Übergang in den Ruhestand und nachberufliche Tätigkeiten - Ehrenamt im Alter


Seminararbeit, 2008

22 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Typen der Erwartungen an die freiwillige Tätigkeit

Abbildung 2: Engagement in verschiedenen Engagementbereichen

Abbildung 3: Motive für das freiwillige Engagement in 2 Altersklassen – 2004

Abbildung 4: Erworbene Fähigkeiten, die für sich selbst wichtig sind, durch die freiwillige Tätigkeit

Vorwort

Es würde oftmals umständliche Formulierungen bedürfen, um den weiblichen wie auch männlichen Sprachgebrauch gerecht zu werden. Doppelformulierungen können den Lesefluss erschweren. Deshalb habe ich mich in dieser Arbeit für die männliche Form entschieden. Gemeint ist aber ebenfalls die weibliche Form.

1. Einleitung

1.1 Zielsetzung der Hausarbeit

Im Rahmen des Seminars Übergang in den Ruhestand und nachberufliche Tätigkeit wurden u.a. die Rente mit 67, verschiedene Übergänge in den Ruhestand und nachberufliche Tätigkeitsfelder diskutiert. Eines der erörterten Tätigkeitsfelder im Ruhestand war die ehrenamtliche Arbeit. Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es die Vor- und Nachteile des Ehrenamts und deren Bezug auf das dritte Lebensalter herauszuarbeiten. Ist es sinnvoll sich für das Ehrenamt als nachberufliche Tätigkeit zu entscheiden? Und welche Rolle spielt die Partizipation Älterer im Ehrenamt für die Gesellschaft? Außerdem soll geklärt werden, wie ein älterer Mensch bestmöglich für die Arbeit für ein Ehrenamt gewonnen wird. Die Antwort auf diese Fragen wird im Rahmen dieser Hausarbeit als Ziel verfolgt.

1.2 Problemstellung

In Folge des demographischen Wandels bleibt den Menschen durch den immer früheren Austritt aus dem Erwerbsleben und der steigenden behinderungsfreien Lebenserwartung, eine größere Zeitspanne in der so genannten nachberuflichen Lebensphase [Vgl. Höpflinger und Stuckelberger (1999), S.15]. Im Durchschnitt erhöhen sich das Wohlstandniveau, der Bildungsstand und der Gesundheitszustand der Gruppe der älteren Menschen [Vgl. Olk, T. (2002), S.25]. Diese Gegebenheiten bedeuten, dass ein großes Handlungs- und Engagementpotenzial im Ruhestand und der Pensionierung besteht. Somit steigt für einen Grossteil der Älteren die Anzahl der Jahre, in denen sie in der Gesellschaft „nützlich“ sein können. Jedoch finden sie oft keinen Zugang zu Aktivitäten, oder werden in öffentlichen Programmen nicht mit einbezogen. Die Gesellschaft befindet sich in einem Prozess, die genannte Phase des Lebens sinnvoll zu strukturieren und zu füllen. Nachberufliche Tätigkeitsfelder wie Hobbys, Familien- und Pflegearbeit, weiter betriebliche Aktivitäten oder das Ehrenamt sind einige der Aktivitäten, die dem Lebensabschnitt Ruhestand eine Struktur geben.

1.3 Aufbau der Hausarbeit

Zu Beginn wird die ehrenamtliche Arbeit definiert und ähnliche Begrifflichkeiten werden unterschieden. Des Weiteren werden altersunabhängige strukturelle Merkmale des Ehrenamts aufgezeigt. Es folgt eine Erläuterung über die positiven wie ggf. negativen Auswirkungen der Arbeit als Ehrenamtler auf die Gesellschaft und auf die ausübende Person. Im Anschluss wird aus gerontologischer Sicht spezifisch auf die ehreamtliche Arbeit im dritten Lebensalter eingegangen. Es werden Motive wie auch die speziellen Maßnahmen zur Gewinnung dieser Altersklasse dargelegt und die dabei entscheidende Arbeit der Seniorenbüros beschrieben. Die Perspektiven dieser Altersklasse, sowie die Problemstellung, ob ehrenamtliche Tätigkeit eine sinnvolle Beschäftigung im Alter ist und zu einem aktiven Altern führt, werden im Anschluss erläutert. Das Fazit bildet den Abschluss dieser Arbeit und diskutiert kritisch die Ergebnisse vorangegangener Befunde.

2. Ehrenamt: Was ist das eigentlich?

2.1 Definitionen

Eine ehrenamtliche Tätigkeit ist laut Markus Buchholz an fünf Merkmalen festzulegen [Vgl. Buchholz (2006), S.9]. Zunächst einmal findet die Aktivität als Ehrenamtler auf einer freiwilligen Basis statt und ist unentgeltlich. Diese zwei Merkmale werden ergänzt durch Eigenschaften, dass die Arbeit für Andere ist und in einem organisatorischen Rahmen stattfindet. Somit ist bspw. keine spontane Hilfsaktion innerhalb der Familie eine ehrenamtliche Tätigkeit. Spontane Aktionen gehören grundsätzlich nicht in die Definition von Ehrenamt, denn das letzte Merkmal besagt, dass eine ehrenamtliche Arbeit kontinuierlich erfolgen muss. Durch diese fünf Kriterien sind ehrenamtliche Tätigkeiten laut Buchholz von anderen Beschäftigungen zu unterscheiden.

Im Vergleich zu Thomas Olk, macht Buchholz keine Unterscheidung zwischen der früheren („alten“) Ehrenamtsdefinition und der modernen („neuen“) Definition von Ehrenamt. Olk zählt einige von Buchholz erwähnten Merkmalen einer ehrenamtlichen Tätigkeit zu den „alten“ Merkmalen. Olk verwendet außerdem den modernen Begriff des bürgerschaftlichen Engagements [Vgl. Olk (2002), S.29]. Eine Definition lässt sich also nur deutlich abgrenzen, wenn die Begrifflichkeiten korrekt verwendet werden. Der traditionelle Begriff des Ehrenamts im Vergleich zu dem modernen Begriff des bürgerschaftlichen Engagements.

2.2 Von der Tradition bis zur Modernisierung

Welche Bedeutung beinhaltet das traditionelle Wort Ehrenamt? Der Großteil der Bevölkerung verbindet das Wort Ehrenamt mit dem Wort „Ehre“ [Vgl. Zimmer (2005), S.2]. Tatsächlich ist der Ursprung des Wortes im ersten Viertel des 19. Jahrhundert zu verzeichnen. Der preußische Staat erfand den Begriff der Ehrenmänner zu Zeiten leerer Kassen. Die preußische Verwaltungsreform führte die gemeindliche Selbstverwaltung ein, reformierte sie und band sie in das staatliche Gefüge ein. Zahlreiche Verwaltungsaufgaben wurden den Honoratioren (Ehrenmännern) übergeben. Jedoch taten die Honoratioren dies nicht aus einer Selbstentscheidung heraus, sondern wurden verpflichtet. Die Ehre bestand daraus, dass der preußische Staat einen für die wichtigen staatlichen Aufgaben auserwählt hatte. Somit ist der traditionelle Begriff des Ehrenamts eine staatlich abgeleitete Tätigkeit und kein Akt der Selbstorganisation [Vgl. Zimmer (2005), S.3].

Der Begriff des Bürgerschaftlichen Engagement gehört hingegen mitunter zu den modernen Begrifflichkeiten. Am 14. Dezember 1999 führte die Enquete – Kommission „Zukunft des bürgerlichen Engagements“ des deutschen Bundestages die neue Bezeichnung ein [Vgl. Enquete – Kommission (2002), S.2]. Dieser Terminus soll die enge Verbindung von Engagement, Bürgerschaft und Bürgersinn verdeutlichen [Vgl. Zimmer (2005), S. 2]. Bürgerschaft wird hier im republikanischen Verständnis gesehen. Es bedeutet, dass Menschen durch Selbstorganisation sich in das Gemeinwesen einfügen und somit die Möglichkeit haben Staat und Gesellschaft zu prägen und mitzubestimmen. Und dieser Punkt der Selbstorganisation ist sehr wichtig, um Bürgerschaftliches Engagement vom traditionellen Ehrenamt zu unterscheiden. Denn nicht der Staat steht im Vordergrund, sondern der Bürger und seine Aktivität. Bürgerschaftliches Engagement beinhaltet eine politische, soziale so wie eine gesellige Komponente. „Bürgerschaftliches Engagement ist das spenden von Zeit und oder Geld im Dienst der Allgemeinheit und des allgemeinen Wohls." [Zimmer (2005), S. 4] Olk spricht von einem „Strukturwandel des Ehrenamts“ [Olk (2002), S.27]. Demnach sind folgende Veränderungen festzuhalten. Die organisatorischen Rahmenbedingungen, wie auch die Tätigkeitsbeschreibungen befinden sich seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts im Umbruch. Waren eine Vielzahl der ehrenamtlichen Tätigkeiten früher noch in Sozialmilieus eingebunden und durch gesellschaftliche Zentralwerte autorisiert finden wir heutzutage überschaubare lokale Zusammenhänge und gering formalisierte Organisationsformen. Auch die institutionellen Regulierungen wie Wertehaltung, Motive oder Erwartungen an das Ehrenamt stehen im Wandel. Das Ehrenamt erfährt eine De – Institutionalisierung. Wohingegen früher altruistische Motive überwogen, sind die Motive für ehrenamtliche Tätigkeiten heute eher selbstbezogen. Heterogenität der Organisationsformen, wie zeitlich und sachlich begrenzte Projekte bildet das heutige Bild des Ehrenamts.

Der Vergleich der beiden Definitionen (Buchholz, Olk) verdeutlicht, dass Olk drei der von Buchholz genannten Merkmale zu der alten Definition zählt. Ehrenamt für Andere, Ehrenamt in einem organisatorischen Rahmen und Ehrenamt als kontinuierlich ausgeführte Tätigkeit. Diese Kriterien ersetzt er durch die neue Definition. Bürgerschaftliches Engagement hat seiner Angaben zu Folge auch selbstbezogen Motive, wie politischer Veränderungswille oder die soziale Gesinnung. Außerdem ist der organisatorische Rahmen keine Grenze mehr. Individualität und Flexibilität charakterisieren die neue Definition. Auch die Kontinuität wird ersetzt durch mögliche kurze Tätigkeiten oder im Lebenslauf verzeichnete Unterbrechungen. Allerdings haben beide Definitionen heutzutage Bestand. Denn der Strukturwandel ist kein abgeschlossener Prozess.

Letztendlich gibt es keinen einheitlichen Begriff. Jede Begrifflichkeit hebt spezifisch etwas hervor. Es ist individuell zu entscheiden welcher Terminus zu verwenden ist. Die Allgemeinheit jedoch verwendet die Bezeichnung Ehrenamt, ohne die geschichtlichen Hintergründe zu kennen. Sie benutzen den Begriff irrtümlich, denn traditionelle Bedeutung und die in den Köpfen geglaubte Definition unterscheiden sich.

Im Folgenden dieser Arbeit, werden die Begrifflichkeiten bürgerschaftliches Engagement und freiwilliges Engagement verwendet, da diese Begriffe die Heterogenisierung der Engagementformen beinhalten. Freiwilliges Engagement ist ein neutraler Ausdruck und ist bemüht die alte, wie auch die neue Definition zu umfassen [Vgl. Olk (2002), S.29].

[...]

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Übergang in den Ruhestand und nachberufliche Tätigkeiten - Ehrenamt im Alter
Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta  (Gerontologie)
Veranstaltung
Übergang in den Ruhestand und nachberufliche Tätigkeiten
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V112764
ISBN (eBook)
9783640128976
ISBN (Buch)
9783640130863
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ruhestand, Tätigkeiten, Ehrenamt, Alter, Ruhestand, Tätigkeiten, Gerontologie
Arbeit zitieren
Caroline Billert (Autor), 2008, Übergang in den Ruhestand und nachberufliche Tätigkeiten - Ehrenamt im Alter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112764

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