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Ganztagsschulen und soziale Ungleichheit im deutschen Bildungssystem. Einfluss und Auswirkungen

Title: Ganztagsschulen und soziale Ungleichheit im deutschen Bildungssystem. Einfluss und Auswirkungen

Term Paper , 2021 , 17 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nicole Kitscha (Author)

Pedagogy - School System, Educational and School Politics
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit behandelt die Frage, ob Ganztagsschulen durch das veränderte Verhältnis von Familie und Schule, der Reproduktion sozialer Ungleichheit im deutschen Bildungssystem entgegenwirken können.

Zunächst erfolgt die Definition des Begriffes der sozialen Ungleichheit und es wird ein Zusammenhang zwischen sozialer Ungleichheit und Bildung hergestellt sowie die Ursachen sozialer Ungleichheit mithilfe Bourdieus Theorie herausgestellt. Als Nächstes erfolgt die Herausstellung der Reproduktion sozialer Ungleichheit und eine Erklärung mittels Bourdieus Theorie.

Abschließend soll die Beantwortung der Fragestellung durch eine Untersuchung, ob ein verändertes Verhältnis zwischen Familie und Schule durch Ganztagsschulen der Reproduktion sozialer Ungleichheit entgegenwirkt, angestrebt werden.
Zum Abschluss sollen mögliche Lösungsansätze für die in der Untersuchung herausgestellten Schwächen in der Realisierung der ungleichheitsreduzierenden Wirkung von Ganztagsschulen dargestellt werden.

Die Pisa-Studie aus 2000 stellte heraus, dass die Kompetenzen deutscher Schüler im Vergleich mit anderen OECD-Staaten deutlich unter dem Durchschnitt liegen und dass dies stark abhängig von der sozialen Herkunft der Schüler ist. Dies führte dazu, dass dieses Ergebnis Gegenstand kontroverser und intensiver Diskussionen über des deutsche Bildungssystems wurde.
Da Länder mit Ganztagsschulen besser abschnitten als Länder mit Halbtagsschulen, wurde bildungspolitisch debattiert, ob die in Deutschland üblichen Halbtagsschulen Grund für dieses schlechte Ergebnis sind.

Über das „Investitionsprogramm Zukunft Bildung und Betreuung (IZBB) stellte die Bundesregierung zwischen 2003 und 2009 vier Milliarden Euro für den Ausbau der Ganztagsschulen bereit. Durch den Ausbau der Ganztagsschulen wurde das Ziel verfolgt, die durch PISA aufgekommene Problematik zu beheben und auch eine adäquate Förderung aller Schüler, Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Kompensation sozialer Ungleichheit zu erreichen. Bildungserfolg also durch verändertes Verhältnis von Familie und Schule zu erreichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlegender Begriff: Soziale Ungleichheit

2.1 Definition soziale Ungleichheit

2.2 Habitustheorie und Kapitalbegriff nach Bourdieu

3. Reproduktion sozialer Ungleichheit im Bildungssystem

3.1 Die Familie als Faktor außerhalb der Schule

3.2 Innerhalb der Bildungsinstitution Schule

4. Möglichkeit Verringerung sozialer Ungleichheit: Die Ganztagsschule

4.1 Ganztagsschulen und deren Organisationsform

4.2 Teilnahme am Ganztagsbetrieb nach sozialer Herkunft

4.3 Lösungsansätze für herausgestellte Problematik

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern Ganztagsschulen durch ein verändertes Verhältnis von Familie und Schule der Reproduktion sozialer Ungleichheit im deutschen Bildungssystem entgegenwirken können. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob die strukturelle Neugestaltung des Schulalltags die bestehenden schichtspezifischen Bildungsnachteile kompensieren kann.

  • Soziale Ungleichheit und ihre Definition nach Hradil
  • Die Habitustheorie und der Kapitalbegriff nach Pierre Bourdieu
  • Mechanismen der Reproduktion sozialer Ungleichheit durch Familie und Schule
  • Die Ganztagsschule als bildungspolitisches Instrument zur Chancenangleichung
  • Herausforderungen in der Bildungs- und Erziehungspartnerschaft

Auszug aus dem Buch

2.2 Habitustheorie und Kapitalbegriff nach Bourdieu

Nach Bourdieu unterscheidet das Kapitalvolumen zwischen einer herrschenden, mittleren und Arbeiterklasse. Wobei der herrschenden Klasse die meisten Kapitalien zur Verfügung stehen (Vgl. Bourdieu 1998, S. 16 ff.). Bourdieu kommt zu dieser Annahme, da nach ihr die Gesellschaft ein sozialer Raum ist, der als mehrdimensional bezeichnet werden kann und durch Unterscheidung und Verteilung von Kapitalien, eine Schichtung der Gesellschaft erzeugt (Vgl. Bourdieu 1982, S. 12). Die daraus entstehenden Klassen werden hinsichtlich des Kapitals unterschieden. Das Kapitalvolumen, Summer aller Kapitalsorten, zusammen mit der Kapitalstruktur, differenzieller Umfang verschiedener Kapitalsorten im Gesamtkapital, entscheiden über die Positionierung der Klassen im sozialen Raum (Vgl. Bourdieu 1998, S. 16 ff.). Die Klassen stehen in Beziehung zueinander und werden definiert „durch Nähe, Nachbarschaft oder Ferne, sowie durch Ihre relative Position, oben oder unten oder auch zwischen bzw. in der Mitte“ (Bourdieu 1992b, S. 138). Dieses führt zur Reproduktion der derzeitigen Klassengrenzen, Machtverhältnissen und der Sozialstruktur.

Dies schafft unterschiedliche Bedingungen für den Erwerb von Werten und Lebenspraxen, die bestimmte Klassen auszeichnen (Vgl. Bourdieu 1992a, S. 49ff.). Daher entwickeln Klassen ähnlicher sozialer Stellung „ähnliche Dispositionen und Interessen […], folglich ähnliche Praktiken“ (Bourdieu 1985, S. 12). Die Dispositionen, herangezogen als Bewertungs- und Wahrnehmungsmuster, bezeichnet Bourdieu als Habitus (Vgl. Bourdieu 1992b, S. 100). Der Habitus ist verinnerlicht und daher unbewusst, die daraus resultierenden Praktiken werden automatisiert ausgeführt und zeigen sich im Raum der Lebensstile.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den bildungspolitischen Diskurs nach PISA 2000 und definiert das Ziel der Arbeit, den Beitrag von Ganztagsschulen zur Verringerung sozialer Ungleichheit zu prüfen.

2. Grundlegender Begriff: Soziale Ungleichheit: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der sozialen Ungleichheit und führt die Habitustheorie sowie den Kapitalbegriff nach Bourdieu als theoretisches Fundament ein.

3. Reproduktion sozialer Ungleichheit im Bildungssystem: Hier wird der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft, familiären Voraussetzungen und dem Erfolg im Schulsystem analysiert, wobei die Rolle der Schule als Ort der Reproduktion hervorgehoben wird.

4. Möglichkeit Verringerung sozialer Ungleichheit: Die Ganztagsschule: Das Kapitel untersucht die Ganztagsschule als Instrument zur Chancengerechtigkeit, analysiert Organisationsformen und beleuchtet bestehende Hindernisse in der Kooperation zwischen Schule und Elternhaus.

5. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse und die Untersuchungsergebnisse zusammen und betont die Bedeutung einer rationalen Pädagogik zur tatsächlichen Nutzung der Potenziale von Ganztagsangeboten.

Schlüsselwörter

Soziale Ungleichheit, Bildungssystem, Ganztagsschule, Pierre Bourdieu, Habitus, Kulturelles Kapital, Bildungsbenachteiligung, Bildungsungleichheit, Reproduktion, Chancengerechtigkeit, Bildungsaspiration, Schule, Familie, Erziehungspartnerschaft, Rationale Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Frage, ob der Ausbau von Ganztagsschulen in Deutschland dazu beitragen kann, die Reproduktion sozialer Ungleichheit im Bildungswesen zu verringern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung sozialer Ungleichheit (Bourdieu), die Rolle von Familie und Schule sowie die organisationalen und pädagogischen Bedingungen von Ganztagsschulen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die kritische Prüfung, ob Ganztagsschulen durch ein verändertes Verhältnis von Familie und Schule tatsächlich ein ungleichheitsreduzierendes Potenzial entfalten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Hausarbeit, die den aktuellen Diskurs anhand der Fachliteratur und einschlägiger Studien (z.B. PISA, StEG) analysiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Begriffe definiert, die Mechanismen der Ungleichheitsreproduktion durch Habitus und Kapital erläutert und anschließend die Chancen und Barrieren des Ganztagsschulbetriebs diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie soziale Ungleichheit, kulturelles Kapital, Bildungsgerechtigkeit und Ganztagsschulkonzepte charakterisiert.

Inwiefern beeinflusst der "Habitus" laut der Arbeit den Schulerfolg?

Laut Bourdieu verinnerlichen Kinder aus verschiedenen sozialen Schichten unterschiedliche Wahrnehmungs- und Handlungsmuster, die in der Schule als "natürlich" vorausgesetzt und von Lehrkräften unterschiedlich bewertet werden.

Welches Hindernis besteht bei der Kooperation zwischen Eltern und Ganztagsschule?

Ein wesentliches Hindernis ist die häufig defizitorientierte Sicht der Schule auf Familien aus bildungsfernen Schichten, was die angestrebte Bildungs- und Erziehungspartnerschaft belastet.

Was bedeutet "rationale Pädagogik" im Kontext der Lösungsansätze?

Damit ist ein Ansatz gemeint, bei dem Lehrkräfte ihre eigenen schichtspezifischen Erwartungen reflektieren und die Lebenswelten der Schüler aktiv in den Unterricht integrieren, anstatt andere Bildungsformen abzuwerten.

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Details

Title
Ganztagsschulen und soziale Ungleichheit im deutschen Bildungssystem. Einfluss und Auswirkungen
College
(International University of Applied Sciences)  (Pädagogik für Bildung, Beratung und Personalentwicklung)
Grade
1,7
Author
Nicole Kitscha (Author)
Publication Year
2021
Pages
17
Catalog Number
V1126390
ISBN (eBook)
9783346487742
ISBN (Book)
9783346487759
Language
German
Tags
ganztagsschulen ungleichheit bildungssystem einfluss auswirkungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Kitscha (Author), 2021, Ganztagsschulen und soziale Ungleichheit im deutschen Bildungssystem. Einfluss und Auswirkungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1126390
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