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Verteidigungsfremdes Verhalten? RAF-Anwälte der ersten Generation

Title: Verteidigungsfremdes Verhalten? RAF-Anwälte der ersten Generation

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Thomas Hoffmann (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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„ Die verdächtigen Verteidiger haben bei der B/M [Baader/Meinhof - T.H.]- Bande aus der Haft heraus eine ‘Schlüsselfunktion’ inne. Nur mit ihrer Hilfe kann die Kontinuität der RAF und der organisatorische Zusammenhalt ihrer Mitglieder aufrecht erhalten werden (...). die verdächtigen Verteidiger, von denen einige als noch legale arbeitende RAF-Mitglieder angesehen werden müssen, sind zur Zeit das größte Sicherheitsrisiko im Hinblick auf die Befreiung der B/M - Häftlinge.“ Mit diesen Worten zitiert der Spiegel 19741 das Bundeskriminalamt.

Die Geschichte der RAF in der BRD ist auch die Geschichte ihrer Anwälte. Viele Anwälte gerieten in den Verdacht, zu kassibern oder die RAF-Häftlinge auf andere Art und Weise zu unterstützen. Manche schlossen sich dem Kampf im Untergrund an, andere wurden mit dem Vorwurf der Unterstützung einer kriminellen Vereinigung angeklagt und verurteilt oder von Prozessen gegen RAF - Mitglieder ausgeschlossen.

In dieser Arbeit soll an ausgesuchten Beispielen die Rolle der Anwälte und ihr Bezug zur RAF gezeigt werden. Dabei wird auf Anwälte eingegangen, welche sich der RAF anschlossen, welche als Unterstützer verurteilt wurden und welche ihren anwaltlichen Aufgaben nach dem Gesetz nachkamen.

Gleichzeitig soll auch ein Eindruck von der damaligen Stimmung in Gerichts- und Anwaltskreisen vermittelt werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die erste Generation der RAF - ein einleitender Überblick

3. Horst Mahler (Berlin)

4. Klaus Croissant (Frankfurt)

5. Kurt Groenewold (Hamburg)

6. Otto Schily (Berlin)

7. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die ambivalente und oft kritische Rolle der Verteidiger der ersten Generation der Rote Armee Fraktion (RAF). Ziel ist es, den Bezug zwischen den Anwälten und den RAF-Mitgliedern aufzuzeigen, wobei unterschiedliche Ausprägungen von anwaltlichem Handeln — vom loyalen Verteidiger bis hin zum Unterstützer aus ideologischer Überzeugung — analysiert werden.

  • Die Rolle von Horst Mahler als Mitbegründer der RAF und späterer Aussteiger.
  • Die Rolle von Klaus Croissant und Kurt Groenewold als Unterstützer und Organisatoren eines Informationssystems.
  • Die Rolle von Otto Schily als Verteidiger, der innerhalb des legalen Rahmens agierte.
  • Die Einordnung der juristischen Auseinandersetzungen zwischen Staat und Verteidigung.
  • Der Einfluss der Anwälte auf die Kommunikation und den Zusammenhalt der RAF-Gefangenen.

Auszug aus dem Buch

5. Kurt Groenewold (Hamburg)

Das Kommunikationssystem „Info“ entstand Anfang 1973. Es diente zum einen dem Austausch von Informationen und Meinungen der Gefangenen untereinander und damit, den Zusammenhalt der Gruppe zu sichern, zum anderen dem Austausch mit der Außenwelt. Im Haus des Rechtsanwalts Groenewold wurde die „Info-Zentrale“, die „zentrale Kontakt -und Schaltstelle“ eingerichtet. Es wurden zahlreiche Publikationen über die RAF, den Bundesgrenzschutz oder auch Geheimdienste ausgewertet, vervielfältigt und archiviert. Die technischen Geräte (Photokopierer, Druckmaschinen) stellte Groenewold, der diese ausreichend in seiner Anwaltspraxis hatte. Das System des Infos lief folgerndermaßen: Texte oder andere Information der Einsitzenden erhielt die Zentrale durch die Anwälte, die diese persönlich transportierten oder mit der Verteidigerpost verschickten. Die Materialien wurden dann in der Zentrale als „Infopaket“ zusammengestellt und kopiert, den Verteidigern wieder übergeben, damit diese dann die Unterlagen als „Verteidigungsmaterial“ den Gefangenen zukommen ließen.

Das Material, was bis zu 60 Blätter enthielt, wurde in drei Kategorien gegliedert. Kategorie I für die Spitze, Kategorie II, was der Kommunikation und Unterrichtung diente, für die RAF-Mitglieder, Kategorie III Schulungsmaterial und Presseausschnitte für die Mitläufer. Die Staffelung erfolgte nach dem folgenden Prinzip: Wer „Info I“ erhielt, bekam auch niedriger Kategorie, d.h. Info II und III, wer Info II erhielt, erhielt auch Info III. Durch die vielfältigen Infos gelangten die Inhaftierten vielfach zu Spezialwissen über Terror-Technik, es wurden Abtrünnige diszipliniert und eine Absprache von Taktik und Strategie konnte erfolgen. Im Dezember 1975 kam das „Info“, nach der Durchsuchung der Rechtsanwaltskanzlei Groenewold, zum erliegen, später wurde die Kommunikation wie über die Kanzlei Croissant fortgeführt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Problematik der RAF-Anwälte ein und erläutert die Zielsetzung, die Rolle und das Verhalten der Verteidiger zu beleuchten.

2. Die erste Generation der RAF - ein einleitender Überblick: Dieses Kapitel gibt einen historischen Abriss über die Entstehung und Entwicklung der ersten Generation der RAF bis 1972.

3. Horst Mahler (Berlin): Hier wird der Werdegang von Horst Mahler beschrieben, der vom APO-Anwalt zum Mitbegründer der RAF und später zum Aussteiger wurde.

4. Klaus Croissant (Frankfurt): Dieses Kapitel analysiert das Wirken von Klaus Croissant, der durch den Aufbau eines Informationssystems eng mit der RAF verbunden war.

5. Kurt Groenewold (Hamburg): Hier steht Kurt Groenewold im Mittelpunkt, insbesondere seine Rolle bei der Einrichtung der „Info-Zentrale“ zur Kommunikation der Inhaftierten.

6. Otto Schily (Berlin): Dieses Kapitel untersucht die Verteidigungstätigkeit von Otto Schily, der eine distanziertere Rolle einnahm und innerhalb des Rechtsstaats agierte.

7. Zusammenfassung: Das letzte Kapitel fasst die unterschiedlichen Typologien der RAF-Anwälte zusammen und zieht ein Resümee über deren Einfluss und die individuelle Entwicklung.

Schlüsselwörter

Rote Armee Fraktion, RAF, Verteidiger, Horst Mahler, Klaus Croissant, Kurt Groenewold, Otto Schily, Stammheim-Verfahren, Informationssystem, politische Verteidigung, APO, Terrorismus, Bundesrepublik Deutschland, Rechtsanwälte, RAF-Gefangene.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Rolle und das Verhältnis von Anwälten zur ersten Generation der Rote Armee Fraktion (RAF) in der Bundesrepublik Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Verteidigung von Terrorismusvorwürfen, die Unterstützung der RAF durch Anwälte sowie die Grenzen zwischen legitimer Verteidigung und illegaler Unterstützung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, an vier konkreten Fallbeispielen zu zeigen, wie unterschiedlich sich das Verhältnis der Anwälte zur RAF gestaltete.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die dokumentierte Fälle, Presseberichte und historische Sekundärliteratur auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den Biografien und Aktivitäten von Horst Mahler, Klaus Croissant, Kurt Groenewold und Otto Schily.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind RAF, Terroristenanwälte, Verteidigung, politische Gefangene, Stammheim und Informationssystem.

Wie unterschieden sich Croissant und Groenewold von Schily in ihrer Verteidigungsstrategie?

Während Croissant und Groenewold aktiv zur internen Kommunikation und Organisation der RAF beitrugen, blieb Otto Schily bei der Verteidigung der Mandanten im legalen, wenn auch politisch konfrontativen Rahmen.

Welche Rolle spielte das „Info“-System?

Das „Info“-System war ein von Anwälten organisiertes Kommunikationsnetzwerk, das den Zusammenhalt der RAF-Gefangenen sicherte und den Informationsaustausch zwischen inhaftierten Kadern und der Außenwelt ermöglichte.

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Details

Title
Verteidigungsfremdes Verhalten? RAF-Anwälte der ersten Generation
College
Martin Luther University  (Geschichtliches Institut)
Course
Hauptseminar: Terrorismus im 20. Jahrhundert
Grade
2,0
Author
Thomas Hoffmann (Author)
Publication Year
2002
Pages
20
Catalog Number
V11285
ISBN (eBook)
9783638174862
Language
German
Tags
Verteidigungsfremdes Verhalten RAF-Anwälte Generation Hauptseminar Terrorismus Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Hoffmann (Author), 2002, Verteidigungsfremdes Verhalten? RAF-Anwälte der ersten Generation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11285
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