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Die Ursachen von Armut und ihrer räumlichen Konzentration

Title: Die Ursachen von Armut und ihrer räumlichen Konzentration

Term Paper , 2002 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Patrick Nitsch (Author)

Sociology - Habitation and Urban Sociology
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Armut nimmt zu. Vor allem in Großstädten und sie konzentriert sich in diesen Städten in speziellen Wohnquartieren. Diese Armut findet vor dem Hintergrund einer gesamtgesellschaftlichen Wohlstandsentwicklung statt, dem sogenannten „Fahrstuhleffekt“1. Dieser besagt, dass die Gesellschaft im Durchschnitt von Jahr zu Jahr über eine höhere Geldmenge verfügt. Kritisiert wird an diesem Begriff von Beck, dass er dabei aber die Einkommensunterschiede vernachlässigt, die der Mittelwert nicht kenntlich machen kann.

Es gab die These der „Armut im Wohlstand“, nach der die zunehmende Armut Folge einer Wachstums- und Wettbewerbskonkurrenz ist, weil diese Konkurrenz eine sozio-ökonomische und sozialräumliche Polarisierung erzeugt. Alisch und Dangschat aber vertreten die These der „Armut durch Wohlstand“2. Um diese These genauer zu verstehen, muss man die Ursachen kennen, wie Armut entsteht, wie sie sich ausweitet und wie sich Armut räumlich konzentriert. Das wiederum begreift man erst, wenn man die globalen, regionalen und lokalen Zusammenhänge von gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung und die Regulation durch (lokale) Politik und der Verwaltung kennt. Ziel soll es deshalb sein, genau diese Ursachen, anhand von drei Blickwinkeln herauszuarbeiten. Erster Gesichtspunkt soll die Regionalökonomie sein. Dazu gehören ökonomische Umstrukturierung, internationale Arbeitsteilung und deren Auswirkung auf die räumliche Polarisierung. Zweiter Punkt ist die Politologie, mit Stadtentwicklung und Regulation. Dritter Blickwinkel, um auf die Ursachen zu stoßen, ist die Soziologie. In diesem Zusammenhang gehören zu ihr der Soziale Wandel, die soziale Ungleichheit, residentielle Segregation und Ausgrenzung. An den theoretischen Teil anschließend soll dargestellt werden, inwieweit hochgradige Segregation und Konzentration von Armut in der Praxis auch schon in Europa vorhanden ist. In manchen Vorstädten französischer Großstädte gibt es zwar keine durch ethnische oder nationale Homogenität gekennzeichneten Gettos, aber dennoch Stadtviertel mit einem hohen Immigrantenanteil und enormen sozialen Problemen, die sogenannte „Banlieue“. Die französische Mittelschicht und die aufstiegsorientierten Immigrantenfamilien verlassen diese Viertel, so dass die weniger erfolgreichen Immigranten mit der französischen Unterklasse die in diesen Vorstädten so typische Mischung aus Armut und Zuwanderung bilden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HAUPTTEIL

2.1 Ökonomische Umstrukturierung

2.2 Lokalpolitische Regulation

2.3 Wohnungspolitik

2.4 Soziale Ungleichheit und sozialer Wandel

2.4.1 Sozio-ökonomische Polarisierung

2.4.2 Sozio-demographische Entdifferenzierung

2.4.3 Sozio-kulturelle Heterogenisierung

2.5 Segregation

2.6 Ausgrenzung

2.7 Die Banlieue der französischen Großstädte

3. SCHLUSS

4. LITERATURVERZEICHNIS

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Ursachen zunehmender Armut und deren räumliche Konzentration in Großstädten vor dem Hintergrund globaler wirtschaftlicher Umstrukturierungen und lokaler politischer Regulationsmechanismen. Das zentrale Ziel ist es, diese komplexen Zusammenhänge durch die Perspektiven der Regionalökonomie, Politologie und Soziologie zu analysieren, um das Entstehen sozialer Brennpunkte besser zu verstehen.

  • Ökonomische Treiber wie internationale Arbeitsteilung und Standortfreiheit.
  • Einfluss lokaler Politik und Stadtverwaltung auf urbane Strukturen.
  • Mechanismen der sozialen Segregation und Ausgrenzung in Wohnquartieren.
  • Die Rolle sozio-ökonomischer Polarisierung und veränderter Haushaltsstrukturen.
  • Fallbeispiel der französischen Banlieue als Ort sozialer Desintegration.

Auszug aus dem Buch

2.7 Die Banlieue der französischen Großstädte

Dubet und Lapeyronnie beschreiben in ihrer Studie den Zerfall dieser roten Vorstädte als Gemeinschaftsprodukt von Desintegration, Verfall der traditionellen Arbeiterkultur und städtischer Segregation.

Modernisierungsprozesse und wirtschaftliches Wachstum fördern nicht mehr die soziale Integration, sondern umgekehrt die soziale Ausgrenzung. Die „Grand Ensembles“, die Großsiedlungen, die in den großen Städten entstanden, sind heute keine Arbeiterviertel mehr. Das einzig gemeinsame Merkmal der dortigen Bewohner ist heute nur mehr ein geringes Einkommen. Viele von ihnen sind Immigranten oder Immigrantenkinder maghrebinischer Herkunft. In der Banlieue mussten sie die von den Mittelschichten verlassenen Wohnungen beziehen. Viele von ihnen sind arbeitslos und in einer pauperisierenden Umgebung gefangen.

Die zweite Generation der Immigranten führt zum großen Teil ein Leben, das von Instabilität und Ungewissheit bestimmt ist. Diese sozial marginalisierten Jugendlichen maghrebinischer Herkunft, die sogenannten „Beurs“, bezeichnen ihr Leben als „La galère“. Es zeichnet sich durch flüchtige Bekanntschaften, kleine kriminelle Handlungen und der sporadischen Suche nach einer Beschäftigung aus. „Die galère ist ein Zerfallsprodukt der roten Vorstädte und der Arbeiterwelt.“ Ein Leben ohne feste Regeln und Prinzipien. Die Menschen begegnen sich mit dem Misstrauen derjenigen, die sich ihre Nachbarn nicht herausgesucht haben. Wenn Solidarität existiert, dann nur in der eigenen Familie.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung des Phänomens zunehmender Armut in Großstädten und Einführung der drei analytischen Blickwinkel (Regionalökonomie, Politologie, Soziologie).

2. HAUPTTEIL: Detaillierte Analyse der Ursachen von Armut durch ökonomische Umstrukturierung, lokale Regulation und soziale Veränderungsprozesse.

2.1 Ökonomische Umstrukturierung: Untersuchung der globalen wirtschaftlichen Ebene und deren Auswirkungen auf Arbeitslosigkeit und lokale räumliche Unterschiede.

2.2 Lokalpolitische Regulation: Analyse der veränderten Rolle kommunaler Politik sowie Konzepte wie „urban management“ und Deregulierung.

2.3 Wohnungspolitik: Erörterung der Auswirkungen von Fördermaßnahmen und Marktmechanismen auf die Wohnsituation einkommensschwacher Haushalte.

2.4 Soziale Ungleichheit und sozialer Wandel: Zusammenfassung der Faktoren, die soziale Polarisierung und Veränderungen in der Gesellschaft vorantreiben.

2.4.1 Sozio-ökonomische Polarisierung: Fokus auf den Arbeitsmarkt, das Phänomen der „working poor“ und das Verschwinden der Mittelschicht.

2.4.2 Sozio-demographische Entdifferenzierung: Analyse veränderter Haushaltsformen und Auswirkungen selektiver Migrationsprozesse in Wohngebieten.

2.4.3 Sozio-kulturelle Heterogenisierung: Betrachtung unterschiedlicher Lebensstile und Anwendung des Kapitalbegriffs nach Bourdieu auf den Wohnungsmarkt.

2.5 Segregation: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen sozialen und räumlichen Strukturen sowie der Bildung sozialer Brennpunkte.

2.6 Ausgrenzung: Definitorische Einordnung der sozialen Ausgrenzung sowie Identifikation gefährdeter Gruppen und deren Arten.

2.7 Die Banlieue der französischen Großstädte: Fallstudie zur sozialen Desintegration, Marginalisierung und Identitätsbildung in französischen Vorstädten.

3. SCHLUSS: Zusammenfassende Betrachtung der Folgen sozialer Ausgrenzung und der Notwendigkeit aktiver jugendpolitischer Gegenmaßnahmen.

4. LITERATURVERZEICHNIS: Aufstellung der wissenschaftlichen Quellen und Studien, die zur Untermauerung der Argumentation herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Armut, Segregation, soziale Ausgrenzung, ökonomische Umstrukturierung, Banlieue, soziale Polarisierung, Stadtentwicklung, Wohnungspolitik, Arbeitsmarkt, soziale Integration, working poor, sozio-kulturelle Heterogenisierung, unterclass, lokale Regulation, Migration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung von Armut und deren räumlicher Konzentration in Großstädten, eingebettet in globale und lokale Entwicklungsprozesse.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf ökonomischer Umstrukturierung, lokalpolitischer Regulation, Wohnungspolitik sowie den soziologischen Aspekten von Segregation und Ausgrenzung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die systematische Herausarbeitung der Ursachen für die räumliche Konzentration von Armut anhand drei verschiedener wissenschaftlicher Blickwinkel.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es wird eine theoretische Analyse durchgeführt, die regionalökonomische, politologische und soziologische Ansätze (wie die Kapitaltheorie von Bourdieu) integriert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu Arbeitsmarktveränderungen, politischer Steuerung, sozio-ökonomischer Polarisierung und endet mit einer Fallstudie zur französischen Banlieue.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Zentrale Begriffe sind Armut, Segregation, Ausgrenzung, soziale Polarisierung, Banlieue und Stadtentwicklung.

Warum ist das Wohnviertel ein entscheidender Faktor für soziale Ungleichheit?

Die Wohngegend kann laut Arbeit ein eigener Benachteiligungsfaktor sein, da sie soziale Identität prägt, den Zugang zu Chancen beeinflusst und Stigmatisierung fördern kann.

Welche Rolle spielt die Jugend in der Banlieue-Fallstudie?

Jugendliche in den untersuchten Vorstädten sind oft von sozialer Marginalisierung, Instabilität und Perspektivlosigkeit betroffen, was teilweise in Rückzug oder Kriminalität mündet.

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Details

Title
Die Ursachen von Armut und ihrer räumlichen Konzentration
College
University of Freiburg  (Institut für Soziologie)
Course
Städtisches Leben
Grade
2,0
Author
Patrick Nitsch (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V11268
ISBN (eBook)
9783638174732
Language
German
Tags
segregation ausgrenzung armut banlieue
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Nitsch (Author), 2002, Die Ursachen von Armut und ihrer räumlichen Konzentration, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11268
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