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Entstehung des Amtes und Aufgaben des Scharfrichters. Soziale und gesellschaftliche Stellung

Titre: Entstehung des Amtes und Aufgaben des Scharfrichters. Soziale und gesellschaftliche Stellung

Dossier / Travail , 2013 , 15 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Stefanie Rosenkranz (Auteur)

Histoire de l'Europe - Moyen Âge, Temps modernes
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Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem gesellschaftlichen und sozialen Status der deutschen Scharfrichter im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit.

Unter diesem Aspekt wird zuerst auf die Entstehung des Scharfrichterberufes eingegangen und der Frage nachgegangen, warum dieses Amt zu jener Zeit als "unehrlich" galt. Auch werden drei Theorien vorgestellt, die versuchen zu erklären, wie es zur "Unehrlichkeit" kommen konnte und anhand dessen verdeutlicht, was man unter der "Unehrlichkeit" zur damaligen Zeit verstanden hatte. Dem folgend werden die Amtsübernahme und die Ausbildung des Scharfrichteramtes näher erläutert. Daraufhin folgt eine kurze Einweisung in den damit verbundenen gesellschaftlichen und sozialen Status innerhalb der Gesellschaft.

Es soll verdeutlicht werden, dass sich die Person des Scharfrichters nicht einfach auf eine der bekannten Klischeevorstellungen des unmoralischen, sadistischen und gefühlslosen Mörders reduzieren lässt. Es soll darauf eingegangen werden, wie ambivalent die Beziehung zwischen "unehrlichen" Scharfrichter und "ehrliche" Gesellschaft war. Zuletzt gibt es ein Fazit.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entstehung des Scharfrichterberufs

3. Stigmata des ‚unehrlichen‘ Berufes und gesellschaftlicher Status

4. Amtsübernahme und Ausbildung

5. Aufgaben des Scharfrichters

6. Sozialer Status

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den gesellschaftlichen und sozialen Status des Scharfrichters im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit, um das ambivalente Bild dieses Berufsstandes jenseits gängiger Klischees zu hinterfragen.

  • Entstehung und historische Entwicklung des Scharfrichteramtes
  • Die soziologische Bedeutung des Konzepts der ‚Unehrlichkeit‘
  • Ausbildungsprozesse und berufliche Anforderungen
  • Vielschichtigkeit der Aufgabenbereiche (Strafvollzug, Medizin, Abdeckerei)
  • Regionale Unterschiede in der gesellschaftlichen Wahrnehmung

Auszug aus dem Buch

2. Die Entstehung des Scharfrichterberufs

Das Mittelalter kannte eine staatliche Rechtsprechung im heutigen Sinne noch nicht. Bei einem Vergehen wurden die Gerichte nicht von sich aus aktiv. Das hieß, dass bis ins 13. Jahrhundert der so genannte Akkusationsprozess vorherrschend war, wobei sich zwei Parteien gegenüberstanden: Kläger und Angeklagter; vor einem (Schieds-) Richter, in dem Fall das Gericht. Der Überführte daher als schuldig befundene Täter wurde daraufhin dem Kläger „zur freien Verfügung“ übergeben. Dieser konnte ihn töten, zum Sklaven machen, gegen eine Entschädigung freilassen. Die Vollstreckung musste oft der Geschädigte selbst übernehmen oder Mitglieder seiner Familie. Konnte man dafür niemanden aus der Familie verpflichten, kam es zudem vor, dass die Gemeinde selbst die Hinrichtung durchführte. Eine gewisse Zeit lang war es auch Brauch, die Hinrichtung von einer bestimmten Person durchführen zu lassen. So kam es auch vor, dass in einer bestimmten Region der jüngste Ehemann den Delinquenten richten musste oder der unterste Schöffe die Pflicht hatte, die Verurteilung zu vollziehen. In einer anderen Region war es wiederum der jüngste Ratsherr, Soldaten, der Fronbote oder sogar ein Geistlicher, die Vollstreckung übernahm. Die vorangegangenen Protagonisten galten jedoch keineswegs als ‚unehrlich‘.

Da der Staat immer wieder den Anspruch erhob die Strafverfolgung und Urteile „von Amts wegen“ durchzuführen, wurde das Strafrechts Revolutionierung. Mit dem Inquisitionsprozess und den dadurch neu entstandenen Aufgaben und Spezialisierungen innerhalb des Prozessgeschehens, ging das Amt des Scharfrichters einher. In Deutschland wird daher erstmals ein professioneller Scharfrichter im Jahr 1276 im Augsburger Stadtbuch erwähnt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Scharfrichter im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit sowie Erläuterung der Zielsetzung der Arbeit.

2. Die Entstehung des Scharfrichterberufs: Untersuchung des Übergangs von der privaten Sühne zur staatlich organisierten Rechtsprechung und die Entstehung des Amtes.

3. Stigmata des ‚unehrlichen‘ Berufes und gesellschaftlicher Status: Analyse der soziologischen und rechtlichen Hintergründe des Begriffs der ‚Unehrlichkeit‘ in der Ständegesellschaft.

4. Amtsübernahme und Ausbildung: Beschreibung der Rekrutierung, der dynastischen Weitergabe des Amtes sowie der fachlichen Qualifikationsanforderungen.

5. Aufgaben des Scharfrichters: Darstellung der Tätigkeitsfelder, die von der Strafvollstreckung bis hin zu medizinischen Nebentätigkeiten reichten.

6. Sozialer Status: Beleuchtung der ökonomischen Situation des Scharfrichters und seiner gesellschaftlichen Isolation.

7. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ambivalenz des Berufsstandes und der regionalen Unterschiede im sozialen Ansehen.

Schlüsselwörter

Scharfrichter, Unehrlichkeit, Spätmittelalter, Frühe Neuzeit, Strafvollzug, Ständegesellschaft, Henker, Sozialgeschichte, Inquisitionsprozess, Abdecker, Rechtsgeschichte, Ambivalenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den sozialen und gesellschaftlichen Status des Scharfrichters in der Zeit vom Spätmittelalter bis in die frühe Neuzeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die Entstehung des Amtes, die Theorie der ‚Unehrlichkeit‘, die Ausbildung der Henker sowie ihre Rolle in der Strafjustiz und der Medizin.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das einseitige Klischee des Scharfrichters als rein sadistisches Individuum aufzubrechen und die Ambivalenz seines gesellschaftlichen Status aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse von Sekundärliteratur, um die soziale und gesellschaftliche Stellung der Scharfrichter historisch einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung des Berufs, soziologische Aspekte der Stigmatisierung, die Ausbildung und die vielfältigen, teils medizinischen Aufgabenfelder.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Scharfrichter, Unehrlichkeit, Rechtsgeschichte, Ständegesellschaft und soziale Isolation.

Warum galten Scharfrichter als ‚unehrlich‘?

‚Unehrlichkeit‘ war ein rechtlicher Sonderstatus, der mit sozialer Distanzierung einherging, da der Scharfrichter durch sein Handeln mit Tod und Blut in Berührung kam.

Welche Rolle spielten Scharfrichter in der Medizin?

Aufgrund ihrer anatomischen Kenntnisse waren sie häufig als Wundärzte, Chirurgen oder Gutachter bei Krankheiten und Verletzungen tätig, was im Kontrast zu ihrem Ruf als ‚unehrlich‘ stand.

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Résumé des informations

Titre
Entstehung des Amtes und Aufgaben des Scharfrichters. Soziale und gesellschaftliche Stellung
Université
Humboldt-University of Berlin
Note
1,0
Auteur
Stefanie Rosenkranz (Auteur)
Année de publication
2013
Pages
15
N° de catalogue
V1127696
ISBN (ebook)
9783346505491
ISBN (Livre)
9783346505507
Langue
allemand
mots-clé
entstehung amtes aufgaben scharfrichters soziale stellung
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Citation du texte
Stefanie Rosenkranz (Auteur), 2013, Entstehung des Amtes und Aufgaben des Scharfrichters. Soziale und gesellschaftliche Stellung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127696
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Extrait de  15  pages
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