Diese Arbeit beschäftigt sich mit verschiedenen Ansätzen zur Operationalisierung von vorsichtiger Rechnungslegung bzw. accounting conservatism. Das Ziel besteht darin, einen Überblick über verschiedene Möglichkeiten zur Operationalisierung zu geben und anschließend einen Vergleich sowie eine Bewertung der einzelnen Methoden anhand von wissenschaftlichen Kriterien anzustellen. Abschließend wird ein Fazit gezogen, in dem geschlussfolgert wird, welcher Ansatz zur Operationalisierung am besten geeignet ist.
Der Begriff der vorsichtigen Rechnungslegung ist im wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich allgegenwärtig. Als ein Grundsatz ordnungsmäßiger Buchführung ist das Vorsichtsprinzip ebenfalls ein zentraler Bestandteil in der deutschen Rechnungslegung. Allerdings fehlt es an einer klaren und einheitlichen Operationalisierung einer vorsichtigen Rechnungslegung.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Theoretische Grundlagen des accounting conservatism
- Definition und Ausprägungen
- Erklärungsansätze
- Analyse ausgewählter Methoden zur Operationalisierung von accounting conservatism
- Die asymmetrische Zeitnähe - Basu (1997)
- Asymmetric Accrual to Cash-flow Measure – Ball/Shivakumar (2005)
- Marktwert-Buchwert-Verhältnis
- Vergleich und Bewertung der Messmethoden
- Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit verschiedenen Ansätzen zur Operationalisierung von vorsichtiger Rechnungslegung bzw. accounting conservatism. Ziel ist es, einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten zur Operationalisierung zu geben und anschließend einen Vergleich sowie eine Bewertung der einzelnen Methoden anhand von wissenschaftlichen Kriterien anzustellen. Abschließend wird ein Fazit gezogen, in dem geklärt wird, welcher Ansatz zur Operationalisierung am besten geeignet ist.
- Definition und Ausprägungen von accounting conservatism
- Erklärungsansätze für vorsichtige Rechnungslegung
- Analyse ausgewählter Methoden zur Operationalisierung von accounting conservatism
- Vergleich und Bewertung der Messmethoden
- Fazit und Ausblick auf mögliche Forschungsansätze für die Zukunft
Zusammenfassung der Kapitel
Das zweite Kapitel der Seminararbeit definiert den Begriff des accounting conservatism und grenzt die beiden Ausprägungen conditional und unconditional conservatism voneinander ab. Zudem wird ein Überblick über potentielle Erklärungsansätze für vorsichtige Rechnungslegung gegeben.
Im dritten Kapitel werden drei ausgewählte Methoden zur Operationalisierung vorsichtiger Rechnungslegung vorgestellt und analysiert. Ausgangspunkt der Untersuchungen stellt das umgekehrte Regressionsmodell von Basu (1997) dar. Anschließend wird der Ansatz von Ball/Shivakumar (2005) vorgestellt, der vorsichtige Rechnungslegung für nicht-börsennotierte Unternehmen misst. Abschließend wird das Marktwert-Buchwert-Verhältnis als Messmethode für vorsichtige Rechnungslegung vorgestellt.
Im vierten Kapitel werden die verschiedenen Messansätze anhand wissenschaftlicher Kriterien verglichen und bewertet.
Schlüsselwörter
Vorsichtige Rechnungslegung, accounting conservatism, Operationalisierung, Messmethoden, Basu (1997), Ball/Shivakumar (2005), Marktwert-Buchwert-Verhältnis, conditional conservatism, unconditional conservatism
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet „vorsichtige Rechnungslegung“ (accounting conservatism)?
Es handelt sich um einen Grundsatz der Buchführung, bei dem Verluste früher als Gewinne antizipiert werden. In der Forschung wird zwischen bedingter (conditional) und unbedingter (unconditional) Vorsicht unterschieden.
Was ist der Ansatz von Basu (1997)?
S. Basu entwickelte ein umgekehrtes Regressionsmodell zur Messung der asymmetrischen Zeitnähe. Er untersuchte, wie viel schneller schlechte Nachrichten im Vergleich zu guten Nachrichten in den Jahresabschlüssen abgebildet werden.
Wie messen Ball und Shivakumar (2005) die Vorsicht?
Ihr Ansatz konzentriert sich auf die asymmetrische Erfassung von Rückstellungen (Accruals) im Verhältnis zum Cashflow. Diese Methode ist besonders für nicht-börsennotierte Unternehmen relevant, da sie keine Marktdaten benötigt.
Warum ist das Marktwert-Buchwert-Verhältnis eine Messmethode für Vorsicht?
Ein niedriges Buchwert-Marktwert-Verhältnis kann auf eine vorsichtige Bilanzierung hindeuten, da Vermögenswerte tendenziell unterbewertet und Schulden eher überbewertet werden, was den Buchwert im Vergleich zum Marktwert drückt.
Was ist der Unterschied zwischen bedingter und unbedingter Vorsicht?
Bedingte Vorsicht reagiert auf aktuelle Nachrichten (z.B. Abschreibungen bei Wertminderung), während unbedingte Vorsicht unabhängig von Ereignissen durch Bilanzierungswahlrechte (z.B. sofortige Abschreibung von FuE-Kosten) besteht.
- Quote paper
- Manuel Fischer (Author), 2021, Operationalisierung von vorsichtiger Rechnungslegung in der Rechnungslegungsforschung. Analyse und Bewertung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127116