COVID-19 Geschehnisse. Im Vergleich zu anderen Pandemiegeschehnissen


Essay, 2021

4 Seiten, Note: 1

Anonym


Leseprobe

In diesem Essay werde ich auf die Epidemie-Erfahrungen der Gegenwart und der Vergangenheit eingehen, welche zur Frage haben, was heutzutage anders ist als in früheren Zeiten der Epidemie beziehungsweise was die Menschheit aus vorherigen Epidemie­Erfahrungen gelernt oder auch nicht gelernt hat. Im gesamten Essay stehen vier ausgewählte Grundquellliteraturen mit besonderer Berücksichtigung im Vordergrund, auf dessen Autoren und Inhalte ich im weiteren Verlauf detaillierter eingehen werde. Die Grundquellliteraturen ergeben sich aus dem Text „Gefangene der Zeit“ von Christopher Clark (2020), den von Astrid Viciano im Jahr 2018 geschriebenen wissenschaftlichen Zeitungsartikel „Neue Angst vor alten Seuchen“, den Tagebucheinträgen von Samuel Pepys (1982) in „Das geheime Tagebuch“ sowie dem Aufsatz von Manfred Skopec im Jahr 1996 über „Die Cholera in Wien“.

Christopher Clark beschreibt 2020 in seinem Buch „Gefangene der Zeit“ in seinem Vorwort Auswirkungen der COVID-19 Geschehnisse. Er berichtet über eine Entschleunigung des Alltagsgeschehens, das derzeit allen Menschen nur allzu bekannt vorkommt. Sowohl öffentliche Fortbewegungsmittel wie Flüge und Busse als auch für unser Aller alltägliche Dinge wie Versammlungen oder gar Schulen geraten ins Stocken. In einer so digitalisierten, fortschrittlichen und offenen Welt kaum vorstellbar. Während er davon berichtet, dass sowohl Verschwörungstheorien über das COVID-19 Virus existieren wie z.B.: ‘Bill Gates inszenierte die Pandemie, um Menschen Mikrochips per Impfung zu verpflanzen, damit diese letztlich mittels 5G-Netzen kontrolliert werden können‘, so haben Menschen größtenteils auch schon damals Vorstellungen von Seuchen bevorzugt, welche himmlischer Herkunft oder menschlicher Verursachung entstammen. Im 16. Jahrhundert des Mailandes galten Fremde aus anderen italienischen Städten als „Pest-Beschmierer“ sogenannte untori, welche Kirchenaltäre mit pestbringender Paste bestrichen haben sollen (vgl. Clark, 2020, S. 14ff.). Auch Astrid Viciano berichtet 2018 in ihrem sehr wissenschaftlich geschriebenen Zeitungsartikel das Alliierte Gerüchte erzählt haben, die mit der „Spanischen Gruppe“ zusammenhingen, weil sich die Haut der Erkrankten kurz vor ihrem Ableben schwarz verfärbte. Diese Erkrankung solle laut den Alliierten jedoch von deutschen Kampfstoffen erzielt worden sein, die Pesterreger enthielten (vgl. Viciano, 2018, www.sueddeutsche.de). Mir jedoch ist nach den derzeitig bekannten wissenschaftlichen Befunden nicht klar, warum sich sogenannte Verschwörungstheorien nach mehrmaligen Pandemie-Erfahrungen wiederholen, obwohl so viele wissenschaftliche Grundlagen offen gelegt sind. Damals, so schreibt Astrid Viciano, waren den Menschen Viren noch unbekannt und Ärzte ahnten nichts von deren Ausmaß (vgl. Viciano, 2018, www.sueddeutsche.de). Heutzutage jedoch sind Viren allgegenwärtig bekannt und sowohl sie als auch ihr Ausmaß werden, mit Fluch und Segen zugleich, von den bereits weit digitalisierten Medien verbreitet. Ein gutes Beispiel bieten hierbei die aktuellen Fallzahlen der COVID-19 Erkrankungen, welche durch das RKI; dem Robert Koch Institut, veröffentlicht werden und in sämtlichen Medien, wie beispielsweise dem Fernsehen, im Radio und in Zeitungen präsent gehalten werden. In den letzten sieben Tagen sind laut dem RKI allein in Niedersachsen ca. 9.100 Personen erkrankt, wobei dies auch nur Fälle sind die erkannt und somit dem Gesundheitsamt gemeldet worden sind (vgl. RKI, 2021, www.rki.de). Dementsprechend reicht es bei Pandemien nicht nur auf die eigene Gesundheit zu achten und bei nicht Erkrankung eine Verschwörung dahingehend zu vermuten oder gar zu verbreiten. Auch wenn es schwer erscheint sich vorstellen zu können, warum ein Virus entsteht, warum eine so fortschrittliche Welt trotz so guter medizinischer Versorgung wie wir sie in Deutschland vorfinden, so wenig gegen ein aufkommendes Virus anrichten kann, so können parallelen zu damaligen Zeitepochen und Pandemie-Erfahrungen erkannt werden, wie meine vorherigen Erläuterungen aufzeigen. Trotz dessen stellt sich mir die Frage, warum die Autorin Astrid Viciano 2018 einen Zeitungsartikel über „Neue Angst vor alten Seuchen“ und somit der längst vergangenen Spanischen Grippe schreibt, die, wie der Titel entnehmen lässt, eine bereits bekannte Epidemie-Erfahrung mit neuen Ängsten in Verbindung bringt. Hierbei kann ich mir vorstellen, dass das aufgrund der Globalisierung zustande gekommen ist. Menschen reisen von überall auf der Welt in fremde oder aber auch bekannte Städte, dies birgt neue Gefahren vor neuen Krankheiten, die es zuvor nur in bestimmten Regionen gegeben hat. Die Viren verbreiten und entwickeln sich somit stetig weiter. Auch die Zahl der wirksamen Medikamente sinkt, zumal immer häufiger und schneller auf Antibiotika zurück gegriffen wird, wodurch eine Antibiotikaresistenz entstehen kann. Zudem sinkt die Wirksamkeit aber auch, weil es immer mehr resistente Keime und Viren gibt (vgl. BMBF, 2015, www.gesundheitsforschung- bmbf.de). Dementsprechend liegt der Gedanke nicht weit daran, dass auch unsere fortschrittliche Medizin an ihre Grenzen stößt. Wenn jedoch der Tagebucheintrag vom 14.09.1665 von Samuel Pepys betrachtet wird, so fallen gravierende Unterschiede, aber gleiche Grundgedanken zur jetzigen COVID-19 Pandemie auf. Samuel Pepys schreibt in seinem Eintrag davon, dass er zur Börse gehe, welche jedoch mit einer Zahl von rund 200 Personen voller Menschen sei und er sich bemühe mit so wenigen wie möglich zu sprechen (vgl. Pepys, 1982). Bezogen auf unsere aktuellen Lockdown-Beschränkungen ist es für uns derzeit nicht nachzuvollziehen an einem Platz auf rund 200 Personen zu treffen. Der Grundgedanke mit so wenigen Personen wie möglich in Kontakt zu treten ist damals wie heute präsent, mit dem Unterschied das dies auch eine Vorgabe der Regierung ist. Die Verbreitung der Bakterien soll mit unterschiedlichsten Maßnahmen eingedämmt und auf ein Minimum reduziert werden, auch das gab es schon in vorherigen Pandemien. Manfred Skopec schreibt 1996 in seinem Aufsatz „Die Cholera in Wien“ beispielsweise über militärische Kordone, welche für Durchreisende nur an wenigen Stellen zu passieren waren, dass diese sich einer 10 bis 20 tätigen, andauernden Beobachtung unterziehen mussten (vgl. Skopec, 1996, S.252). Dies wäre somit vergleichbar mit unseren PCR-Testungen, welche vor Reiseantritt oder Beendigung vorgelegt werden müssen und nicht älter als 48 Stunden sein dürfen, um Grenzen passieren zu dürfen (vgl. BMG, 2021, www.zusammengegencorona.de). Hierbei sind deutliche parallelen zu erkennen, welche wir mittels Medizin jedoch weiterentwickeln konnten, um so ein vereinfachtes Testungsverfahren zu generieren. Auch schreibt Astrid Viciano 2018 in ihrem Zeitungsartikel von Ärzten mit Schnabelmasken (vgl. Viciano, 2018), was die jetzige COVID-19 Pandemie seit Anbeginn begleitet und sich von Stoffmasken hin zu medizinischen und sichereren FFP2 Masken entwickelte. Wenn die Schutzmaßnahmen gegenübergestellt werden, kann man feststellen, dass bis auf harte Ausgangsbeschränkungen und Regelungen zu Kontaktbeschränkungen, welche bei nicht Einhaltung mit Geldbußen geahndet werden, kaum Neuerungen in Epidemie-Erfahrungen in den Jahrhunderten entstanden sind. Sämtliche Firmen meldeten, wenn auch gezwungener Maßen, Kurzarbeit an, was sofortige Schließungen des Geschäftes aufgrund von Umsatzeinbußen verglichen zu damals verhindern sollte.

Den „systemrelevanten“ Berufsgruppen, wie z.B. medizinischem Personal, Personen aus dem Einzelhandel und auch pädagogischem Personal wurde von Balkonen aus gedankt. Doch was bringt es diesen Berufsgruppen, wenn Einzelne von Balkonen klatschen, wenn doch die Ansteckungsgefahr aufgrund des nahen Kontaktes zu Menschen um ein Vielfaches erhöht ist? Wenn diese Pandemie ein Ende findet, so wird die Auswirkung der „systemisch so relevanten“ Berufsgruppen erneut verblassen. Auch wenn sie tagtäglich in den Dienst von tausenden Menschen genommen werden und ein Profi-Fußballspieler weiterhin in einer Woche mehr verdient als abertausende Menschen im sozialen Bereich jährlich. Es sind grundlegende Strukturen, die verändert werden müssen, damit Problematiken wie beispielsweise Pflegenotstände und das Fehlen von qualifiziertem Personal abgebaut und dementsprechend vorgebeugt werden können. Diese Pandemie hat gezeigt, wie existenziell die sozialen Berufe sind und das ohne sie viele Menschen vereinsamen oder an ihrer Erkrankung versterben würden. Deshalb wäre es sinnvoll, sich erneut Gedanken darüber zu machen, wie soziale Berufe attraktiver gestaltet werden können. Auch ist es für mich unverständlich, dass es Menschen gibt die für all dieses Geschehen „höhere Mächte“ vermuten, ganz gleich ob „Bill Gates Menschen über 5G Netze kontrollieren will“ oder Präsidenten davon sprechen „Desinfektionsmittel zu injizieren“ - nur um diese Aussage danach zu revidieren. Auch schon früher gab es diese Vermutungen, aber heutzutage werden Aussagen wie die oben beschriebenen durch sämtliche Medien verbreitet. Ob dies gut oder schlecht ist, kann dahingestellt bleiben. Schließlich können Informationen sich so wie ein Lauffeuer in sekundenschnelle verbreiten, woraus sich sowohl Vor- als auch Nachteile ableiten lassen.

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Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
COVID-19 Geschehnisse. Im Vergleich zu anderen Pandemiegeschehnissen
Hochschule
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
Note
1
Jahr
2021
Seiten
4
Katalognummer
V1127113
ISBN (eBook)
9783346499998
Sprache
Deutsch
Schlagworte
covid-19, geschehnisse, vergleich, pandemiegeschehnissen
Arbeit zitieren
Anonym, 2021, COVID-19 Geschehnisse. Im Vergleich zu anderen Pandemiegeschehnissen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127113

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