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Der Zorn Gottes in der Bibel

Title: Der Zorn Gottes in der Bibel

Term Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Carsten Gäbel (Author)

Communications - Theories, Models, Terms and Definitions
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Betrachtet man den Begriff „Zorn“ in den klassisch gewordenen Werken der Literatur, der Musik und des Kinos, wird sich die Bibel schwerlich übergehen lassen, denn in ihren Kapiteln und Versen ist häufig von dieser Emotion die Rede. Und mehr noch als von menschlichem, zeugt sie von göttlichem Zorn. Daran nehmen besonders Christen Anstoß, denn in ihr Bild vom lieben und guten Gott Jesus passt der Jahwe nicht, der in Raserei schreckliche und grausame Strafen vom Himmel regnen und Vernichtungskriege führen lässt, die mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, sämtlichen Genfer Konventionen und den Transparentbotschaften der Ostermärsche nicht im Einklang stehen. Das geht soweit, dass selbst einige Theologen all das von Jahwe, das nicht jesuanisch genug ist, um als christlich in ihrem Sinne durchgehen zu können, als „jüdischen Atavismus“ ablehnen und aus dem Christentum ausscheiden.
Atheisten gibt der Gotteszorn in der Bibel ein Argument in die Hand, das sie in ihrer Ablehnung der jüdisch-christlichen Religion bestärkt. Ein Gott, der unmenschlich ist, der unfair reagiert, der unaufgeklärt agiert, der nicht den Werten der heutigen Menschen entspreche, dem fehle schlechthin die Legitimation, um Gott zu sein. Agnostiker mögen sagen, diesem Gott, sollte er denn existieren, gebühre keine Anbetung.
Ich möchte mich in dieser Arbeit mit dem Phänomen des Gotteszorns in der Bibel beschäftigen, den Zorn beschreiben, die Rechtfertigung des Zorns, die die Bibel anbietet, darlegen, sowie Erklärungen und Anwendungen des Zorns vorstellen, die drei Größen der Kirchengeschichte gefunden haben. Ich vertrete dabei die Haltung, der Zorn Gottes an sich verfolge bei aller Emotion einen heilsgeschichtlichen Plan und sei nicht das Wüten einer in seiner Ehre gekränkten, leicht reizbaren Gottheit. Das Ausmaß der Zornesausbrüche jedoch, gerade im Alten Testament sowie der Offenbarung, kann ich nur darstellen. In dieser Arbeit geht es nicht darum, den Grad dieser Grausamkeiten zu erklären.
Diese Arbeit im Bereich der Buchwissenschaft, nicht der Theologie, muss, weil ihr eine detaillierte sprachliche Analyse der hebräischen und griechischen biblischen Urtexte fehlt, in ihrer Erklärungskraft notwendigerweise beschränkt bleiben. Einem Überblick über den grundsätzlichen Inhalt und die Intention des literarischen Werks Bibel in Bezug auf den Zorn Gottes sollte diese Arbeit jedoch dienen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung der Bibel

3. Der Gott der Bibel

4. Der Begriff „Zorn“ in der Bibel

5. Gottes Zorn im Alten Testament

5.1. Die Mittel des Gotteszorns

5.2. Anlass und Zweck des Gotteszorns

5.3. Exkurs: Gottes Reue

6. Gottes Zorn im Neuen Testament

6.1. Die Mittel des Gotteszorns

6.2. Anlass und Zweck des Gotteszorns

7. Gottes Zorn aus Sicht der Kirchenväter

7.1. Caecilius Firmianus Lactantius

7.2. Augustinus von Hippo

7.3. Martin Luther

8. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Phänomen des „Zorn Gottes“ in der Bibel und setzt sich kritisch mit der Darstellung dieses emotionalen, teils als anstößig empfundenen Gottesbildes auseinander. Ziel ist es, den biblischen Zorn als Bestandteil eines heilsgeschichtlichen Plans einzuordnen, die biblische Argumentation für diesen Zorn darzulegen und verschiedene theologische Interpretationen durch die Kirchengeschichte hinweg kontrastierend gegenüberzustellen.

  • Phänomenologie des Gotteszorns im Alten und Neuen Testament
  • Die Funktion von Zorn als Erziehungs- und Ordnungsinstrument Gottes
  • Differenzierung der Zornesdarstellungen zwischen den biblischen Testamenten
  • Rezeptionsgeschichte durch Lactantius, Augustinus und Martin Luther
  • Abgrenzung biblischer Intentionen von moderner säkularer Kritik

Auszug aus dem Buch

5. Gottes Zorn im Alten Testament

Im Alten Testament entbrennt der Zorn Gottes häufig und äußert sich durch Fremdherrschaft, Vertreibung, Krankheit, Kriegsniederlagen und Tod. Weil der Israelit Achan aus dem Stamm Juda bei der Eroberung Jerichos gegen den Befehl Gottes, alles zu vernichten und zu verbrennen, Kriegsbeute macht und das Gold und Silber sowie einen Mantel in seinem Zelt versteckt, wird Gott nach dem Bericht im Buch Josua zornig. Jahwe lässt sein Volk die kommende Schlacht verlieren, 36 Männer, die mit der Tat Achans wohl nichts zu tun haben, sterben dabei. Gott wendet sich von seinem Zorn erst ab, als die Israeliten Achan, seinen Besitz und auch seine Familie getötet haben.

Als die bereits in Kanaan geborenen Israeliten Götzendienst betreiben und lokale Gottheiten wie Baal und Astarot anbeten, lässt Jahwe es zu, dass Nachbarvölker sie ausplündern, das Volk unter Fremdherrschaft fällt und in Schlachten Niederlagen erleidet. Ein Begleiter der Bundeslade, die die steinernen Gesetzestafeln der Israeliten enthielt, muss sterben, als er verbotenerweise den Kasten berührt, um ihn festzuhalten, als der beim Transport mit einem Rinderkarren ins Rutschen kommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik des biblischen Zorns als kontroverses Phänomen sowie Darstellung der Motivation und Haltung der Arbeit.

2. Die Entstehung der Bibel: Erläuterung der biblischen Textgenese als Anthologie unterschiedlicher Autoren und Epochen.

3. Der Gott der Bibel: Analyse der Gottesbezeichnungen Jahwe/JHWH und der verschiedenen Erscheinungsformen im biblischen Kontext.

4. Der Begriff „Zorn“ in der Bibel: Sprachwissenschaftliche Herleitung und Definition der Zornesbegriffe im Hebräischen und Griechischen.

5. Gottes Zorn im Alten Testament: Untersuchung der Erscheinungsformen, Ursachen und heilsgeschichtlichen Ziele des Gotteszorns im Alten Bund.

6. Gottes Zorn im Neuen Testament: Analyse der Zornesdarstellung als Verhängnis und Zurechtweisung im Kontext der neutestamentlichen Heilsbotschaft.

7. Gottes Zorn aus Sicht der Kirchenväter: Kontrastierende Interpretation des Themas durch Lactantius, Augustinus und Luther.

8. Resümee: Abschließende Einordnung des Zorn Gottes als literarisches Beiwerk und nicht als zentrales Hauptanliegen der biblischen Schriften.

Schlüsselwörter

Gotteszorn, Bibel, Jahwe, Altes Testament, Neues Testament, Kirchengeschichte, Martin Luther, Augustinus von Hippo, Lactantius, Gottesbild, Gerechtigkeit, Tora, Heilsgeschichte, Offenbarung, Theologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das komplexe und oft kontrovers diskutierte Thema des Zorns Gottes innerhalb der biblischen Texte sowie dessen theologische Interpretation durch bedeutende Denker der Kirchengeschichte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Neben der philologischen Herleitung der Begriffe „Zorn“ stehen die Unterschiede in der Darstellung zwischen dem Alten und Neuen Testament sowie die ordnungspolitische Instrumentalisierung des Themas im Fokus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein besseres Verständnis für das Phänomen des Gotteszorns zu entwickeln, das in der heutigen westlichen Wahrnehmung oft als anstößig oder archaisch empfunden wird, indem man es in seinen ursprünglichen Kontext einbettet.

Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?

Es handelt sich um eine buchwissenschaftliche Analyse, die den Textbestand der Bibel unter Berücksichtigung kirchengeschichtlicher Rezeptionszeugnisse vergleicht und reflektiert.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Zorns im Alten Testament (einschließlich Gottes Reue), dessen Modifikation im Neuen Testament sowie die spezifische Auslegung durch Lactantius, Augustinus und Luther.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gotteszorn, Jahwe, Heilsgeschichte, Offenbarung und Theologie definiert.

Warum empfinden viele Menschen den Zorn Gottes in der Bibel als problematisch?

Der Autor stellt fest, dass moderne Leser den Gott des Alten Testaments aufgrund seiner drastischen Strafaktionen oft nicht mit der Vorstellung eines liebenden und guten Gottes in Einklang bringen können.

Wie unterscheidet sich das Verständnis des Zorns bei Augustinus von dem bei Martin Luther?

Während Augustinus Gott als emotionsloses Wesen betrachtet und Zorn als anthropomorphe Metapher interpretiert, sieht Luther den Zorn als notwendige, legitime Reaktion Gottes zur Wiederherstellung von Gerechtigkeit und Ordnung.

Welche Rolle spielt das „Reue“-Konzept Gottes in dieser Untersuchung?

Das Kapitel zur göttlichen Reue dient als Exkurs, da diese Vorstellung die Zornesproblematik noch verschärft, da sie einen Wandel in der göttlichen Absicht impliziert.

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Details

Title
Der Zorn Gottes in der Bibel
College
University of Leipzig  (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Course
Zornige Bücher: Religiöse Manifeste, politische Pamphlete und literarische Provokationen
Grade
1,7
Author
Carsten Gäbel (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V112576
ISBN (eBook)
9783640121106
ISBN (Book)
9783640121533
Language
German
Tags
Zorn Gottes Bibel Zornige Bücher Religiöse Manifeste Pamphlete Provokationen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carsten Gäbel (Author), 2006, Der Zorn Gottes in der Bibel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112576
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