Geldpolitische Strategien im Vergleich


Seminararbeit, 2007

18 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Symbolverzeichnis

I. Einführung in die Thematik der geldpolitischen Strategien

II. Erläuterung und Abgrenzungen
II A.) Time Lag in der Geldpolitik
II B.) Indikatoren und Zwischenziele der Geldpolitik
II C.) Abgrenzung einstufiger und zweistufiger Strategien

III. Vier Geldpolitische Strategien
III A.) Geldmengensteuerung
III B.) Wechselkurs als geldpolitische Zwischengröße
III C.) Inflation targeting
III D.) Taylor-Regel

IV. Vergleich der beiden wichtigsten Strategien: Geldmengen- vs. Inflationssteuerung

V. Fazit

Literaturverzeichnis

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

I. Einführung in die Thematik der geldpolitischen Strategien

Die Wirtschaft eines Landes kann enorm von der Zentralbank, aufgrund der verschiedenen Möglichkeiten die ihr zur Verfügung stehen, beeinträchtigt werden. Daher ist es umso wichtiger, dass eine Strategie wohlüberlegt ausgewählt wird.

„Unter einer geldpolitischen Strategie, versteht man das längerfristig gültige Verfahren, nach dem über den Instrumenteneinsatz zur Verfolgung der Ziele entschieden wird. Die Endziele der Geldpolitik sind dabei in Form gesetzlicher Vorschriften vorgegeben.“[1]

Die geldpolitische Strategie kann prinzipiell als die konzeptionelle Vorgehensweise von Zentralbanken definiert werden, um ihre Endziele zu erreichen.

Im Allgemeinen gibt es zwei elementare Aufgaben, die eine geldpolitische Strategie erfüllen sollte. Zum einen, sollte sie, zur Erleichterung der Entscheidungen der geldpolitischen Verantwortlichen, bindende Rahmen und somit klare Strukturen bieten, und zum anderen, sollte sie zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit der Geldpolitik, die Kommunikation mit der Öffentlichkeit und den Märkten verbessern. Verständlichkeit, ist für ein geldpolitisches Konzept besonders wichtig, dies heißt, dass es eine Heuristik liefern muss, welche die bestehenden Informationsmängel reduziert. Das spricht grundsätzlich für die Relevanz einer regelgebundener Zentralbankpolitik und gegen ein ausschließlich diskretionäres Handeln, bei dem alle möglichen Indikatoren weitgehend isoliert in den geldpolitischen Entscheidungsprozeß einfließen. Die Langfristigkeit einer geldpolitischen Strategie, fördert die Glaubwürdigkeit der Zentralbanken in der Öffentlichkeit und den Märkten. Voraussetzung für den Grundsatz der Kontinuität ist, dass die eingeschlagene Strategie widerstandsfähig gegenüber Veränderungen im Umfeld ist.[2]

Eine stabilitätsorientierte Zentralbank sollte sich, an die im Rahmen der geldpolitischen Strategie festgelegten Regeln und Bedingungen halten.

Im Bezug auf diese Leitlinien, werden zunächst einmal in Kapitel II, Zwischenziele, Indikatoren und Grenzen der Geldpolitik erläutert. Anschließend werden in Kapitel III geldpolitische Strategien vorgestellt und schließlich werden in Kapitel IV die wichtigsten geldpolitischen Strategien miteinander verglichen.

II. Erläuterung und Abgrenzungen

II A.) Time Lag in der Geldpolitik

Die Auswirkungen der geldpolitischen Maßnahmen treten mit einer zeitlichen Verzögerung ein, und sind zudem auch noch meist schwer abschätzbar. Die auftretende zeitliche Verzögerung wird als Time Lag bezeichnet. Es gibt drei verschiedene Formen des Time Lag.

Mit Inside Lag bezeichnet man die Verzögerung von Kenntnis der Situation bis zum Einsatz der geldpolitischen Instrumente.

Mit Intermediate Lag bezeichnet man die Verzögerung vom Einsatz der geldpolitischen Instrumente bis zum Eintreten spürbarer Wirkungen auf die Lage im Geschäftsbankenbereich.

Mit Outside Lag bezeichnet man die Verzögerung vom Eintreten spürbarer Wirkungen auf die Lage im Geschäftsbankenbereich bis zur Auswirkung auf die gesamtwirtschaftlichen Zielvariablen.

Diese Drei Formen stellen die zeitliche Verzögerung der Auswirkungen der geldpolitischen Maßnahmen dar.[3]

II B.) Indikatoren und Zwischenziele der Geldpolitik

Da es der Notenbank sehr schwer möglich ist, das Endziel der Geldwertstabilität direkt zu steuern, sind Zwischenziele nötig. Zwischenziele sind Größen, die im geldpolitischen Transmissionsprozess eine Zwischenstellung, zwischen den von der Notenbank steuerbaren Operating targets und den gesamtwirtschaftlichen Endzielen, einnehmen. Da zwischen Veränderungen des Operating target und den dadurch entstandenen Effekten zu einer Wirkungsverzögerung kommt, kann eine sich am Endziel orientierende Notenbank erst sehr spät darauf reagieren. Sie kann folglich erst dann reagieren, wenn eine Störung bereits eingetreten ist. Dadurch wäre ein rechtzeitiges Reagieren der Geldpolitik unmöglich. Aufgrund dessen ist eine indirekte Steuerung mittels einer Zwischenzielgröße empfehlenswert. Diese Zwischenzielgröße muss zum einen durch das Operating target gut steuerbar sein, und zum anderen muss sie in einem engen Zusammenhang mit der Endzielgröße stehen. Die Funktion einer Zwischenzielgröße besteht darin, dass sie der Notenbank als Orientierungshilfe dient, wie sie ihr Operating target einzusetzen hat.[4]

Um zu erfahren, wie sich die Maßnahmen auf die Endziele auswirken, braucht die Notenbank Informationen. Indikatoren übernehmen die Prognosefunktion in der Informationsphase eines geldpolitischen Entscheidungsprozeßes. Die Indikatoren müssen in einem engen Zusammenhang mit dem Endziel stehen. Mit Hilfe von operativen Zielen, ist es der Zentralbank auch möglich, ihre Endziele indirekt zu steuern. Die Position der Zwischenziele und den Indikatoren im geldpolitischen Transmissionsprozess, ist zwischen den unmittelbar steuerbaren operativen Zielen und den gesamtwirtschaftlichen Endzielen.[5]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II C.) Abgrenzung einstufiger und zweistufiger Strategien

Wie bereits oben erwähnt, unterscheidet man bei geldpolitischen Strategien grundsätzlich zwischen Strategien mit Zwischenzielen (zweistufige Strategien), und Strategien, bei denen versucht wird, das Endziel direkt zu steuern (einstufige Strategien). Sollten die geldpolitischen Entscheidungsträger sich dafür entscheiden, keine Zwischenziele zu setzen und stattdessen das Endziel direkt zu erreichen, spricht man von der sog. Inflationssteuerung. Zwischenziele werden nur als Mittel zum Zweck zur Erreichung des Endzieles gesehen.[6]

III. Vier Geldpolitische Strategien

III A.) Geldmengensteuerung

Der Zusammenbruch des Bretton Woods Systems im März 1973, brachte weltweit die Notwendigkeit einer grundlegenden konzeptionellen Neuorientierung der Notenbanken. Die Konzeption der Geldmengensteuerung erschien besonders für die Notenbanken der größeren Länder, als eine attraktive Alternative.[7]

[...]


[1] Issing (1993), S. 240

[2] Vgl. Sachverständigenrat „Auszug aus dem Jahresgutachten 2006/2007“

[3] Vgl. Jarchow (2003), S. 334 f.

[4] Vgl. Bofinger/Reischle/Schächter (1996), S.246 ff.

[5] Vgl. Jarchow (2003), S. 336

[6] Vgl. Görgens/Ruckriegel/Seitz (2003), S. 92

[7] Vgl. Bofinger/Reischle/Schächter (1996), S. 248 f.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Geldpolitische Strategien im Vergleich
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Veranstaltung
AVWL-Seminar zu Geld und Kredit
Note
2,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
18
Katalognummer
V112530
ISBN (eBook)
9783640121762
ISBN (Buch)
9783640218417
Dateigröße
425 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Geldpolitische, Strategien, Vergleich, AVWL-Seminar, Geld, Kredit
Arbeit zitieren
Jusof Emadzahdeh (Autor), 2007, Geldpolitische Strategien im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112530

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