Führung in Gruppen


Seminararbeit, 2006

14 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Führung und Führungsforschung
1. Was ist Führung?
2. Theoretische Ansätze der Führungsforschung
2.1 Personalistische Ansätze
2.2 Verhaltensorientierte Ansätze
2.2.1 Gibt es den erfolgreichen Führungsstil?
2.2.2 Das Ohio – State – Führungsforschungsprojekt
2.2.3 Kritik
2.3 Kontingenztheoretische Ansätze
2.3.1 Fiedlers Kontingenzmodell (1967)

III. Gruppe ohne Führung – Chaos oder Chance?
Selbsthilfegruppen und ihre prinzipielle Führerlosigkeit

IV. Fazit

Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Prozess der Gruppenführung und den verschiedenen Arten ihrer Ausführung.

Die zentrale Bedeutung der Führung in der Gruppenforschung wird anhand der zahlreichen Untersuchungen ab Mitte des vergangenen Jahrhunderts und den vielen Ausführungen in der Literatur überdeutlich.

Ich habe mich in meiner Arbeit auf die Untersuchungen von Lewin, Lippitt &White (1939), Hemphill, Fleishman, Stogdill und Shartle aus den 50er Jahren und Fiedler aus dem Jahre 1967 beschränkt, um die einzelnen theoretischen Ansätze der Führungsforschung näher zu erläutern.

Lewin et al. beschäftigen sich mit den einzelnen Führungsstilen, Hemphill et al. beziehen außerdem noch das Verhalten der Führer aus Sicht der Geführten in ihre Untersuchungen mit ein.

Dann stelle ich noch das Kontingenzmodell von Fiedler vor, der davon ausgeht, dass der Führungserfolg von vielen verschiedenen Variablen abhängt und nicht nur vom Führungsverhalten.

Am Ende dieser Arbeit beschäftige ich mich mit der Frage, ob eine Gruppe ohne Führung erfolgreich sein kann und beziehe dazu das Beispiel der Selbsthilfegruppen in meine Überlegungen mit ein.

Wegen der Fülle an Literatur und der Begrenztheit dieser Arbeit habe ich nur eine Auswahl an Literatur und Untersuchungen herangezogen, die aber meiner Meinung nach einen guten Überblick über den Prozess der Gruppenführung geben.

II. Führung und Führungsforschung

1. Was ist Führung?

In einer Gruppe entsteht durch die wechselseitige Beeinflussung ihrer Mitglieder eine Dynamik, die auf das Erreichen der gruppenintern festgelegten Ziele gerichtet ist.

Die Personen, die Einfluss auf die Gruppe nehmen und das Gruppenvorhaben maßgeblich bestimmen und koordinieren, werden Gruppenführer genannt (Wellhöfer, 1993, S. 83).

Rosenstiel, Molt und Rüttinger (1988) bezeichnen Führung als „zielbezogene Einflussnahme auf andere“ (zitiert nach Brodbeck, Maier und Frey, 2002, S. 329), wobei man zwischen menschlicher Führung und struktureller Führung unterscheiden muss.

Ein menschlicher Führer hat die Aufgabe, Einfluss auf die Mitglieder seiner Gruppe auszuüben, sie zu motivieren und sie in der Gemeinschaft zusammenzuhalten, damit das Erreichen der vereinbarten Ziele im Kollektiv möglich ist (Brodbeck, Maier und Frey, 2002, S. 329).

Die Position des Führers nimmt innerhalb der Gruppe eine zentrale Rolle ein, die für die Fortbewegung der Gruppe und das Vermeiden von Stillstand von großer Bedeutung ist. Dabei muss die Führung einer Gruppe nicht statisch oder endgültig festgelegt sein, sondern kann situationsspezifisch variieren und abhängig von den Fähigkeiten der Gruppenmitglieder immer wieder neu festgelegt werden. Man geht sogar davon aus, dass die Leistungsfähigkeit einer Gruppe höher ist, wenn die Führungsposition von Situation zu Situation variiert (Wellhöfer, 1993, S. 83).

Führung kann als ein Prozess gesehen werden, denn ein Führer kann sich bei der Gruppenbildung herauskristallisieren, er kann sich bei der Realisierung von Gruppenzielen profilieren oder er wird von den Teilnehmern der Gruppe gewählt, bzw. von außen an die Spitze der Gruppe bestimmt.

Häufig gehen der Etablierung der Führung Machtkämpfe zwischen den einzelnen Gruppenmitgliedern oder den Anwärtern auf diese Position voraus (Thomas, 1992, S. 82).

Allgemein formuliert ist der Führer für die Befriedigung der Bedürfnisse der Gruppenmitglieder, das Erreichen der Gruppenziele und für die Repräsentation nach außen zuständig, d.h. er muss innerhalb der Gruppe für eine geordnete Struktur sorgen und darf das Erreichen des Gruppenziels nicht aus den Augen verlieren, um die Mitglieder zufrieden zu stellen.

Der Begriff des Führers ist ein im deutschsprachigen Raum sicher nicht unbelasteter Begriff, der oft eng mit dem Begriff der Verführung verknüpft ist (Lück, 1993, S. 165). Im Deutschen wird der Begriff auch mit Manipulation in Verbindung gebracht, was in anderen Kulturkreisen sicher nicht der Fall ist. Dennoch ist der Begriff Führung in der sozialpsychologischen Literatur beibehalten worden, ungeachtet der geschichtlichen Vorbelastung.

2. Theoretische Ansätze der Führungsforschung

Frey und Spielmann (1987) unterscheiden zwischen drei theoretischen Ansätzen der Führungsforschung. Die einzelnen Ansätze konzentrieren sich jeweils auf andere Bedingungen, um die Erfolgswahrscheinlichkeit von Führung zu erklären (Thomas, 1992, S. 83).

Die Ansätze, die in der Führungsforschung am meisten Beachtung finden, sind:

1. Personalistische Ansätze,
2. Verhaltensorientierte Ansätze und
3. Kontingenztheoretische Ansätze

Im folgenden werden die einzelnen Ansätze kurz dargestellt und an der ein oder anderen Stelle mit der Darstellung von Untersuchungen veranschaulicht.

2.1 Personalistische Ansätze

In den personalistischen Ansätzen der Führungsforschung geht man von überdauernden Persönlichkeitsmerkmalen aus, die ein Führer mitbringen oder erwerben muss, will er erfolgreich sein und von der Gruppe akzeptiert werden.

Diese, besonders bis in die 60er Jahre verfolgte Führungsforschung, sucht nach den spezifischen Merkmalen, die ihrer Meinung nach einen Führer erst zu einem Führer machen.

Das Problem der eigenschaftstheoretischen Ansätze ist jedoch, dass sich keine Persönlichkeitsmerkmale herausfinden lassen, die eine Person zum Führer befähigen, auch keine Kombinationen von Fähigkeiten und Einstellungen, die eine Führungspersönlichkeit erst ermöglichen sollen (Lück, 1993, S. 171).

[...]

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Führung in Gruppen
Hochschule
Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
14
Katalognummer
V112904
ISBN (eBook)
9783640122745
Dateigröße
361 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Führung, Gruppen
Arbeit zitieren
Stephanie Klingemann (Autor), 2006, Führung in Gruppen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112904

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