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Studien zum "ungarischen Stil" bei Johannes Brahms. Am Beispiel der Ungarischen Tänze WoO 1 und der Zigeunerlieder op. 103

Titel: Studien zum "ungarischen Stil" bei Johannes Brahms. Am Beispiel der Ungarischen Tänze WoO 1 und der Zigeunerlieder op. 103

Masterarbeit , 2019 , 104 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Astrid Wille (Autor:in)

Musikwissenschaft - Systematische Musikwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit befasst sich mit den Werken "Ungarische Tänze WoO 1" und den "Zigeunerlieder op. 103" von Johannes Brahms. Beide Kompositionen sollen sowohl auf ihre unterschiedliche Ausprägung und Gestaltung hinsichtlich des "ungarischen Stils" als auch auf ihr Verhältnis zu den ungarischen Vorlagen und der westeuropäischen Kunstmusik untersucht werden.

Dazu werden im Folgenden, nach Erläuterung der Entstehungsgeschichte beider Werke, Brahms` Verbindung zu Ungarn sowie die musikalischen Entwicklungen des Landes im 19. Jahrhundert betrachtet. Des Weiteren werden in einem Überblick Brahms´ kompositorische Umsetzung den Vorlagen gegenübergestellt und schließlich die Ungarischen Tänze Nr. 6 und 11 sowie das erste und das achte der Zigeunerlieder diesbezüglich analysiert und verglichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Johannes Brahms und der „ungarische Stil“

2. Der Entstehungsprozess der Ungarischen Tänze WoO 1 und der Zigeunerlieder op. 103

2.1 Die Ungarischen Tänze WoO 1

2.2 Die Zigeunerlieder op. 103

3. Brahms´ Beziehung zu Ungarn

4. Musikalische Entwicklungen im Ungarn des 19. Jahrhunderts

4.1 Geschichtliche und gesellschaftliche Aspekte

4.2 Ungarische Musikstile

4.2.1 Die einstimmigen ungarischen Volkslieder

4.2.2 Verbunkos und Csárdás

4.2.3 Das volkstümliche Kunstlied

4.2.4 Zusammenfassung der Stilmerkmale

4.3 Die Zigeunermusiker und ihre Vortragsweise

4.4 Die Integration der Stile in die westeuropäische Kunstmusik

5. Brahms´ Kompositionen und die Vorlagen im Vergleich

5.1 Die Ungarischen Tänze und die Vorlagen des Brahms-Nachlasses

5.1.1 Die Melodien

5.1.2 Anlage der Werke

5.1.3 Form

5.1.4 Beispiele der Umsetzung des „ungarischen Stils“

5.1.5 Schlussfolgerung

5.2 Die Zigeunerlieder op. 103 und die Ungarischen Liebeslieder

5.2.1 Verwandtschaft

5.2.2 Anlage der Werke

5.2.3 Form

5.2.4 Beispiele für die Umsetzung des ungarischen Stils und der zigeunerischen Vortragsweise

5.5 Schlussfolgerung

6. Werkbetrachtungen

6.1 Beispiele zweier unterschiedlicher Ausdrucksmöglichkeiten des „ungarischen Stils“

6.1.1 Ungarischer Tanz Nr. 6

6.1.2 Zigeunerlied Nr. 1: He, Zigeuner, greife in die Saiten ein

6.2 Der „ungarische Stil“ als Inspiration für Komposition und Interpretation

6.2.1 Ungarischer Tanz Nr. 11

6.2.2 Lied Nr. 8: “Horch, der Wind klagt in den Zweigen traurig sacht”

7. Brahms´ Erhöhung der ungarischen Musik in der Kunstform

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, wie Johannes Brahms in seinen Ungarischen Tänzen WoO 1 und den Zigeunerliedern op. 103 den sogenannten „ungarischen Stil“ (style hongrois) verarbeitete. Ziel ist es, die Unterschiede zwischen den originalen ungarischen Vorlagen und Brahms' Kompositionen zu analysieren, um aufzuzeigen, wie der Komponist ungarische Elemente in die westeuropäische Kunstmusik integrierte und dabei seinen eigenen Stil entwickelte.

  • Analyse der historischen Entstehung und musikalischen Merkmale des style hongrois
  • Untersuchung von Brahms' persönlicher Beziehung zu ungarischen Musikern und der ungarischen Kultur
  • Vergleichende Studie zwischen originalen ungarischen Notenvorlagen und den Brahms-Kompositionen
  • Differenzierung der kompositorischen Umsetzung zwischen Tänzen und Liedern
  • Betrachtung der Bedeutung von Tradition und Innovation in Brahms' Erhöhung ungarischer Musik zur Kunstform

Auszug aus dem Buch

Die Integration der Stile in die westeuropäische Kunstmusik

Im Zuge der Faszination des Anderen, dem Exotismus, integrierte man in der Musik Stilanleihen anderer Kulturen in die westeuropäische Kunstmusik. Im Hinblick auf Ungarn entstand so der style hongrois, dessen Blütezeit zwischen dem letzten Viertel des 18. und dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts anberaumt wird. Er stellt letztlich keinen eigenen Stil, sondern eine Zusammenfassung musikalischer Mittel vor allem des Verbunkos, des Csárdás, des volkstümlichen Kunstliedes und der Vortragsweise der Zigeunermusiker dar.

Es sei darauf verwiesen, dass viele der im Folgenden genannten Merkmale wie Punktierungen oder Triolen für sich genommen noch keinen ausreichenden Nachweis des style hongrois darstellen. Meist bedarf es einer Häufung oder Kombination mit einschlägigen Stilmitteln, wie beispielsweise dem Choriambus. Die Stilausprägungen können daher sehr unterschiedlich ausfallen, weshalb es nur selten möglich ist, „die nationale Substanz eines musikalischen Stils mit greifbaren Kriterien dingfest zu machen“, zumal sie oft nicht nur durch eindeutige Kriterien erkennbar ist, sondern auch durch Tonfärbungen oder rhythmische Differenzierungen, welche wissenschaftlich nur schwer zu umreißen sind.

Der style hongrois wurde von den Komponisten bewusst verwendet um direkte Assoziationen mit Ungarn oder den Zigeunern zu wecken, wobei seine Elemente ganz unterschiedlich eingesetzt werden konnten. Das von Ungarn nicht weit entfernt liegende Wien erfuhr durch die zahlreich durchreisenden konzertierenden Zigeunerkapellen viele Inspirationen, welche sich in manchen Operetten und auch in der westeuropäischen Kunstmusik niederschlugen.

Zusammenfassung der Kapitel

Johannes Brahms und der „ungarische Stil“: Diese Einleitung positioniert Brahms im Kontext der westeuropäischen Kunstmusik und erläutert seine Auseinandersetzung mit dem style hongrois.

Der Entstehungsprozess der Ungarischen Tänze WoO 1 und der Zigeunerlieder op. 103: Das Kapitel beleuchtet die Genese beider Werke und die Rolle der ungarischen Quellen sowie Brahms’ Zusammenarbeit mit Verlegern.

Brahms´ Beziehung zu Ungarn: Hier werden die biografischen Verbindungen des Komponisten zu Ungarn, seine Konzertreisen und sein Austausch mit ungarischen Musikern dargestellt.

Musikalische Entwicklungen im Ungarn des 19. Jahrhunderts: Dieser Teil analysiert die historischen und kulturellen Rahmenbedingungen sowie die Entwicklung der verschiedenen ungarischen Musikstile.

Brahms´ Kompositionen und die Vorlagen im Vergleich: Das Kernkapitel vergleicht die Ungarischen Tänze und Zigeunerlieder direkt mit den jeweiligen ungarischen Vorlagen aus dem Brahms-Nachlass.

Werkbetrachtungen: Detaillierte analytische Untersuchung ausgewählter Tänze und Lieder hinsichtlich ihrer stilistischen Umsetzung.

Brahms´ Erhöhung der ungarischen Musik in der Kunstform: Das Fazit fasst zusammen, wie Brahms ungarische Musik auf eine Ebene der westeuropäischen Kunstmusik hob.

Schlüsselwörter

Johannes Brahms, Ungarische Tänze, Zigeunerlieder, style hongrois, ungarische Musik, Verbunkos, Csárdás, magyar nóta, Zigeunerkapellen, Musikgeschichte, Kompositionsanalyse, Volksmusik, Kunstlied, 19. Jahrhundert, ungarische Folklore

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterthesis grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Johannes Brahms ungarische musikalische Einflüsse in seinen Werken, konkret in den Ungarischen Tänzen WoO 1 und den Zigeunerliedern op. 103, verarbeitet hat.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit fokussiert auf die musikalischen Stile Ungarns im 19. Jahrhundert, die historische Beziehung von Brahms zu diesem Land und die konkrete kompositorische Analyse seiner Werke im Vergleich mit originalen Vorlagen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Brahms zwischen authentischen ungarischen Volksmusik-Elementen und den Anforderungen der westeuropäischen Kunstmusik vermittelt und dabei eine eigene ästhetische Synthese schafft.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine vergleichende musikwissenschaftliche Analyse, bei der Notendrucke und handschriftliche Quellen aus dem Brahms-Nachlass direkt den fertigen Kompositionen gegenübergestellt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Neben dem historischen Kontext wird detailliert analysiert, wie Brahms Melodie, Rhythmus, Form und Harmonik der ungarischen Vorlagen transformiert und in seine eigene Klangsprache überführt hat.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind der „ungarische Stil“ (style hongrois), Verbunkos, Csárdás, die magyar nóta sowie die Zigeunerkapellen als historische Vermittler dieser Stile.

Wie unterscheidet Brahms bei der Bearbeitung zwischen Tänzen und Liedern?

Während die Tänze oft stärker das virtuose, teils improvisatorische Temperament der Kapellen aufgreifen, werden die Zigeunerlieder kunstvoller in eine strukturierte, eher dem Kunstlied nahestehende Form überführt.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Rolle von Brahms?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Brahms nicht lediglich Volksmusik kopierte, sondern sie durch künstlerische „Erhöhung“ in eine Kunstform transformierte, die den westlichen Hörgewohnheiten entsprach.

Ende der Leseprobe aus 104 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Studien zum "ungarischen Stil" bei Johannes Brahms. Am Beispiel der Ungarischen Tänze WoO 1 und der Zigeunerlieder op. 103
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg  (Musikforschung)
Note
1,3
Autor
Astrid Wille (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
104
Katalognummer
V1126250
ISBN (eBook)
9783346487926
ISBN (Buch)
9783346487933
Sprache
Deutsch
Schlagworte
studien stil johannes brahms beispiel ungarischen tänze zigeunerlieder
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Astrid Wille (Autor:in), 2019, Studien zum "ungarischen Stil" bei Johannes Brahms. Am Beispiel der Ungarischen Tänze WoO 1 und der Zigeunerlieder op. 103, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1126250
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Leseprobe aus  104  Seiten
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