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Vom Tode des Sachbuchs - Wird Wissen in Zukunft nur noch digital vermittelt?

Titel: Vom Tode des Sachbuchs - Wird Wissen in Zukunft nur noch digital vermittelt?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 22 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Felix Strüning (Autor:in)

Germanistik - Sonstiges
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Wir befinden uns […]in einer Umbruchssituation, die so dramatisch ist, wie es der Übergang vom Manuskript zum Buchdruck war.“
Diese Einschätzung des Medienwissenschaftlers Gundolf S. Freyermuth derzeitiger Digitalisierungsbestrebungen im Wissensvermittlungsmarkt führt uns direkt in ein Thema, das nicht nur Marketingexperten und Verleger interessiert, sondern aufgrund seiner tiefgreifenden und weitreichenden Bedeutung auch von der Sachbuchforschung thematisiert werden sollte. Das Sachbuch – schwer zu definieren und abzugrenzen – dient unter dieser Begrifflichkeit seit etwa einem Jahrhundert dem Wissenserwerb von Laien und Einsteigern in ein Thema. Doch mit der flächendeckenden Einführung schneller Internetzugänge scheinen neue Formen der Wissensdarstellung und -verbreitung zu entstehen, die dem Sachbuch einen großen Teil des Marktes wegnehmen. Müssen wir bereits in einigen Jahren den Tod des gedruckten Sachbuchs beklagen? Werden ausschließlich digitalisierte Inhalte unseren Wissenserwerb bestimmen? Welche Besserungen entstehen uns dadurch, welche Verluste müssen wir beklagen? Was geschieht mit dem klassischen Sachbuchautor? Muss auch er den vom französischen Literaturwissenschaftler Roland Barthes bereits 1968 prognostizierten Tod des Autors zu Gunsten des scripteurs sterben?
Zur Verfolgung jener Fragen soll diese Arbeit zunächst versuchen, sich dem Begriff des Sachbuches zu nähern, um ihn entsprechend gegen andere Buchformen abzugrenzen. Anschließend werden neue Formen des Wissenserwerbes betrachtet und auf ihre Konkurrenzfähigkeit zum Sachbuch hin untersucht. Daraus sollte sich schließlich bestimmen lassen, inwieweit der Sachbuchmarkt von den Folgen der Digitalisierung betroffen ist.
Natürlich kann an dieser Stelle kein vollständiger Überblick über die sehr ausgedehnte Diskussion gegeben werden, aber der Einblick in einige Kernthemen sollte genügen, um wesentliche Entwicklungen richtig einschätzen zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Sachbuch – Versuch einer Definition

2. Wissensvermittlung im 21. Jahrhundert

2.1 Hybridformen und digitalisierte Bücher

2.2 Nachteile des gedruckten Sachbuches – Vorteile digitaler Medien

2.3 Nachteile der Digitalisierung

2.4 Der Tod des Sachbuchautors

Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den Einfluss der zunehmenden Digitalisierung auf den Markt und die Daseinsberechtigung des klassischen, gedruckten Sachbuchs im 21. Jahrhundert, wobei insbesondere die veränderte Rolle des Autors und neue Formen des Wissenserwerbs analysiert werden.

  • Definition und Abgrenzung des Begriffs Sachbuch
  • Auswirkungen der Digitalisierung auf den Wissensmarkt
  • Vergleich zwischen traditionellen Sachbüchern und digitalen Wissensformen
  • Die Rolle von "User Generated Content" und kollektiver Intelligenz (am Beispiel Wikipedia)
  • Die Transformation des Autorenbegriffs im digitalen Zeitalter

Auszug aus dem Buch

2.4 Der Tod des Sachbuchautors

„Die Geburt des Lesers ist zu bezahlen mit dem Tod des Autors.“

Mit diesem Satz beendete der französische Semiotiker Roland Barthes 1968 sein Essay über den Tod des Autors. Sein Ansatz kritisierte die autorbiografische bzw. autorzentrierte Auslegung von belletristischen Texten in der Literaturwissenschaft. Für Barthes war der Autor lediglich ein scripteur, ein Schreiber, der während des Schreibens entstand und nicht mit der Person des Autors identisch ist. Texte wiederum waren lediglich eine multidimensionale Verwebung von Zitaten, von bereits Existierendem. Die entscheidende Rolle kam nun dem Leser zu, der in seiner Tätigkeit das Verwobene entwirrt und vor der Schablone seiner eigenen Erfahrung wahrnimmt.

Barthes‘ Ansatz kann deswegen auf unsere Sachtext-Diskussion übertragen werden, weil wir hier einem ähnlichen Phänomen gegenüberstehen: Der Autor als Quelle und Qualitätsgarant einer Information tritt immer mehr hinter den Inhalt selbiger zurück, am radikalsten wohl in Wikipedia. In der Wissenschaft ist die gemeinsame Abreit an Papieren und Artikeln durchaus gängig, eine wachsende Zahl von Artikeln in manchen naturwissenschaftlichen Bereichen hat über 200 Autoren, den Rekord hält ein Aufsatz mit 1.681 Autoren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Digitalisierung und Aufwerfen der zentralen Fragestellung, ob das gedruckte Sachbuch durch digitale Wissensmedien verdrängt wird.

1. Das Sachbuch – Versuch einer Definition: Annäherung an den schwer definierbaren Begriff des Sachbuchs und Abgrenzung gegenüber anderen Buchformen anhand von Bestsellerlisten und Fachsystematiken.

2. Wissensvermittlung im 21. Jahrhundert: Analyse der veränderten Wissenslandschaft durch Internet, Suchmaschinen und digitale Wissensspeicher.

2.1 Hybridformen und digitalisierte Bücher: Untersuchung von Digitalisierungsprojekten wie Google Books und Microsoft Live Search sowie der Rolle von Bibliotheken.

2.2 Nachteile des gedruckten Sachbuches – Vorteile digitaler Medien: Darstellung der Vorzüge digitaler Formate wie Suchbarkeit, Aktualität, Interaktivität und Kostenvorteile gegenüber dem statischen Buch.

2.3 Nachteile der Digitalisierung: Erörterung der Risiken wie punktueller Wissenserwerb statt Kontextverständnis sowie rechtliche Beschränkungen durch das Urheberrecht.

2.4 Der Tod des Sachbuchautors: Untersuchung der schwindenden Rolle des Autors als Kompetenzsiegel und des Aufstiegs von kollektiven Autorenschaften im Internet.

Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass das gedruckte Sachbuch trotz der Vorteile digitaler Medien nicht unmittelbar verschwinden wird, wenngleich sich der Wissensmarkt langfristig wandelt.

Schlüsselwörter

Sachbuch, Digitalisierung, Wissensvermittlung, Internet, Wikipedia, Autorenrolle, Wissensgesellschaft, Suchmaschinen, Printmedium, Infotainment, Kollektive Intelligenz, Open Source, Fachbuch, Medienwandel, Kulturgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie die fortschreitende Digitalisierung den Wissensmarkt verändert und welche Auswirkungen dies auf die Zukunft des klassischen gedruckten Sachbuchs hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Fokus stehen die Definition des Sachbuchs, der Wandel der Wissensrecherche, der Vergleich zwischen gedruckten und digitalen Medien sowie der Funktionswandel der Autorschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu bestimmen, inwieweit der Sachbuchmarkt von den Folgen der Digitalisierung betroffen ist und ob das gedruckte Buch als Wissensmedium ausgedient hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine medienwissenschaftliche Perspektive und führt eine Literaturanalyse durch, ergänzt durch die Untersuchung aktueller Entwicklungen im Digital- und Buchmarkt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Definitionsphase des Sachbuchs, eine Analyse moderner Wissensvermittlung (inkl. Suchmaschinen und Wikipedia) sowie eine Diskussion über die Gefahren der Digitalisierung und die veränderte Bedeutung des Sachbuchautors.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sachbuch, Digitalisierung, kollektive Intelligenz, Wikipedia, Wissensvermittlung und der Wandel der Autorschaft.

Welche Rolle spielt Wikipedia in der Analyse?

Wikipedia dient als konkretes Fallbeispiel für kollaborative Wissensbildung, die zeigt, wie dezentrale Strukturen klassische redaktionelle Prozesse herausfordern.

Wie bewertet der Autor das Schicksal des Sachbuchs?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das gedruckte Sachbuch zwar unter Druck steht, aber aufgrund seines speziellen Unterhaltungswertes und seiner Funktion für den tieferen Wissenserwerb nicht so schnell verschwinden wird.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vom Tode des Sachbuchs - Wird Wissen in Zukunft nur noch digital vermittelt?
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für deutsche Literatur)
Veranstaltung
Kulturgeschichte in Sachbüchern
Note
1,3
Autor
Felix Strüning (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
22
Katalognummer
V112404
ISBN (eBook)
9783640120048
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tode Sachbuchs Wird Wissen Zukunft Kulturgeschichte Sachbüchern
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Felix Strüning (Autor:in), 2007, Vom Tode des Sachbuchs - Wird Wissen in Zukunft nur noch digital vermittelt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112404
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Leseprobe aus  22  Seiten
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