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Die Anatomie politischer Machtkämpfe im post-stalinistischen Mežducarstvie 1953-1955

Title: Die Anatomie politischer Machtkämpfe im post-stalinistischen Mežducarstvie 1953-1955

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 29 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Markus Müller (Author)

History of Europe - European Postwar Period
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[...]

Die Regeln dieser Kremlinologie schien Nikita S. Chruščev überraschenderweise am Besten zu beherrschen. Die unverteilte Erbschaft Stalins als de facto absolutistischer Machthaber trat er spätestens 1957 mit einem finale fortissimo an, nachdem er sich in drei schwerwiegenden Machtkämpfen zu behaupten wusste.Ebendiese Machtkämpfe – besonders gegen Lavrentij Berija 1953 und Georgii Malenkov 1955 – wird diese Arbeit genauer untersuchen. Zentrale Frage soll dabei sein, mit welchen Mitteln es Nikita S. Chruščev – der innerhalb seines Kollegiums eher als Bauerntölpel denn als potenzieller Totengräber des Stalinkults galt – gelang solch politische Schwergewichte Schachmatt zu setzen und sich an die Spitze des Staates zu manövrieren. Um diese Vorgabe zu erfüllen wird es zunächst nötig sein, sich die politischen und gesellschaftlichen Ausgangspunkte genauer vor Augen zu führen. Denn gerade in den spätstalinistischen Entwicklungen von Politik und Gesellschaft liegen diverse Handlungsimperative verborgen, welche zunächst herausdestilliert werden müssen. Vor diesem Hintergrund soll sich die Arbeit dann direkt in die Situation des Jahres 1953 hineinzoomen, um anschließend das Hauptanliegen aus ihr heraus zu entwickeln. Dieses wird im Wesentlichen die zwei Machtkämpfe Chruščevs gegen Lavrentii Berija und Georgii Malenkov mit all ihren zum Einsatz gekommenen Kampfmitteln detailliert untersuchen, komplettierend, jedoch weniger tiefgründig die Geschehnisse rund um den Vorabend des Chruščevschen Zenits im Jahre 1957 darstellen, um abschließend die herausgefundenen Ergebnisse in einer Schlussfolgerung zusammenzufassen.Unumgänglich anzumerken sei noch die grundsätzlich nicht zufriedenstellende Quellenlage zur post-stalinistischen Sowjetunion. Da die russischen Archive immer noch nicht vollständig geöffnet sind, beschränken sich die Untersuchungen über die UdSSR der 50er Jahre im Wesentlichen auf die Memoiren Nikita Chruščevs und anderer Zeitzeugen, sowie auf vereinzelte Protokolle der ZK-, Präsidiumssitzungen etc. pp. Demzufolge wird man zu einem endgültigen Ergebnis mit definitiven Aussagen darüber was, wie und warum geschehen ist, kaum kommen. Ein Versuch das Dunkel der Kremlpolitik nach dem Tode Stalins mit dem vorhandenen Material zu beleuchten sei aber nichtsdestotrotz versucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausgangspunkte

2.1. Gesellschaftlich

2.2. Politisch

3. Machtkämpfe

3.1. Chrušev gegen Berija

3.2. Chrušev gegen Malenkov

3.3. Chrušev gegen die antiparteiliche Gruppe

4. Resultate

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die politischen Machtkämpfe in der Sowjetunion nach dem Tod Stalins (1953–1955) und analysiert, mit welchen Mitteln Nikita S. Chrušev seine innerparteilichen Konkurrenten ausschaltete und die Macht im Staat konsolidierte. Dabei wird insbesondere der Prozess der Entstalinisierung im Kontext der sowjetischen Herrschaftsstrukturen kritisch hinterfragt.

  • Die Analyse der politischen und gesellschaftlichen Ausgangslage nach 1945
  • Untersuchung der Machtkämpfe zwischen Chrušev, Berija und Malenkov
  • Die Rolle der Geheimrede von 1956 für die innerparteiliche Machtkonstellation
  • Die Mechanismen der Herrschaftssicherung durch den "Chruševismus"
  • Der Einfluss des Parteiapparats als Machtinstrument

Auszug aus dem Buch

3.1. Chrušev gegen Berija

„In sum three leaders – Beria, Malenkov and Khrushchev pursued their own political goals to attain power and presented themselves in various ways after Stalin was gone.“ Dies waren die wesentlichen Charaktere, welche den Machtkampf der folgenden Jahre bestimmen sollten. Vor allem aber Berija schien zunächst das große Erbe anzutreten. Bereits vor Stalins Tod von allen ohne Ausnahme gefürchtet und von Chrušev nach eigenen Angaben bereits am Sterbetag des Despoten als Intrigant durchschaut, sollte er in den Folgemonaten von März bis Juni die bestimmende Rolle neben – oder wie sein Sohn vermutet als Strippenzieher hinter Malenkov – übernehmen.

Bereits Svetlana Allilueva – Stalins Tochter – bemerkte in ihrem Ersten Jahr, dass Malenkovs Person stets an die Berijas gekoppelt gewesen sei. Und in der Tat war das erste was auf dem Plenum am 5. März – nur Stunden nach Stalins Tod – entschieden wurde, neben der Revidierung der Machtumverteilung des XIX. Parteitages, welche auf einen Schlag 22 Genossen aus dem ZK-Präsidium entfernte, Berijas Vorschlag Malenkov als Vorsitzenden des Ministerrats und Ersten Parteisekretär einzusetzen – von zweitem Amt trat er wenige Tage später zurück.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das Machtvakuum nach Stalins Tod und formuliert die zentrale Fragestellung nach den Mitteln, mit denen Nikita S. Chrušev seine Rivalen im Kampf um die Nachfolge ausschaltete.

2. Ausgangspunkte: Dieses Kapitel analysiert die desaströse sozioökonomische Lage der Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg und das Klima der Angst unter Stalins Herrschaft als treibende Kräfte für eine notwendige Liberalisierung.

3. Machtkämpfe: Der Hauptteil untersucht detailliert die drei zentralen Machtkämpfe Chruševs gegen Lavrentij Berija, Georgij Malenkov und die sogenannte "antiparteiliche Gruppe" sowie die angewandten politischen Kampfmittel.

4. Resultate: Das Fazit fasst zusammen, dass die proklamierte kollektive Führung eine Farce war und die post-stalinistische Ära unter Chrušev erneut in einer Ein-Personen-Diktatur mündete, die sich jedoch durch den Verzicht auf physischen Terror in den eigenen Reihen von der Stalinzeit unterschied.

Schlüsselwörter

Nikita S. Chrušev, Sowjetunion, Stalinismus, Entstalinisierung, Lavrentij Berija, Georgij Malenkov, Machtkampf, Politbüro, Parteiapparat, Geheimrede, Kollektive Führung, Herrschaftslegitimation, Mežducarstvie, Reformpolitik, Parteiversammlung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Machtkämpfe im sowjetischen Politbüro zwischen 1953 und 1955, in denen Nikita S. Chrušev seinen Aufstieg zum faktischen Alleinherrscher der Sowjetunion vollzog.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die sowjetische Innenpolitik der 1950er Jahre, die Dynamik von Reformen versus Machtanspruch sowie die Transformation stalinistischer Machtmechanismen nach dem Tod des Diktators.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Untersuchung verfolgt das Ziel zu klären, mit welchen konkreten politischen Intrigen und Mitteln es Chrušev gelang, seine politisch einflussreichen Rivalen wie Berija und Malenkov auszuschalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine historische Analyse, wobei primär Memoiren von Zeitzeugen, offizielle Parteiprotokolle und zeitgenössische sowie neuere politikwissenschaftliche Analysen kritisch ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die drei Etappen der Machtkämpfe: Den Konflikt mit Berija, die Auseinandersetzung mit Malenkov und schließlich die Zerschlagung der "antiparteilichen Gruppe" 1957.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Chrušev, Machtkampf, Entstalinisierung, Politbüro, kollektive Führung, Parteiapparat und der Wandel der Herrschaftsstrukturen nach Stalin.

Wie gelang es Chrušev, die Unterstützung des Parteiapparats zu gewinnen?

Chrušev positionierte sich geschickt als Mann des Apparats, der die Sicherheit der Apparatschiks gegen die willkürliche Bedrohung durch die Geheimpolizei bzw. durch eine allzu abrupte Anti-Bürokratie-Politik garantieren konnte.

Warum war die Ära der "kollektiven Führung" laut Autor eine Farce?

Die kollektive Führung war laut Arbeit nur ein nach außen hin vermitteltes Schauspiel, da die Strukturen und die politische Sozialisation aller Stalinerben unweigerlich auf das Muster der Ein-Mann-Herrschaft ausgerichtet waren.

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Details

Title
Die Anatomie politischer Machtkämpfe im post-stalinistischen Mežducarstvie 1953-1955
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Geschichtswissenschaften)
Course
Politische Herrschaft in der späten Sowjetunion 1953-1985
Grade
1,3
Author
Markus Müller (Author)
Publication Year
2008
Pages
29
Catalog Number
V112472
ISBN (eBook)
9783640108312
ISBN (Book)
9783640109920
Language
German
Tags
Anatomie Machtkämpfe Mežducarstvie Politische Herrschaft Sowjetunion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Müller (Author), 2008, Die Anatomie politischer Machtkämpfe im post-stalinistischen Mežducarstvie 1953-1955, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112472
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