Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen feindseligem Führungsverhalten und Depressivität im betrieblichen Kontext. Zudem wird geprüft ob Faktoren wie Resilienz oder die Big Five Einfluss auf den Zusammenhang haben könnten.
Nachdem in der Einleitung die Problemstellung, Zielsetzung und Forschungsstand sowie der Beitrag für die Wissenschaft und Praxis erläutert wurden, erfolgt in Kapitel 2 zunächst eine Erörterung der theoretischen Grundlagen, welche für den Verlauf der Arbeit und den Aufbau der Studie von Relevanz sind. Hierfür werden zunächst die Führung und ihre Facetten definiert, indem Einblicke in die Themen Führungsstile, Führungstheorien und Führungsverhalten gegeben werden. Die Thematik mündet in der Klärung des Begriffes der Abusive Supervision, sowie dessen Ursachen und Folgen. Abgerundet werden die theoretischen Grundlagen mit der Einführung der Resilienz und dem Fünf-Faktoren-Modell, den sogenannten „Big Five“.
Das dritte Kapitel soll einen Überblick über die Fragestellung und die zu prüfenden Hypothesen der Untersuchung geben, welche aus den vorangegangenen theoretischen Beschreibungen hergeleitet wurden. Des Weiteren beinhaltet das Kapitel eine Erläuterung aller Entscheidungen über das wissenschaftliche Vorgehen der durchgeführten Studie. Dies beinhaltet unter anderem Informationen zum gewählten Forschungsdesign für die Studie, sowie eine nähere Erläuterung der Durchführung der Datenerhebung und der Auswahl der Stichprobe.
Im nächsten Kapitel erfolgt zunächst eine Erläuterung der Operationalisierung für die gewählten Konstrukte, indem aufgezeigt wird wie jedes für die Hypothesenprüfung benötigte Konstrukt messbar gemacht werden kann. Darauffolgend wird die Auswertung der Daten vorgenommen. Anschließend wird die vorgefundene Stichprobe näher beschrieben, in dem die soziodemografischen Daten ausgewertet werden. Das Kapitel endet mit den Hypothesentests, die prüfen ob sich Zusammenhänge innerhalb des Datensatzes finden, welche auf die Grundgesamtheit übertragen werden können.
Kapitel 5 wird durch eine nähere Darstellung und Interpretation sowie Diskussion der in Kapitel 4 ermittelten Ergebnisse eingeleitet. Anhand der Resultate werden anschließend erste Handlungsempfehlungen und Implikationen für die Praxis abgeleitet. Abgeschlossen wird das Kapitel mit einer Auflistung der offen gebliebenen und neu entstandenen Forschungsfragen sowie einem Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Forschungsstand
1.3 Gang der Arbeit
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Definition der Führung
2.1.1 Grundlagen der Führungsstile
2.1.2 Abusive Supervision (Beleidigendes Führungsverhalten)
2.1.3 Ursachen von Abusive Supervision
2.1.4 Folgen von Abusive Supervision
2.2 Depressivität
2.3 Resilienz
2.4 Das Fünf-Faktoren-Modell
3. Fragestellung, Hypothesenentwicklung und Studiendesign
3.1 Fragestellung und Hypothesenentwicklung
3.2 Forschungsdesign
3.3 Pretest
3.4 Durchführung und Stichprobe
4. Methode
4.1. Operationalisierung
4.1.1 Operationalisierung von Abusive Supervision
4.1.2 Operationalisierung Depressivität
4.1.3 Operationalisierung Resilienz
4.1.4 Operationalisierung des Fünf-Faktoren-Modells
4.2 Datenauswertung
4.2.1 Bereinigung des Datensatzes
4.2.2 Messung der Konstruktreliabilität
4.2.3 Deskriptive Statistik
4.2.4 Voraussetzungsprüfung zur Inferenzstatistik
4.3 Hypothesentests
5. Zusammenfassung und Ausblick
5.1 Zusammenfassung und Diskussion
5.2 Praktische Implikationen
5.3 Limitationen & zukünftige Forschung
5.4 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Masterthesis untersucht den Einfluss von feindseligem Führungsverhalten, bekannt als Abusive Supervision, auf die Depressivität von Mitarbeitenden im betrieblichen Kontext. Ziel ist es zu analysieren, ob Faktoren wie Resilienz oder die Persönlichkeitsmerkmale des Fünf-Faktoren-Modells (Big Five) den Zusammenhang zwischen aggressivem Führungsstil und psychischer Gesundheit moderieren können, um daraus Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
- Einfluss von Abusive Supervision auf Depressivität
- Bedeutung der Resilienz als Schutzfaktor
- Persönlichkeitsdimensionen der Big Five im beruflichen Kontext
- Sensibilisierung für destruktives Führungsverhalten
Auszug aus dem Buch
2.1.2 Abusive Supervision (Beleidigendes Führungsverhalten)
Abusive Supervision wurde vor allem im Jahre 2000 durch Bennet J. Tepper geprägt. Im Ursprung definiert Tepper Abusive Supervision als:
„Subordinates‘perception of the extent to which their supervisors engage in the sustained display of hostile verbal and non-verbal behaviors, excluding physical contact“ (Tepper, 2000, S. 178.).
Somit bezieht sich Abusive Supervision auf die Wahrnehmung von Unterstellten. Das Benehmen der Führungskraft muss dauerhaft als feindselig empfunden werden. Dies impliziert jedoch nur verbale und nonverbale, aber niemals physische Übergriffe. Das Ausmaß des feindseligen Verhaltens ist von der individuellen Wahrnehmung des Unterstellten geprägt und ist daher für eine subjektive Sichtweise für die Beurteilung der Führungskraft verantwortlich (Tepper, 2000).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik von feindseligem Führungsverhalten und dessen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit sowie Formulierung der Zielsetzung.
2. Theoretischer Hintergrund: Definition zentraler Begriffe wie Abusive Supervision, Depressivität, Resilienz und Erläuterung der Big Five Persönlichkeitsdimensionen.
3. Fragestellung, Hypothesenentwicklung und Studiendesign: Ableitung der Hypothesen sowie detaillierte Erläuterung des quantitativen Forschungsdesigns mittels Online-Befragung.
4. Methode: Darstellung der Operationalisierung der Konstrukte sowie der durchgeführten statistischen Datenanalyse und Voraussetzungsprüfungen.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Diskussion der Ergebnisse der empirischen Untersuchung, Ableitung praktischer Implikationen und kritische Betrachtung der Limitationen.
Schlüsselwörter
Abusive Supervision, feindseliges Führungsverhalten, Depressivität, psychische Gesundheit, Resilienz, Big Five, Persönlichkeitsforschung, Führung, Arbeitsstressoren, Mitarbeiterbindung, betriebliche Gesundheitspsychologie, Arbeitszufriedenheit, quantitative Forschung, Moderationsanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss aggressives oder beleidigendes Führungsverhalten, als Abusive Supervision bezeichnet, auf die Depressivität und das psychische Wohlbefinden von Beschäftigten am Arbeitsplatz hat.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Identifikation und Messung von Abusive Supervision, die Analyse von Stressoren am Arbeitsplatz und die Untersuchung persönlicher Ressourcen wie Resilienz und die Big Five Persönlichkeitsmerkmale.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen schlechtem Führungsstil und Depressivität zu quantifizieren und zu prüfen, ob bestimmte psychologische Eigenschaften Mitarbeitende vor den negativen Folgen schützen können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde ein quantitativer Ansatz in Form einer Querschnittstudie gewählt. Die Daten wurden durch einen standardisierten Online-Fragebogen erhoben und anschließend mittels Regressions- und Moderationsanalysen in SPSS ausgewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die Entwicklung der Hypothesen, die Beschreibung des Studiendesigns und der operationalisierten Messskalen sowie die statistische Auswertung und Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Abusive Supervision, Depressivität, psychische Gesundheit, Resilienz, Big Five und Führungsverhalten.
Warum konnte kein Moderationseffekt durch Resilienz gefunden werden?
Obwohl ein Zusammenhang zwischen Resilienz und Depressivität besteht, konnte die Studie nicht belegen, dass eine hohe Resilienz den spezifischen negativen Einfluss von Abusive Supervision signifikant abfedert.
Welche Empfehlungen gibt die Autorin für Unternehmen?
Die Autorin empfiehlt, die Führungskräfteauswahl kritischer zu hinterfragen, flächendeckende Feedbacksysteme wie 360-Grad-Beurteilungen einzuführen und Coachingmaßnahmen für alle Beteiligten anzubieten, um ein unterstützendes Arbeitsklima zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Filadelfia Kapp (Autor:in), 2021, Der Einfluss von Abusive Supervision auf die psychische Gesundheit von Mitarbeitern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1127843