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Fördermöglichkeiten des heilpädagogischen Reitens mit Jugendlichen mit geistiger Behinderung

Unter besonderer Berücksichtigung psychischer Prozesse

Title: Fördermöglichkeiten des heilpädagogischen Reitens mit Jugendlichen mit geistiger Behinderung

Examination Thesis , 2005 , 66 Pages , Grade: 1,00

Autor:in: Simone Pruß (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

Von klein auf spielten Tiere in meinem Leben eine wichtige Rolle. Egal ob Hund, Katze oder Hase - alles was „plüschig“ war, übte auf mich eine enorme Anziehungskraft aus und, wie das bei Mädchen so oft der Fall ist, spielte das Pferd bald eine besondere Rolle in meiner „Tier-Narretei“. Seit ich mit 13 Jahren „endlich“ reiten lernen durfte, begleiten mich die sensiblen Vierbeiner, mehr oder weniger konstant durch mein Leben. Schließlich lag es für mich nahe, mein Hobby mit meinen Berufsvorstellungen zu verbinden und ich interessierte mich zunehmend für das Berufsbild der Reitpädagogin. Unter anderem durch das „Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten“ kann eine solche Zusatzqualifikation im Bereich Heilpädagogisches Reiten/Voltigieren erworben werden, welche eine abgeschlossene, berufsbegleitende Fortbildung darstellt.
Öfters hatte ich die Gelegenheit hier und da in eine Therapiestunde hineinzuschnuppern, um jedoch auch längerfristig Einblick in die therapeutische Arbeit mit dem Pferd zu bekommen, suchte ich mir einen Praktikumplatz. Fündig wurde ich auf dem Erlenweiherhof in Bayern. Die Gemeine Winkl/Pittriching, in welcher der Hof ansässig ist, liegt ca. 25km südlich von Augsburg. Dort hatte ich die Gelegenheit einiges über das therapeutische Reiten zu erfahren. Ein Tag der offenen Tür präsentierte das ganze Spektrum an therapeutischer Arbeit, welches auf dem Hof, dem Sitz des gemeinnützigen Vereins „Pferde für Menschen e.V.“, angeboten wird.
Den meisten und engsten Kontakt hatte ich jedoch zu einer Gruppe Jugendlicher im Heilpädagogischen Reiten. Über drei Quartalskurse hinweg war ich bei der Arbeit mit den Jungen zwischen 15 und 18 Jahren dabei. Die Erfahrungen, die ich dabei sammeln konnte sind deshalb auch Thema meines Praxisteils, wobei ich versuchen werde die Wirkungen des Heilpädagogischen Reitens exemplarisch an einem der Jugendlichen aufzuzeigen. Mit ihm hatte ich den zeitlich längsten und engsten Kontakt und kann so, ergänzt durch Informationen der Reitpädagogin, seinen Weg im Heilpädagogischen Reiten, als Beispiel für einen möglichen Verlauf, aufzeigen.
Zunächst möchte ich aber damit einsteigen, einen kurzen Überblick über das therapeutische Reiten zu geben. Nach einem kleinen Exkurs zu tiergestützter Therapie im Allgemeinen, gehe ich näher auf das Therapiepferd, seine Voraussetzungen und Aufgaben ein.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Anmerkungen

2. Therapeutische Reiten – was ist das eigentlich?

2.1 Die Hippetherapie

2.2 Reiten als Sport für Behinderte

2.3 Das Heilpädagogische Reiten und Voltigieren

2.4 Die Reittherapie

3. Tiere helfen Menschen

3.1 Das Therapiepferd

3.2 Das Pferd als Kontaktvermittler

3.3 Die Rolle der Reitpädagogin

4. Geistige Behinderung

4.1 Zum Problem der Definition

4.2 Geistige Behinderung aus Sicht der Wissenschaften

4.3 Von der Defizitorientierung zur Kompetenzorientierung

5. Heilpädagogisches Reiten mit Menschen mit geistiger Behinderung

5.1 Fördermöglichkeiten im sensomotorischen Bereich

5.1.1 Koordination und Gleichgewicht

5.1.2 Grob- und Feinmotorik

5.1.3 Wahrnehmungsfähigkeit und Integration

5.1.4 Losgelassenheit und Entspannung

5.2 Fördermöglichkeiten im kognitiven Bereich

5.2.1 Konzentration

5.2.2 Gedächtnis

5.2.3 Orientierung in Raum und Zeit

5.2.4 Sprache

5.3 Fördermöglichkeiten im sozial-emotionalen Bereich

5.3.1 Abbau von Ängsten

5.3.2 Selbsteinschätzung

5.3.3 Selbstwertgefühl

5.3.4 Beziehungsfähigkeit

5.3.5 Gruppenfähigkeit

5.3.6 Verantwortungsbewusstsein

6. Psychischen Prozesse im Heilpädagogischen Reiten

6.1 Beziehungsbildung: Klient - Pferd- Pädagogin

6.2 Psychische Leistungen als Ziele im Heilpädagogischen Reiten

6.2.1 Durchhaltevermögen und Ausdauer

6.2.2 Durchsetzungsvermögen

6.2.3 Flexibilität

6.2.4 Mut, Selbstvertrauen und Leistungsbereitschaft

6.2.5 Selbständigkeit und Unabhängigkeit

6.2.6 Freude zulassen

7. Praxisteil

7.1 Der Erlenweiherhof

7.1.1 Die Angebote, die Pferde und das Team

7.1.2 Das Konzept – ein ganzheitlicher Ansatz

7.2 Die Kurse

7.3 Die Kursteilnehmer

7.3.1 Markus

7.3.2 Thomas

7.3.3 Michael

7.3.4 Christoph

7.3.5 Marcel

8. Nachwort

Zielsetzung & Themen

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Möglichkeiten des heilpädagogischen Reitens zur Förderung von Jugendlichen mit geistiger Behinderung zu untersuchen, wobei ein besonderer Fokus auf den psychischen Prozessen und der individuellen Entwicklung der Teilnehmer liegt.

  • Grundlagen des therapeutischen Reitens und tiergestützter Interventionen
  • Fördermöglichkeiten im sensomotorischen, kognitiven und sozial-emotionalen Bereich
  • Die Bedeutung von Beziehungsstrukturen (Mensch-Pferd-Pädagogin) für den therapeutischen Erfolg
  • Praktische Umsetzung eines ganzheitlichen Ansatzes am Beispiel des Erlenweiherhofs
  • Analyse individueller Therapieverläufe von Jugendlichen mit geistiger Behinderung

Auszug aus dem Buch

3.1 Das Therapiepferd

Das Therapiepferd gibt es nicht, d.h. es gibt keine bestimmte Rasse, die besonders geeignet ist oder sogar nur für diesen Zweck gezüchtet wird. Viele Faktoren spielen bei der Auswahl des passenden Pferdes eine Rolle. Neben der Anatomie, den Gangarten und Bewegungsabläufen ist vor allem der Charakter des Pferdes ausschlaggebend. Menschenfreundlichkeit, gutes Sozialverhalten, Scheufreiheit und gute Nerven, sowie die richtige Erziehung des Tieres, Leistungsbereitschaft und Lernverhalten und natürlich das Wissen über das Pferd als Lauf- und Fluchttier sind dabei wichtige Stichworte. (vgl. Hoffmann 1999, S. 18-22) Das Pferd oder Pony darf weder zu temperamentvoll, stürmisch, draufgängerisch noch phlegmatisch sein, es darf keine gravierenden Unarten, wie Schlagen, Beißen oder Bocken haben.

Die Idealvorstellung ist ein waches, leichtrittiges, vorwärtsgehendes, gutmütiges Pferd oder Pony. Trotz Gutmütigkeit darf das Tier aber auch sensibel oder in manchen Fällen ängstlich sein, es soll sich nicht alles gefallen lassen und seinen Unmut kundtun können. (vgl. Gäng 1990, S. 24)

Marianne Gäng ist der Meinung, dass Pferde und Ponys sich besonders gut als Erziehungshilfen in Sozialisationsprozessen eignen, da die Tiere in ihrem Verhalten weitgehend konstant, also verlässlich und in Erziehungsprozesse einplanbar sind. Pferde ändern ihr Verhalten kaum, wenn Kinder um sie sind. Sie sind „einfühlsam“ und „rücksichtsvoll“ und zeigen dennoch Angst, Ungeduld und Unruhe. Pferde reagieren auf falsche Behandlung und fordern damit die Kinder , Jugendlichen oder Erwachsenen zum Reagieren und Handeln auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Autorin erläutert ihre persönliche Motivation und den Zugang zum Thema sowie den Aufbau ihrer Untersuchung.

2. Therapeutische Reiten – was ist das eigentlich?: Abgrenzung der verschiedenen Fachbereiche wie Hippotherapie, Reiten als Sport für Behinderte und das Heilpädagogische Reiten.

3. Tiere helfen Menschen: Analyse der therapeutischen Beziehung zwischen Mensch und Tier sowie die Rolle des Therapiepferdes und der Pädagogin.

4. Geistige Behinderung: Auseinandersetzung mit Definitionsfragen und dem Paradigmenwechsel von der Defizitorientierung zur Kompetenzorientierung.

5. Heilpädagogisches Reiten mit Menschen mit geistiger Behinderung: Detaillierte Darstellung der Fördermöglichkeiten in sensomotorischen, kognitiven und sozial-emotionalen Bereichen.

6. Psychischen Prozesse im Heilpädagogischen Reiten: Vertiefende Betrachtung des Beziehungsdreiecks und der psychischen Leistungen, die als Ziele der Therapie dienen.

7. Praxisteil: Vorstellung der Arbeit auf dem Erlenweiherhof und exemplarische Dokumentation von Therapieverläufen einzelner Jugendlicher.

8. Nachwort: Persönliches Fazit der Autorin zur Wirksamkeit der Methode und Ausblick auf die eigene berufliche Weiterentwicklung.

Schlüsselwörter

Heilpädagogisches Reiten, Geistige Behinderung, Therapiepferd, Sensorische Integration, Psychische Prozesse, Soziale Kompetenz, Selbstwertgefühl, Selbständigkeit, Beziehungsdreieck, Reitpädagogik, Bewegungsförderung, Individuelle Förderung, Erlenweiherhof, Angstabbau, Ganzheitlicher Ansatz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie das Heilpädagogische Reiten Jugendliche mit geistiger Behinderung in ihrer psychischen und physischen Entwicklung unterstützen kann.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Arbeit ab?

Die Autorin behandelt theoretische Grundlagen der Reitpädagogik, die Definition von geistiger Behinderung sowie die praktischen Fördermöglichkeiten in verschiedenen Entwicklungsbereichen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll aufgezeigt werden, wie durch den gezielten Einsatz des Mediums Pferd individuelle Kompetenzen wie Selbständigkeit, soziale Partizipation und emotionale Stabilität gefördert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Neben einer fundierten Literaturanalyse basiert die Arbeit auf praktischen Beobachtungen und einer Fallstudien-Dokumentation im Rahmen eines Praxisteils auf dem Erlenweiherhof.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine systematische Analyse von Fördermöglichkeiten (sensomotorisch, kognitiv, sozial-emotional) und die Untersuchung psychischer Prozesse im Beziehungsgefüge zwischen Klient, Pferd und Pädagogin.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind das Heilpädagogische Reiten, die Sensorische Integration, das Beziehungsdreieck sowie der kompetenzorientierte Förderansatz.

Welche Rolle spielt die "Dreiecksbeziehung" in der Therapie?

Das Pferd fungiert als neutrales "Icebreaker"-Medium zwischen Klient und Pädagogin, das eine entlastende Kommunikation ermöglicht und positive Beziehungserfahrungen fördert.

Welche Bedeutung kommt der individuellen Dokumentation im Praxisteil zu?

Die Fallbeispiele verdeutlichen, dass Therapieerfolge stark vom persönlichen Lernrhythmus und der spezifischen Ausgangslage des Jugendlichen abhängen und daher individuell zu bewerten sind.

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Details

Title
Fördermöglichkeiten des heilpädagogischen Reitens mit Jugendlichen mit geistiger Behinderung
Subtitle
Unter besonderer Berücksichtigung psychischer Prozesse
College
University of Education Ludwigsburg
Grade
1,00
Author
Simone Pruß (Author)
Publication Year
2005
Pages
66
Catalog Number
V112981
ISBN (eBook)
9783640122806
ISBN (Book)
9783640124190
Language
German
Tags
Fördermöglichkeiten Reitens Jugendlichen Behinderung Berücksichtigung Prozesse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simone Pruß (Author), 2005, Fördermöglichkeiten des heilpädagogischen Reitens mit Jugendlichen mit geistiger Behinderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/112981
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