Begriff der Evaluation -
Evaluation ist ein vielfältiger Begriff. Er lässt sich nur schwer in einer
allgemeingültigen Definition festlegen, da er eine Vielzahl möglicher Kriterien
impliziert. Deshalb sind verschiedene Definitionsversuche, beziehungsweise
Begrifferklärungen anzustellen, die den Grundgedanken der Evaluation näher
beschreiben.
Suchman unterscheidet zur Systematisierung beispielsweise die beiden Begriffe
Evaluation und Evaluationsforschung. Er übersetzt Evaluation mit Bewertung, einen „Prozess der Beurteilung des Wertes eines Produktes, Prozesses oder eines
Programms, was nicht notwendigerweise systematische Verfahren oder
datengeschützte Beweise zur Untermauerung einer Beurteilung erfordert.“
Weiterhin übersetzt Suchman Evaluation Research mit Evaluationsforschung, der
expliziten „Verwendung wissenschaftlicher Forschungsmethoden und -techniken für
den Zweck der Durchführung einer Bewertung. Evaluationsforschung betont die
Möglichkeit des Beweises anstelle der reinen Behauptung bezüglich des Wertes und Nutzens einer bestimmten sozialen Aktivität.“
Radewaldts Verständnis von Evaluation beschreibt eine weitere Möglichkeit der
Begriffsklärung, welche sich jedoch hauptsächlich auf den schulischen Kontext
bezieht: „Evaluation ist mehr als nur eine Methode oder Technik, mit der Daten oder Informationen erhoben werden. Sie ist ein bewusst geplanter, kontinuierlicher und eingeleiteter Prozess mit dem Ziel, die Qualität von Unterricht und Schule zu verbessern. Sie stellt einen Lern- und Arbeitsprozess dar, der von Lehrern, Schülern und Eltern in der Schulpraxis erlernt wird und in die Arbeitskultur einer Schule fest eingebunden sein sollte. Dies geschieht auf der Grundlage vorhandener oder noch zu erhebender Daten und Informationen.“
Inhaltsverzeichnis
1. Begriff der Evaluation
2. Geschichtliche Entwicklung
3. Phasen einer Evaluation
3.1. Rahmenbedingungen
3.2. Evaluationsziele
3.3. Zeitmanagement
3.4. Nutzen von Evaluation
4. Standards zur Durchführung einer Evaluation
5. Evaluation am Beispiel
6. Eigenschaften eines Evaluators
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den theoretischen und praktischen Grundlagen der Evaluation auseinander, um deren Stellenwert und Funktionsweise im schulischen Kontext zu beleuchten. Dabei wird der Frage nachgegangen, welche Bedeutung die systematische Bewertung von Prozessen für die Qualitätsentwicklung im Bildungswesen hat und welche Anforderungen dies an die handelnden Akteure stellt.
- Grundbegriffe und Definitionen von Evaluation
- Historische Entwicklungslinien der Evaluationsforschung
- Prozessphasen und Rahmenbedingungen einer Evaluation
- Qualitätsstandards und Nutzenanalysen
- Rolle und Eigenschaften einer evaluierenden Person
Auszug aus dem Buch
1. Begriff der Evaluation
Evaluation ist ein vielfältiger Begriff. Er lässt sich nur schwer in einer allgemeingültigen Definition festlegen, da er eine Vielzahl möglicher Kriterien impliziert. Deshalb sind verschiedene Definitionsversuche, beziehungsweise Begrifferklärungen anzustellen, die den Grundgedanken der Evaluation näher beschreiben.
Suchman unterscheidet zur Systematisierung beispielsweise die beiden Begriffe Evaluation und Evaluationsforschung. Er übersetzt Evaluation mit Bewertung, einen „Prozess der Beurteilung des Wertes eines Produktes, Prozesses oder eines Programms, was nicht notwendigerweise systematische Verfahren oder datengeschützte Beweise zur Untermauerung einer Beurteilung erfordert.“
Weiterhin übersetzt Suchman Evaluation Research mit Evaluationsforschung, der expliziten „Verwendung wissenschaftlicher Forschungsmethoden und -techniken für den Zweck der Durchführung einer Bewertung. Evaluationsforschung betont die Möglichkeit des Beweises anstelle der reinen Behauptung bezüglich des Wertes und Nutzens einer bestimmten sozialen Aktivität.“
Radewaldts Verständnis von Evaluation beschreibt eine weitere Möglichkeit der Begriffsklärung, welche sich jedoch hauptsächlich auf den schulischen Kontext bezieht: „Evaluation ist mehr als nur eine Methode oder Technik, mit der Daten oder Informationen erhoben werden. Sie ist ein bewusst geplanter, kontinuierlicher und eingeleiteter Prozess mit dem Ziel, die Qualität von Unterricht und Schule zu verbessern. Sie stellt einen Lern- und Arbeitsprozess dar, der von Lehrern, Schülern und Eltern in der Schulpraxis erlernt wird und in die Arbeitskultur einer Schule fest eingebunden sein sollte. Dies geschieht auf der Grundlage vorhandener oder noch zu erhebender Daten und Informationen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriff der Evaluation: Dieses Kapitel erläutert verschiedene Definitionsansätze der Evaluation und grenzt diese von der Evaluationsforschung ab, wobei besonders der schulische Kontext hervorgehoben wird.
2. Geschichtliche Entwicklung: Hier wird der historische Werdegang von Evaluationsversuchen von der Urgesellschaft über die Antike bis hin zum Industriezeitalter und dem 20. Jahrhundert skizziert.
3. Phasen einer Evaluation: Das Kapitel beschreibt den strukturierten Ablauf einer Evaluation, angefangen bei Rahmenbedingungen und Zielen bis hin zum Zeitmanagement und dem Nutzen der Untersuchung.
4. Standards zur Durchführung einer Evaluation: Dieser Abschnitt thematisiert die Nützlichkeits-, Durchführbarkeits-, Korrektheits- und Genauigkeitsstandards, die für eine professionelle Evaluation essentiell sind.
5. Evaluation am Beispiel: Anhand eines konkreten Modells zur Curriculumsentwicklung für Psychologie in der Sekundarstufe II wird die praktische Umsetzung eines mehrjährigen Evaluationsprojekts verdeutlicht.
6. Eigenschaften eines Evaluators: Das letzte Kapitel analysiert die notwendigen Kompetenzen einer evaluierenden Person und zieht Parallelen zu den Anforderungen an den Lehrerberuf.
Schlüsselwörter
Evaluation, Evaluationsforschung, Qualitätsentwicklung, Schulentwicklung, Selbstevaluation, Fremdevaluation, Nutzenanalyse, Evaluationsstandards, Curriculumsentwicklung, Prozesssteuerung, Methodenkompetenz, Rollenflexibilität, Sozialkompetenz, Schulpraxis, Qualitätsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen fundierten Überblick über die theoretischen Grundlagen der Evaluation, ihre historische Herleitung und ihre praktische Anwendung im Bildungsbereich.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen Begriffsbestimmungen, den Ablauf von Evaluationsprozessen, Qualitätskriterien sowie die Rolle und das Kompetenzprofil des Evaluators.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das Verständnis für Evaluation als kontinuierlichen Qualitätsentwicklungsprozess an Schulen zu stärken und die Voraussetzungen für erfolgreiche Evaluationsvorhaben darzulegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Konzepte und bestehende Evaluationsmodelle (wie das von Seiffge-Krenke) zusammenführt und erläutert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Beschreibung von Evaluationsphasen, die Darstellung von Durchführungsstandards und eine praxisnahe Fallstudie einer Curriculumsentwicklung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Evaluation, Qualitätsentwicklung, Schulpraxis, Evaluationsstandards und die Rolle des Evaluators definiert.
Warum spielt das "Zeitmanagement" eine Rolle für Evaluationen?
Ein strukturiertes Zeitmanagement ist entscheidend, um den Prozess der Evaluation zielgerichtet zu planen, Methoden angemessen auszuwählen und auf unvorhergesehene Störungen zeitnah reagieren zu können.
Welche Parallelen bestehen zwischen Evaluatoren und Lehrkräften?
Beide Rollen erfordern hohe soziale Kompetenz, Kommunikationsfähigkeit, die Vermittlung von Wissen sowie die Fähigkeit zur stetigen Selbstreflexion und Prozessoptimierung innerhalb des schulischen Umfelds.
- Quote paper
- Patrick Schuller (Author), 2007, Grundlagen der Evaluation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112592