In den ersten Jahren nach der gesetzlichen Verankerung des Planungsgedanken in der Jugendhilfe – durch das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG/SGB VIII) – dominierten bereichs- und zielgruppenorientierte Arbeitsansätze die Jugendhilfeplanung. „Es wurde jedoch immer deutlicher und von der Praxis auch so wahrgenommen, dass diese Herangehensweisen notwendigerweise der Ergänzung durch eine sozialräumliche Perspektive bedurfte.“ Damit erlebte das Prinzip der „Sozialraumorientierung“ eine Renaissance, dessen Wirkung bis heute anhält. [...] Ziel dieser Arbeit ist eine umfassende Darstellung und Analyse des sozialräumlichen Planungsansatzes in der Jugendhilfe (Kapitel 2). Im Mittelpunkt stehen hierbei die theoretischen Wurzeln, der Begriff Sozialraum, die Planungsorganisation, die quantitativen und qualitativen Methoden, der Planungsprozess und schließlich die positiven Effekte und Wirkungen des Ansatzes. Daran anschließend sollen die wichtigsten Kritikpunkte und Probleme aufgezeigt werden. (Kapitel 3). Die Grundlagen für diese Betrachtung werden im folgenden Kapitel gelegt, dass sich mit der Jugendhilfeplanung im Allgemeinen (Kapitel 1.1.) sowie den zielorientierten (Kapitel 1.2.), bereichsorientierten (Kapitel 1.3.) und zielgruppenorientierten (Kapitel 1.4.) Planungsansätzen im Besonderen auseinandersetzt.
Die Literatur zu den Themen Jugendhilfeplanung und Sozialraumorientierung ist sehr vielfältig. Zu nennen sind hier insbesondere zahlreiche Dokumentationen von Fachtagungen und Erfahrungsberichte von Modellprojekten. Diese Hauptseminararbeit wird sich vor allem auf die bereits genannte Expertise Sozialraumorientierte Planung des Instituts für soziale Arbeit e.V. sowie auf das von Erwin Jordan und Reinhold Schone herausgegebene Handbuch Jugendhilfeplanung stützen.
Inhaltsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Was ist Jugendhilfeplanung? – Erklärungen und Planungsansätze
- 1.1. Jugendhilfeplanung
- 1.2. Zielorientierte Planung
- 1.3. Bereichsorientierte Planung
- 1.4. Zielgruppenorientierte Planung
- 2. Sozialraumorientierter Planungsansatz
- 2.1. Theoretische Wurzeln
- 2.1.1. Gemeinwesenarbeit
- 2.1.2. Lebensweltorientierte Jugendhilfe
- 2.1.3. Dienstleistungstheorie
- 2.2. Sozialraum
- 2.2.1. Definition
- 2.2.2. Bildung von Sozialräumen
- 2.3. Planungsorganisation
- 2.4. Datenkonzept und qualitative Sozialraumanalyse
- 2.4.1. Daten und Indikatoren
- 2.4.2. Qualitative Sozialraumanalyse
- 2.5. Der Planungsprozess
- 2.6. Ergebnisse sozialraumorientierter Planungen an konkreten Beispielen
- 2.6.1. Wirkungen der Sozialraumanalyse in Düsseldorf
- 2.6.2. Effekte der Sozialraumentwicklung in Potsdam
- 2.1. Theoretische Wurzeln
- 3. Kritik der Sozialraumorientierung in der Jugendhilfeplanung
- Bibliographie
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem sozialraumorientierten Planungsansatz in der Jugendhilfe. Sie analysiert die theoretischen Grundlagen, die Konzepte und die praktische Anwendung dieses Ansatzes. Ziel ist es, ein umfassendes Bild des sozialraumorientierten Planungsansatzes zu zeichnen und seine Stärken und Schwächen aufzuzeigen.
- Theoretische Grundlagen des sozialraumorientierten Planungsansatzes
- Der Begriff Sozialraum und seine Bedeutung für die Jugendhilfeplanung
- Methoden der Sozialraumanalyse und -planung
- Der Planungsprozess in der sozialraumorientierten Jugendhilfe
- Kritik und Herausforderungen des sozialraumorientierten Planungsansatzes
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel der Arbeit widmet sich der Jugendhilfeplanung im Allgemeinen und stellt verschiedene Planungsansätze vor, darunter die zielorientierte, die bereichsorientierte und die zielgruppenorientierte Planung. Es wird deutlich, dass diese Ansätze in der Praxis oft unzureichend waren und eine sozialräumliche Perspektive notwendig wurde.
Kapitel 2 befasst sich mit dem sozialraumorientierten Planungsansatz. Es werden die theoretischen Wurzeln des Ansatzes in der Gemeinwesenarbeit, der lebensweltorientierten Jugendhilfe und der Dienstleistungstheorie beleuchtet. Der Begriff Sozialraum wird definiert und die Bildung von Sozialräumen erläutert. Die Arbeit geht auf die Planungsorganisation, die Datenkonzepte und die qualitative Sozialraumanalyse ein. Der Planungsprozess wird anhand von Beispielen aus der Praxis dargestellt.
Kapitel 3 widmet sich der Kritik an der Sozialraumorientierung in der Jugendhilfeplanung. Es werden die wichtigsten Kritikpunkte und Probleme des Ansatzes aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den sozialraumorientierten Planungsansatz, die Jugendhilfeplanung, die Gemeinwesenarbeit, die Lebensweltorientierung, die Dienstleistungstheorie, den Sozialraum, die Sozialraumanalyse, den Planungsprozess, die Kritik an der Sozialraumorientierung und die Effekte des Ansatzes.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Sozialraumorientierung in der Jugendhilfe?
Es ist ein Planungsansatz, der nicht nur auf einzelne Zielgruppen schaut, sondern die Lebenswelt und das Wohnumfeld der Kinder und Jugendlichen als Ganzes in den Fokus rückt.
Was sind die theoretischen Wurzeln dieses Ansatzes?
Die Wurzeln liegen in der Gemeinwesenarbeit, der lebensweltorientierten Jugendhilfe (nach Hans Thiersch) und der modernen Dienstleistungstheorie.
Wie wird eine Sozialraumanalyse durchgeführt?
Durch die Kombination quantitativer Daten (Statistiken) und qualitativer Methoden (Begehungen, Befragungen von Bewohnern), um Bedarfe im Stadtteil zu ermitteln.
Welche Vorteile bietet die sozialräumliche Planung?
Sie ermöglicht passgenauere Angebote, fördert die Vernetzung im Stadtteil und aktiviert die Selbsthilfepotenziale der Menschen vor Ort.
Welche Kritik gibt es an der Sozialraumorientierung?
Kritiker warnen vor einer Ökonomisierung der Hilfe oder einer Stigmatisierung bestimmter Stadtteile durch die Fokussierung auf „Problemräume“.
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- Magister Artium Manuel Dethloff (Author), 2005, Der sozialraumorientierte Planungsansatz in der Jugendhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112586