Bei meiner Arbeit „Transfer Kinästhetik in den Stationsalltag“ hatte ich bereits beim Schreiben der Einführung in die Kinästhetik vorgehabt, das Handlungskonzept der Kinästhetik genauer vorzustellen und in den Kontext des Pflegemodells nach M. Krohwinkel zu setzen. Mit der Zeit wurde mir klar, dass dies im Rahmen der Arbeit zu umfangreich wird. Deshalb möchte ich diese detailliertere Einführung und Auseinandersetzung mit dem Handlungskonzept der Kinästhetik in dieser Arbeit nachholen.
Aus diesem Grund entspricht der Punkte 1.1 dieser Arbeit zum Teil dem Punkt 1.1 der oben erwähnten Arbeit. Die Punkte 2. und 3. stimmen bei beiden Arbeiten überein. Ebenso gibt es im Punkt 1.2.1 Überschneidungen.
Ich finde diese theoretische Vertiefung mit dem Handlungskonzept der Kinästhetik und der Bezug auf das in der Münchenstift gGmbH benutzte Pflegemodell nach M. Krohwinkel sinnvoll für die Praxis. Dadurch wird meines Erachtens, die Vielschichtigkeit des möglichen Einflusses der Kinästhetik auf die Pflegepraxis klarer. Es gibt einen Einblick auf die mögliche Vernetzung von Kinästhetik mit dem vorhandenen Pflegemodell. Hierbei sehe ich Kinästhetik als Hilfe um das Pflegemodell umzusetzen. So bietet Kinästhetik eine fundierte Grundlage um Ressourcen der zu Pflegenden zu erkennen und in die Pflege zu integrieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung in die Kinästhetik
1.1 Was ist Kinästhetik
1.2 Grundlagen der Kinästhetik
1.2.1 Verhaltenskybernetik
1.2.2 Humanistische Psychologie
1.2.3 Moderner Tanz
1.3 Die sechs Konzepte der Kinästhetik in der Krankenpflege
1.3.1 Interaktion
1.3.2 Funktionale Anatomie
1.3.2.1 Knochen und Muskeln
1.3.2.2 Massen und Zwischenräume
1.3.2.3 Orientierung am Körper
1.3.3 Menschliche Bewegung
1.3.4 Menschliche Funktion
1.3.5 Anstrengung als Kommunikationsmittel
1.3.6 Gestaltung der Umgebung
2. Einfluss von Kinästhetik auf die professionelle Pflege
3. Kinästhetik in der Pflege im Kontext des Pflegeleitbilds
4. Kinästhetik im Kontext des Pflegemodells nach M. Krohwinkel
4.1 Kommunizieren
4.2 Sich bewegen
4.2.1 Bewegung am Ort
4.2.2 Fortbewegung
4.3 Sich pflegen
4.4 Vitale Funktionen des Lebens aufrechterhalten
4.4.1 Zirkulation
4.4.2 Atmung
4.5 Essen und Trinken
4.6 Ausscheiden
4.6.1 Stuhlgang
4.6.2 Urinausscheidung
4.6.3 Erbrechen
4.6.4 Husten, Niesen, Nase putzen, Spucken und Aufstoßen
4.7 Sich kleiden
4.8 Ruhen und Schlafen
4.9 Sich als Mann oder Frau fühlen (sich als Individuum fühlen)
4.10 Für eine sichere und fördernde Umgebung sorgen
4.11 Mit existentiellen Erfahrungen des Lebens umgehen
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, das Handlungskonzept der Kinästhetik detailliert vorzustellen und dessen praktischen Nutzen innerhalb des Pflegemodells nach M. Krohwinkel zu erörtern. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Integration kinästhetischer Prinzipien in die tägliche Pflegepraxis, um die Autonomie und Lebensqualität der zu pflegenden Personen durch gezielte Aktivierung ihrer Ressourcen nachhaltig zu fördern.
- Theoretische Grundlagen und Entwicklung der Kinästhetik (Verhaltenskybernetik, Humanistische Psychologie, Moderner Tanz).
- Die sechs zentralen Teilkonzepte der Kinästhetik in der Krankenpflege.
- Vernetzung kinästhetischer Analysen mit den Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens (AEDL) nach Krohwinkel.
- Praktische Implementierung kinästhetischer Bewegungsansätze zur Verbesserung der Pflegequalität und Prävention berufsbedingter Erkrankungen.
Auszug aus dem Buch
1.3.2 Funktionale Anatomie
Hier geht es darum „den Bewegungsapparat in seiner grundsätzlichen Aufgabe für die Bewegung detailliert zu erfahren und zu kennen“ (Hatch u.a.; aaO; 1992; S.39). Dies ist wichtig für die Gesundheit der PflegerIn und für die Gesundung der zu Pflegenden. Hier werden unterschieden:
1.3.2.1 Knochen und Muskeln
Die Knochen haben die Eigenschaft hart und stark zu sein und die Aufgabe das Gewicht des Körpers zu tragen. Die Muskeln hingegen sind weich, schwach und verletzlich. Durch Verkürzung und Verlängerung bewegen die Muskeln die Knochen und können nur wenig Gewicht tragen. Das bedeutet, das Gewicht soll über die Knochen und nicht über die Muskeln organisiert werden. Hingegen soll für Bewegungen die Funktion der Muskeln genutzt werden. In diesem Sinne soll Gewicht geführt und nicht getragen werden.
1.3.2.2 Massen und Zwischenräume
Dieser Einteilung folgend werden die massigen knöchernen Strukturen Kopf, Brustkorb, Becken, Arme und Beine als Massen bezeichnet. Diese können einzeln bewegt werden. „Unterhalb und/oder oberhalb der Massen liegen Zwischenräume“ (Hatch u.a.; aaO; 1992; S.43). Die Zwischenräume Hals, Taille, Hüftgelenk und Schulter erlauben die Bewegung des menschlichen Körpers. Bei der Interaktion mit den zu Pflegenden soll deshalb darauf geachtet werden, dass die Massen angefasst werden, Dies ist zum einen eine eindeutige Berührung, zum anderen sind hierdurch die Zwischenräume frei für die Bewegung. Ebenso soll eine Masse nach der anderen bewegt werden. So kann die zu Pflegende Schritt für Schritt folgen und sich besser beteiligen. In der Pflege ist es deshalb wichtig die Massen zu „fassen“ und die Zwischenräume „spielen“ zu lassen.
Kapitelzusammenfassungen
Einführung in die Kinästhetik: Erläutert den Ursprung und die wissenschaftlichen Grundlagen des Kinästhetik-Konzepts sowie dessen Bedeutung für die moderne Krankenpflege.
Einfluss von Kinästhetik auf die professionelle Pflege: Beschreibt die Professionalisierung der Pflege durch die Einbeziehung funktional-körperlicher Aspekte und die Förderung der Gesundheitsentwicklung.
Kinästhetik in der Pflege im Kontext des Pflegeleitbilds: Diskutiert die praktische Einbindung kinästhetischer Modelle zur Umsetzung von Unternehmensleitbildern und gesetzlichen Qualitätsanforderungen.
Kinästhetik im Kontext des Pflegemodells nach M. Krohwinkel: Detaillierte Darstellung der Anwendung kinästhetischer Prinzipien bei der Unterstützung spezifischer Aktivitäten und existentieller Erfahrungen des Lebens (AEDL).
Schlüsselwörter
Kinästhetik, Pflegemodell nach Krohwinkel, Krankenpflege, Bewegungsempfindung, Verhaltenskybernetik, Gesundheitsentwicklung, Aktivierende Pflege, Funktionale Anatomie, Interaktion, Pflegequalität, Ressourcenförderung, Patientenautonomie, Bewegungsanalyse, Rückenschonendes Arbeiten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Vertiefung des Handlungskonzepts der Kinästhetik und untersucht dessen Anwendungsmöglichkeiten innerhalb des etablierten Pflegemodells nach Monika Krohwinkel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die wissenschaftlichen Grundlagen der Kinästhetik, die sechs Teilkonzepte in der Pflegepraxis sowie die spezifische Unterstützung von Patienten bei Aktivitäten des täglichen Lebens unter kinästhetischen Gesichtspunkten.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, die Kinästhetik als praktisches Modell zur Unterstützung der Pflegeplanung und zur gezielten Aktivierung von Ressourcen bei Patienten zu etablieren, um die Pflegequalität nachhaltig zu steigern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse relevanter Fachliteratur zum Handlungskonzept der Kinästhetik und deren Transfer in die praktische Pflegesituation im Kontext des Krohwinkel-Modells.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Einführung in die Kinästhetik, eine Diskussion über deren Einfluss auf die Professionalisierung der Pflege sowie eine praxisnahe Auseinandersetzung mit der Unterstützung einzelner AEDL nach Krohwinkel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Kinästhetik, Pflegemodell, Gesundheitsentwicklung, aktivierende Pflege, Patientenressourcen und Bewegungsanalyse.
Wie wird das Konzept der "Funktionalen Anatomie" für Pflegende nutzbar gemacht?
Es dient dazu, den Bewegungsapparat besser zu verstehen, indem zwischen knöchernen "Massen" und bewegungsermöglichenden "Zwischenräumen" unterschieden wird, um so rückenschonendes und unterstützendes Arbeiten zu ermöglichen.
Warum ist die Unterscheidung zwischen "Massen" und "Zwischenräumen" für die Pflegepraxis entscheidend?
Durch das gezielte Berühren der "Massen" wird eine eindeutige Kommunikation gewährleistet, während die "Zwischenräume" frei bleiben, um die physiologische Bewegung des Patienten nicht zu blockieren.
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- Alexander Thomas (Author), 2001, Die Theorie der Kinästhetik im Kontext des Pflegemodells nach Krohwinkel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1129