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Arbeit in der Plattformökonomie. Herausforderungen für das deutsche Arbeitsrecht und Lösungsansätze

Titel: Arbeit in der Plattformökonomie. Herausforderungen für das deutsche Arbeitsrecht und Lösungsansätze

Akademische Arbeit , 2019 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Timo Dziggel (Autor:in)

VWL - Arbeitsmarktökonomik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Einige sehen in ihr die Vorstufe „moderner Sklaverei“ und warnen vor der Entstehung eines „digitalen Proletariats.“ Andere preisen sie als die Zukunft der Arbeit und betonen ihren Beitrag zur Autonomie der Erwerbstätigen auf der einen, zu wirtschaftlichem Wachstum durch Senkung von Transaktionskosten auf der anderen Seite. Die Rede ist von der Plattformökonomie. Ungeachtet der gegensätzlichen Narrative, die die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit ihr prägen, steht fest: die Plattformökonomie ist auf dem Vormarsch und bringt Veränderungen der Arbeitswelt mit sich. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwiefern das deutsche Arbeitsrecht für die von der Plattformökonomie angestoßenen Veränderungen gewappnet ist.

Um diese Frage zu beantworten, erörtere ich zunächst, wie sich Erwerbstätigkeit in der Plattformökonomie ausgestaltet. Sie zeichnet sich durch vier Merkmale aus: vermehrte Solo-Selbstständigkeit, ein hohes Ausmaß an Kontrolle, hoher Leistungsdruck und – je nach Perspektive – entweder Unsicherheit oder Flexibilität. Daraus ergeben sich zwei Herausforderungen für das deutsche Arbeitsrecht, denen ich mich in dieser Arbeit widme. Erstens, die Aufdeckung von Scheinselbstständigkeit. Und zweitens, die Ausweitung des Schutzbereichs von Arbeitsrecht und Sozialversicherung auf die Erwerbstätigen in der Plattformökonomie. Hinsichtlich der beiden Herausforderungen zeige ich zuletzt Wege auf, ihnen erfolgreich zu begegnen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Erwerbstätigkeit in der Plattformökonomie

3 Arbeitsrechtliche Herausforderungen und Lösungsansätze

3.1 Aufdeckung von Scheinselbstständigkeit

3.2 Ausweitung des Schutzbereichs

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen, die sich durch die Plattformökonomie für das deutsche Arbeitsrecht ergeben, und entwickelt Ansätze, um den Schutz von Erwerbstätigen in diesem Sektor zu gewährleisten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit das bestehende Rechtssystem auf die durch die Digitalisierung angestoßenen Veränderungen in der Arbeitswelt reagieren kann und welche rechtspolitischen Reformen notwendig sind, um prekäre Arbeitsbedingungen zu vermeiden.

  • Charakteristika der Erwerbstätigkeit in der Plattformökonomie (Kontrolle, Leistungsdruck, Flexibilität vs. Unsicherheit)
  • Die Problematik der Scheinselbstständigkeit und die Rolle von Informationsasymmetrien
  • Notwendigkeit und Begründung einer Ausweitung des arbeitsrechtlichen Schutzbereichs
  • Rechtspolitische Lösungsansätze wie übertragbare Reputationsmechanismen und neue Sicherungssysteme

Auszug aus dem Buch

3.1 Aufdeckung von Scheinselbstständigkeit

Als Scheinselbstständigkeit bezeichnet man als Selbstständigkeit getarnte, de facto jedoch abhängige Beschäftigung. Sie stellt per se keine neue Herausforderung für das Arbeitsrecht dar. In Anbetracht der Eigenschaften von Erwerbstätigkeit in der Plattformökonomie präsentiert sie sich nun aber in neuem Gewand. Gegeben der oben geschilderten Anreizsituation für Unternehmen, kann grundsätzlich davon ausgegangen werden, dass Versuche zur Verschleierung von abhängiger Beschäftigung unternommen werden. Im Kontext der Plattformökonomie gibt es einige Faktoren, die solche Tendenzen begünstigen.

Zunächst einmal umgibt die Plattformökonomie eine Aura der Innovation. Auch wenn das Geschäftsmodell der Plattformökonomie, komplexe Aufgaben zu zergliedern und an eine große Gruppe Selbstständiger auszulagern, nicht allzu innovativ ist – es sei etwa an die Heimarbeit erinnert – die der Plattformökonomie zu Grunde liegende Technologie ist es gewiss. Und sie leistet ihren Beitrag dazu, die Unterscheidung von Solo-Selbstständigkeit und abhängiger Beschäftigung zu erschweren. So ist ein kennzeichnendes Merkmal abhängiger Beschäftigung die Eingliederung in eine betriebliche Arbeitsorganisation. Die Technologie der Plattformökonomie ermöglicht ortsungebundene Kommunikation und Koordination. Dadurch verschwimmen die räumlichen Grenzen der betrieblichen Arbeitsorganisation. In dem Maße, in dem eine betriebliche Arbeitsorganisation räumlich gefasst wird, in dem Maße erschwert sich somit die Unterscheidung von abhängiger Beschäftigung und Solo-Selbstständigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gegensätzlichen Narrative der Plattformökonomie und leitet daraus die Forschungsfrage ab, inwieweit das deutsche Arbeitsrecht für diese neuen Arbeitsformen gewappnet ist.

2 Erwerbstätigkeit in der Plattformökonomie: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe und arbeitet vier zentrale Merkmale der Erwerbstätigkeit in der Plattformökonomie heraus: Solo-Selbstständigkeit, Kontrolle, Leistungsdruck sowie eine Ambivalenz zwischen Flexibilität und Unsicherheit.

3 Arbeitsrechtliche Herausforderungen und Lösungsansätze: Der Hauptteil diskutiert die Aufdeckung von Scheinselbstständigkeit angesichts neuer Technologien sowie die Notwendigkeit und Umsetzung einer Ausweitung des Schutzbereichs auf schutzbedürftige Selbstständige.

4 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und betont, dass eine rechtspolitische Anpassung erforderlich ist, um die Heterogenität des Marktes zu berücksichtigen und Innovation zu erhalten.

Schlüsselwörter

Plattformökonomie, Arbeitsrecht, Scheinselbstständigkeit, Solo-Selbstständige, Schutzbereich, digitale Transformation, Arbeitsorganisation, Informationsasymmetrien, Beweislastumkehr, soziale Sicherung, Netzwerkeffekte, Fremdbestimmung, Arbeitnehmerähnliche Person, kollektive Selbstorganisation, Gig Economy.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den arbeitsrechtlichen Implikationen der Plattformökonomie in Deutschland und analysiert, wie sich das aktuelle Arbeitsrecht zu den veränderten Arbeitsbedingungen verhält.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentral sind die Abgrenzung zwischen abhängiger Beschäftigung und Solo-Selbstständigkeit, die Problematik der Scheinselbstständigkeit sowie die soziale Absicherung der Erwerbstätigen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie der Schutzbereich des Arbeitsrechts und der Sozialversicherung auf schutzbedürftige Selbstständige in der Plattformökonomie ausgeweitet werden kann, ohne das Innovationspotenzial zu ersticken.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Analyse, die den aktuellen Rechtsbestand mit den technologischen und ökonomischen Gegebenheiten der Plattformökonomie konfrontiert und rechtspolitische Reformvorschläge diskutiert.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Problematik der Scheinselbstständigkeit unter veränderten räumlichen Bedingungen und die Argumentation für einen erweiterten Schutzbereich basierend auf wirtschaftlicher Abhängigkeit und Fremdbestimmung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Gig Economy, Scheinselbstständigkeit, soziale Sicherung, Beweislastumkehr und Reputationsmechanismen sind essenziell für das Verständnis der Arbeit.

Warum reicht das bisherige Instrumentarium zur Aufdeckung von Scheinselbstständigkeit nicht aus?

Durch Informationsasymmetrien und die räumliche Entgrenzung der Arbeit mittels moderner Technologien ist die klassische Statusfeststellung erschwert, da die Plattformen die Kontrolle über die Datenhoheit behalten.

Was schlägt der Autor als Lösung für die wirtschaftliche Abhängigkeit vor?

Neben der Beweislastumkehr werden Ansätze wie die Einführung übertragbarer Reputationsmechanismen, eine flexible Mindestvergütungsrate und ein soziales Sicherungssystem analog zur Künstlersozialkasse diskutiert.

Inwiefern ist der Begriff der "arbeitnehmerähnlichen Person" problematisch?

Der Autor argumentiert, dass dieser Rechtsbegriff für die Plattformökonomie inadäquat ist, da er oft nur die Abhängigkeit von einem einzigen Auftraggeber voraussetzt, während Plattformarbeiter von mehreren Auftraggebern oder der Plattformstruktur selbst abhängig sein können.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Arbeit in der Plattformökonomie. Herausforderungen für das deutsche Arbeitsrecht und Lösungsansätze
Hochschule
Universität Bremen
Note
1,0
Autor
Timo Dziggel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V1126165
ISBN (eBook)
9783346486158
ISBN (Buch)
9783346486165
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Plattformökonomie Arbeitsrecht New Work Sozialversicherung Arbeit Plattform
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Timo Dziggel (Autor:in), 2019, Arbeit in der Plattformökonomie. Herausforderungen für das deutsche Arbeitsrecht und Lösungsansätze, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1126165
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Leseprobe aus  21  Seiten
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