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Der Mann im Mond, Himmel und Hölle und das Schlaraffenland in der mittelalterlichen englischen Literatur

Título: Der Mann im Mond, Himmel und Hölle und das Schlaraffenland in der mittelalterlichen englischen Literatur

Tesis de Maestría , 2008 , 127 Páginas , Calificación: 1,85

Autor:in: Moni Kirner (Autor)

Filología inglesa - Literatura
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1 Das „finstere“ Mittelalter – eine schwindende Assoziation
Das `Mittelalter´ – bei genauerer Betrachtung ein wenig aussagekräftiger Name für eine Ära in der Geschichte, welche eine alles andere als kurze Zeit – nämlich etwa 1100 Jahre – umfasst. Doch nicht nur, dass diese despektierlich als „medium aevum“ (`mittleres Zeitalter´) bezeichnete Zeit in den Augen einiger Humanisten des 14., 15. und 16. Jahrhunderts, wie Poggius Florentinus (1380-1459) und Ludwig Vives (1492-1540), den „Niedergang der Literatur“ (Varga 1978, 87) repräsentierte und damit den Status einer „Überbrückungszeit“ zwischen der hoch verehrten Antike einerseits und der Renaissance andererseits einnahm – vielmehr erhielten die ersten fünf Jahrhunderte des Mittelalters den Beinamen „finster“, um die vermeintliche literarische Unproduktivität und den schwarzen Fleck auf der historischen Zeitleiste in eine Metapher zu fassen. Einige Humanisten sahen sich in diesem Zusammenhang selbst als „Vetreiber“ dieser Finsternis (Varga 1978, 88).
Erst schätzungsweise seit den letzten beiden Jahrhunderten genießt das Mittelalter – und es soll im Folgenden ausnahmslos wertungsfrei als Begriff gebraucht werden – durch das Zutun von Historikern wie August Potthast , Theodor E. Mommsen und Horst Fuhrmann wieder immer größer werdenden Respekt – obgleich es auch im 20. Jahrhundert die Konnotation des „Barbarentums“ noch nicht vollends abgelegt zu haben scheint (Le Goff 1984, 11). Doch auch der unwürdige Begriff `Dunkles Zeitalter´ verschwindet zusehends (Mommsen 1959, 107), und dies alles nicht zuletzt weil gerade das frühmittelalterliche Europa durchaus eine Vielzahl literarischer Meisterwerke hervorbrachte – man denke nur an das in altenglischer Sprache verfasste epische Heldengedicht Beowulf. Dieses von einem unbekannten Autor geschaffene Werk ist nicht nur deshalb so kostbar, weil es uns lediglich in einer einzigen Handschrift, der in der British Library in London aufbewahrten Cotton Vitellius A.XV, überliefert ist, sondern vor allem deshalb, weil es nicht nur eine faszinierende Geschichte erzählt, sondern auch sprachlich, metrisch und stilistisch von größter Bedeutung für die heutige Linguistik ist.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Das „finstere“ Mittelalter – eine schwindende Assoziation

2 Der Mythos vom Mann im Mond

2.1 Ursprünge

2.1.1 Die griechische Mythologie als erste Quelle

2.1.2 Vermischung der antiken Vorlagen mit einer Bibelepisode

2.2 Englische Überlieferungen: Vom Mittelalter bis zu Shakespeare

2.2.1 Alexander Neckam

2.2.2 „Man in the Moon“

2.2.2.1 Der Text in der Brook-Ausgabe

2.2.2.2 Inhaltliche Erläuterungen zum Gedicht

2.2.2.3 Sprachliche und metrische Gesichtspunkte

2.2.2.4 Interpretationsansätze

2.2.3 Das Motiv bei Chaucer und Henryson

2.2.4 Shakespeares inhaltliches und idiomatisches Aufgreifen des Motivs

2.3 Variantenreicher Mythos im deutschen Sprachraum

3 Literarische Darstellungen von Himmel und Hölle in der mittelalterlichen Visions- und Immramliteratur

3.1 Definition und Überblick über die Gattungen Vision und Immram

3.1.1 Die Vision des Tundal

3.1.2 Die Seereise des Heiligen Brendanus

3.2 Die vier eschatologischen Räume in der mittelalterlichen Vision

3.2.1 Fegefeuer und Hölle

3.2.1.1 Das Reinigungsfeuer in der Vorstellung des Christentums

3.2.1.2 Die Vorstellung der Hölle im jüdischen und christlichen Glauben

3.2.1.3 Die Vermischung von Hölle und Fegefeuer in der Vision des Tundal und der Navigatio Sancti Brendani Abbatis

3.2.1.3.1 Feuer, Wasser und Lärm als feste Bestandteile von infernum und purgatorium

3.2.1.3.2 Die Unterwelt aufgeteilt in verschiedene „Aufenthaltsbereiche“

3.2.1.3.2.1 Homers Hades als Vorbild für mittelalterliche Unterweltsbeschreibungen

3.2.1.3.2.2 Die Höllenräume und Läuterungsstationen in Tundals Vision mit Hinblick auf Dante

3.2.2 Paradies und Himmelreich in der mittelalterlichen Literatur

3.2.2.1 Zusammenhänge, Überschneidungen und Abgrenzungen

3.2.2.2 Lokalisierungsversuche im Mittelalter

3.2.2.3 Die Paradiesbewohner und ihre Bezirke in der Vision Tundals

3.2.2.4 Himmlisches Ambiente

3.3 Die Prüfungen der Jenseitsreisenden

3.3.1 Die Brücke in Tundals Unterwelt

3.3.2 Die Feuerprüfungen

3.3.3 Der Weg als Ziel in der Navigatio Sancti Brendani Abbatis?

4 Ein irdisches Paradies geformt von Menschenhand: Das Schlaraffenland – The Land of Cokaygne

4.1 Die historische Entwicklung des Topos und dessen Motive in Europa im Hinblick auf den mittelenglischen Harley-Text

4.1.1 Die Idee der `Utopia´ seit Hesiod und Platon bis Thomas Morus

4.1.2 Paradies und Schlaraffenland im Zeichen des Goldenen Zeitalters

4.1.2.1 Die paradiesischen Inseln Atlantis und Meropis

4.1.2.2 Das Augusteische Zeitalter

4.1.2.3 Die Wunderländer von Lukian und Laktanz

4.2 Hochzeit des Motivs im europäischen Mittelalter

4.2.1 Darstellungen in Italien, Spanien und Frankreich

4.2.1.1 Etymologie der romanischen Termini

4.2.1.2 Ein Überblick über die bekanntesten Schlaraffenland-Texte des mittelalterlichen Europa

4.2.2 „The Land of Cokaygne“ – ein mittelenglisches Gedicht über das Schlaraffenland der Mönche

4.2.2.1 Etymologische Betrachtung der westgermanischen Terminologie

4.2.2.2 Überlieferung und Gattung sowie sprachliche Beobachtungen in „The Land of Cokaygne“

4.2.2.3 Die Verwendung der traditionellen Schlaraffenlandtopoi

4.2.2.4 Die spezielle Bedeutung des Karnevalesken für das Schlaraffenlandmotiv

4.3 Die Vermischung der Schlaraffenlandtopoi mit Motiven aus den mittelalterlichen Vorstellungen von Paradies und Himmelreich

4.4 Die Weiterentwicklung der Schlaraffenland-Motivik in der Neuzeit

5 Ein komparativer Rückblick mit Fokus auf intentionale und inhaltliche Gemeinsamkeiten in „The Man in the Moon“, „The Land of Cokaygne“ und der Vision des Tundal

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Darstellung fantastischer Mythen und Jenseitsvorstellungen im Mittelalter. Im Fokus stehen dabei das Motiv des Mannes im Mond, die eschatologischen Räume von Himmel und Hölle sowie der Topos des Schlaraffenlands. Es wird analysiert, wie diese Erzählungen gesellschaftliche und kirchenkritische Kritik üben, moralische Diskurse widerspiegeln und dabei antike sowie christliche Motive miteinander verknüpfen, um die soziale Realität der Zeit zu kommentieren.

  • Literarische Analyse des Mann-im-Mond-Mythos im englischen Mittelalter bis zur Neuzeit.
  • Komparatistische Untersuchung mittelalterlicher Visions- und Immramliteratur (Tundals Vision, Seereise des Heiligen Brendan).
  • Untersuchung des Schlaraffenland-Motivs als „irdisches Paradies“ und satirische Gesellschaftskritik.
  • Analyse der Vermischung von christlichen Paradies- und Höllenvorstellungen mit profanen, karnevalesken Elementen.
  • Interdisziplinärer Rückblick auf die Persistenz dieser Motive in späteren Epochen und deren sozio-historische Bedeutung.

Auszug aus dem Buch

Der Mythos vom Mann im Mond

Das Kindermärchen vom Mann im Mond, der, aus der menschlichen Gesellschaft verbannt, als Strafe für seine Sünde verdammt dazu ist, auf dem Mond auf ewig sein Dasein zu fristen, ist ein Mythos mit einer Jahrhunderte langen Geschichte. Mit speziellem Fokus auf die mittelalterlichen Darstellungen des Mondmannes soll im Folgenden ein chronologischer Überblick über die Entwicklung dieses bis heute populären Motivs gegeben werden.

Schon in der Antike bestand weithin die Meinung, im Mond verberge sich etwas Geheimnisvolles, was die menschliche Fantasie natürlich hinreichend anregte. Der im ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr. lebende Philosoph und Biograph Plutarch schreibt seine eigenen Gedanken in dem Kapitel „Über das Mondgesicht“ (griech. Περὶ τοῦ ἐμφαινομένου προσώπου τῷ κύκλῳ τῆς σελήνης) in seinen Moralia (griech. ’Ηθυκά) nieder. Die Sprecher in diesem Kapitel, nämlich Sulla, der den Mythos erläutert, der Dialogsführer Lamprias und Apollonides, ein Gelehrter der Geometrie (Cherniss and Helmbold 1957, 3ff.), liefern dabei geradezu verblüffend modern anheimelnde Erklärungen des mysteriösen Antlitzes im Mond.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Das „finstere“ Mittelalter – eine schwindende Assoziation: Dieses Kapitel erläutert die historische und literarische Neubewertung des Mittelalters und widerlegt dessen veraltete Darstellung als rein „dunkle“ und unproduktive Epoche.

2 Der Mythos vom Mann im Mond: Der Text bietet einen Überblick über die Ursprünge und die literarische Entwicklung des Mondmann-Motivs von der Antike über mittelenglische Gedichte bis zu Shakespeare und dessen Bedeutung im deutschen Sprachraum.

3 Literarische Darstellungen von Himmel und Hölle in der mittelalterlichen Visions- und Immramliteratur: Hier werden Definitionen der Visionsgattungen dargelegt und die eschatologischen Konzepte von Himmel, Hölle, Fegefeuer und Paradies anhand exemplarischer Texte analysiert.

4 Ein irdisches Paradies geformt von Menschenhand: Das Schlaraffenland – The Land of Cokaygne: Das Kapitel analysiert die historische Entwicklung des Schlaraffenland-Topos als Utopie und dessen literarische Ausformung im Mittelalter sowie die Vermischung mit christlichen Jenseitsmotiven.

5 Ein komparativer Rückblick mit Fokus auf intentionale und inhaltliche Gemeinsamkeiten in „The Man in the Moon“, „The Land of Cokaygne“ und der Vision des Tundal: Der abschließende Vergleich legt die inhaltlichen Gemeinsamkeiten der behandelten Mythen offen und zeigt auf, wie diese als satirische Instrumente zur Kritik an gesellschaftlichen Missständen und der Kirche fungierten.

Schlüsselwörter

Mittelalter, Mann im Mond, Schlaraffenland, Visionsliteratur, Jenseitsvorstellungen, Himmel, Hölle, Fegefeuer, Tundal, Seereise des Heiligen Brendan, Gesellschaftskritik, Utopia, Karnevalesk, Literaturgeschichte, Religion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Aufarbeitung und Verbreitung zentraler Mythen und Jenseitsvorstellungen in der mittelalterlichen Literatur, insbesondere im englischsprachigen Raum.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Schwerpunkte liegen auf der Figur des „Mannes im Mond“, den Darstellungen von Himmel, Hölle und Fegefeuer in der Visionsliteratur sowie dem utopischen Motiv des Schlaraffenlands.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Entwicklung dieser Mythen aufzuzeigen und zu analysieren, wie sie als Mittel der gesellschaftlichen Satire und Kritik an sozialen sowie religiösen Missständen eingesetzt wurden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit nutzt eine komparatistische und literaturhistorische Herangehensweise, um verschiedene Texte, Gattungen und deren historische Zusammenhänge zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert intensiv die literarischen Quellen wie die Tundal-Vision oder das Gedicht „The Land of Cokaygne“ und stellt diese in den Kontext ihrer Entstehungszeit und der theologischen Traditionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Vision, Eschatologie, Utopie, Karnevalesk, Gesellschaftskritik und Motivgeschichte aus.

Wie wird das Schlaraffenland in der Arbeit definiert?

Es wird als ein „irdisches Paradies“ verstanden, das als satirisches Gegenstück zum religiösen Himmelreich fungiert und leibliche Wünsche sowie Gesellschaftskritik in den Vordergrund stellt.

Welche besondere Bedeutung kommt dem „Mann im Mond“ zu?

Er dient als populärer Mythos, der über Jahrhunderte hinweg als Projektionsfläche für moralische Lehren, aber auch für den Wunsch nach Freiheit von irdischen und göttlichen Gerichtsbarkeiten diente.

Warum ist die „Vision des Tundal“ für die Untersuchung so wichtig?

Sie stellt ein zentrales, äußerst beliebtes Beispiel mittelalterlicher Visionsliteratur dar, das die eschatologischen Räume exemplarisch beschreibt und eine Vermischung von Hölle und Fegefeuer aufweist.

Final del extracto de 127 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Mann im Mond, Himmel und Hölle und das Schlaraffenland in der mittelalterlichen englischen Literatur
Universidad
LMU Munich  (Anglistik)
Calificación
1,85
Autor
Moni Kirner (Autor)
Año de publicación
2008
Páginas
127
No. de catálogo
V112961
ISBN (Ebook)
9783640898459
ISBN (Libro)
9783640898541
Idioma
Alemán
Etiqueta
Mann Mond Himmel Hölle Schlaraffenland Literatur
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Moni Kirner (Autor), 2008, Der Mann im Mond, Himmel und Hölle und das Schlaraffenland in der mittelalterlichen englischen Literatur, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112961
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