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Wenn Vladimir und Aysche in die Kirche gehen... - Überlegungen zur Entwicklung interkultureller Kompetenz für die kirchliche Kinder- und Jugendarbeit

Title: Wenn Vladimir und Aysche in die Kirche gehen... - Überlegungen zur Entwicklung interkultureller Kompetenz für die kirchliche Kinder- und Jugendarbeit

Bachelor Thesis , 2007 , 66 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Rebecca Brohm (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Problemstellung / Anlass
Mit dem Caritas-Verband und der Diakonie stellen die beiden großen christlichen Kirchen die stärksten Wohlfahrtsverbände Deutschlands. Daneben bieten Kirchengemeinden sowohl der beiden Amtskirchen als auch verschiedener Freikirchen eine große Bandbreite an Gruppen für Kinder und Jugendliche an. Sehr häufig befinden sich kirchliche Treffpunkte in Stadtgebieten mit vielen sozial benachteiligten Familien und einem hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Trotzdem erreicht das Angebot nicht selten nur solche Kinder und Jugendliche, deren Familien in der Kirchengemeinde integriert sind. Sicherlich gibt es Ausnahmen, doch im Großen und Ganzen spiegeln die NutzerInnen der kirchlichen Angebote nicht den Stadtteil wieder, in dem sich die Kirche befindet. Gerade wenn sich Soziale Arbeit verstärkt am Sozialraum orientieren möchte, geht dabei eine wichtige Ressource verloren.

Eigener Zugang
Das oben angesprochene Problem ist mir u.a. in meiner Jungschararbeit aufgefallen. Die Familien der besuchenden Kinder sind in der Regel Kirchenglieder. Allenfalls bringen die Kinder außenstehende FreundInnen mit. Im Widerspruch hierzu steht das Stadtviertel, in dem sich die Kirche befindet. In der näheren Umgebung der Kirche wohnen viele Familien mit Migrationshintergrund, trotzdem kam es bisher kaum zu Kontakten. Während meiner mehrjährigen Erfahrung in der Leitung verschiedener anderer kirchlicher Gruppen für Kinder und Jugendliche habe ich öfters ähnliche Beobachtungen gemacht. Nur selten erlebte ich Gruppen, in denen auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund vertreten waren.
Im WS 06/07 sowie SS 07 nahm ich im Rahmen meines Studiums am Projekt „Interkulturelle Sozialarbeit im Austausch der Regionen Istanbul und mittlerer Neckarraum“ teil. Hierbei beschäftigte ich mich verstärkt mit dem Thema „Erziehung im Islam“. Dabei interessierte mich u.a., ob für Gruppen in der Sozialen Arbeit bestimmte Herausforderungen durch die Begegnung mit muslimischen Familien entstehen. In dieser Bachelorarbeit möchte ich die hier gemachten Erkenntnisse weiter vertiefen und auf kirchliche Gruppenangebote erweitern.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. KLÄRUNG DER TRAGENDEN BEGRIFFE

1.1 KIRCHLICHE KINDER- UND JUGENDARBEIT

1.1.1 Innerkirchliche Kinder- und Jugendarbeit

1.1.2 Kirchliche Kinder- und Jugendsozialarbeit

1.1.3 Verhältnis zur Sozialen Arbeit

1.2 FAMILIEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND

1.3 DER KULTURBEGRIFF

1.4 MULTIKULTURALITÄT UND INTERKULTURALITÄT

1.5 INTERKULTURELLE ÖFFNUNG

1.6 INTERKULTURELLE KOMPETENZ

2. LEBENSBEDINGUNGEN VON KINDERN UND JUGENDLICHEN AUS FAMILIEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND

2.1 WIRTSCHAFTLICHE LAGE DER FAMILIEN

2.2 WOHNSITUATION

2.3 DAS FAMILIÄRE NETZWERK

2.4 FREIZEIT

2.5 BILDUNG

2.6 DISKRIMINIERUNGS- UND BENACHTEILIGUNGSERFAHRUNGEN

2.7 HERAUSFORDERUNGEN FÜR DIE IDENTITÄTSENTWICKLUNG

3. BEGRÜNDUNG DER INTERKULTURELLEN AUSRICHTUNG KIRCHLICHER KINDER- UND JUGENDARBEIT

3.1 KIRCHLICHES SELBSTVERSTÄNDNIS

3.1.1 Sozialer Auftrag

3.1.2 Religiöser Auftrag

3.2 INTEGRATIONSLEISTUNG INTERKULTURELL KOMPETENTER KINDER- UND JUGENDARBEIT

3.2.1 Auseinandersetzung mit Sinnfragen

3.2.2 Religiöse Beheimatung

3.2.3 Gelebte Normen und Werte

3.2.4 Respekt vor Andersgläubigen

4. SCHWIERIGKEITEN DER ZUGÄNGLICHKEIT KIRCHLICHER ANGEBOTE FÜR KINDER UND JUGENDLICHE AUS FAMILIEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND

4.1 RELIGIONSKONFLIKT

4.1.1 Absolutheitsanspruch

4.1.2 Fundamentalismus

4.1.3 Reaktionsformen kirchlicher Kinder- und Jugendarbeit auf die veränderte gesellschaftliche Situation

4.2 VORURTEILE

4.2.1 Entstehung

4.2.2 Funktion

4.2.3 Folgen

4.2.4 Denkbare Vorurteile in kirchlichen Kinder- und Jugendgruppen

4.3 HOCHSCHWELLIGE ANGEBOTSSTRUKTUR IN DER JUGENDARBEIT

4.3.1 Thematische Orientierung

4.3.2 Gruppenorientierung

4.4 JUNGSCHAR – DIE KLASSISCHE FORM KIRCHLICHER KINDERARBEIT

4.4.1 Was ist Jungschar?

4.4.2 Erfolg trotz thematischer und gruppenzentrierter Orientierung?

4.4.3 Mögliche Schließungsmechanismen

5. BEISPIELE INTERKULTURELLER KIRCHLICHER KINDER- UND JUGENDARBEIT

5.1 HAUSAUFGABENHILFE UND MITTAGSTISCH IN DER EVANGELISCH-METHODISTISCHEN KIRCHE IN DER STADT K.

5.2 JUGENDHAUS NORD DES CVJM ESSLINGEN

6. WICHTIGE ASPEKTE ZUR UMSETZUNG INTERKULTURELLER KOMPETENZ IN DER KIRCHLICHEN KINDER- UND JUGENDARBEIT

6.1 TRANSPARENZ

6.2 UMGANG MIT ANDEREN RELIGIONEN

6.2.1 Neues Verständnis des religiösen Auftrags

6.2.2 Religiöse Begegnung mit Kindern und Jugendlichen

6.3 BEDARFSGERECHTE ANGEBOTSGESTALTUNG

6.4 PERSONELLE ASPEKTE

6.5 UMGANG MIT VORURTEILEN

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit verfolgt das Ziel aufzuzeigen, wie Kirchengemeinden Schließungsmechanismen in ihren Angeboten abbauen und eine interkulturelle Öffnung vollziehen können, um insbesondere Kinder und Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund effektiv zu erreichen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie kirchliche Kinder- und Jugendarbeit ihre soziale und religiöse Verantwortung wahrnehmen kann, ohne dabei exkludierend zu wirken.

  • Analyse der Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
  • Begründung der interkulturellen Ausrichtung aus kirchlichem Selbstverständnis
  • Identifikation von Schließungsmechanismen in kirchlichen Angebotsstrukturen
  • Untersuchung von Praxisbeispielen interkultureller Arbeit (Hausaufgabenhilfe und Jugendhaus)
  • Ableitung konkreter Aspekte zur Kompetenzentwicklung und Bedarfsgestaltung

Auszug aus dem Buch

4.2.4 Denkbare Vorurteile in kirchlichen Kinder- und Jugendgruppen

Kirchliche Kinder- und Jugendarbeit kann es mit Vorurteilen auf verschiedenen Ebenen zu tun haben. Zum einem kann es zwischen den Kindern und Jugendlichen zu vorurteilbesetzten Konflikten kommen, die mit dem Anderssein des anderen begründet werden. Die Eltern potenzieller besuchender Kinder könnten Vorbehalte gegen eine deutsche christliche Einrichtung haben etc.. Aber auch innerhalb der Kirchengemeinde und bei den Mitarbeitenden der Kinder- und Jugendarbeit selbst können Vorurteile vertreten sein und sind es in gewisser Weise, da jeder Mensch generalisiert und verallgemeinert.

Zwar vertreten alle großen Weltreligionen den Grundsatz der Geschwisterlichkeit, was der Bildung von Vorurteilen eigentlich widerspricht. Dem steht aber auch der jeweilige Absolutheitsanspruch gegenüber, der jedoch religiöse Menschen nicht automatisch anfällig für Vorurteile macht. Vielen ist der Grundsatz der Solidarität mit Ausgestoßenen (Geschwisterlichkeit) in ihrer Religion sehr wichtig und sie vertiefen ihre Religion dahingehend. Manch einer sucht aber in seiner Religion eine „mächtige und höhere Wir Gruppe“ um seine eigene Persönlichkeit festigen zu können. Die Ausgrenzung und Abwertung von Andersgläubigen braucht er zur eigenen Stärkung. Gehört in einer Kirchengemeinde ein Großteil der Mitglieder zur letzteren Gruppe, sind sie für Vorurteile äußerst anfällig. Es wird schwierig sein von solch einer Gemeinde die notwendige Unterstützung für eine interkulturelle bzw. –religiöse Öffnung der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu bekommen. Diese ist aber ohne solche Unterstützung kaum denkbar und würde am Sinn kirchlicher Kinder- und Jugendarbeit vorbei gehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. KLÄRUNG DER TRAGENDEN BEGRIFFE: Dieses Kapitel definiert die zentralen Konzepte wie kirchliche Jugendarbeit, Migrationshintergrund, Interkulturalität und interkulturelle Kompetenz, die für die gesamte Untersuchung grundlegend sind.

2. LEBENSBEDINGUNGEN VON KINDERN UND JUGENDLICHEN AUS FAMILIEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND: Es werden die ökonomischen, sozialen und bildungsbezogenen Herausforderungen dieser Zielgruppe sowie deren Identitätsentwicklung in einem neuen kulturellen Kontext beleuchtet.

3. BEGRÜNDUNG DER INTERKULTURELLEN AUSRICHTUNG KIRCHLICHER KINDER- UND JUGENDARBEIT: Das Kapitel verankert die Notwendigkeit der interkulturellen Öffnung im christlichen Selbstverständnis, insbesondere durch den sozialen Auftrag der Nächstenliebe und das Konzept der Ganzheitlichkeit.

4. SCHWIERIGKEITEN DER ZUGÄNGLICHKEIT KIRCHLICHER ANGEBOTE FÜR KINDER UND JUGENDLICHE AUS FAMILIEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND: Hier werden Barrieren wie Religionskonflikte, Vorurteile sowie die oft hochschwelligen und thematisch fokussierten Strukturen der klassischen kirchlichen Arbeit analysiert.

5. BEISPIELE INTERKULTURELLER KIRCHLICHER KINDER- UND JUGENDARBEIT: Anhand einer Hausaufgabenhilfe und eines Jugendhauses wird illustriert, wie kirchliche Träger aktiv versuchen, ihre Angebote für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund zu öffnen.

6. WICHTIGE ASPEKTE ZUR UMSETZUNG INTERKULTURELLER KOMPETENZ IN DER KIRCHLICHEN KINDER- UND JUGENDARBEIT: Das Abschlusskapitel formuliert Handlungsempfehlungen, insbesondere zur Transparenz, zum Umgang mit religiöser Vielfalt und zur bedarfsgerechten Gestaltung der Angebote.

Schlüsselwörter

Kirchliche Jugendarbeit, Interkulturelle Kompetenz, Migration, Migrationshintergrund, Soziale Arbeit, Interkulturelle Öffnung, Sozialraumorientierung, Religionskonflikt, Identitätsentwicklung, Vorurteile, Ganzheitlichkeit, Jungschar, Diskriminierung, Integration, Wertvermittlung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie kirchliche Kinder- und Jugendarbeit sich interkulturell öffnen kann, um Kinder und Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund besser zu erreichen und in ihre Angebote zu integrieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die Lebensbedingungen von Migrantenfamilien, die theologische Begründung sozialer Arbeit, Barrieren beim Zugang zu kirchlichen Angeboten sowie Strategien zur Entwicklung interkultureller Kompetenz.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Schließungsmechanismen in der kirchlichen Arbeit zu identifizieren und Aspekte für Konzepte zu entwickeln, die einen niedrigschwelligen und respektvollen Zugang ermöglichen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse zum interkulturellen Lernen sowie auf zwei illustrative Interviews mit Mitarbeitern in Einrichtungen der kirchlichen Kinder- und Jugendsozialarbeit.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Lebensrealität von Kindern mit Migrationshintergrund, diskutiert die theologischen Begründungen für interkulturelle Arbeit und identifiziert konkrete Hindernisse wie Vorurteile und religiöse Absolutheitsansprüche.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialraumorientierung, Identitätsentwicklung, interkulturelle Öffnung, religiöse Beheimatung und Schließungsmechanismen.

Warum stellt der Absolutheitsanspruch eine Schwierigkeit für die Arbeit dar?

Der Anspruch, dass eine Religion die einzig wahre ist, kann im Dialog mit anderen religiösen Gruppen ausgrenzend wirken, wenn er nicht durch eine inklusive und respektvolle Haltung ergänzt wird.

Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen "Jungschar" und "Jugendkreis"?

Die Arbeit stellt fest, dass in der Jungschar (Kinderalter) eine Integration aufgrund der Offenheit der Angebote leichter gelingt als in Jugendkreisen, in denen Jugendliche sich vermehrt in Cliquen organisieren.

Wie gehen die untersuchten Praxisbeispiele mit Religion um?

Sie vermeiden Missionierung im engen Sinn, praktizieren aber eine transparente Haltung, bei der christliche Werte authentisch gelebt werden, während gleichzeitig Raum für den Dialog und Respekt gegenüber anderen Religionen besteht.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Integrationshürden?

Die Autorin folgert, dass der "Graben" zwischen Jugendlichen oftmals weniger durch den nationalen Hintergrund, sondern primär durch soziale Schichtunterschiede geprägt ist.

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Details

Title
Wenn Vladimir und Aysche in die Kirche gehen... - Überlegungen zur Entwicklung interkultureller Kompetenz für die kirchliche Kinder- und Jugendarbeit
College
University of Applied Sciences Esslingen
Grade
1,7
Author
Rebecca Brohm (Author)
Publication Year
2007
Pages
66
Catalog Number
V112846
ISBN (eBook)
9783640122097
ISBN (Book)
9783640124091
Language
German
Tags
Wenn Vladimir Aysche Kirche Entwicklung Kompetenz Kinder- Jugendarbeit Migration Migrationshintergrund Christlich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rebecca Brohm (Author), 2007, Wenn Vladimir und Aysche in die Kirche gehen... - Überlegungen zur Entwicklung interkultureller Kompetenz für die kirchliche Kinder- und Jugendarbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112846
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