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Rechtsextremismus in Mecklenburg-Vorpommern

Titel: Rechtsextremismus in Mecklenburg-Vorpommern

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 32 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Magister Artium Manuel Dethloff (Autor:in)

Politik - Politisches System Deutschlands
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Durch das – letztendlich gescheiterte –Verbotsverfahren gegen die Nationaldemokratische Partei Deutschlands im Jahr 2003 sowie die Wahlerfolge dieser Partei im vergangenen Jahr gelangte das Problem des Rechtsextremismus wieder verstärkt in die öffentliche Diskussion. In der Wissenschaft hat sich die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus bereits seit 1989 von eher randständigen Bereichen der Sozialwissenschaften in eine breite, interdisziplinäre Debatte verlagert. Auffällig in den öffentlichen wie auch wissenschaftlichen Diskursen ist nach Hans-Gerd Jaschke die „teils beliebige, teils ideologische, teils an frühere Diskurse anknüpfende Begriffswahl.“ So finden sich neben Rechtsextremismus Bezeichnungen wie Rechtsradikalismus, Rechtspopulismus, extreme Rechte, radikale Rechte, Neue Rechte, Nationalismus, Ultranationalismus, Rassismus, Faschismus, Neofaschismus, Fremden- und Ausländerfeindlichkeit, Xenophobie, Autoritarismus oder Fundamentalismus. All diese Begriffe haben unterschiedliche Inhalte und sind nach Jaschke stark von der moralischen Position des Benutzers abhängig: „Nicht wenige Bücher und Artikel sind deshalb so unbefriedigend, weil die Grundbegriffe nicht geklärt werden, manche politische Diskussionsveranstaltung über Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit leidet darunter, daß die Teilnehmer mit den Begriffen je unterschiedliche Deutungen verknüpfen.“ [...] Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung der Struktur und der Entwicklung des Rechtsextremismus in Mecklenburg-Vorpommern, vor allem anhand der Extremismus- und Verfassungsschutzberichte des Verfassungsschutzes Mecklenburg-Vorpommern. Während in Kapitel 1 kurz auf Erklärungsansätze und Ursachen von Rechtsextremismus eingegangen wird, soll in Kapitel 2 die konkrete Entwicklung des Rechtsextremismus in Mecklenburg-Vorpommern im Mittelpunkt stehen. Hier werden insbesondere die rechtsextremistischen Strukturen (Kapitel 2.1.), die rechtsextremistische Musikszene (Kapitel 2.2.) und die rechtsextremistischen Straftaten (Kapitel 2.3.) thematisiert. Abschließend werden im dritten Abschnitt dieser Arbeit die Wahlergebnisse der rechten Parteien dargestellt und analysiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Erklärungsansätze und Ursachen von Rechtsextremismus

2. Rechtsextremismus im Blick des Landesverfassungsschutzes

2.1. Entwicklung der rechtsextremistischen Strukturen

2.1.1. Rechtsextremistische Skinheads

2.1.2. Neonationalsozialisten

2.1.3. Parteien

2.2. Rechtsextremistische Musikveranstaltungen

2.3. Entwicklung rechtsextremistischer Straftaten

2.3.1. Straftaten

2.3.2. Propagandadelikte

2.3.3. Gewaltdelikte

2.3.4. Täterstruktur

3. Rechtsextremismus und Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern

3.1. Deutsche Volksunion

3.2. Die Republikaner

3.3. Nationaldemokratische Partei Deutschlands

3.4. Schwerpunktregionen

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die Strukturen, die Entwicklung und die Wahlergebnisse rechtsextremer Gruppierungen und Parteien in Mecklenburg-Vorpommern im Zeitraum von 1990 bis 2005, um ein fundiertes Bild über die politische Situation des Landes zu vermitteln.

  • Strukturelle Analyse der rechtsextremen Szene in Mecklenburg-Vorpommern.
  • Untersuchung der rechtsextremen Musikszene als identitätsstiftender Faktor.
  • Statistische Auswertung von rechtsextremistisch motivierten Straftaten und deren Täterprofilen.
  • Analyse des Einflusses rechtsextremer Parteien bei Landtags-, Bundestags-, Kommunal- und Europawahlen.
  • Identifikation regionaler Schwerpunkte rechtsextremer Aktivitäten im Bundesland.

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Rechtsextremistische Skinheads

Die Skinheadszene hat ihren Ursprung in Großbritannien. Anfang der 1960er Jahre entwickelte sie sich als eine Jugendbewegung, die sich bewusst vom Establishment abwandte und an die Traditionen der Arbeiterklasse anknüpfte. Im Zuge der wirtschaftlichen und sozialen Krisen in den 1970er Jahren versuchten britische Rechtsextremisten in dieser Szene an Einfluss zu gewinnen und ihre von Rassismus getragene Weltanschauung zu verbreiten. Die Folge war eine zunehmende Radikalisierung der Skinheads in den 1980er Jahren. Zudem nahm auch der Einfluss gewaltbereiter rechtsextremistischer Gruppierungen zu, dessen Weltanschauung stark vom Nationalsozialismus geprägt war. Ende der 1970er Jahre schwappte die Skinheadbewegung in die Bundesrepublik über. Jedoch „wurde sehr schnell deutlich, dass hier im Gegensatz zur Entwicklung in England nur wenige Bezüge zur ‚Arbeiterklasse’ hergestellt wurden.“ Von Beginn an wurde der rechtsextremistische Hintergrund der deutschen Skinheadszene durch eine entsprechende Symbolik deutlich. Allerdings findet sich in der Szene mit ihrem subkulturellen Charakter keine festgefügte Ideologie.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es nicht erst seit der Wiedervereinigung eine subkulturelle rechtsextremistische Skinheadszene. Bereits 1987 bestätigte die Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit in Rostock das Wirken von „ca. 800 Personen (ca. 38 Gruppierungen) im Alter von 16-25 Jahren, die durch ihr äußeres Erscheinungsbild und ihre Verhaltensweisen den Skinheads zuzuordnen sind.“ Zu Beginn der 1990er Jahre sorgten Skinheads und andere gewaltbereite Rechtsextremisten immer wieder für z.T. bundesweite Schlagzeilen (Rostock-Lichtenhagen 1992). So zog beispielsweise eine 30köpfige Skinheadgruppe 1991 verwüstend und schlagend durch Schwerin: „Während ihres ‚Feldzuges’ vom Bahnhof, Marienplatz, Gaststätte ‚Kosmos’ bis zum ‚Ernst-Busch’-Jugendclub hinterließen sie eine ‚Schneise’ der Verwüstung und schlugen wahllos Passanten nieder.“

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik des Rechtsextremismus im Kontext politischer Diskussionen und Definition des Begriffs für diese Arbeit.

1. Erklärungsansätze und Ursachen von Rechtsextremismus: Darstellung theoretischer Modelle, wie Sozialisations-, Deprivations- und Desintegrationstheorien, zur Erklärung rechtsextremer Einstellungen.

2. Rechtsextremismus im Blick des Landesverfassungsschutzes: Überblick über die Akteure des rechtsextremen Spektrums in Mecklenburg-Vorpommern, von der freien Szene bis hin zu Parteien.

2.1. Entwicklung der rechtsextremistischen Strukturen: Analyse der organisatorischen Veränderungen innerhalb der Skinheadszene, neonazistischer Kameradschaften und der Parteienlandschaft.

2.1.1. Rechtsextremistische Skinheads: Historischer Rückblick auf die Entwicklung der Skinheadszene und deren spezifische Ausprägung in Mecklenburg-Vorpommern.

2.1.2. Neonationalsozialisten: Beschreibung der Ideologie, Organisationsweise und Strategien neonazistischer Kameradschaften.

2.1.3. Parteien: Darstellung der strukturellen Entwicklung und Bedeutung von Republikanern, DVU und NPD in Mecklenburg-Vorpommern.

2.2. Rechtsextremistische Musikveranstaltungen: Untersuchung der Funktion von Musik als Instrument zur ideologischen Radikalisierung und Mitgliederwerbung.

2.3. Entwicklung rechtsextremistischer Straftaten: Analyse der Kriminalitätsentwicklung unter Berücksichtigung veränderter Erfassungssysteme (PMK).

2.3.1. Straftaten: Überblick über die wichtigsten Deliktsbereiche im Phänomenbereich Rechts.

2.3.2. Propagandadelikte: Analyse der zahlenmäßig bedeutendsten Deliktsform rechtsextremer Kriminalität.

2.3.3. Gewaltdelikte: Untersuchung des Verlaufs rechtsextremistisch motivierter Gewalt und der Opfersituation.

2.3.4. Täterstruktur: Untersuchung demografischer Merkmale wie Geschlecht und Alter der ermittelten Tatverdächtigen.

3. Rechtsextremismus und Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern: Darstellung und Analyse des Wählerzuspruchs für rechte Parteien bei verschiedenen Wahlen.

3.1. Deutsche Volksunion: Analyse der Wahlergebnisse und der Entwicklung dieser Partei in Mecklenburg-Vorpommern.

3.2. Die Republikaner: Untersuchung der Entwicklung und des Einflusses der Republikaner bei Wahlen.

3.3. Nationaldemokratische Partei Deutschlands: Analyse der strategischen Neuausrichtung der NPD und ihrer Wahlerfolge.

3.4. Schwerpunktregionen: Identifikation geographischer Hochburgen rechter Parteien im Land.

Zusammenfassung: Fazit zu den Entwicklungen der rechtsextremen Szene und Einschätzung künftiger politischer Risiken.

Schlüsselwörter

Rechtsextremismus, Mecklenburg-Vorpommern, NPD, Neonationalsozialisten, Skinheadszene, Landesverfassungsschutz, politische Straftaten, Gewaltdelikte, Propagandadelikte, Wahlen, politische Radikalisierung, Kameradschaften, Wählerverhalten, politische Kultur, Extremismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit befasst sich mit einer detaillierten Bestandsaufnahme und Analyse der rechtsextremistischen Strukturen, der damit verbundenen Kriminalität sowie der Rolle rechter Parteien in Mecklenburg-Vorpommern zwischen 1990 und 2005.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit untersucht das Zusammenwirken von ideologischer Basis (Skinheads, Neonazis), kriminellen Aktivitäten (Straftaten, Gewalt, Propaganda) und dem politischen Einfluss, der sich in Wahlergebnissen widerspiegelt.

Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?

Ziel ist es, die Entwicklung der rechtsextremen Szene in Mecklenburg-Vorpommern anhand von Berichten des Verfassungsschutzes und Wahldaten transparent darzustellen und die sich wandelnden Strategien dieser Akteure aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor nutzt eine deskriptive und analysierende Vorgehensweise, wobei er sich primär auf die Auswertung von Extremismus- und Verfassungsschutzberichten sowie amtliche Wahldaten stützt.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Untersuchung im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Akteursstrukturen (Skinheads, Parteien, Musikszene), die Analyse der Kriminalitätsentwicklung (PMK Rechts, Täterprofile) und die detaillierte Auswertung des Wählerverhaltens.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Rechtsextremismus in Mecklenburg-Vorpommern, Parteistrukturen der NPD, Täterstrukturen bei Straftaten und Wahlergebnisse der extremen Rechten zusammenfassen.

Wie verändert sich die Struktur der rechtsextremen Szene laut dieser Arbeit?

Die Arbeit stellt einen Wandel fest: Während die Bedeutung klassischer Skinhead-Subkulturen tendenziell abnimmt, gewinnen organisierte Formen wie Kameradschaften und Bürgerinitiativen, die politisch im Vorfeld agieren, zunehmend an Bedeutung.

Welche Rolle spielt die NPD in der aktuellen Strategie der Rechten?

Die NPD wandelt sich laut Analyse zu einer „Bewegungspartei“, die als Sammelbecken und Koordinierungsinstanz für die „freie Szene“ (Neonazis) fungiert, um so effizienter politische und gesellschaftliche Prozesse zu beeinflussen.

Welche Bedeutung haben regionale Schwerpunkte für das Wahlverhalten?

Es zeigt sich eine deutliche West-Ost-Verschiebung der Stimmenanteile. Regionale Hochburgen, wie etwa der Landkreis Ludwigslust oder Gebiete in Vorpommern, weisen aufgrund spezifischer lokaler Bedingungen höhere Wahlergebnisse für rechte Parteien auf.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der kommenden Wahlen?

Aufgrund der zunehmenden Vernetzung der Szene und der Wahlerfolge in anderen Bundesländern warnt der Autor vor der wachsenden Gefahr, dass die NPD die Hürden für einen Einzug in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern überwinden könnte.

Ende der Leseprobe aus 32 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rechtsextremismus in Mecklenburg-Vorpommern
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland
Note
1,3
Autor
Magister Artium Manuel Dethloff (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
32
Katalognummer
V112585
ISBN (eBook)
9783640108596
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rechtsextremismus Mecklenburg-Vorpommern Rechtsextremismus Bundesrepublik Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Magister Artium Manuel Dethloff (Autor:in), 2005, Rechtsextremismus in Mecklenburg-Vorpommern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112585
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Leseprobe aus  32  Seiten
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