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Stadt- und Landleben im Hellenismus

Untersuchungen zur stereotypen Darstellungsweise in den neuen Komödien

Title: Stadt- und Landleben im Hellenismus

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Toni Börner (Author)

World History - Early and Ancient History
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Es gibt eine ganze Menge Vorurteile von Städtern über Menschen, die auf dem Land wohnen, über Bauern, über Dörfler und über die Dorfjugend. Umgekehrt haben Menschen vom Lande auch ihre Vorurteile und Befangenheiten, was den Stadtmenschen betrifft. Lebendiges Beispiel in der deutschen TV-Landschaft ist die auf dem Privatsender RTL seit einigen Jahren mit Erfolg laufende Sendung „Bauer sucht Frau“, in der es neben der Vermittlung von Lebensgefährtinnen für die Landwirte eben auch darum geht, bestehende Vorurteile auszuschöpfen und aus diesen Kapital zu schlagen.
Dass sich in Vorurteilen manifestierende Konflikte zwischen beiden Bevölkerungsgruppen – den Landmenschen und den Stadtmenschen – aber keine Erfindung des Mittelalters oder gar der Moderne sind, sondern tiefere historische Wurzeln haben, die bis weit in die Antike zurück reichen, darauf möchte diese Arbeit genauer eingehen. Welche Klischees über Bauern
und Städter gab es im Hellenismus und wie lassen sich diese Vorurteile mit der Realität in Verbindung bringen?
Im Rahmen des im Sommersemester 2006 abgehaltenen Hauptseminars „Alltag in der
hellenistischen Stadt“ am Institut für Alte Geschichte und Epighrafik der Universität Heidelberg haben Studenten anhand von antiken Komödien versucht, das Alltagsleben in einer solchen Stadt herauszuarbeiten. Die dabei im Vordergrund stehenden neuen Komödien sollen hier in einem eigenen Kapitel kurz erläutert und von der Gattung der alten Komödie abgegrenzt werden. Im darauf folgenden Kapitel wird auf typische Charakteristika einer griechischen Stadt eingegangen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Markt als zentralen Ort der Stadt, auf das Gymnasion und auf das Theater gelegt. Anschließend wird auf
typische Formen des Landlebens in der griechischen Antike eingegangen. Der Fokus der Betrachtung wird hierbei besonders auf den einfachen Bauern sowie auf reiche Städter, die auf dem Land Anwesen besaßen, gelegt. Abschließend soll dann auf die in den Komödien zutage tretenden Stereotypen eingegangen werden. Wie wurde in den Komödien der typische Stadtmensch, wie der typische Mensch vom Lande dargestellt und was waren ihre charakteristischen Eigenschaften?

Zum Schluss werden die Ergebnisse zusammengefasst und
es wird nach Gemeinsamkeiten zu heutigen Stereotypen beider Lebensformen gefragt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die griechische Komödie

2. 1. Die alte Komödie

2. 2. Die neue Komödie

3. Versuch einer Stadtdefinition

3. 1. Der Markt

3. 2. Das Gymnasion

3. 3. Das Theater

4. Das Landleben im Hellenismus

4. 1. Bauern und Landwirtschaft

4. 2. Das Häuschen im Grünen

5. Stereotypen

5. 1. Der typische Bauer

5. 2. Der typische Stadtmensch

6. Zusammenfassung

7. 1. Quellenverzeichnis der neuen Komödien

7. 2. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand antiker Komödien die stereotypen Darstellungen von Stadt- und Landleben im Hellenismus und hinterfragt, inwieweit diese literarischen Klischees historische Realitäten widerspiegeln oder durch Vorurteile geprägt sind.

  • Analyse der Gattung der neuen Komödie im Vergleich zur alten Komödie
  • Definition antiker Städte und ihrer zentralen Institutionen (Markt, Gymnasion, Theater)
  • Untersuchung der Lebensrealitäten und Darstellungsformen der Landbevölkerung
  • Vergleich der antiken Klischees mit modernen gesellschaftlichen Vorurteilen

Auszug aus dem Buch

5. 1. Der typische Bauer

Das wohl aussagekräftigste Beispiel der stereotypen Darstellung eines Bauern ist uns in Theophrasts Charakteren überliefert. Das vierte Charakterbild beschreibt uns einen Bauern mit den schlimmsten Eigenschaften. Demnach ist ein Bauer durch schlechten Körper- und Mundgeruch gekennzeichnet, trägt schlechte und unpassende Kleidung, fällt durch schlechtes Benehmen auf, hat keine Manieren und hält sich nicht an die in der griechischen Gesellschaft tradierten Rangabstufungen zwischen Herren, Dienern und Sklaven.

Da dieses Stück jedoch einzig darauf abzielt, den Bauern in dieser Form zu präsentieren, kann es als einzige Grundlage nicht dafür dienen, etwas über das Ansehen eines Bauern herauszufinden. Von daher ist es notwendig noch andere Komödien heranzuziehen, die dieses Bild erweitern können. In Menanders Dyskolos wird zum Beispiel häufiger auf das anstrengende Leben eines Bauern aufmerksam gemacht und seine Fähigkeit, selbst dem felsigen attischen Boden noch etwas Nahrhaftes abgewinnen zu können, hervorgehoben. Bei Terenz kommt zum Ausdruck, dass das für den Städter schlechte Erscheinungsbild der Landbevölkerung mit ihrer harten Arbeit in Verbindung steht. Bei Theokrit wird zwar auch auf das schlechte Aussehen eines Ziegenhirten angesprochen, jedoch scheint diese Beschreibung weniger negativ konnotiert zu sein. Dass der Bauer aber anscheinend einen sprichwörtlich ländlichen Umgangston zutage legte, lässt eine Textstelle bei Plautus vermuten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der antiken Vorurteile zwischen Stadt- und Landbevölkerung ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung mittels antiker Komödien.

2. Die griechische Komödie: Dieses Kapitel differenziert zwischen der alten und der neuen Komödie und begründet, warum letztere als primäre Quelle zur Untersuchung alltäglicher Lebensverhältnisse dient.

3. Versuch einer Stadtdefinition: Hier werden theoretische Ansätze zur Stadtdefinition erörtert und die Bedeutung von Markt, Gymnasion und Theater als zentrale urbane Institutionen herausgearbeitet.

4. Das Landleben im Hellenismus: Dieses Kapitel beleuchtet die ökonomischen und sozialen Realitäten des bäuerlichen Lebens und unterscheidet zwischen der harten Arbeit einfacher Landwirte und dem Lebensstil reicher Städter mit Landbesitz.

5. Stereotypen: Der Hauptteil analysiert die überzeichneten Charakterdarstellungen des typischen Bauern und Stadtmenschen in der Komödiendichtung.

6. Zusammenfassung: Abschließend werden die Ergebnisse reflektiert und die Langlebigkeit der antiken Stereotypen bis in die heutige Zeit thematisiert.

Schlüsselwörter

Hellenismus, neue Komödie, Stadtleben, Landleben, Stereotypen, Vorurteile, antike Polis, Bauer, Gymnasion, Markt, Theater, Sozialgeschichte, Menander, Plautus, Terenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung von Stadt- und Landleben im Hellenismus, wie sie in den antiken neuen Komödien überliefert ist.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Definition antiker Städte, der Rolle der Landwirtschaft sowie der Analyse von Stereotypen über Bauern und Stadtbewohner.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Es soll untersucht werden, welche Klischees über Bauern und Städter im Hellenismus existierten und inwieweit diese durch die antiken Komödien literarisch überzeichnet wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse antiker Komödien (insbesondere von Plautus, Terenz und Menander) unter Einbeziehung zeitgenössischer Sekundärliteratur zur Stadtgeschichte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung städtischer Institutionen, der harten Lebensrealität auf dem Land sowie einer tiefgehenden Analyse der stereotypen Figurenzeichnungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Hellenismus, neue Komödie, Stereotypen, Vorurteile, antike Stadt, Landleben und Sozialgeschichte sind die zentralen Begriffe.

Warum ist das Theater als Institution im Hellenismus so bedeutend?

Das Theater war im Hellenismus ein wesentlicher Ort der kulturellen Identität, der den Bürgern zur Zerstreuung diente, aber auch die sozialen Veränderungen der Zeit reflektierte.

Wie unterscheidet sich die Darstellung von Landbewohnern von der in der Stadt?

Während Stadtbewohner oft als vergnügungssüchtig und mondän gezeichnet werden, dominiert bei der Darstellung der Landbevölkerung das Bild harter, körperlicher Arbeit bei gleichzeitigem Mangel an Bildung und Etikette.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen antiken Komödien und modernen Medien?

Ja, der Autor stellt fest, dass viele antike Vorurteile und Klischees über Stadt- und Landmenschen in heutigen Medien wie Fernsehsendungen oder Filmen in ähnlicher Weise fortbestehen.

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Details

Title
Stadt- und Landleben im Hellenismus
Subtitle
Untersuchungen zur stereotypen Darstellungsweise in den neuen Komödien
College
University of Heidelberg  (Seminar für Alte Geschichte und Epigraphik)
Course
Alltag in der hellenistischen Stadt
Grade
1,0
Author
Toni Börner (Author)
Publication Year
2008
Pages
22
Catalog Number
V113032
ISBN (eBook)
9783640131167
ISBN (Book)
9783640131204
Language
German
Tags
Stadt- Landleben Hellenismus Alltag Stadt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Toni Börner (Author), 2008, Stadt- und Landleben im Hellenismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113032
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