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Wagenscheins genetisches Lehren im Biologieunterricht

Title: Wagenscheins genetisches Lehren im Biologieunterricht

Seminar Paper , 2008 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Austermann (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Martin Wagenschein (1896-1988) formuliert in seinem Werk Verstehen Lehren (Wagenschein, 1999) ein zentrales Problem der schulischen (Aus)Bildung unserer Zeit:
„Wenn man von ‚stürmischen’ Fortschreiten der modernen Naturwissenschaft spricht, so ist das gewiß nicht übertrieben. Jeder spürt es. Nicht so auffällig wird es, daß dieser Sturm eine entwurzelnde Wirkung haben kann, wo es darum geht, Wissen in Bildung umzusetzen.“ (Wagenschein, 1999, S. 61)
Auch wenn in den einzelnen Forschungsdisziplinen das Wissen förmlich explodiert ist, so haben doch nur wenige Menschen daran Teil. Unter dem Zwang und der Doktrin des Fortschritts gehen immer mehr die Grundlagen verloren, auf denen dieses Wissen erarbeitet wurde. Die Schule steht vor dem Dilemma, aus dem akkumulierten Wissen eine Auswahl treffen zu müssen, die sie den Schülern vermitteln will. Um mit der rasanten Entwicklung der Naturwissenschaft Schritt zu halten, wird oft der Weg gewählt, dass den Schülern neuere Erkenntnisse dargelegt werden, die sie aufnehmen und im günstigsten Fall reproduzieren können. Doch nach Wagenschein ist dieses Wissen oft nutzlos und nicht bildend. Durch hohe Abstraktion werden die behandelten Phänomene von den Schülern nicht mehr als die konkreten Gegenstände aus ihrem täglichen Erleben und der Natur wahrgenommen. Wissenschaft tritt nicht mehr als Lösung von Problemen und als Antwortsuche auf gezielte Fragen in Erscheinung, sondern als Selbstzweck und Anhäufung von Wissen auf Vorrat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1 DER GENETISCHE LEHRGANG NACH WAGENSCHEIN

1.1 Genetisch

1.2 Sokratisch

1.3 Exemplarisch

1.4 Fundamental

1.5 Zusammenfassung

2 ANREGUNGEN FÜR EINEN GENETISCH ORIENTIERTEN LEHRGANG ZUM THEMA EVOLUTION

3 FAZIT

Zielsetzung und Themenbereiche

Die Arbeit untersucht die Relevanz der didaktischen Prinzipien von Martin Wagenschein für den modernen Biologieunterricht, mit dem Ziel, die Problematik der reinen Anhäufung von Faktenwissen durch einen genetischen, sokratisch-exemplarischen Lehrgang zu überwinden und bei Schülern echtes Verständnis sowie Staunen über naturwissenschaftliche Phänomene zu wecken.

  • Kritik an der schulinstitutionalen "Erledigungsmaschinerie" und Wissensanhäufung.
  • Erläuterung der zentralen Begriffe der Wagenscheinschen Didaktik: Genetisch, Sokratisch, Exemplarisch, Fundamental.
  • Analyse der Übertragbarkeit auf den aktuellen Lehrplan und die Praxis des Biologieunterrichts.
  • Konkrete methodische Denkanstöße am Beispiel des komplexen Themas Evolution.
  • Bedeutung der Einwurzelung und emotionalen Involviertheit der Lernenden.

Auszug aus dem Buch

1.2 Sokratisch

Mit dem Begriff „Sokratisch“ verbindet Wagenschein eine Methode der Wissensvermittlung, die auf den griechischen Philosophen Sokrates (469 v.Chr. - 399 v.Chr.) zurückgeht. Gemeint ist damit eine bestimmte Art der Gesprächsführung, die durch gezielte Fragen den Standpunkt des Gegenübers ins Wanken bringt, Scheinwissen entlarvt und zu einem neuen Verständnis führen soll. Der Lehrende tritt dabei als der scheinbar Unwissende auf und bewirkt durch gezielte Fragen, dass eine Erkenntnis von dem Befragten selbst formuliert wird. Der Lehrer tritt also als Geburtshelfer, als Hebamme des Wissens auf. Deshalb wird diese Art der Gesprächsführung auch als Mäeutik bezeichnet. In neueren didaktischen Ansätzen findet man meist den Begriff „fragend-entwickelnde Unterrichtsmethode“, der aber in die gleiche Richtung zielt.

Die sokratische Methode greift schon bei der Exposition des Phänomens zu Beginn des Lehrgangs. „Der Lehrer hat die Aufgabe, solche Fragen in einer Schülergruppe virulent zu machen, ohne sie auszusprechen.“ (Wagenschein, 1999, S. 80f). Aus der Sache heraus - aus der Begegnung mit dem Phänomen heraus - muss bei den Schülern die entscheidende Frage aufgeworfen werden. Nicht der Lehrer formuliert und präsentiert sie, er betätigt sich viel mehr als „Hebamme“. Er lässt den Schülern die nötige Zeit.

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet Wagenscheins Kritik an der modernen Naturwissenschaftsausbildung, die häufig zu abstraktem Faktenwissen führt und die Entfremdung vom eigentlichen Verständnis der Welt begünstigt.

1 DER GENETISCHE LEHRGANG NACH WAGENSCHEIN: Dieses Kapitel definiert die Grundpfeiler von Wagenscheins Didaktik, insbesondere die Verzahnung der genetischen, sokratischen, exemplarischen und fundamentalen Ansätze zur Förderung tieferer Einsichten.

2 ANREGUNGEN FÜR EINEN GENETISCH ORIENTIERTEN LEHRGANG ZUM THEMA EVOLUTION: Hier wird aufgezeigt, wie der abstrakte Lernstoff der Evolution durch die Fokussierung auf "Meisterleistungen" der Natur und echtes Staunen in einen genetischen Lehrgang transformiert werden kann.

3 FAZIT: Das Fazit bestätigt die Wirksamkeit von Wagenscheins Prinzipien für einen nachhaltigen Bildungsprozess in den Naturwissenschaften, mahnt jedoch die institutionellen Grenzen des aktuellen Schulsystems an.

Schlüsselwörter

Martin Wagenschein, genetischer Lehrgang, Biologieunterricht, Bildung, Evolution, sokratische Methode, Exemplarisches Prinzip, Fundamentale Erfahrung, Einwurzelung, Wissenschaftsgeschichte, Staunen, Wissensanhäufung, Fachdidaktik, Erkenntnis, Unterrichtspraxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die didaktischen Konzepte von Martin Wagenschein und überträgt diese auf die Herausforderungen eines zeitgemäßen, bildungsorientierten Biologieunterrichts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen die Kritik an der reinen Wissensanhäufung, die methodische Strukturierung von Unterricht durch genetische Ansätze und die Anwendung auf das Themengebiet Evolution.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den "genetischen Lehrgang" nach Wagenschein als Alternative zur systematisch-darlegenden Wissensvermittlung für den Biologieunterricht zu begründen und praktisch zu veranschaulichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und didaktische Reflexion, um theoretische Konzepte in praktische Handlungsanweisungen für den Biologieunterricht zu übersetzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Begriffe des "Genetischen", "Sokratischen", "Exemplarischen" und "Fundamentalen" expliziert und auf die didaktische Planung zum Thema Evolution angewendet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen genetischer Lehrgang, Wagenschein, Evolution, Bildung, Einwurzelung und exemplarisches Lernen.

Wie lässt sich Wagenscheins Kritik auf den Biologieunterricht anwenden?

Wagenscheins Kritik warnt davor, Biologie nur als Abfolge von Fakten zu lehren; stattdessen soll der Biologieunterricht die lebendige Auseinandersetzung mit der Natur und ihren Phänomenen fördern.

Warum wird Evolution als Beispiel für den genetischen Lehrgang gewählt?

Evolution bietet aufgrund seiner lebensweltlichen Relevanz und der beeindruckenden Komplexität der biologischen Anpassungen ein ideales "Tummelplatz"-Potenzial, um das Staunen und die eigene Fragestellung bei Schülern zu reaktivieren.

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Details

Title
Wagenscheins genetisches Lehren im Biologieunterricht
College
University of Marburg
Grade
1,0
Author
Christian Austermann (Author)
Publication Year
2008
Pages
16
Catalog Number
V112444
ISBN (eBook)
9783640113026
ISBN (Book)
9783640112814
Language
German
Tags
Wagenscheins Lehren Biologieunterricht Evolution
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Austermann (Author), 2008, Wagenscheins genetisches Lehren im Biologieunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112444
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