Die Entwicklung der Pflegebedarfe in Deutschland stellt einen Schwerpunkt dieser Bachelorarbeit dar. Weiterführend wird der Zusammenhang zur gesetzlichen Unfallversicherung erläutert. Die Entwicklung der Pflegebedarfe in Deutschland und der daraus resultierende Fachkräftemangel weisen eine besondere Aktualität auf und stellen eine gesellschaftliche Herausforderung dar, da die Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahren weiter steigen wird. Den Auswirkungen auf die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung wurde bisher jedoch weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Auch wenn Auswirkungen in verschiedenen Bereichen und Aufgabenfeldern bereits spürbar sind, gilt es diese zu erforschen und zu strukturieren und weiterführend prognostisch zu analysieren. Dies soll ein Ziel dieser Arbeit sein.
Die Problematik der steigenden Pflegebedarfe und des gleichzeitigen Mangels von Pflegekräften in Deutschland ist ein Thema, welches unsere Gesellschaft bereits seit längerer Zeit beschäftigt. Aufgrund des demografischen Wandels und aufgrund von epidemiologischen, technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen unterliegen die Bedarfe im Bereich der Pflege ständigen Veränderungen.1 Bezugnehmend auf die besondere Relevanz des demographischen Wandels, ist festzustellen, dass derzeit ein hoher Anteil an Bürgern, erwachsend aus den geburtenstarken Jahrgängen 1946 bis 1964, entsprechend auch eine große Zahl an pflegebedürftigen Personen liefert. Der Anteil der älteren Menschen stellt nicht die Gesamtheit aller Pflegebedürftigen dar, jedoch kann ihnen eine hohe Bedeutung im Rahmen dieser Betrachtung zugewiesen werden.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Theoretischer Teil
1. Pflegebedarf in Deutschland
1.1. Rechtliche Rahmenbedingungen
1.2. Entwicklung des Pflegebedarfes
1.2.1. Demographische Alterung und sozialer Wandel in Deutschland
1.2.2. Epidemiologische Entwicklungen
1.2.3. Technologie
1.3. Entwicklung des Pflegepersonals
1.4. Zusammenfassung
2. Unfallversicherungsträger in Deutschland
2.1. Unfallversicherungsträger im gewerblichen Bereich
2.2. Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand
3. Zusammenhang zwischen dem deutschen Pflegesystem und den Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand
III. Methode
IV. Konsequenzen der Entwicklung der Pflegebedarfe auf den Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung unter Betrachtung der Träger der öffentlichen Hand
1. Auswirkungen der Entwicklung der Pflegebedarfe auf die Zahl der beitragsfrei versicherten Pflegepersonen am Beispiel der Unfallkasse Sachsen-Anhalt
2. Auswirkungen der Entwicklung der Pflegebedarfe auf die Zahl der beitragsfrei versicherten Pflegepersonen in anderen Unfallversicherungsträgern der öffentlichen Hand
V. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der steigenden Entwicklung von Pflegebedarfen in Deutschland und deren Konsequenzen für die gesetzliche Unfallversicherung, insbesondere für die Träger der öffentlichen Hand. Im Fokus steht dabei die wachsende Gruppe der beitragsfrei versicherten Pflegepersonen und die Frage, inwieweit diese das Versicherungssystem belasten.
- Demographischer Wandel und Pflegebedarf in Deutschland
- Struktur und Finanzierung der gesetzlichen Unfallversicherung
- Versicherungsschutz für ehrenamtliche Pflegepersonen
- Analyse der Fallzahlenentwicklung bei ausgewählten Unfallversicherungsträgern
- Fachkräftemangel und technologische Unterstützung in der Pflege
Auszug aus dem Buch
1.2.1. Demographische Alterung und sozialer Wandel in Deutschland
Unter dem Begriff der sozialen Alterung versteht man in erster Linie den Prozess der Anpassung der Altersstruktur einer Bevölkerung an Veränderungen in den Umständen des Lebens. Sie stellt einen Vorgang dar, der das Durchschnittsalter der Bevölkerung ansteigen lässt. Da in Deutschland, verglichen mit dem Rest der Welt, sehr gute Lebensbedingungen herrschen, ist dort auch die Lebenserwartung erheblich höher.
Deutsche Männer werden rund 79 und deutsche Frauen rund 84 Jahre alt. Der weltweite Durchschnittswert liegt dagegen bei 70 Jahren (Männer) bzw. 75 Jahren (Frauen). 2017 waren 17,7 Millionen Menschen in Deutschland älter als 64, was somit 40 Prozent mehr als noch im Jahr 1995 waren. Prognostiziert wird, dass es bis zum Jahr 2050 einen Anstieg auf bis zu 23,3 Millionen geben wird. Es steigt also gleichzeitig auch der Anteil an älteren Menschen in Relation zur Gesamtbevölkerung und die absolute Zahl der älteren Menschen nimmt zu.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik des steigenden Pflegebedarfs und des daraus resultierenden Fachkräftemangels ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Auswirkungen auf die gesetzliche Unfallversicherung.
II. Theoretischer Teil: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen der Pflegebedürftigkeit, analysiert demographische sowie epidemiologische Entwicklungen und beschreibt das System der deutschen Unfallversicherungsträger.
III. Methode: Hier wird die qualitative Literaturrecherche dargelegt, die durch die Auswertung interner Daten der Unfallkasse Sachsen-Anhalt und weiterer Träger ergänzt wurde.
IV. Konsequenzen der Entwicklung der Pflegebedarfe auf den Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung unter Betrachtung der Träger der öffentlichen Hand: Dieses Kapitel untersucht empirisch, wie sich die steigende Zahl beitragsfrei versicherter Pflegepersonen auf die Unfallkasse Sachsen-Anhalt und weitere Träger in Deutschland auswirkt.
V. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass trotz steigender Pflegepersonen-Zahlen keine überproportionale finanzielle Belastung für die gesetzliche Unfallversicherung nachweisbar ist.
Schlüsselwörter
Pflegebedarf, gesetzliche Unfallversicherung, Unfallversicherungsträger, demographischer Wandel, Pflegepersonen, beitragsfrei versichert, Pflegenotstand, Fachkräftemangel, SGB VII, Unfallkasse, soziale Alterung, Pflegestatistik, Rentenversicherung, Pflegeversicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung der Pflegebedarfe in Deutschland und untersucht, welche Auswirkungen diese auf die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung der öffentlichen Hand haben.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind der demographische Wandel, die rechtlichen Grundlagen der Pflegeversicherung und Unfallversicherung, die Situation des Pflegepersonals sowie die statistische Analyse von versicherten Pflegepersonen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, wie sich der Anstieg der Pflegebedarfe auf die gesetzliche Unfallversicherung auswirkt und ob dadurch das System der beitragsfrei Versicherten übermäßig belastet wird.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Es wurde ein qualitativer Ansatz gewählt, der primär auf einer Literaturrecherche basiert und durch die Analyse statistischer Daten von Unfallversicherungsträgern ergänzt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur Pflegeproblematik und Unfallversicherung sowie einen empirischen Teil, der Daten zur Anzahl der Pflegepersonen und Unfallereignissen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Kernbegriffe sind Pflegebedarf, demographischer Wandel, gesetzliche Unfallversicherung, beitragsfrei versicherte Pflegepersonen und Träger der öffentlichen Hand.
Warum spielt die Unfallkasse Sachsen-Anhalt eine besondere Rolle in der Arbeit?
Da die Autorin eine Berufsausbildung bei der Unfallkasse Sachsen-Anhalt absolvierte, bot es sich an, diesen Träger als Fallbeispiel für die Datenanalyse heranzuziehen.
Wie wirkt sich der demographische Wandel laut Arbeit auf das Unfallversicherungssystem aus?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Anstieg der Pflegepersonen zwar statistisch messbar ist, aber keine signifikante Erhöhung der Unfallzahlen oder finanzielle Überlastung des Systems zur Folge hat.
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- Anonym (Autor), 2020, Entwicklung des Pflegebedarfs in Deutschland. Konsequenzen auf den Bereich der gesetzlichen Unfallversicherung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1129120