Grundlagen der Evaluation


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

13 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Begriff der Evaluation

2. Geschichtliche Entwicklung

3. Phasen einer Evaluation
3.1. Rahmenbedingungen
3.2. Evaluationsziele
3.3. Zeitmanagement
3.4. Nutzen von Evaluation

4. Standards zur Durchführung einer Evaluation

5. Evaluation am Beispiel

6. Eigenschaften eines Evaluators

7. Literaturverzeichnis

1. Begriff der Evaluation

Evaluation ist ein vielfältiger Begriff. Er lässt sich nur schwer in einer allgemeingültigen Definition festlegen, da er eine Vielzahl möglicher Kriterien impliziert. Deshalb sind verschiedene Definitionsversuche, beziehungsweise Begrifferklärungen anzustellen, die den Grundgedanken der Evaluation näher beschreiben.

Suchman unterscheidet zur Systematisierung beispielsweise die beiden Begriffe Evaluation und Evaluationsforschung. Er übersetzt Evaluation mit Bewertung, einen „Prozess der Beurteilung des Wertes eines Produktes, Prozesses oder eines Programms, was nicht notwendigerweise systematische Verfahren oder datengeschützte Beweise zur Untermauerung einer Beurteilung erfordert.“[1]

Weiterhin übersetzt Suchman Evaluation Research mit Evaluationsforschung, der expliziten „Verwendung wissenschaftlicher Forschungsmethoden und -techniken für den Zweck der Durchführung einer Bewertung. Evaluationsforschung betont die Möglichkeit des Beweises anstelle der reinen Behauptung bezüglich des Wertes und Nutzens einer bestimmten sozialen Aktivität.“[2]

Radewaldts Verständnis von Evaluation beschreibt eine weitere Möglichkeit der Begriffsklärung, welche sich jedoch hauptsächlich auf den schulischen Kontext bezieht: „Evaluation ist mehr als nur eine Methode oder Technik, mit der Daten oder Informationen erhoben werden. Sie ist ein bewusst geplanter, kontinuierlicher und eingeleiteter Prozess mit dem Ziel, die Qualität von Unterricht und Schule zu verbessern. Sie stellt einen Lern- und Arbeitsprozess dar, der von Lehrern, Schülern und Eltern in der Schulpraxis erlernt wird und in die Arbeitskultur einer Schule fest eingebunden sein sollte. Dies geschieht auf der Grundlage vorhandener oder noch zu erhebender Daten und Informationen.“[3]

Nach Radewaldt lassen sich weiterhin zwei Evaluationsformen voneinander unterscheiden. Die Verantwortlichen einer internen Evaluation, der so genannten Selbstevaluation, entscheiden selbst darüber, welches Evaluationsvorhaben durchgeführt werden soll. Sie nutzen die gewonnenen Daten und Informationen einer Evaluationsstudie, welche nicht an Dritte weitergegeben, sondern bei den Evaluatoren verbleiben.

Die zweite Evaluationsform bezeichnet Radewaldt als externe oder Fremdevaluation. Dabei werden externe Evaluatoren zur Durchführung der Bewertung von den jeweiligen Auftraggebern herangezogen. Diese Vorgehensweise stellt die Neutralität im Evaluationsprozess sicher.

Grundsätzlich kann man sagen, dass Evaluation immer einen Prozess, beziehungsweise etwas Dauerhaftes darstellt. Sie ist eine spezifische Bewertung, die das Sammeln und Analysieren von Daten voraussetzt. Ein Evaluationsvorhaben ist stets um eine Qualitätsverbesserung bemüht und hat die Absicht, den Nutzen für alle Betroffenen und Beteiligten zu optimieren.

2. Geschichtliche Entwicklung

Erste Evaluationsversuche technischer Art entstanden zur Zeit der Urgesellschaft. Biologische Gesetzmäßigkeiten in Ackerbau und Viehzucht ließen sich anhand empirischer Ergebnisse abwägen. So war beispielsweise die Erkenntnis der gesellschaftlichen Arbeitsteilung aufgrund nutzenorientierter Erfahrungen für alle Beteiligten gewinnbringend.

In der griechisch-römischen Antike forderte Aristoteles bereits die empirische Nutzenbestimmung zur Überprüfung der Staatsformen. Somit war ein Grundstein für die Gestaltungsoptimierung der Gesellschaft auf Evaluationsbasis gelegt.

Einen herben Rückschlag haben die Nutzenüberlegungen von Aristoteles im europäisch-lateinischen Mittelalter erhalten. Die Handlungsorientierung beruhte nicht mehr auf der empirischen Überprüfung des Nutzens einer Sache, sondern trat hinter die religiös-moralische Bewertung.

Eine Vielzahl neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse im Bereich der Mechanik, Botanik, Bergbau und Zoologie erfuhren die Menschen im Zeitalter der Renaissance. Zu dieser Zeit wurde die empirische Wissenschaft von einem starken Aufschwung dominiert, der mit verschiedenen Evaluationsversuchen einherging.

Während des Manufakturzeitalters im 17. Jahrhundert lag in der utilitaristischen Ethik die geistige Wurzel der modernen Evaluation, da das höchste Beurteilungskriterium von Moral und Recht das Prinzip des Nutzens darstellte.

Mit der Erfindung der Dampfmaschine Mitte des 18. Jahrhunderts erhielt die kapitalistische Produktionsweise und damit die empirische Wissenschaft einen weiteren Schub.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Know-how über die erprobten Wissenschaften ergänzt. So entstanden zum Beispiel eigene Gesellschaftswissenschaften, wie Soziologie oder Ökonomie.[4]

[...]


[1] Wottatwa, H. , Thierau, H.: Lehrbuch Evaluation, S. 13

[2] Wottatwa, H. , Thierau, H.: Lehrbuch Evaluation, S. 13

[3] Radewaldt, F.: Evaluation- Eine Schule überprüft ihre Qualitätsstandards, S. 5

[4] vgl.: Wottatwa, H. , Thierau, H.: Lehrbuch Evaluation, S. 25f.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Grundlagen der Evaluation
Veranstaltung
Standards des Sportunterrichts
Note
1,5
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V112592
ISBN (eBook)
9783640122363
Dateigröße
360 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundlagen, Evaluation, Standards, Sportunterrichts, Überprüfung
Arbeit zitieren
Patrick Schuller (Autor), 2007, Grundlagen der Evaluation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112592

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