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Der Tod in Rom: Der Umgang Siegfrieds und Adolfs mit der Vergangenheit

Wolfgang Koeppen und der Roman seiner Zeit

Titre: Der Tod in Rom: Der Umgang Siegfrieds und Adolfs mit der Vergangenheit

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2005 , 23 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Christoph Baldes (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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„Der Tod in Rom“ ist der dritte Roman von Koeppens Nachkriegstrilogie. Er handelt vom „unverhofften und verhängnisvollen“1 Aufeinandertreffen verschiedener Angehöriger einer durch den Nationalsozialismus entzweiten Familiensippe in Rom. Der Roman zeigt auf, welchen Weg die einzelnen Familienmitgliedern nach dem Zweiten Weltkrieg gegangen sind; im Mittelpunkt steht dabei ihre Rolle im Dritten Reich und die Frage, wie sie sich mit dieser Rolle heute, rund ein Jahrzehnt später, auseinandersetzen.2 Die Figuren des Romans stehen fast alle in einem gegensätzlichem Verhältnis zueinander: Es gibt die aktiven Nazis und die Mitläufer, militärisch und ideologisch geprägte Figuren, die Eltern- und die Kindergeneration, autonome und abhängige Personen, Sieger und Verlierer; in der Forschung findet man deshalb auch den Begriff der „Choreographie des Kontrasts“.3 Eine Sonderrolle in dieser Figurenkonstellation spielt das Ehepaar Kürenberg, welches zwar keinen verwandtschaftlichen Bezug zur Sippe hat, deren Leben aber zahlreiche Berührpunke mit ihr aufweist. Auch die Kürenbergs sind in die wechselseitige Figurenkonstellation eingepasst. [...] Die Arbeit ist in zwei große Teile unterteilt. Der erste Teil beschäftigt sich mit der Person Siegfrieds, der zweite dann mit Adolf. Da Siegfried einer der beiden Protagonisten des Romans ist und der Leser ihm somit deutlich näher steht als Adolf, umfasst die Beschäftigung mit ihm rund zwei Drittel der Arbeit; Adolf hingegen tritt relativ spät in die Handlung ein und wird auch nur in Umrissen gezeichnet,9 weshalb seine Untersuchung zwangsläufig ein geringerer Anteil an der Arbeit zukommt. In beiden Teilen werden die Personen zu Beginn charakterisiert: Zunächst wird kurz der Lebenslauf der jeweiligen Figur dargestellt, bevor ihre Situation zum Zeitpunkt der Handlung geschildert wird. Daran anschließend werden prägnante Charakter-eigenschaften und sonstige Besonderheiten der Personen dargelegt. In einem nächsten Unterpunkt wird das Verhältnis der Figuren zu anderen Personen der Handlung aufgezeigt, bevor der Frage nachgegangen wird, wie sie sich konkret mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen. As Leitfaden dienen dabei drei Aspekte: Zunächst die Frage, wie die Figuren bis zum Zeitpunkt der Handlung ihre Geschichte aufgearbeitet haben; danach wird analysiert, welche Auswirkung die bisherige Vergangenheits-bewältigung auf das gegenwärtige Handeln und Denken hat, und letztlich wird überlegt, welche Perspektiven sich den Figuren für die Zukunft ergeben. Abschließend werden die Ergebnisse der Arbeit nochmals zusammengefasst, das Hauptergebnis herausgearbeitet und dieses letztlich mit den Ergebnissen der Sekundärliteratur in Kontrast gestellt.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Hinführung zum Thema

1.2 Literaturlage

1.3 Vorgehensweise

2. Der Umgang Siegfrieds und Adolfs mit der Vergangenheit

2.1 Siegfried Pfaffrath

2.1.1 Charakteristik Siegfrieds

2.1.2 Siegfrieds Verhältnis zu den anderen Figuren

2.1.3 Siegfrieds Umgang mit der Vergangenheit und seine Perspektive

2.2 Adolf Judejahn

2.2.1 Charakteristik Adolfs

2.2.2 Adolfs Verhältnis zu den anderen Personen

2.2.3 Adolfs Umgang mit der Vergangenheit und seine Perspektive

3. Zusammenfassung und Ergebnis

4. Literaturverzeichnis

4.1 Textausgabe:

4.2 Forschungsliteratur:

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Hausarbeit analysiert die Figuren Siegfried Pfaffrath und Adolf Judejahn in Wolfgang Koeppens Roman "Der Tod in Rom", um zu untersuchen, wie sie mit ihrer nationalsozialistischen familiären Vergangenheit umgehen und welche Auswirkungen dies auf ihre gegenwärtige Lebensgestaltung hat.

  • Vergleichende Analyse von Identitätskrisen und Vergangenheitsbewältigung.
  • Untersuchung der psychologischen Distanzierung zur nationalsozialistischen Herkunft.
  • Rolle der künstlerischen Autonomie (Musik) versus religiöse Institutionen (Kirche).
  • Interaktion innerhalb der Figurenkonstellation und gesellschaftliche Integration.
  • Bewertung der unterschiedlichen Entwicklungspfade der beiden Protagonisten.

Auszug aus dem Buch

2.1.3 Siegfrieds Umgang mit der Vergangenheit und seine Perspektive

„Der im Koeppenschen Werk geschilderte Umgang mit der Geschichte kennt im wesentlichen zwei Modi: den der Erinnerung und den des Vergessens“ – diese allgemeine Aussage Treichels trifft in ihrer plakativen Vereinfachung auch auf den „Tod in Rom“ zu. Siegfried befindet sich dabei auf der Seite des Vergessens; zumindest versucht er, der Vergangenheit zu entfliehen und sie zu verdrängen. Oberflächlich wird dies schon daran erkennbar, dass er nach seiner Kriegsgefangenschaft den Kontakt zu seinen Eltern abbricht und nicht mehr in seine Heimat zurückkehrt, aber auch beispielsweise daran, dass er sich überlegt, ein Pseudonym anzunehmen, weil er seinen Namen „missachte[t]“ (TiR 14), der den Idealtypus des germanischen Heldenjünglings verkörpert.

Siegfried flüchtet in eine Gegenwelt. Diese ist geprägt durch den Anspruch auf „radikale[] persönliche[] und künstlerische[] Autonomie“ und steht im Kontrast zu seiner von dritter Seite, ideologisch bestimmten Jugend, die eine für ihn traumatische Erfahrung darstellt, deren Auswirkungen ihn bis heute in Form der Päderastie begleiten. Äußere Kennzeichen seiner vermeintlichen Freiheit finden sich vielfältig; bereits zu Beginn des Romans wird darauf hingewiesen, dass seine Kompositionsweise so geartet ist, dass sie „den Machthabern verfemt war“ (TiR 9), also einen „entgegen-gesetzte[n] Protest“ zu seinem früheren Leben darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zur Thematik der Vergangenheitsbewältigung in der Nachkriegsliteratur und Erläuterung der methodischen Vorgehensweise bei der Untersuchung der beiden Hauptfiguren.

2. Der Umgang Siegfrieds und Adolfs mit der Vergangenheit: Detaillierte Analyse der Charaktere, ihrer sozialen Beziehungen und ihrer gegensätzlichen Ansätze zur Bewältigung der eigenen Geschichte, wobei Siegfried die Flucht in die Autonomie und Adolf den Weg über die Kirche wählt.

3. Zusammenfassung und Ergebnis: Abschließende Synthese der Analyseergebnisse, die Siegfried als perspektivlosen Einzelgänger und Adolf als tatkräftigen, wenn auch institutionell gebundenen Gewinner der Entwicklung kontrastiert.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen zur Fundierung der Analyse.

Schlüsselwörter

Wolfgang Koeppen, Der Tod in Rom, Nachkriegsliteratur, Vergangenheitsbewältigung, Nationalsozialismus, Siegfried Pfaffrath, Adolf Judejahn, Identitätskrise, Autonomie, Kirche, Schuld, Erinnerung, Verdrängung, Generationenbruch, Gesellschaftsroman.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Umgang der zwei Romanfiguren Siegfried Pfaffrath und Adolf Judejahn mit ihrer familiären nationalsozialistischen Vergangenheit in Wolfgang Koeppens "Der Tod in Rom".

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Vergangenheitsbewältigung, den Generationskonflikt, die Auswirkungen von Ideologien auf das Individuum sowie die Flucht in Autonomie oder religiöse Institutionen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den individuellen Auseinandersetzungsprozess der Protagonisten mit ihrer Geschichte aufzuzeigen und zu analysieren, wie sich dieser auf ihr gegenwärtiges Handeln und Leben auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Lebenslauf, Charakteristika, soziale Beziehungen und den konkreten Umgang mit der Vergangenheit anhand von Textbelegen aus dem Roman untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Siegfried und Adolf in getrennten Kapiteln charakterisiert, ihre Beziehungen zu anderen Figuren beleuchtet und ihr jeweiliges psychologisches Vorgehen bei der Bewältigung ihrer Vergangenheit analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Wolfgang Koeppen, Vergangenheitsbewältigung, Identitätskrise, Autonomie, Schuld, Nationalsozialismus und der Generationsbruch.

Wie unterscheidet sich Siegfrieds Umgang mit der Vergangenheit von dem Adolfs?

Siegfried versucht, der Vergangenheit durch eine radikale, aber letztlich erfolglose Flucht in eine mythische Autonomie zu entkommen, während Adolf den Kontakt zur Vergangenheit zwar auch erst mied, dann aber eine bewusste Auseinandersetzung im Rahmen der Kirche sucht.

Warum wird Siegfried als "Scheiternder" oder "Verlierer" betrachtet?

Siegfried verstrickt sich in einer existentiellen Krise, verliert den Bezug zur sozialen Realität und findet keine tragfähige Perspektive, da er sich weigert, seine eigene Geschichte und Schuld konstruktiv anzunehmen.

Inwiefern spielt die Institution Kirche eine Rolle bei Adolfs Entwicklung?

Die Kirche dient Adolf als notwendiger Rahmen für Stabilität und Schutz. Trotz der Ähnlichkeiten der kirchlichen Hierarchien mit dem verhassten NS-System findet Adolf dort die Liebe und Sinnstiftung, die ihm bei der Bewältigung seiner Vergangenheit helfen.

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Résumé des informations

Titre
Der Tod in Rom: Der Umgang Siegfrieds und Adolfs mit der Vergangenheit
Sous-titre
Wolfgang Koeppen und der Roman seiner Zeit
Université
University of Trier
Cours
Hauptseminar: Wolfgang Koeppen und der Roman seiner Zeit
Note
1,7
Auteur
Christoph Baldes (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
23
N° de catalogue
V112679
ISBN (ebook)
9783640115112
ISBN (Livre)
9783640116164
Langue
allemand
mots-clé
Umgang Siegfrieds Adolfs Vergangenheit Hauptseminar Wolfgang Koeppen Roman Zeit
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GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Christoph Baldes (Auteur), 2005, Der Tod in Rom: Der Umgang Siegfrieds und Adolfs mit der Vergangenheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112679
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Extrait de  23  pages
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