Das Level des eigenen subjektiven Wohlbefindens (SWB) hat einen Einfluss auf das Leben, Fühlen und Handeln von Menschen. In dieser Hausarbeit werden zwei Studien näher betrachtet, die sich mit diesen Thematiken befasst haben. Die erste Studie beschäftigte sich mit den reziproken Effekten von SWB, Leistungsängstlichkeit und Schulleistung. Die zweite Studie untersuchte, inwieweit schulbezogene und individuelle (Schüler-) Merkmale das SWB und Schulleistung vorhersagen. Konkret wurden dabei die drei Konstrukte Selbstwirksamkeit, Interesse und Leistungsängstlichkeit sowie das allgemeine Schulklima als auch spezifische Schulklimafaktoren untersucht. Im Folgenden werden der Forschungsstand, die Methode und die Ergebnisse der beiden Studien zunächst gesondert skizziert und diskutiert. Abschließend werden die zentralen Ergebnisse beider Studien zusammengefasst und diskutiert.
Zahlreiche Studien bezüglich SWB haben bereits die Bedeutung von SWB für wichtige Lebensbereiche im Erwachsenenalter, wie zum Beispiel für die mentale und körperliche Gesundheit oder auch für den beruflichen Erfolg aufgezeigt. Während die Bedeutung des SWB von Erwachsenen auf verschiedene Lebensbereiche bereits intensiv untersucht wurde, gibt es bei der Bedeutung des SWB und Einflussfaktoren auf das SWB von Heranwachsenden noch einige Forschungslücken. Auch wenn das SWB zu einem großen Teil genetisch bestimmt ist, beeinflusst auch die Umwelt das SWB. Nach der so genannten Stage-Environment-Fit-Theorie von Eccles et al. können sich Kinder nur gesund entwickeln, wenn die Umwelt die notwendigen Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung erfüllt. Das SWB kann demnach als ein Zeichen für eine gesunde Entwicklung des Kindes angesehen werden. Da die Heranwachsenden einen Großteil ihrer Zeit in der Schule verbringen, interessiert mich als angehende Lehrerin ganz besonders, wie sich das SWB und die Schulleistung von Schülern steigern lässt und wie sie sich gegenseitig beeinflussen. Durch das Wissen, inwieweit sich SWB, Schulleistung, Leistungsängstlichkeit, das allgemeine sowie spezifische Aspekte des Schulklimas als auch individuelle Schülermerkmale gegenseitig beeinflussen und vorhersagen, könnten geeignete und hilfreiche Präventions- und Interventionsmaßnahmen entwickelt und eingesetzt werden, mit dem Ziel das SWB von Heranwachsenden zu steigern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Studie 1: Subjective Well-Being, Test Anxiety, Academic Achievement: Testing for Reciprocal Effect (Steinmayr, Crede, McElvany & Wirthwein, 2016)
2.1 Forschungsstand
2.2 Fragestellung
2.3 Methode
2.3.1 Statistische Auswertung
2.4 Ergebnisse
2.5 Diskussion der Ergebnisse
3. Studie 2: School-Related and Individual Predictors of Subjective Well-Being and Academic Achievement (Steinmayr, Heyder, Naumburg, Michels & Wirthwein, 2018)
3.1 Forschungsstand
3.2 Fragestellungen
3.3 Methode
3.3.1 Statistische Auswertungen
3.4 Ergebnisse
3.5 Diskussion der Ergebnisse
4. Gesamtzusammenfassung
5. Gesamtdiskussion
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Wechselspiel zwischen dem subjektiven Wohlbefinden (SWB), der Schulleistung und verschiedenen psychologischen sowie umweltbezogenen Faktoren wie Leistungsängstlichkeit und Schulklima bei Heranwachsenden, um Potenziale für pädagogische Präventions- und Interventionsmaßnahmen aufzuzeigen.
- Reziproke Effekte zwischen subjektivem Wohlbefinden und Schulleistung
- Einfluss von Leistungsängstlichkeit (Sorgen und Emotionalität) auf den Lernerfolg
- Die Rolle des Schulklimas als Prädiktor für Wohlbefinden und Noten
- Bedeutung individueller Schülermerkmale wie Selbstwirksamkeit und Interesse
- Praktische Implikationen für die Gestaltung von Unterricht und Schulklima
Auszug aus dem Buch
2.1 Forschungsstand
Während die Bedeutung des SWB von Erwachsenen auf verschiedene Lebensbereiche bisher schon intensiv untersucht wurde, gibt es diesbezüglich bei Heranwachsenden noch einige Forschungslücken (Steinmayr et al., 2016). Bevor aber der bisherige Forschungsstand zusammengefasst wird, wird zunächst geklärt, was konkret unter SWB zu verstehen ist.
SWB lässt sich als multidimensionales Konstrukt beschreiben (Seligman, 2011). Das SWB spiegelt eine Gesamtbewertung der Lebensqualität einer Person aus ihrer eigenen Perspektive wider. Es gibt zwei theoretische Ansätze nach denen sich das SWB konzeptualisieren und operationalisieren lässt (vgl. Ryan & Deci, 2001; Eid & Larsen, 2008). Zunächst lässt sich der weit verbreitete hedonistische Ansatz des SWB anführen. Dieser definiert das SWB als die Anwesenheit von Freude oder Glück. Nach diesem Ansatz setzt sich SWB aus einer kognitiven und einer affektiven Komponente zusammen. Die kognitive Komponente, die Lebenszufriedenheit, meint die kognitive Bewertung eines Individuums über sein Leben im Allgemeinen. Die affektive Komponente, die Stimmung, bezieht sich auf das Erleben und Berichten von positiven und negativen Affekten (Diener, Suh, Lucas & Smith, 1999).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des subjektiven Wohlbefindens für Heranwachsende ein und definiert die Zielsetzung, anhand von zwei Studien Zusammenhänge zwischen Wohlbefinden, Schulleistung und Schulklima zu untersuchen.
2. Studie 1: Subjective Well-Being, Test Anxiety, Academic Achievement: Testing for Reciprocal Effect (Steinmayr, Crede, McElvany & Wirthwein, 2016): Dieses Kapitel analysiert die reziproken Beziehungen zwischen subjektivem Wohlbefinden, Leistungsängstlichkeit und Schulleistung im Längsschnittdesign.
3. Studie 2: School-Related and Individual Predictors of Subjective Well-Being and Academic Achievement (Steinmayr, Heyder, Naumburg, Michels & Wirthwein, 2018): Hier wird untersucht, inwieweit das Schulklima und individuelle Merkmale wie Selbstwirksamkeit das Wohlbefinden und die Schulleistung von Schülern vorhersagen.
4. Gesamtzusammenfassung: Die zentralen Befunde beider Studien werden zusammengeführt, um die Bedeutung des Schulklimas und individueller Faktoren für den Schulerfolg und das Wohlbefinden auf den Punkt zu bringen.
5. Gesamtdiskussion: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, Implikationen für die pädagogische Praxis abgeleitet und Vorschläge für zukünftige Forschung zur Verbesserung des Schulklimas und zur Stärkung von Schülern formuliert.
Schlüsselwörter
Subjektives Wohlbefinden, Schulleistung, Leistungsängstlichkeit, Schulklima, Selbstwirksamkeit, Lebenszufriedenheit, Stimmung, Sorgen, Emotionalität, Interventionsmaßnahmen, Bildung, pädagogische Psychologie, Reziproke Effekte, Notendurchschnitt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie das subjektive Wohlbefinden und die schulische Leistung von Heranwachsenden zusammenhängen und durch Faktoren wie Leistungsängstlichkeit und Schulklima beeinflusst werden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der psychologischen Forschung zur Lebensqualität von Jugendlichen, der Analyse von Schulerfolgsfaktoren und der Wirkung des Lernumfeldes auf die psychische Gesundheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie durch Präventionsmaßnahmen das Wohlbefinden gesteigert und die Schulleistung positiv beeinflusst werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Aufarbeitung zweier empirischer Studien, die statistische Verfahren wie die Strukturgleichungsmodellierung (SEM) nutzen, um kausale Zusammenhänge zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zwei spezifische Studien detailliert vorgestellt, deren Forschungsstand, Methodik und Ergebnisse analysiert und kritisch diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Subjektives Wohlbefinden, Schulleistung, Leistungsängstlichkeit, Schulklima und Selbstwirksamkeit.
Welche Bedeutung hat das Schulklima für das Wohlbefinden?
Die Ergebnisse zeigen, dass ein positives allgemeines Schulklima ein starker Prädiktor für sowohl die Stimmung als auch die Lebenszufriedenheit von Schülern ist.
Führt ein hohes Wohlbefinden automatisch zu besseren Noten?
Nein, die Studien belegen, dass Schüler unabhängig von ihrem Wohlbefinden sowohl gute als auch schlechte Leistungen erbringen können; das Wohlbefinden ist kein direkter Prädiktor für die Schulleistung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen kognitiver und affektiver Leistungsangst wichtig?
Da nur die kognitive Komponente (Sorgen) signifikante negative Auswirkungen auf Wohlbefinden und Schulleistung hat, während die affektive Komponente weniger direkt mit der Leistung korreliert.
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- Isabell Nolte (Autor), 2021, Subjektives Wohlbefinden und Schulleistung. Eine Untersuchung zweier Studien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1128676