Das richtige Verhalten einer Führungsperson nach dem Personenbegriffs Dennetts. Eine kurze Darstellung


Essay, 2021

6 Seiten, Note: 2,5


Leseprobe

Wie sieht das richtige Verhalten einer Führungsperson nach dem Personenbegriffs Dennetts aus?

Folgendes Essay analysiert die Fragestellung nach dem richtigen Verhalten einer Führungsperson im Management, geht man von dem Personenbegriff Daniel C. Dennetts aus, der das Verantwortungsbewusstsein miteinschließt. Zunächst möchte ich auf Dennetts Ausführung des Begriffs Person eingehen, um schließlich auf eine angemessene Haltungsweise einer Führungsperson einzugehen.

Nach Dennett sind die Begriffe Mensch und Person nahezu koextenisv.1 Wesentliche Teile der Personalität werden Menschen abgesprochen, die gewisse Bedingungen, die zur Person gehören nicht angehören, wie Säuglingen, Menschen mit geistiger Behinderung und Unzurechnungsfähige.2 Die Skinner’sche These ist nach Dennett eine Unantastbarkeit des Begriffs Person. Intuitiv wird davon ausgegangen, dass Menschen als Personen definiert werden können.3 Ferner geht Dennett davon aus, dass es zwei miteinander verknüpfte Begriffe, nach moralischen und metaphysischen Gesichtspunkten, der Person gibt.4 Nach Locke ist eine Person zu vernünftigem Handeln fähig und fähig eine Reflexion im Selbstbewusstsein über sich selbst vorzunehmen, was mit einer Zurechnungsfähigkeit einhergeht.5

Es stellt sich die Frage ob die Definition Person mit Bedingungen von Rechten und Pflichten zusammen fällt.6 Nach Rawls‘ Theorie der Gerechtigkeit müssen metaphysische Personen moralische Personen sein.7 Doch wird eine geistesgestörte Person, die nicht mehr verantwortlich gemacht werden kann für ihr Handeln, trotzdem für eine Person gehalten. Somit müssen der moralische und der metaphysische Begriff einer Person unterschieden werden.8

Personen sind nach Dennett Vernunftwesen.9 Des Weitern sind Personen Lebewesen denen intentionale Prädikate der Bewusstseinszustände zukommen.10 Einen Menschen als Person zu begreifen hängt zudem von seinen eingenommenen Haltungen und Einstellungen ab.11 Personen müssen außerdem Kommunikationsfähigkeit aufweisen.12 Ferner spielt das Selbstbewusstsein eine entscheidende Rolle jemanden als Person zu begreifen.13

Vernünftig, also rational, handeln zu können birgt Intentionen, was die Voraussetzung ist bestimmte Haltungen einzunehmen.14 Daraus folgt eine Reziprozität als Bedingung zur Fähigkeit verbaler Kommunikation.15 Diese Kommunikationsfähigkeit ist wiederum Voraussetzung für besondere Formen des Bewusstseins, aus dem sich eine moralische Personalität ergibt.16

Doch intentionale Haltungen und Wünsche können auch Tieren zugeschrieben werden. Manche gehen gar von Wünschen von Pflanzen aus.17 Doch haben diese Wesen keine verbale Kommunikationsfähigkeit, was wiederum das Bewusstsein reduziert. Die Bedingung eines intentionalen Systems ist also nicht hinreichend um als Person zu gelten. Auch gewisse Absichten können Tieren zugeschrieben werden.18 Repräsentationen zweiter Stufe hängen allerdings von einer Sprachfähigkeit ab, die Personen, die als Menschen zu sehen sind, anerkannt werden können.19 Erst durch die Äußerung an jemand anderes über einen Wunsch wird die Absicht einer solchen klar definiert und als Absicht einer Person gültig. Normalerweise sind Äußerungen vertrauenswürdig, sonst würden sie ihren Zweck verfehlen. Doch sind bloß Menschen im Stande lügnerische Täuschungen vorzunehmen. Diese Täuschungen finden in einem Bewusstsein über die Intention dahinter statt, so dass diese Fähigkeit allein Personen zugesprochen wird.20

Nach Rawls ist eine bewusste Haltung gegenüber anderen Personen Bedingung für den Begriff der Person.21 Eine Person wird damit als Person anerkannt, indem gewisse Pflichten moralischer Qualität von ihm ausgehen, und man sich dementsprechend mit einer Anerkennung zu anderen Person verhält.22 Die Fähigkeit zur Kenntnisnahme der eigenen Handlungen und die Fähigkeit zur verbalen Kommunikation sind Bedingung dafür. Dadurch können eigene Argumente glaubhaft gemacht werden. Daraus folgt die Möglichkeit eines wechselseitigen Interessenaustauschs, was die Interaktion zwischen zwei Personen ausmacht.23 Nach Frankfurt ist kein Tier im Stande zu einer reflektierenden Selbstbewertung.24 Diese setzt das Bewusstsein über das Selbst und eines Gegenüber voraus.

Der moralische und metaphysische Begriff einer Person sind zwei separate, unstabile Anhaltspunkte ein Lebewesen als Person zu begreifen. Die genannten Bedingungen der Personalität kommen dem Begriff der Person zwar nahe, sind aber nicht alleinige Merkmale einer solchen. Nach Dennett gibt es berechtigte Zweifel sich selbst als Person zu betrachten.25

Nach Dennett benötigen die Kriterien, die eine Person bezeichnen einen Gegenüber der darüber entscheidet.26 Es ist demnach Aufgabe von Führungspersonen ihre Mitarbeiter nach folgenden Kriterien auf Augenhöhe zu beurteilen.

Folglich macht der Begriff der Person sechs Bedingungen aus, das Vernunftwesen, das Bewusstsein, Einstellungen, Reziprozität, Sprache und Selbstbewusstsein, während die ersten drei das sogenannte intentionale System ausmachen.27 Das Vernunftwesen, welches von theoretischer und praktischer Rationalität ausgeht, zeichnet MitarbeiterInnen in Disziplin und Zielorientiertheit aus. Dieses ist wechselseitig abhängig von intentionalen Prädikaten, der Denkfähigkeit, die wiederum von eingenommenen Haltungen, wie beispielsweise der Einstellung zum Unternehmen abhängt. Dieses intentionale System kann allerdings auch einer Topfpflanze zugesprochen werden, die zum Beispiel zum Licht hin wachsen möchte. Erst die Reziprozität, dass eine Person in Wechselseitigkeit auch andere als Person anerkennt, sowie die verbale Kommunikationsfähigkeit, um zum Beispiel diskussionsfähig und kompromissbereit zu sein, und die Reflexionsfähigkeit über das Selbst machen eine Person aus. Diese drei Bedingungen sind in einer Stufenfolge voneinander abhängig, sodass die Reziprozität die Bedingung für Sprache ist, und Sprache eine Bedingung des Selbstbewusstseins.

Die These des Essays geht davon aus, dass eine Führungsperson eine gewisse Verantwortungshaltung gegenüber den Mitarbeitern einnehmen sollte, und diese als Person anerkennen muss. Für ein Unternehmen ist die Zufriedenheit von Mitarbeitern ein signifikanter Erfolgsfaktor. Eine gesteigerte Mitarbeiterzufriedenheit kann neben höherer Profitabilität und Kundenzufriedenheit eine Kostenreduzierung durch gesunkene Fluktuation aufweisen. Aufgabe einer führenden Managerpersönlichkeit ist folglich die Wertschätzung ihres Vorgesetzten für die Mitarbeiter. Die Unternehmensführung stärkt somit moralische Prinzipien der Würde einer Person und erkennt diese als gleichwertige Individuen an. Hilfreich ist zudem eine Definition des Personenbegriffs, wie sie von Dennett ausgeführt wurde. Als Freiheitswesen unterliegt der Mensch nicht dem Instinkt. Demzufolge kann ein Mensch zwischen verschiedenen Begehrensbefriedigungen unterscheiden und hat die Wahl unterschiedliche Absichten zu verfolgen.

Nach Dennett ist eine Person in der Lage vernünftige, rationale Entscheidungen zu treffen und diese verbal zu äußern, indem sie den Gegenüber als Person anerkennt. In der Anerkennung der anderen Person liegt die Absicht eines moralischen Verhaltens. Dieses Verhalten ist Aufgabe einer Führungsperson. Moral ist nicht nur äußeren Handlungen zuzuschreiben, sondern birgt auch den inneren Willen gerechte Entscheidungen zu treffen. Nach der sinnlichen Neigung und rationalen Pflicht erfolgt sodann die Zurechenbarkeit. Keiner kann auf den Willen einer Person einwirken, so dass die moralische Instanz das Selbst der Person ist, welche die eigenen Maxime prüft und wählt. Es ist Aufgabe eines Vorgesetzten, sich seiner selbst bewusst zu sein und sich seiner eigenen Wünsche bewusst zu werden. Diese bewusste Handlung vernünftigen Verhaltens führt zu einer Möglichkeit der verbalen Kommunikation.

Erst in der angemessenen Kommunikation mit Mitarbeitern ist es möglich den anderen als Person zu identifizieren und ihm seine Aufgaben verständlich zu verdeutlichen. Ein Manager hat Vorbildfunktion und sollte seine Kompetenzen mit Bewusstheit einsetzen. Die Integration von Wissen und Bewusstheit über die eigenen Intentionen, wie das Unternehmen voran bringen zu wollen, können als qualitative Erkenntnis einer Person anerkannt sein.

Führung kann als Verhalten aus zwei Komponenten begriffen werden, die der Einflussnahme auf Menschen eines Unternehmens oder einer Organisation dienen. Einerseits ist die fachliche Führung notwendig, andererseits bedarf es einer ausgeprägten Entwicklung sozialpsychologischer oder moralischer Kompetenzen. Eine weitere Qualität ist die Überzeugungskraft, Sinn in der Arbeit wieder finden zu können. Beweist eine Führungsrolle Mut und visionäre Stärke, kann sie als Vorbild Energien freisetzen, Talente und Innovationen, sowie die Persönlichkeit fördern. Aus der Persönlichkeit der Mitarbeiter soll zudem eine Faszination ausgehen, diese zu stärken und aus ihren Fähigkeiten nutzen ziehen zu können. Dies ist möglich, geht die Führungsperson von einem greifbaren Begriff der Person aus.

Die Unternehmenskultur der führenden Person ist im Idealfall ein ehrliches, organisiertes Fundament von Zufriedenheit und qualitativer Arbeit. Die Stärkung von Persönlichkeiten als vernunftbegabte Wesen, dessen Intention eine Bereicherung des Unternehmens ist, bildet die Grundlage für das Engagement der Mitarbeiter. Diese prägen in unterschiedlichen Aktivitäten und Charaktären das Erscheinungsbild eines Unternehmens.

Dabei sind die Werte eines Unternehmens ausschlaggebend für eine Identifikation mit dem Arbeitgeber. Eine persönliche Identifikation ist die Grundlage nachhaltigen Erfolgs. Diese Identifikation ist nicht möglich, wenn nicht von einem klar definierten Begriff arbeitender Personen der Vorgesetzten ausgegangen wird. Die Werte, die ein Vorgesetzter lebt, prägen das Menschenbild eines solchen und steuern sein Verhalten gegenüber den Mitarbeitern.

Aufgabe eines Managers ist es also nicht nur ein Unternehmen voranzubringen, sondern auch die Personen des Unternehmens wertzuschätzen.

[...]


1 Vgl. Dennett, Daniel C.: Bedingungen der Personalität, S. 303.

2 Vgl. Ebd.

3 Vgl. Ebd.

4 Vgl. Ebd., S. 304.

5 Vgl. Ebd.

6 Vgl. Ebd.

7 Vgl. Ebd.

8 Vgl. Ebd., S. 305.

9 Vgl. Ebd.

10 Vgl. Ebd.

11 Vgl. Ebd.

12 Vgl. Ebd., S. 306.

13 Vgl. Ebd.

14 Vgl. Ebd.

15 Vgl. Ebd.

16 Vgl. Ebd.

17 Vgl. Ebd., S. 307.

18 Vgl. Ebd., S. 310.

19 Vgl. Ebd., S. 313.

20 Vgl. Ebd., S. 315.

21 Vgl. Ebd., S. 318.

22 Vgl. Ebd.

23 Vgl. Ebd., S. 319.

24 Vgl. Ebd.

25 Vgl. Ebd., S. 321.

26 Vgl. Ebd., S. 304.

27 Vgl. EBd., S. 305

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Das richtige Verhalten einer Führungsperson nach dem Personenbegriffs Dennetts. Eine kurze Darstellung
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2,5
Autor
Jahr
2021
Seiten
6
Katalognummer
V1128370
ISBN (eBook)
9783346497192
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dennett, Person, Führungsperson
Arbeit zitieren
Michal Hanna Göbel (Autor:in), 2021, Das richtige Verhalten einer Führungsperson nach dem Personenbegriffs Dennetts. Eine kurze Darstellung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1128370

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