus (vor allem von ostdeutschen Punks, die nun nicht mehr durch staatssicherheitliche Restriktionen am Kauf von ‚West-Produkten' gehindert waren), was auch dazu führte, dass die Punk-Szene wieder mehr Zulauf bekam. Mittlerweile belaufen sich die Schätzungen der Szeneanhänger auf Zahlen im fünfstelligen Bereich. Das Alter der Mitglieder liegt hauptsächlich zwischen 14 und 40 Jahren und es leben deutlich mehr Männer in dieser Szene, obwohl Punks generell sehr für Gleichberechtigung plädieren und gerne Frauen in ihrer Szene haben. Innerhalb der Szene verläuft ein Graben zwischen „Do-It-Yourself“-Punks, die Bands gründen, Fanzines gestalten etc., und solchen, die auf der Straße leben und Geld „schnorren“. Durch diese Ausdifferenzierungen gibt es mittlerweile viele Subszenen und es herrscht kein Konsens darüber, ob Punk nun politisch oder unpolitisch ist. Differenzen bestehen also vor allem im politischen Engagement, denn darüber, dass Punk ein Ausdruck von Protest und Frustration gegenüber der Gesellschaft ist, besteht Einigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der jugendlichen Vergemeinschaftung ein und skizziert das methodische Vorgehen sowie den Aufbau der Arbeit.

2. Zur Geschichte der Jugendszenen ab 1900: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Genese jugendlicher Gruppierungen in Deutschland, von den „Halbstarken“ bis hin zu den Cliquen der Nachkriegszeit.

4. Szene -Typen: Hier erfolgt eine theoretische Einordnung von Szenen basierend auf Hitzlers Modell, um die Vielfalt der Szenelandschaft besser greifbar zu machen.

4. Ausgewählte Szenen: Dieser Abschnitt dient der praktischen Untersuchung, indem die Antifa-Szene, die Punk-Szene und die Cosplay-Szene detailliert vorgestellt und miteinander verglichen werden.

5. Erklärungsansatz zur Entstehung jugendlicher Vergemeinschaftung: Das Kapitel verknüpft die empirischen Befunde mit soziologischen Theorien, insbesondere im Hinblick auf Individualisierungsprozesse und den gesellschaftlichen Wandel.

6. Resümee: Hier werden die zentralen Ergebnisse zusammengefasst und ein Ausblick auf die zukünftige Entwicklung und Bedeutung von Jugendszenen gegeben.

7. Literaturnachweis: Dieses Kapitel führt sämtliche verwendeten Quellen und Online-Publikationen auf, die für die Erarbeitung dieser Arbeit herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Jugendliche, Vergemeinschaftung, Szenen, Sozialisation, Individualisierung, Antifa, Punk, Cosplay, Subkultur, Historischer Wandel, Gruppendynamik, Lifestyle, Protest, Gesellschaft, Identität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Untersuchung von Jugendkulturen und der Frage, wie und warum sich Jugendliche heute in sogenannten Szenen organisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung jugendlicher Gruppierungen, die theoretische Kategorisierung von Szenetypen sowie die Analyse spezifischer Ausprägungen wie Antifa, Punk und Cosplay.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Motive hinter der Bildung von Szenen aufzuzeigen und zu verstehen, welche Rolle diese Gemeinschaften für Jugendliche in einer sich wandelnden Gesellschaft spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie die Anwendung soziologischer Typologien, um verschiedene Jugendszenen zu vergleichen und soziologisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden nach einem historischen Abriss drei konkrete Szenen (Antifa, Punk, Cosplay) detailliert porträtiert und deren Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in Bezug auf Motivation, Hierarchie und Lebensstil herausgearbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Schlagworte sind Individualisierung, Jugendszenen, Identitätsstiftung, soziale Netzwerke und der Wandel von Lebensstilen im 20. und 21. Jahrhundert.

Warum wird die Antifa-Szene als schwieriger in Bezug auf den Ein- und Austritt beschrieben?

Im Gegensatz zu offeneren Szenen erfordert die Antifa-Szene ein hohes Maß an ideologischem Bekenntnis und ist durch Geheimhaltungsrituale sowie eine starke Bindung an das Kollektiv geprägt, was den Ausstieg aufgrund des Wissens über interne Strukturen erschwert.

Inwiefern unterscheidet sich die Cosplay-Szene von der Punk- oder Antifa-Szene?

Die Cosplay-Szene wird primär als „Wochenend-Szene“ eingestuft, da sie weniger einen Lebensstil darstellt, der den gesamten Alltag durchdringt, als vielmehr eine zeitlich auf Conventions begrenzte Auslebung spezifischer Interessen.

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Details

Title
Vergemeinschaftung Jugendlicher - Ein Leben in Szenen
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Soziologisches Institut)
Course
Jugend und Gewalt
Grade
1,3
Author
Katharina Kurzmann (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V112312
ISBN (eBook)
9783640115020
ISBN (Book)
9783640116089
Language
German
Tags
Vergemeinschaftung Jugendlicher Leben Szenen Jugend Gewalt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Kurzmann (Author), 2008, Vergemeinschaftung Jugendlicher - Ein Leben in Szenen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112312
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