Organtransplantation ist in Deutschland ein routinemäßiges medizinisches Verfahren. Organtransplantation kann und hat vielen Menschen das Leben gerettet und deren Gesundheit zum Teil wiederhergestellt. Jedoch fehlt es immer mehr an Organspenden, bei einem steigenden Bedarf. Die meisten Spenden kommen von verstorbenen Personen. Eine Spenderbereitschaft ist da, aber die Organknappheit rührt vor allem aus strukturbedingter Knappheit. Organspende und Transplantation werfen einige ethische Fragen auf, die die Medizin, die Ärzte, die Krankenhäuser, die Patienten und Angehörigen, aber auch die Gesellschaft beschäftigen sollten. Es stellen sich Grundsatzfragen, wie zum Beispiel "Wann ist ein Mensch überhaupt tot?", "Wer darf entscheiden, dass Organe entnommen werden?" "Darf eine Pflegerin oder ein Pfleger, dazu gezwungen werden, einen hirntoten Patienten weiter zu pflegen, nur damit dieser als Organspender dienen kann?" Theologische Fragen können auch aufgeworfen werden: "Ist Organspende ein Akt der christlichen Nächstenliebe?"
Die Fragestellung stellte eine große Komplexität dar, die durch eine Systematisierung und Einordnung in die verschiedenen ethischen Ebenen versucht wurde, konstruktiv aufzuarbeiten. In der Ausarbeitung wird sich vor allem auf Fragen der individualethischen und der sozialethischen Ebene beschränkt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Hauptteil
- Individuelle Entscheidung
- Freiwilligkeit der Spende? - Wie ist die Widerspruchslösung, mit der Freiwilligkeit vereinbar?
- Individuelle Entscheidung bei Kindern - Können Kinder Organspender sein?
- Individuelle Entscheidung und Angehörige – Die Rolle der Angehörigen in der Organspende
- Individuelle Entscheidung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Ausarbeitung befasst sich mit den ethischen Fragen der Organtransplantation, die vor allem im Kontext der individuellen und der sozialen Ebene relevant sind. Dabei stehen die Themen der Freiwilligkeit der Organspende, die Rolle der Angehörigen und die Frage nach der Entscheidungsfähigkeit von Kindern im Zentrum.
- Individuelle Entscheidung und das Prinzip der Freiwilligkeit
- Die Widerspruchslösung und ihre ethischen Implikationen
- Die Entscheidungsfähigkeit von Kindern und die Rolle der Eltern
- Die Bedeutung der Angehörigen in der Organspende
- Ethische Aspekte der Organtransplantation im Spannungsfeld von individueller Autonomie und gesellschaftlicher Verantwortung.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Ausarbeitung beleuchtet die ethischen Fragen der Organtransplantation, die sich im Spannungsfeld zwischen individueller Entscheidung und gesellschaftlicher Verantwortung bewegen. Insbesondere wird die Herausforderung der Organknappheit angesichts steigenden Bedarfs hervorgehoben.
Hauptteil
Individuelle Entscheidung
Die Entscheidung zur Organspende wird als eine individuelle, aber auch durch gesellschaftliche Einflüsse geprägte Handlung betrachtet. Die Ausarbeitung hinterfragt die Vereinbarkeit der Widerspruchslösung mit dem Prinzip der Freiwilligkeit und beleuchtet die besonderen Herausforderungen im Umgang mit Kindern als potenziellen Organspendern. Zudem wird die wichtige Rolle der Angehörigen bei der Entscheidung zur Organspende beleuchtet.
Schlüsselwörter
Organtransplantation, Organspende, Widerspruchslösung, Freiwilligkeit, Individuelle Entscheidung, Sozialethische Aspekte, Entscheidungsfähigkeit, Kinder, Angehörige, Hirntodkriterium, Nächstenliebe, Gerechtigkeit im Gesundheitswesen.
Häufig gestellte Fragen
Welche ethischen Grundfragen stellt die Organtransplantation?
Zentrale Fragen sind die Definition des Todes (Hirntod), die Freiwilligkeit der Spende, die Entscheidungsbefugnis über Organentnahmen und die Rolle der Nächstenliebe.
Was ist die Widerspruchslösung und warum ist sie umstritten?
Bei der Widerspruchslösung gilt jeder als Spender, der nicht ausdrücklich widersprochen hat. Die Arbeit hinterfragt, ob dies ethisch mit dem Prinzip der Freiwilligkeit vereinbar ist.
Können Kinder Organspender sein?
Die Arbeit beleuchtet die schwierige individuelle Entscheidung bei Kindern und die damit verbundene ethische Verantwortung der Eltern und Ärzte.
Welche Rolle spielen Angehörige im Spendeprozess?
Angehörige stehen oft vor der schweren Aufgabe, im Sinne des Verstorbenen zu entscheiden, was eine erhebliche psychische und ethische Belastung darstellt.
Warum herrscht trotz grundsätzlicher Spendenbereitschaft ein Organmangel?
Das Dokument weist darauf hin, dass die Knappheit oft strukturbedingt ist und nicht allein an der mangelnden Bereitschaft der Bevölkerung liegt.
- Quote paper
- Alexander Grüder (Author), 2019, Einführung in die ethischen Fragen der Organtransplantation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1128054