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Zur Darstellung der Erziehungsproblematik unter besonderer Berücksichtigung des Generationenkonflikts in ausgesuchten Texten Christine Nöstlingers

Título: Zur Darstellung der Erziehungsproblematik unter besonderer Berücksichtigung des Generationenkonflikts in ausgesuchten Texten Christine Nöstlingers

Proyecto/Trabajo fin de carrera , 2007 , 72 Páginas , Calificación: 2,3

Autor:in: Stefan Altschaffel (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana moderna
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Die Texte Christine Nöstlingers sind in den meisten Fällen der Kinder- und Jugendliteratur zuzuordnen . Die Autorin gehört sicherlich zu den bekanntesten und auch produktivsten Kinder- und Jugendbuchautoren des 20. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum.
Gerade letzterer Aspekt macht die Auseinandersetzung mit „ausgewählten Texten“ problematisch, begegnet dem Leser doch eine Fülle von über Einhundert Publikationen von Bilderbüchern und Romanen zwischen 1970 und 2001 . Daher erscheint es erforderlich, die Auswahl der Texte zu erörtern .

Die Untersuchung ihrer Texte hinsichtlich der Erziehung, mit einem besonderen Augenmerk auf generationsspezifische Ausprägungen, macht es zunächst jedoch notwendig, sich Gedanken über Erziehung im Allgemeinen zu machen. Was ist unter „Erziehung“ zu verstehen? Im Rahmen einer literaturwissenschaftlichen Betrachtung ist es sicherlich weder möglich noch notwendig, eine Fülle von Theorien und Ansichten pädagogischer Natur zu erörtern. Für die folgende Betrachtung sei daher die zwar sehr verallgemeinernde, jedoch akzeptable Definition Webers gewählt:

„Erziehung meint die in sozialer Interaktion erfolgende absichtliche Lernhilfe. Sie wird immer dann erforderlich, wenn ein Mensch eine Lernaufgabe nicht selbständig zu bewältigen vermag. Die Lernhilfen erstrecken sich nicht nur auf den Erwerb von instrumentellem Wissen und Können, sondern auch auf die Aneignung von Normen und Einstellungen. Da die kulturelle Lebensweise dem Menschen weder gebrauchsfertig angeboren ist noch sich von selbst biomechanisch entwickelt, ist er auf Lernen angewiesen.“

Der entscheidende und daher im Laufe der Untersuchung relevante Aspekt dieser Definition ist die Betrachtung von Erziehung als soziale Interaktion, also als interpersoneller Umgang von Erzieher und Kind.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Untersuchungsgegenstand, Methodik und Zielstellung

1.2. Definitionen: Erziehungsstile und Erziehungscharakteristika

1.3. Zur Auswahl der Texte

2. Untersuchung ausgewählter Texte von Christine Nöstlinger

2.1. "Ilse Janda, 14 oder Die Ilse ist weg"

2.1.1. Inhaltlicher Überblick

2.1.2. Vier unterschiedliche Erziehungsauffassungen

2.1.2.1. Die Mutter

2.1.2.2. Kurt

2.1.2.3. Oma Janda

2.1.2.4. Die Amtsrätin

2.1.3. Zusammenfassung

2.2. "Andreas oder die unteren sieben Achtel des Eisbergs"

2.2.1. Inhaltlicher Überblick

2.2.2. Drei Erziehungspersonen

2.2.2.1. Die Mutter

2.2.2.2. Der Vater

2.2.2.3. Der Großvater

2.2.3. Zusammenfassung

2.3. "Olfi Obermeier und der Ödipus"

2.3.1. Inhaltlicher Überblick

2.3.2. Das Leben im Generationenhaushalt

2.3.3. Der Vater

2.3.4. Zusammenfassung

2.4. Maikäfer flieg!

2.4.1. Inhaltlicher Überblick

2.4.2. Eine andere Zeit - Eine andere Erziehung

2.4.3. Zusammenfassung

3. Autobiografische Aspekte bei Christine Nöstlinger

3.1. Vorwort zu den biografischen Angaben

3.2. Christine Nöstlinger als Kind

3.3. Christine Nöstlinger als Erwachsene

3.4. Erziehung in Roman und Wirklichkeit

4. Zusammenfassung und Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld der Erziehung in ausgewählten Werken von Christine Nöstlinger, wobei der Fokus auf dem Generationenkonflikt zwischen Erziehenden und Kindern liegt. Ziel ist es, die pädagogischen Konzepte der handelnden Figuren zu analysieren und zu prüfen, wie sich diese auf die Lebenswelt der Kinder auswirken.

  • Darstellung und Definition autoritärer sowie antipädagogischer Erziehungsstile.
  • Charakterisierung von Erziehungspersonen in den Romanen "Ilse Janda", "Andreas", "Olfi Obermeier" und "Maikäfer flieg!".
  • Analyse der Bedeutung von Aufmerksamkeit und Kommunikation in der Erziehung.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen gesellschaftlichen Umbrüchen und erzieherischer Vernachlässigung.
  • Vergleich der Generationen in Bezug auf ihre Erziehungskonzeptionen und -einstellungen.

Auszug aus dem Buch

2.1.2.1. Die Mutter

Die Mutter scheint von den bestehenden Verhältnissen überfordert. Es ist ihr nicht möglich, sich um ihre vier Kinder gleichermaßen zu kümmern und dabei auf die Bedürfnisse jedes einzelnen entsprechend einzugehen. Aus diesem Grund setzt sie die Prioritäten nicht auf die Bedürfnisse ihrer Kinder, sondern nur auf den Anschein eines harmonischen Familienlebens:

„Nur an der makellosen Fassade ist eine der Mutterfiguren Nöstlingers in ‚Ilse Janda 14 oder die Ilse ist weg’ von 1974 interessiert. Die Bedürfnisse der Kinder haben sich dieser unterzuordnen. Ihre Bemühungen sieht sie als Grundlage für den familiären Frieden…”

Dilewsky bezeichnet diesen Muttertypus als „der autoritäre, von seiner Lebenssituation überforderte und stets den Erziehungsregeln folgende Typus“, er geht jedoch nicht darauf ein, welche „Erziehungsregeln“ dies sein könnten. Denkbar wäre es, im Zusammenhang mit „Ilse Janda“ von einem Erziehungsklischee zu sprechen. Die Mutter, wie bereits erwähnt von der Situation und damit auch von ihrem Erziehungsauftrag überfordert, argumentiert nicht sondern beschimpft die Töchter und bestraft sie unangemessen („Die nächste Woche war entsetzlich. Die Mama hielt die Ilse wie einen Kettenhund. Wie einen Kettenhund, der auf Hausarbeit abgerichtet ist.“) bzw. droht mit Strafen, die sie selbst nicht durchzusetzen imstande ist:

„Dann hörte ich noch, wie die Mama von der Ilse eine Entschuldigung verlangte und ihr alle möglichen und unmöglichen Strafen androhte, wenn sie sich nicht sofort entschuldigte.“

Inwieweit sich die Vorstellungen der Mutter von einer „gesunden“ Familie von dem unterscheiden, was generell als erfülltes Familienleben, nämlich einer Atmosphäre der Geborgenheit, der Zuneigung und des gegenseitigen Vertrauens, betrachtet werden kann, wird in ihrer Beschreibung des eigenen Erziehungsziels deutlich:

„Ich will meine Kinder nicht unglücklich machen. Wirklich nicht. Ich wollte nur, dass sie ordentlich erzogen werden und anständige Manieren haben und sich richtig benehmen und, und alles! (…) Was glaubst du, was das für verzogene Kinder waren, als ich sie von der alten Janda zurückgeholt habe? Die haben doch bei der Alten alles tun können! Alles machen können! So raunzig und lästig und verwöhnt wie die waren, ha, da wäre unsere Ehe schon nach einem halben Jahr flöten gegangen!“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Klärung der methodischen Vorgehensweise, Definition der pädagogischen Grundbegriffe sowie Erörterung der Auswahlkriterien für die untersuchten Texte.

2. Untersuchung ausgewählter Texte von Christine Nöstlinger: Detaillierte Analyse der Erziehungsstile und -personen in den vier ausgewählten Romanen sowie eine vergleichende Betrachtung der Generationenkonflikte.

3. Autobiografische Aspekte bei Christine Nöstlinger: Untersuchung des Einflusses der persönlichen Biografie der Autorin und ihrer Kindheitserinnerungen auf die Darstellung von Erziehung in ihrem literarischen Werk.

4. Zusammenfassung und Schlussbetrachtungen: Synthese der Einzelergebnisse und Reflexion der Kernfrage, inwiefern die Erziehungspersonen über Generationen hinweg unterschiedliche oder ähnliche pädagogische Ansätze verfolgen.

Schlüsselwörter

Christine Nöstlinger, Erziehung, Generationenkonflikt, Autorität, Antipädagogik, Kindheit, Jugendliche, Familie, Erziehungsstile, soziale Interaktion, Vernachlässigung, Literaturwissenschaft, Romananalyse, Elternrolle, Identifikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Darstellung von Erziehungsproblematiken in ausgewählten Texten von Christine Nöstlinger unter besonderer Berücksichtigung des Generationenkonflikts.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die Gegenüberstellung von autoritären und antipädagogischen Erziehungsstilen sowie die Rolle verschiedener Generationen innerhalb der familiären Strukturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu analysieren, welche Auffassungen von Erziehung die verschiedenen Erziehungspersonen in den Romanen vertreten und wie diese das Leben der Kinder beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die durch pädagogische Definitionen (u.a. nach Weber) und biografische Hintergründe der Autorin ergänzt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von vier spezifischen Romanen, in denen die Protagonisten und ihr Erziehungsumfeld detailliert charakterisiert werden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Erziehung, Antipädagogik, Generationenkonflikt und soziale Interaktion charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Rolle von "Oma Janda" von der "Amtsrätin"?

Oma Janda wird als Sympathiefigur dargestellt, die Kinder als eigenständige Individuen akzeptiert, während die Amtsrätin einen rigiden, autokratischen Erziehungsstil pflegt, der auf Unterordnung basiert.

Welche Bedeutung hat der "Gebraucht-werden-wille" für die Amtsrätin?

Die Amtsrätin interpretiert ihr eigenes Handeln als notwendiges Opfer für die Familie, wobei sie die Dankbarkeit anderer als Selbstverständlichkeit erwartet, um ihre eigene Position zu rechtfertigen.

Inwiefern beeinflusst der ökonomische Aufstieg das Erziehungsverhalten in "Andreas"?

Der Fokus auf materiellen Wohlstand und sozialen Status führt dazu, dass die Eltern in "Andreas" die emotionalen Bedürfnisse ihres Sohnes vernachlässigen, was letztlich zur Vereinsamung des Jugendlichen führt.

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Detalles

Título
Zur Darstellung der Erziehungsproblematik unter besonderer Berücksichtigung des Generationenkonflikts in ausgesuchten Texten Christine Nöstlingers
Universidad
University of Potsdam
Calificación
2,3
Autor
Stefan Altschaffel (Autor)
Año de publicación
2007
Páginas
72
No. de catálogo
V112574
ISBN (Ebook)
9783640128679
ISBN (Libro)
9783640130177
Idioma
Alemán
Etiqueta
Darstellung Erziehungsproblematik Berücksichtigung Generationenkonflikts Texten Christine Nöstlingers
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stefan Altschaffel (Autor), 2007, Zur Darstellung der Erziehungsproblematik unter besonderer Berücksichtigung des Generationenkonflikts in ausgesuchten Texten Christine Nöstlingers, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112574
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