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Handschriftenkultur und Medialität im Mittelalter

Titre: Handschriftenkultur und Medialität im Mittelalter

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2008 , 21 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Bruno Desse (Auteur)

Médias / Communication - Histoire des médias
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Résumé Extrait Résumé des informations

Der Handschrift als mediengeschichtlich einzigartigem Phänomen soll hier der Fokus gewidmet werden. Dabei werden Überschneidungen und Querverweise zu anderen Medien des Mittelalters natürlich nicht zu vermeiden sein. Auch die gesellschaftliche Konstellation, die mit ihren meist sehr sauber voneinander getrennten Binnenöffentlichkeiten völlig anders aussieht als heute, wird Beachtung finden müssen. Doch soll die Entstehungsgeschichte, die technische wie kulturelle Verfügbarkeit, sowie die Rolle der Handschrift als gleichsam riesiges, höchst flexibles Scharnier am Scheideweg zwischen Keilschrift und Mnemotechnik auf der einen, sowie Buchdruck und Telekommunikation auf der anderen Seite im Mittelpunkt stehen. Man sollte dabei nicht vergessen, dass die Handschrift im Mittelalter fast ausschließlich das Buch bedeutete. Handschriften waren Bücher. Wie mit diesem Medium umgegangen wurde, ist schon allein deshalb zentral; die Bedeutung des Buches als solches ist unbestreitbar, historisch ohnehin, aber auch noch in unserem heutigen Zeitalter. Ein kurzer Ausblick, wie die Handschrift noch heute genutzt wird, soll die Ergebnisse abrunden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Medien im Mittelalter

2.1. Binnenöffentlichkeiten

2.2. Menschmedien, Schriftmedien und mediale Funktionen

3. Die mittelalterliche Handschrift

3.1. Technische Implikationen

3.2. Kulturelle Implikationen

5. Nachwort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den medientheoretischen Wandel im Mittelalter mit einem besonderen Fokus auf die Handschriftenkultur als zentrales „Scharnier“ zwischen oralen Kommunikationsformen und einer schriftlich-administrativen Kultur. Ziel ist es, die technische Beschaffenheit sowie die soziokulturelle Bedeutung der Handschrift in ihrer Funktion als „lebendiger Mittler“ und Arbeitsmittel zu analysieren.

  • Medienbegriffe und deren Anwendung auf mittelalterliche Kommunikationsstrukturen
  • Die Rolle der „Menschmedien“ gegenüber Schriftmedien
  • Technische und materielle Bedingungen der Handschriftenherstellung
  • Das Spannungsfeld zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit
  • Der Wandel der Handschrift vom Kultgegenstand zum wissenschaftlichen Arbeitsmittel

Auszug aus dem Buch

3.1. Technische Implikationen

Die Geschichte der Handschrift ist zunächst eine der technischen Vorraussetzungen. Freilich entwickelt sich der soziokulturelle Nutzen, der gesellschaftlich relevante Einschlag einer technischen Errungenschaft immer erst dann, abgesehen von einer hinlänglich adäquaten Methode, wenn überhaupt der Wille da ist, sich ihrer anzunehmen. Um aber überhaupt im kulturellen System Einzug halten zu können, muss erst ihre technische Verfügbarkeit hergestellt worden sein. Daher werden im Folgenden die Vorraussetzungen und Bedingungen, das Know-How von und für Handschriften vorgestellt, natürlich in gebotener Kürze. Denn vieles stellt sich völlig anders dar als in der zeitgenössischen Buchkultur, zumal den meisten auch über den heutigen technischen Prozess, der hinter dem fertigen Produkt „Buch“ bzw. seinem gesellschaftlichen Diskurs steht, wenig bekannt ist.

Handschriften gibt es nicht erst seit dem Mittelalter. Noch vor den berühmten Schriftrollen der griechischen oder römischen Antike bzw. der christlichen Kulturgeschichte (Qumran) gab es die Grabinschriften der Ägypter, die Keilschrift der Mesopotamier, die Höhlenmalereien der Cro-Magnons. Diese waren ja letztendlich auch mit der Hand verfertigt. Allerdings kann man wohl erst mit der Verbreitung des Papyrus ab dem 3. Jh. v. Chr., der zu Rollen mit schmalen Textkolonnen geformt wurde, von Handschriften auch im mittelalterlichen Sinne sprechen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in die Problematik, mittelalterliche Medien zu verstehen, und Vorstellung der These, dass die Handschrift einen zentralen Medienwechsel im Mittelalter darstellt.

2. Medien im Mittelalter: Untersuchung der gesellschaftlichen Strukturen und der Kommunikation durch personelle Strukturen sowie die Definition von Menschmedien.

2.1. Binnenöffentlichkeiten: Analyse der gesellschaftlichen Teilöffentlichkeiten und des Spannungsfeldes zwischen diesseitigen und jenseitigen Interessen.

2.2. Menschmedien, Schriftmedien und mediale Funktionen: Erörterung, wie Kommunikation durch Rollenbilder geprägt war und wie sich die Schriftkultur allmählich als dominantes Medium etablieren konnte.

3. Die mittelalterliche Handschrift: Einführung in die Untersuchung der Handschrift als komplexes Phänomen unter Berücksichtigung technischer und kultureller Aspekte.

3.1. Technische Implikationen: Darstellung der materiellen Bedingungen, von der Herkunft der Schreibmaterialien wie Pergament bis zur Herstellung des Kodex.

3.2. Kulturelle Implikationen: Betrachtung der Rolle von Klöstern und Scholastik bei der Wandlung des Buches vom Kultobjekt zum instrumentellen Arbeitsmittel.

5. Nachwort: Reflexion über die heutige Bedeutung und Aura der Handschrift sowie ein Ausblick auf die Beständigkeit der analogen Mitschrift trotz digitaler Medien.

Schlüsselwörter

Handschrift, Mittelalter, Medienwechsel, Menschmedium, Schriftkultur, Kodex, Pergament, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Skriptorium, Scholastik, Kommunikation, Buchgeschichte, Individualität, Wissenstransfer

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Mediengeschichte des Mittelalters, insbesondere den Wandel der Kommunikationsformen durch die Etablierung der Handschrift.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder sind die Differenzierung zwischen Mensch- und Schriftmedien, die materielle Herstellung von Büchern sowie der gesellschaftliche Wandel durch die Institutionalisierung von Wissen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Handschrift nicht nur als philologisches Objekt zu begreifen, sondern als technologisches und kulturelles Scharnier, das den Übergang von einer oralen zu einer schriftbasierten Gesellschaft maßgeblich geprägt hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt medienhistorische und medientheoretische Analysen, um gesellschaftliche und technische Entwicklungen im Mittelalter zu verknüpfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der mittelalterlichen Medienkonstellation, der technischen Herstellungsbedingungen der Handschrift und ihrer kulturellen Auswirkungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Handschriftenkultur, Medienwechsel, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Skriptorium und Kodex charakterisieren.

Was bedeutet der Begriff „Menschmedium“ in diesem Kontext?

Als Menschmedium werden Akteure bezeichnet, die als primäre Vermittlungsinstanz für Informationen dienen, wie etwa der Erzähler oder Sänger, die keiner externen Technik zur Kommunikation bedürfen.

Warum wird die Handschrift als „lebendiger Mittler“ bezeichnet?

Dieser Begriff verweist auf die körperliche und sinnliche Komponente des mittelalterlichen Buches, das nicht nur gelesen, sondern als Gegenstand erfahren wurde (Hören, Sehen, Tasten).

Wie beeinflusste die Scholastik den Umgang mit Handschriften?

Mit der Scholastik wandelte sich das Buch vom kontemplativen Kultgegenstand zum instrumentellen Arbeitsgerät, das nun kursorisch und parallel genutzt wurde.

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Résumé des informations

Titre
Handschriftenkultur und Medialität im Mittelalter
Université
Humboldt-University of Berlin  (Medienwissenschaftliches Seminar)
Cours
Momente der Mediengeschichte
Note
1,0
Auteur
Bruno Desse (Auteur)
Année de publication
2008
Pages
21
N° de catalogue
V112874
ISBN (ebook)
9783640125531
ISBN (Livre)
9783640126392
Langue
allemand
mots-clé
Handschriftenkultur Medialität Mittelalter Momente Mediengeschichte
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Bruno Desse (Auteur), 2008, Handschriftenkultur und Medialität im Mittelalter, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112874
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