Aufbauend auf einer Analyse dieser drei Projekte zielt die Arbeit darauf ab, zu untersuchen, inwiefern die EU-Institutionen und einzelnen Nationalstaaten fähig sind und sein werden, gesamteuropäische Lösungen mit dem Ziel der Steigerung der digitalen Souveränität Europas zu erarbeiten, dabei Leadership zu beweisen und die bestehenden Herausforderungen zu einer Fortentwicklung der EU zu einem zukunftsgestaltenden und schützenden Akteur in der Digitalpolitik zu nutzen.
Mit der Arbeit soll außerdem analysiert werden, ob die Annahme, dass differenzierte Integration ein wirksames Mittel zur Überwindung eines fehlenden gesamteuropäischen Handlungswillens sein kann, sich auch im Bereich der Digitalpolitik bestätigt. Letztgenannte Fragestellung wird auf Grundlage der Analyse des Projektes GAIA-X und der Anstrengungen zur Einführung einer europäischen Digitalsteuer beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
- Relevanz, bisherige Erkenntnisse und offene Fragen der EU-Digitalpolitik
- Grundsätzliches zur Untersuchung der digitalen Souveränität der EU
- Leadership als spezielle Art der Machtausübung
- Entscheidungsfähigkeit als zentraler Bestandteil digitaler Souveränität
- Kompetenzen und Entwicklung der EU-Digitalpolitik
- Die EU 5G Toolbox als Gradwanderung zwischen sicherheits- und wirtschaftspolitischen Erwägungen
- Projektausgestaltung und Umsetzungsstand
- Beteiligte Akteure und Interessen
- Mit GAIA-X auf dem Weg zu einem europäischen Cloudökosystem
- Projektausgestaltung und Umsetzungsstand
- Beteiligte Akteure und Interessen
- Die Coronakrise als zweite Chance für eine europäische Digitalsteuer
- Projektausgestaltung und Umsetzungsstand
- Beteiligte Akteure und Interessen
- Abschließende Erwägungen zum Stand und Ausblick digitaler Souveränität in Europa
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Fähigkeit der EU-Institutionen und einzelner Nationalstaaten, gesamteuropäische Lösungen zur Steigerung der digitalen Souveränität Europas zu erarbeiten und Leadership zu beweisen. Dabei werden die Herausforderungen der EU-Digitalpolitik analysiert und es wird geprüft, ob die Annahme, dass differenzierte Integration ein wirksames Mittel zur Überwindung eines fehlenden gesamteuropäischen Handlungswillens sein kann, sich auch im Bereich der Digitalpolitik bestätigt.
- Analyse von EU-Digitalisierungsprojekten (5G Toolbox, GAIA-X, Digitalsteuer) in Bezug auf digitale Souveränität
- Bewertung der Fähigkeit der EU, Leadership in der Digitalpolitik zu zeigen
- Bedeutung von europäischen Werten und einer technologischen Strategie zur Erreichung digitaler Souveränität
- Untersuchung der Rolle von differenzierter Integration in der EU-Digitalpolitik
- Analyse der Herausforderungen und Chancen der EU-Digitalpolitik
Zusammenfassung der Kapitel
Das erste Kapitel beleuchtet die Relevanz digitaler Souveränität für moderne Volkswirtschaften und stellt fest, dass Europa aufgrund eigener fehlender Technologien stark von außereuropäischen Plattformen und digitalen Dienstleistungsanbietern abhängig ist. Das Kapitel analysiert die aktuelle Forschungsliteratur zum Thema und kritisiert das Fehlen einer nachhaltigen, mit europäischen Werten verbundenen Digitalstrategie.
Kapitel 2 legt die Grundlage für die spätere Analyse der einzelnen EU-Digitalisierungsprojekte, indem es grundlegende Begriffe wie Leadership, digitale Souveränität sowie die Entwicklung des Rechtsrahmens und der Politiken zur Digitalisierung innerhalb der EU definiert.
Kapitel 3 untersucht die EU 5G Toolbox als ein Beispiel für die EU-Digitalpolitik, die zwischen sicherheits- und wirtschaftspolitischen Erwägungen balanciert. Das Kapitel analysiert die Projektausgestaltung und den Umsetzungsstand sowie die beteiligten Akteure und Interessen.
Kapitel 4 betrachtet GAIA-X als ein weiteres EU-Digitalisierungsprojekt, das den Weg zu einem europäischen Cloudökosystem ebnen soll. Das Kapitel analysiert die Projektausgestaltung, den Umsetzungsstand und die beteiligten Akteure und Interessen.
Kapitel 5 analysiert die Coronakrise als eine Chance für die Einführung einer europäischen Digitalsteuer. Das Kapitel untersucht die Projektausgestaltung, den Umsetzungsstand sowie die beteiligten Akteure und Interessen.
Schlüsselwörter
Digitale Souveränität, EU-Digitalpolitik, Leadership, 5G-Netzssicherheitstechnik, GAIA-X, Europäisches Cloudökosystem, Digitalsteuer, differenzierte Integration, europäische Werte, Technologie, digitale Transformation, Wirtschaftspolitik, Sicherheitspolitik, Akteure, Interessen.
Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet digitale Souveränität für Europa?
Digitale Souveränität beschreibt die Fähigkeit der EU, unabhängig über ihre digitale Infrastruktur, Daten und Technologien zu entscheiden und die Abhängigkeit von außereuropäischen Anbietern zu verringern.
Was ist das Ziel des Projekts GAIA-X?
GAIA-X soll ein sicheres und vernetztes europäisches Cloud-Ökosystem schaffen, das Datensouveränität und Interoperabilität nach europäischen Standards gewährleistet.
Was beinhaltet die EU 5G Toolbox?
Die 5G Toolbox enthält Empfehlungen für Mitgliedstaaten, um Sicherheitsrisiken beim Aufbau von 5G-Netzen zu minimieren, insbesondere durch die Bewertung von Hochrisiko-Lieferanten.
Warum wird über eine europäische Digitalsteuer diskutiert?
Ziel ist eine gerechtere Besteuerung großer Tech-Konzerne, die in der EU hohe Umsätze erzielen, aber ihre Gewinne oft in Niedrigsteuerländer verschieben.
Kann "differenzierte Integration" den digitalen Fortschritt in der EU beschleunigen?
Die Arbeit untersucht, ob kleinere Gruppen von EU-Staaten durch Vorangehen (wie bei GAIA-X) Blockaden im gesamten EU-Rat überwinden können.
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- Florian Hertle (Autor), 2021, Das Streben nach digitaler Souveränität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1129248