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Bilder des Nordens von der Antike bis heute

Title: Bilder des Nordens von der Antike bis heute

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 33 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Magister Artium Manuel Dethloff (Author)

World History - General and Comparison
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Summary Excerpt Details

Im ersten Kapitel wird der Norden unter geographischen Gesichtspunkten definiert. Im Mittelpunkt stehen dabei die naturellen Rahmenbedingungen des Nordens und seine räumliche Verschiebung. Das anschließende Kapitel beinhaltet die Analyse des eigentlichen Untersuchungsgegenstandes, beginnend mit der Antike (1100 v. Chr. bis 476 n. Chr.). Hierbei sollen Homers Odyssee, der Apollon-Mythos, die geheimnisvolle Insel Thule sowie die Germania des Tacitus im Vordergrund stehen. Im Mittelalter, das sich zeitlich vom 4./5. Jh. bis ins 14./15. Jh. erstreckt, soll der Schwerpunkt auf den geographischen Forschungen und der Hauptschrift des Adam von Bremen liegen. Der „neuzeitliche“ Norden (16./17. Jh.) wird anhand der Reformation, des Protestantismus, des Dreißigjährigen Krieges sowie des Götizismus erschlossen. In den beiden folgenden Kapiteln zu den Nordenbildern der Aufklärung und der Romantik werden konkrete Vorstellungen vom „nordischen Menschen“ erläutert und deren Unterschiede aufgezeigt. Daran anschließend wird die Zeit Kaiser Wilhelm II. untersucht. Hierbei stehen seine Nordlandfahrten, die Kunst dieser Zeit und der Einfluss Richard Wagners auf den nordischen Mythos im Mittelpunkt. Der folgende Abschnitt zum „völkisch-nationalsozialistischen“ Norden wird sich vor allem der Rasselehre und dem Gedanken der Höherwertigkeit der nordischen Rasse widmen. Mit der Betrachtung des heutigen Norden, insbesondere den Aspekten des Wohlfahrtsstaates und der Rolle der Frau, soll die zeitliche Untersuchung des Nordenbildes beendet werden. Den Abschluss der Arbeit bildet eine kurze Darstellung der wichtigsten Bilder unter besonderer Beachtung der Vorstellungen, die bis heute erhalten geblieben sind. Weiterhin sollen die bedeutsamsten Entwicklungslinien aufgezeigt werden.
Um die Einheitlichkeit im Verlaufe dieser Arbeit zu gewährleisten, wird – aus der Fülle der möglichen Begriffe – für den Untersuchungsraum weitestgehend der Begriff ‚Norden’ verwendet. Weiterhin wird größtenteils auf eine differenzierte Betrachtung der einzelnen nordischen Länder verzichtet. Diese gemeinsame Betrachtung wird nur aufgehoben, wenn es für die inhaltlichen Überlegungen notwendig ist.
Die Quellenlage ist sehr gut.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der „geographische“ Norden

2. Die Vorstellungen vom Norden in verschiedenen Zeiten

2.1. Der „antike“ Norden

2.2. Der „mittelalterliche“ Norden

2.3. Der „neuzeitliche“ Norden

2.4. Der „aufgeklärte“ Norden

2.5. Der „romantische“ Norden

2.6. Der „wilhelminische“ Norden

2.7. Der „völkisch-nationalsozialistische“ Norden

2.8. Der „heutige“ Norden

3. Fazit: Was blieb vom Norden?

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Wandel von Vorstellungen und Bildern über den Norden. Dabei wird analysiert, inwieweit der „Norden“ ein geographisch realexistierendes Gebiet oder eine kulturelle bzw. ideologische Konstruktion darstellt, die sich über verschiedene Epochen hinweg stetig gewandelt hat.

  • Definition des „geographischen“ Nordens unter Berücksichtigung naturräumlicher Bedingungen.
  • Analyse der Nordenbilder von der Antike über das Mittelalter bis zur Neuzeit.
  • Untersuchung der nationalsozialistischen Ideologisierung des Begriffs „nordisch“.
  • Betrachtung des modernen Nordens als Modell für Wohlfahrtsstaatlichkeit und Gleichberechtigung.
  • Kritische Reflexion der Diskrepanz zwischen realer Wirklichkeit und konstruierter Identität.

Auszug aus dem Buch

2.1. Der „antike“ Norden

Bis zum 4. Jh. v. Chr. waren die nördlichen Regionen Europas weitgehend unbekannt und unbereist. Trotzdem gab es im griechisch-römischen Altertum detaillierte Vorstellungen über den Norden. Einen Norden, „der nicht bereist, erobert, erforscht und schriftlich dokumentiert ist, sondern der bestenfalls in disparaten Details vom Hörensagen bekannt und dementsprechend phantasievoll entworfen, konstruiert und imaginiert ist.“

In Homers Odyssee aus dem 8./7. Jh. v. Chr. finden sich einige Stellen, die auf das Nordenbild dieser Zeit schließen lassen. So ist es beispielweise der Nordwind/Nordsturm (Boreas) der Odysseus Flotte erfasst und mehrere Tage über das Meer treibt. Auf seiner Irrfahrt kommt Odysseus auch in das Land der Lästrygonen, „indem die Nächte so verschwindend kurz sind, dass ein Tag praktisch an den anderen anschließt.“ Sind damit die Sonnennächte des hohen Nordens gemeint? Es ist durchaus möglich, dass diese Information bis nach Griechenland gedrungen ist, schließlich ist Bernstein von der Ostsee schon im 2. Jahrtausend bis nach Mykene gelangt. Homers Beschreibung der Sonnennächte passt zu seiner Darstellung des Landes: „der ruhige Hafen, die schützenden Klippen, die angelegten Wege, die frische Quelle, die herrliche Stadt, die hohen Häuser, die Berge, das liebliche wasserholende Mädchen, die Versammlung auf der Agora.“ Doch der Schein trügt. Die Lästrygonen sind gefährliche Menschenfresser, bombardieren die Flotte mit Felsen und Odysseus kann nur unter hohen Verlusten entkommen. Dieser Norden hat also zwei Seiten. Zum einen hell, einladend und mit Formen zivilisatorischer Ordnung, andererseits ist er bevölkert von todbringenden, menschenfressenden Riesen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung umreißt die theoretische Problematik des Nordenbegriffs und definiert das Ziel der Arbeit als Untersuchung der historischen Konstruktion nordischer Identität.

1. Der „geographische“ Norden: Dieses Kapitel definiert den Norden anhand seiner naturellen Rahmenbedingungen und diskutiert die geografische Abgrenzung im europäischen Kontext.

2. Die Vorstellungen vom Norden in verschiedenen Zeiten: Dies ist der Hauptteil, der chronologisch die Konzepte des Nordens von der Antike bis in die heutige Zeit analysiert.

3. Fazit: Was blieb vom Norden?: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert, ob der Norden als eigenständige Entität oder als ideologische Konstruktion zu verstehen ist.

Schlüsselwörter

Norden, Skandinavien, kulturelle Konstruktion, Identität, Nordland, Antike, Mittelalter, Aufklärung, Romantik, Wilhelminismus, Nationalsozialismus, Wohlfahrtsstaat, Rassentheorie, Mythos, Europa

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie sich die Vorstellungen und Bilder vom „Norden“ im Laufe der Geschichte verändert haben und ob es sich dabei um reale geografische oder kulturell konstruierte Identitäten handelt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themen umfassen die antike Wahrnehmung, mittelalterliche Ängste, die wissenschaftliche und romantische Idealisierung, den völkisch-nationalsozialistischen Missbrauch des Begriffs sowie das moderne Bild als sozialer Wohlfahrtsstaat.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Untersuchung der Konstruktion nordischer Bilder und deren Wandel in verschiedenen Epochen, um die Diskrepanz zwischen Stereotyp und Realität aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Schriften und kulturwissenschaftlichen Essays basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, die jeweils spezifische Epochen und die damit verbundenen Nordenbilder detailliert untersuchen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Norden, Identität, kulturelle Konstruktion, Skandinavismus, Mythos und Wohlfahrtsstaat.

Wie hat sich das Bild des Nordens von der Antike zum Mittelalter verändert?

Während der Norden in der Antike teils als paradiesisches Land der Hyperboreer, teils als unheimlich galt, wurde er im Mittelalter primär als „Ort der Verdammten“, geprägt durch Kälte und das Bedrohungspotenzial der Wikinger, wahrgenommen.

Welche Rolle spielte der Nationalsozialismus in Bezug auf den Begriff „nordisch“?

Die Nationalsozialisten instrumentalisierten den Begriff durch eine rassistische Ideologie, wobei sie den „nordischen Menschen“ als genetisch überlegen darstellten und diesen mit germanischen Mythen verknüpften.

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Details

Title
Bilder des Nordens von der Antike bis heute
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Historisches Institut)
Course
Der Norden: Geschichtsregion und kulturelle Konstruktion
Grade
2,0
Author
Magister Artium Manuel Dethloff (Author)
Publication Year
2004
Pages
33
Catalog Number
V112616
ISBN (eBook)
9783640110452
ISBN (Book)
9783656661849
Language
German
Tags
Bilder Nordens Antike Norden Geschichtsregion Konstruktion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Manuel Dethloff (Author), 2004, Bilder des Nordens von der Antike bis heute, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112616
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