Medienberichterstattung in Deutschland während der Corona-Pandemie. Eine vergleichende Argumentationsanalyse deutscher Medien anhand der Lockdown-Politik


Masterarbeit, 2021

125 Seiten, Note: 1.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Fundierung
2.1 Forschungsstand
2.2 Das Propagandamodell nach N. Chomsky und E. Herman
2.2.1 Die Interessen der Medieneigentümer
2.2.2 Die Interessen derWerbekunden
2.2.3 Die Interessen der Nachrichtenquellen
2.2.4„Flak"- Negative Reaktionen auf unliebsame Medienaussagen
2.2.5Antikommunismusals Kontrollmechanismus
2.2.6 Kritik
2.3 Indexing Hypothese
2.3.1Grundlagen der Indexing Hypothese
2.3.2 Weiterentwicklung der Hypothese
2.2.3 Source, Power und Political Indexing
2.3.4 Empirische Überprüfung - KritischerJournalismus im Krisenfall
2.3.5 Übertragung der Indexing-Hypothese auf deutsche Medien
2.3.5.1 Forschungsstand zu Innenpolitischen Debatten
2.3.5.2 Forschungsstand zu außenpolitischen Debatten
2.3.6 Kritikam Modell

3. Untersuchungsdesign
3.1 DieArgumentationsanalyse
3.1.1 Das „Argumenten-Schema" nach Toulmin
3.1.2 Die Argumentationsanalyse nach Betz (2020)
3.2 Vorgehen der Untersuchung
3.2.1 DERSPIEGEL
3.2.2 Die Bild-Zeitung
3.2.3 Die Neue Zürcher Zeitung (NZZ)
3.3 Zeitlicher Kontext: Die Corona-Virus Pandemie in Deutschland

4. Ergebnisse
4.1 Argumentationsanalyse der Untersuchungsobjekte zur Zeit des Ersten Lockdown in Deutschland
4.1.1Argumentationsanalyse DERSPIEGEL
4.1.2 Argumentationsanalyse der Neuen ZürcherZeitung
4.1.3 Argumentationsanalyse der Bild
4.2 Argumentationsanalyse der Untersuchungsobjekte zur Zeit des Zweiten Lockdown in Deutschland
4.2.1Argumentationsanalyse DERSPIEGEL
4.2.2 Argumentationsanalyse der NZZ
4.2.3 Argumentationsanalyse der Bild
4.3 Interpretation der Ergebnisse
4.3.1 Der politische Diskurs
4.3.2 Der mediale Diskurs

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Abstract:

Die Frage, inwiefern die Medien zur Zeit der Corona-Krise in Deutschland in ausreichendem Maß kritisch und perspektivreich über die Ereignisse berichtet haben, ist Gegenstand kontroverser Diskussionen. Die Meinungen reichen hierbei von „einseitiger Regierungspropaganda" bis hin zu „wichtiger Aufklärungsarbeit". Daher ist es notwendig wissenschaftlich zu untersuchen, wie die mediale Berichterstattung einzuordnen ist.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zu beantworten, inwiefern der politische Diskurs in den untersuchten Medien abgebildet und Deutungsmuster übernommen wurden. Um die Forschungsfrage zu beantworten werden insgesamt zwölf Artikel der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ), der Bild sowie desSPIEGEL analysiert und mithilfe der Argumentationsanalyse qualitativ untersucht. Dabei werden als Zeiträume der „Erste Lockdown" mit dem „Zweiten Lockdown" in Deutschland verglichen und dabei untersucht, inwiefern sich die Berichterstattung unterscheidet oder verändert hat.

Die untersuchten Artikel zeigen, dass ein Großteil der Untersuchungsobjekte den politischen Diskurs reflektierten und vorherrschende Narrative Wiedergaben. Hierbei gab es jedoch auch Abweichungen, wie jeweils ein Artikel aus der NZZ und der Bild belegen. Zur Zeit des „Ersten Lockdown" wurde überwiegend darüber aufgeklärt, wie nun der Lage entsprechend zu handeln sei. Zur Zeit des „Zweiten Lockdown" wurden strategische Aspekte der Pandemie­Bekämpfung kritisiert und das „unvernünftige" Handeln der Menschen für das Ansteigen positiverTestergebnisse verantwortlich gemacht.

Hinweis:

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht.

1. Einleitung

„Der intelligente Weg, Menschen passiv und fügsam zu halten, besteht darin, die Breite der akzeptablen Überzeugungen strikt einzugrenzen, jedoch innerhalb dieser Grenzen eine sehr lebhafte Debatte zu erlauben. (...)Das gibt den Menschen den Eindruck, dass freies Denken möglich ist, während die ganze Zeit die Vorannahmen des Systems bestärkt werden durch die Grenzen, die der Debatte gesetzt sind" (Chomsky 2013:121). Dieses Zitat des US- amerikanischen Linguisten und Autors Noam Chomsky, beschreibt in zutreffender Art und Weise die Grenzen des demokratischen Diskurses. Auch in Zeiten der Corona-Krise wird darüber debattiert, inwiefern Kritik an den staatlichen Maßnahmen nur begrenzt möglich ist. Eine wesentliche Rolle spielen hierbei die Medien, die den Rahmen, in welchem Kritik geäußert wird, konstruieren. Während auf der einen Seite betont wird, dass besonders in Zeiten der Krise eine unabhängige, freie Berichterstattung von wesentlicher Bedeutung ist, kritisieren viele Medienbeobachter eine zunehmende Einseitigkeit und eine „Verengung der Welt", wie es zwei Kulturwissenschaftler der Universität Passau formulierten, die knapp 100 Beiträge der Sendung „ARD Extra" und „ZDF Spezial" im Zuge der Corona-Krise ausgewertet haben. Die Forscher kommen hierbei zu dem Ergebnis, dass die untersuchten Medien in einem „Tunnelblick" über die Ereignisse berichteten und dabei das „narrative Prinzip der Krise redundant und selbstreflexiv installieren" wobei eine „Tendenz (...)zur Krisenerhaltung inhärent ist" (vgl. Gräf & Hennig 2020). Auch der Fernsehdirektor des WDR, Jörg Schöneborn konstatierte selbstkritisch: ,,(...)dass die breite Berichterstattung Fragen zu Grundrechten erst dann gestellt [hat], als ein paar Gerichte bereits darüber entschieden hatte. Es wäre aber die Aufgabe von Journalisten gewesen, die Positionen dazu früher und deutlicher abzubilden. (...)viele Medien [hätten] unreflektiert angenommen, was von der Politik entschieden wurde" (vgl. Rosenkranz 2020). Ein kritischer Diskurs über die Rolle der Medien fand und findet also sowohl auf wissenschaftlicher wie auch auf medialer Ebene statt. In der vorliegenden Arbeit möchte der Autor die Frage, inwiefern die Medien, in diesem Fall DER SPIEGEL, die Neue Zürcher Zeitung und die Bild, den politischen Diskurs abgebildet haben und inwiefern ein kritischer Diskurs in den untersuchten Medien stattfand, beantworten. Hierfür möchte der Autor mithilfe einer komprimierten Form der Argumentationsanalyse nach Betz (2020) die Argumentationsstrukturen- und Muster untersuchen. Hierfür wurden zwei Untersuchungszeiträume ausgewählt: Zum einen die Zeit des sogenannten „Ersten Lockdown" vom 18. März bis zum 1. April 2020 sowie die Zeit des „Zweiten Lockdown" vom 8. Dezember bis zum 20. Dezember 2020. Untersucht werden soll, wie und ob sich die Berichterstattung in den beiden aufgeführten Zeiträumen in den untersuchten Medien verändert hat. Hierbei werden jeweils zwei Artikel pro Untersuchungsobjekt analysiert, insgesamt also zwölf Artikel. Hierfür wird die Indexing-Hypothese nach Bennett (1990) verwendet, wobei ausgeführt wird, wie sich kritische Berichterstattung im Laufe derZeit und in Abhängigkeit eines politischen Konsens oder Dissens, entwickelt. Zunächst jedoch wird das Propagandamodell nach Chomsky/Hermann (1988) ausgeführt, um die Funktionsweise von Medien in kapitalistischen Demokratien zu erläutern. Daraufhin wird die Indexing-Hypothese dargelegt und aufgezeigt, inwiefern sich die These in der Praxis anwenden lässt. Als Methodik, um die untersuchten Artikel zu analysieren, wird eine komprimierte Form der Argumentationsanalyse nach Betz (2020) verwendet, womit die Argumentationsstruktur der Artikel abgebildet werden soll. Daraufhin wird die Analyse durchgeführt und im Anschluss die Ergebnisse mit der Indexing-Hypothese interpretiert. Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, da es sich bei dem Vorgehen um eine qualitative Untersuchung handelt und daher lediglich Aussagen über das analysierte Material getroffen werden können, jedoch nicht über die mediale Berichterstattung im Allgemeinen.

2. Theoretische Fundierung

Im Folgenden soll zunächst der Forschungsstand zur medialen Berichterstattung während der Corona-Krise in Deutschland erläutert werden. Daraufhin wird das Propagandamodell nach Chomsky/Hermann (1988) ausgeführt und die dort enthaltenen fünf Filter skizziert. Des Weiteren wird die Indexing-Hypothese nach Bennett (1990) erläutert, die Kernargumente und Positionen der These dargelegt und überprüft, inwiefern eine Abgleichung mit der Praxis möglich ist.

2.1 Forschungsstand

Im Zuge des Ausbruchs der Corona-Krise wurden einige Studien und Auswertungen zur medialen Berichterstattung durchgeführt. Am bekanntesten war hierbei die in Kapitel eins erwähnte Studie von Gräf & Hennig (2020), die auch medial Aufmerksamkeit erlangte und kontrovers diskutiert wurde (vgl. Gasteiger 2020). In einem von der Universität Zürich veröffentlichten Paper des Kommunikationswissenschaftlers Jarren Otfried, kritisiert dieser, dass vor allem das öffentlich rechtliche Fernsehen die immer gleichen Experten und Politiker zu Wort kommen lassen würde und diese als Krisenmanager inszeniert: „Der Journalismus des Fernsehens betreibt fast täglich das gleiche Spiel, sogleich nach den Nachrichtensendungen wird munter nach dem immer gleichen Schema weitergesendet: Statements, aber keine Debatte zwischen Expertinnen und Experten. (...)Es kommen immer die gleichen - zumeist sogar identischen - Rollenträger vor" (Otfried 2020). In einer Untersuchung Schweizer Medien kommen die Forscher zu dem Ergebnis, dass die untersuchten Medien Zahlen nicht richtig eingeordnet hätten, jedoch eine „kritische Distanz" gegenüber Regierung und Behörden bewahrt haben: „Auch zeigt sich - mit Ausnahmen - ein problematischer Umgang mit Zahlen und Statistiken, die insgesamt betrachtet (zu) wenig eingeordnet werden" und weiter: „Eine kritische Diskussion über die Regierung und Behörden sowie deren verordnete Maßnahmen ist vorhanden, die Medien wahren insofern eine kritische Distanz" (Eisenegger u. a. 2020:29).

In einem Beitrag der Fachzeitschrift für Kommunikationswissenschaften „Communication Socialis" resümiert der Autor, dass dem Journalismus in der Pandemie „besondere Verantwortung" zukomme und führt aus, dass es in der Berichterstattung immer wieder zu „problematischen Verkürzungen und falschen Darstellungen von Inhalten und Aussagen gekommen ist(...)" (Schäfer 2020:319).

Es gibt also eine überschaubare Anzahl an wissenschaftlichen Publikationen und Studien, in welchen sich mit dem Themenkomplex „Corona und mediale Berichterstattung" auseinandergesetzt wurde. Eine Studie oder wissenschaftliche Publikation, in welcher untersucht wurde, inwiefern ein kritischer Diskurs in privaten Medien stattfand, ist gegenwärtig nicht aufzufinden. Diese Forschungslücke möchte der Autor mit dieser Arbeit füllen und einen Beitrag zur wissenschaftlichen Debatte leisten.

2.2 Das Propagandamodell nach N. Chomsky und E. Herman

Das Propagandamodell (im weiteren Verlauf mit PM abgekürzt) wurde von dem Linguisten und emeritierten Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Noam Chomsky und dem Ökonomen und Medienanalyst Edward S. Hermann entwickelt. Dargelegt wurde es im 1988 publizierten Werk: „Manufacturing Consent: The Political Economy of the Mass Media". Entwickelt wurde das PM nach langjährigen Studien zur Arbeitsweise von Medien. Die beiden Autoren gehen hierbei davon aus, dass die Medien nur einen selektiven Teil des Diskurses wiedergeben, der in erster Linie den wirtschaftlichen und politischen Eliten nützlich ist und deren Interessen abbildet (vgl. Krüger 2019: 55; Klaehn 2003: 359; Mullen & Klaehn 2010: 215). In der überarbeiteten Version des Werkes aus dem Jahr 2002, auf die sich der Verfasser bezieht, betonen die Autoren, dass sich die Grundprinzipien und Wirkmechanismen, nach denen die Medien funktionieren, seit der Erstveröffentlichung 1988 im Kern die gleichen geblieben sind (vgl. Mullen & Klaehn 2010:223f.). Herman/Chomsky führen hierbei aus, dass die Medien ,,(...)serve the interests of state and corporate power (...)framing their reporting and analysis in a manner supportive of established privilege and limiting debate and discussion accordingly" (Bussemer 2008:379).

Das PM untersucht mit Hilfe von fünf Filtern die politisch-ökonomischen Sachzwänge der Medien und reiht sich in die Reihe der kritisch-marxistischen Kommunikationswissenschaften (vgl. Mullen & Klaehn 2010: 215). Das Werk ist jedoch nicht pauschal als „marxistisch" anzusehen, da die Sicht der Autoren nicht mit derartigen Grundannahmen über die menschliche Natur einhergehen, sondern die Autoren überwiegend libertär-sozialistische Positionen vertreten. Das Werk steht daher auch nicht in der Tradition vergleichbarer marxistischer Medientheorien (vgl. Krüger 2019: 56). Das PM beschreibt laut den Autoren eine „free market analysis" der Mainstreammedien „with the results largely the outcome of the working of market forces" (vgl. Herman & Chomsky 2010:56). Die Autoren gehen dabei nicht davon aus, dass die Medien einen breit gefächerten gesellschaftlich Dialog reflektieren, sondern viel mehr ein Propagandainstrument1 der herrschenden Elite darstellen, um die „verwirrte Herde"2 zu kontrollieren und in die gewünschte Richtung zu lenken.

Laut Hermann/Chomsky reflektieren die Massenmedien den Diskurs der politischen und wirtschaftlichen Elite und erfüllen hierbei nicht ihre Rolle als „Watchdog" der politischen Akteure. Die Medien seien getrieben von mächtigen Einflussfaktoren ,,(...)by which money and power are able to filter out the news fit to print, marginalize dissent, and allow the government and dominant private interests to get their message across the public" (vgl. ebd.:62). In einem weiteren Werk von Noam Chomsky "Media Control - wie die Medien uns manipulieren"(2013) führt der Autor diese Darstellung detailliert aus:

Die großen Medien - vor allem die tonangebenden der Elite - sind Konzerne, die anderen Firmen ein privilegiertes Publikum „verkaufen". Es kann insofern nicht überraschen, wenn das von ihnen präsentierte Bild der Welt die Sichtweisen und Interessen der an diesem Handel Beteiligten widerspiegelt. Überdies nimmt die Konzentration von Eigentum im Medienbereich ständig zu. Ferner gehören Manager und Chefredakteure ebenfalls zur privilegierten Elite und dürfen daher die Wahrnehmungen, Erwartungen und Einstellungen ihrer Partner, die auch ihre eigenen Klasseninteressen reflektieren, teilen (ebd.:63).

Um die Funktionsweise der Medien zu erläutern, führen Chomksy/Herman fünf Filter auf, die dazu dienen die etablierten Machtstrukturen aufrecht zu erhalten. Diese fünf Filter werden von den Autoren wie folgt beschrieben:

„(l)the size, concentrated ownership, owner wealth, and profit orientation of the mass-media firms; (2)advertising as the primary income source of the mass media; (3)the reliance of the media on information provided by government, business, and "experts" funded and approved by these primary sources and agents of power; (4)"flak" as a means of disciplining the media; and (5)"anticommunism" as a national religion and control mechanism" (Herman & Chomsky 2010:62).

Diese fünf Filter sollen im Folgenden ausgeführt und dargelegt werden.

2.2.1 Die Interessen der Medieneigentümer

Der erste Filter des PM legt dar, inwiefern Medienunternehmen von wohlhabenden Managern gesteuert werden und den Marktmechanismen in Form von Profitinteresse - und Steigerung unterworfen sind. Diese finanzielle Elite ist eng miteinander verbunden und teilt gemeinsame Interessen mit anderen großen Unternehmen, mit Banken und Regierungen. So führen die Autoren aus: ,,(...)the large media companies all do business with commercial and investment bankers, obtaining lines of credt and loans, and receiving advice and service in selling stock and bond issues(...). Banks and other institutional investors are also large owners of media stock." (vgl. ebd.:69). Diese Einbettung der Medien, in das nach Marktprinzipien funktionierende System, führt laut den Autoren dazu, dass es nicht um journalistische Prinzipien, wie objektive Berichterstattung oder investigativen Journalismus geht, sondern der Fokus der Medienunternehmen primär auf Profitabilität und Effektivität gelegt wird. Als Beispiel für die Einflussnahme großer Konzerne nennen die Autoren den US-amerikanischen Mischkonzern General Electric (GE), der im Waffen- Energie- Finanzbereich verstrickt ist und zu den 50 größten Unternehmen der Welt gehört (Stand: 5.11.2020). Im Jahr 1989 kaufte GE den Fernsehsender NBC und damit gleichzeitig massiven Einfluss auf die dortige Berichterstattung (vgl. Herman & Chomsky 2010:72).

Ein weiterer Aspekt liegt in der Medienkonzentration auf einigen wenigen Protagonisten. Wie die Autoren ausführen, sind in den USA (ähnliches gilt auch für Deutschland) ein Großteil der Medien in Besitz von Großkonzernen wie beispielsweise Disney, Viacom, Time Warner oder eben General Electric-NBC. Dadurch sind Oligopole entstanden, die den Markt kontrollieren und eine voreingenommene Sicht aufdie Geschehnisse dieser Welt darbieten (vgl. ebd.). Des Weiteren legen die Autoren die strukturell-finanziellen Verstrickungen zwischen den Medienunternehmen und den jeweiligen Regierungen dar: „The radio-TV companies and networks all require government licenses and franchises and are thus potentially subject to government control or harassment" (ebd.: 73). Die großen Medienkonzerne hätten ein Interesse daran, dass ihre Forschung unterstützt wird und sind über informelle Netzwerke eng mit der Regierung verbunden. Der Eigentümer gibt die publizistische Linie des Mediums vor und wählt dementsprechend auch die Redakteure und Journalisten aus, leitende Tätigkeiten übernimmt nur „right-thinking personell" (ebd.:69). Daher entsteht eine gewisse „Gleichschaltung" des Führungspersonal, die inhaltlich stets sehr ähnliche Positionen vertreten3. Abschließend halten die Autoren fest, dass die Medien „closely interlocked" mit „major corporations, banks and governments" seien und deren Interessen multiplizieren (ebd.: 73).

2.2.2 Die Interessen der Werbekunden

Der zweite Filter stellt dar, welchen Einfluss die Werbekunden auf die Medienhäuser haben. Die Medien erspielen einen Großteil ihrer Profite durch Werbeeinnahmen, weshalb es von essentieller Bedeutung ist, dass sich die Werbekunden dazu entscheiden, ihr Produkt beim jeweiligen Medium zu platzieren. Umso wohlhabender und kaufkräftiger das Publikum ist, desto mehr Umsatz macht somit ein Medienunternehmen mit Werbeinnahmen (vgl. Krüger 2019:57). Wenn sich ein Magazin oder eine Zeitung dazu entscheidet, werbefrei zu bleiben, um seine Unabhängigkeit zu wahren, ist es am Markt nicht wettbewerbsfähig und muss davon ausgehen, in der Medienlandschaft weitestgehend bedeutungslos zu bleiben oder gar insolvent zu gehen (vgl. Herman & Chomsky 2010:74f.). Laut Herman/Chomsky ist es daher nicht überraschend, „wenn das von ihnen präsentierte Bild der Welt die Sichtweisen und Interessen der an diesem Handel Beteiligten widerspiegelt" (Gasser 2019:20).

Darüber hinaus legen die Autoren dar, dass die Werbekunden keine Programme unterstützen werden, die Kritik an Großunternehmen ausüben und den Einfluss des militärisch-industriellen Komplexes ernsthaft hinterfragen. Die Werbekunden seien vor allem an Programmen interessiert, welche die „buying mood" stärken und „lightly entertain and thus fit in with the spirit of the primary purpose of program purchases - the dissemination of a selling message" (Herman & Chomsky 2010:78). Die Folge davon sei, dass überwiegend in Programme investiert wird, die Sendungen produzieren die sich überwiegend mit trivialen Themen wie Urlaub, Wetter oder dergleichen beschäftigen. Dies erklärt auch, weshalb es in den USA aber auch in den meisten anderen westlichen Ländern eine starke Tendenz zur Boulevardisierung4 von Nachrichten gibt, denn diese erzeugen mehr Aufmerksamkeit und wodurch mehr Einnahmen durch Werbegelder generiert werden können.

2.2.3 Die Interessen der Nachrichtenquellen

„The mass media are drawn into a symbiotic relationship with powerful sources of information by economic necessity and reciprocity of interest"(Herman & Chomsky 2010:78). Die Massenmedien können aus ökonomischen Gründen nicht immer am Ort des Geschehens sein und sind daher auf einen verlässlichen Fluss an Informationen angewiesen. Daher müssen sie sich auf zuverlässige Quellen verlassen können, aus denen sie ihre Informationen beziehen können. Diese wirtschaftliche Notwendigkeit bringt sie in eine symbiotische Beziehung mit mächtigen Quellen wie dem weißen Haus, das Pentagon, das State Department oder auf lokaler Ebene das Rathaus oder die Polizei (vgl. ebd.). Diese Quellen bieten sich hierbei als optimale Referenz an, da sie als glaubwürdig gelten und keine weitere eigene Recherche erfordern: ,,(...)taking information from sources that may be presumed credible reduces investigative expenses, whereas material from sources that are not prima facie credible, or that will elicit criticism and threats, requires careful and costly research" (ebd.: 79).

Die Autoren legen dar, dass die Nähe zwischen Politik und Medien dahingehend kritisch zu betrachten ist, da erstere ihre Ansichten ungefiltert übermitteln und die Verwendung kritischer, nicht den eigenen Ansichten entsprechenden Alternativquellen unterbinden können. Die Quellen verfolgen hierbei primär das Interesse, die Sichtweisen der herrschenden wirtschaftlichen, militärischen und politischen Elite darzustellen, welche oftmals im Widerspruch zu jenen des Volkes steht. Diese Eliten hätten überdies den Vorteil, bestens miteinander vernetzt zu sein und durch „personal relationships (...)to further influence and coerce media" (ebd.:82).

Gleichzeitig beziehen sich die Medien auf unabhängige Experten, „who regularly echo the official view (...)and who will say what the establishment wants said" (ebd.:85f.). Es wird sich laut den Autoren also gerne auf Experten bezogen, diese seien jedoch in vielerlei Hinsicht vom Staat oder von Konzernen abhängig und vertreten dementsprechend auch deren Standpunkte und Interessen.

2.2.4 „Flak" - Negative Reaktionen auf unliebsame Medienaussagen

Der vierte Filter legt dar, inwiefern „Flak" als Mittel zur Disziplinierung der Medien dienen kann. „Flak" beschreibt hierbei, dass Medien von (positiver) Resonanz abhängig sind und es daher vermeiden möchten, dass ihre Programme von einflussreichen Institutionen kritisiert werden. Wenn „Flak" von mächtigen Einrichtungen durchgeführt wird, kann dies enorme wirtschaftliche Folgen haben und auch die Reputation kann dabei verloren gehen: „If flak is produced on a large scale (...)it can be both uncomfortable and costly to the media, positions have to be defended within the organization and without, sometimes before legislatures and possibly even in courts" (ebd.:86).

Die Auseinandersetzungen bleiben zumeist der Öffentlichkeit verborgen, weil weder die Medienunternehmen noch die „Flakschützen" Interesse an einem öffentlichen Austausch haben. Die Prozesse finden in der Regel über Gerichtsklagen, Petitionen, Briefen oder Telefonanrufen statt (vgl. Krüger 2019:58f.). Es gilt bei diesen Prozessen laut den Autoren die simple Regel: Je mächtiger ein Akteur, desto höher sind seine Chancen, dass er seine Interessen mittels „Flakfeuer" auf die Medien einzuwirken und seine Interessen durchzusetzen (vgl. Herman & Chomsky 2010:87ff.). Dieser Filter ist also primär nicht auf die ökonomischen Interessen der Akteure fixiert, sondern stellt die Machtinteressen der Politik und Großkonzerne dar. Er beschreibt dabei, inwiefern gezielt mit dem Mittel „Flak" gearbeitet wird, um den Konsens in der Bevölkerung zu beeinflussen.

2.2.5 Antikommunismus als Kontrollmechanismus

Der letzte Filter, der sich mit der Ideologie des Antikommunismus beschäftigt, ist zunächst zu erwähnen, dass die Erstveröffentlichung des Werkes im Jahr 1988 stattgefunden hat und das zu dieser Zeit der Kommunismus von der US-Administration und den meisten westlichen Staaten, als Gefahr betrachtet wurde und kommunistisch geprägte Staaten als „Feinde" klassifiziert wurden. Die Autoren führen aus, dass Kommunismus ,,(...)as the ultimate evil has always been the specter haunting property owners, as it threatens the very root of their class position and superior status" (ebd.:89). Der Kommunismus war also mehr als nur ein Feindbild, er besaß auch das Potential auf die Medien soziale Kontrolle auszuüben und somit den Diskurs zu steuern respektive zu beeinflussen (vgl. Krüger 2019:59).

Da es sich bei dieser Ideologie der Feindschaft um eine simple Zweiteilung der Weltanschauung handelte, konnte jeder, der sich „pro-kommunistisch" äußerte, als Feind dargestellt werden. Wenn die USA zu jener Zeit also einen Staat mit der Begründung angriff, dass es sich um einen kommunistischen Staat handelte, war es für die Medien schwer, sich inhaltlich gegen die Intervention zu stellen (vgl. Herman & Chomsky 2010:90f.). Die anti­kommunistische „Religion", wie sie die Autoren bezeichen „helps mobilize the populace against an enemy (...)and it can be used against anybody advocating policies that threaten property interests or support accommodation with Communist states(...)" (ebd.:90). Gegenwärtig ist die These des Antikommunismus als "Staatsreligion" sicherlich abgeschwächt, sie wurde viel mehr durch den „War on Terror" ersetzt, der seit den Ereignissen rund um die Anschläge vom 11. September 2001 zu einem nützlichen Ersatz für militärische Interventionen geworden ist. Die Rhetorik ist auch hier dieselbe, der ehemalige Präsident der Vereingten Staaten, George W. Bush, führte nach den Anschlägen in einer Ansprache an die Nation maßgebend aus: „Either you are with us or you are with the terrorists" (vgl. Khan 2017).

2.2.6 Kritik

In der Fachliteratur im deutschsprachigen Raum wurde das Propagandamodell sehr wenig bis gar nicht rezipiert. In der Journalismusforschung erfährt das PM keinerlei Aufmerksamkeit, lediglich in der PR-Forschung wird sich an einigen, wenigen Stellen auf das Modell bezogen (vgl. Krüger 2019:60). In den USA hingegen ist das PM vor allem von liberalen, linken Forschern vielfach aufgegriffen und in Teilen auch stark kritisiert worden. Die wesentlichen Punkte sind hierbei, wie Andrew Mullen und Jeffery Klaehn (2010) ausführen, dass die Autoren die Rolle des „Propaganda Systems" überschätzen und gleichzeitig die Rolle der Opposition unterschätzen. Darüber hinaus entspräche die Auffassung der Autoren einer „conspiratorial view of the media" (ebd.). Konkret lautet die Kritik: ,,(...)Chomsky and Herman's functionalist imagery is fraught with implications about intent. The implication is clear: the propaganda model is often framed in conspiratorial terms" (Klaehn 2003:361). Chomsky entgegnet dieser Kritik, dass mit „equal logic, one could argue that an analyst of General Motors who concludes that its managers try to maximize profits is adopting a conspirancy theory" (ebd.). Die "Verschwörung" die das PM als Annahme formuliert, ist, dass "social institutions routinely make decisions designed to facilitate their own interests" (ebd.). Klaehn (2003) führt weiterhin aus, dass der Begriff „Verschwörungstheorie" lediglich ein Etikett darstellt und von einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit den Thesen der Autoren ablenke. Das Modell erkläre vielmehr das Medienverhalten in Bezug auf institutionelle Imperative, die strukturell erklärt werden können (vgl. Klaehn 2003: 359ff.)

John Corner (2003) kritisiert die Anwendbarkeit des Modells und bezweifelt, dass es auch in anderen Ländern „with very different media systems and political structures" die Funktionsweisen der Medien erläutert. Darüber hinaus hinterfragt er den „theoretical insight" den das PM für europäische Medienforschung bringt und führt aus, dass „the five filters assumed to function without much, if any, need for further specification or qualification" und in einer „totalizing and finalizing view of media performance" enden (vgl. Mullen & Klaehn 2010:220). Kritisiert wird des Weiteren, dass Herman/Chomsky von einer herrschenden Elite ausgehen, die angeblich einheitliche Interessen vertritt während gleichzeitig das Massenpublikum als atomisiert und heterogen dargestellt wird (vgl. Krüger 2019:61). Mit dieser Kritik konfrontiert führt Herman aus:

"the propaganda model does start from the premise that a critical political­economy will put front and center the analysis of the locus of media control and the mechanisms by which the powerful are able to dominate the flow of messages and limit the space of contesting parties. The limits on their power are certainly important, but why should they get first place, except as a means of minimizing the power of the dominant interests, inflating the elements of contestation, and pretending that the marginalized have more strength than they really possess?" (ebd.).

2.3 Indexing Hypothese

„Mass media news professionals, from the boardroom to the beat5, tend to „index" the range of views expressed in mainstream government debate about a given topic" (Bennett 1990:106). In diesem Ansatz, der das erste Mal von Lance Bennett in einem Aufsatz unter dem Titel: „Toward a Theory of Press-State Relations in the United States" im Journal of Communication entwickelt wurde, steht die Annahme im Vordergrund, dass die Medien nicht autonom in ihrer Berichterstattung über politische und insbesondere militärische Konflikte sind und lediglich die Debatte innerhalb des politischen Establishments reflektieren. Bennett geht hierbei davon aus, dass überwiegend die Haltungen und Einschätzungen der politischen Elite abgebildet werden, die ein symbiotisches Verhältnis mit derjeweiligen Regierung bilden (vgl. ebd: 107). Medien seien daher lediglich Spiegelbilder der Machtverhältnisse in einer Gesellschaft. Die Theorie hat im deutschsprachigen Raum nur sehr wenig Resonanz erfahren.

In den hier erwähnten Ausführungen bezieht sich der Autor daher überwiegend auf Literatur aus dem anglo-amerikanischen Raum.

Die Indexing Hypothese wirft zahlreiche Fragen bezüglich der Rolle und der Funktion von Medien in der Gesellschaft auf. Darüber hinaus stellt die Hypothese generell in Frage, dass Medien autonom - funktionale Konstrukte sind und stellt prinzipiell die Frage nach dem Verhältnis zwischen Politik, Journalismus und Gesellschaft. In Bezug auf die Fragestellung nach einer Verschmelzung zwischen Politik und Journalismus zur Corona-Pandemie in Deutschland, liefert die Indexing Hypothese ein fundiertes Theoriemodell. Im Folgenden möchte der Autor die Grundlagen sowie den Forschungsstand derTheorie erläutern und im Anschluss daran die Kernaussagen, die empirische Forschung und die Kritik am Modell ausführen.

2.3.1 Grundlagen der Indexing Hypothese

„The news media should be thought of not only as an institution but as political; in other words, journalists are political actors" (vgl. Cook 1998:85). Die Vertreter der Indexing Hypothese gehen davon aus, dass politische Journalisten eingebettet sind in politische Prozesse. Cook (1998) führt gar aus, dass Journalisten nicht als unabhängige Akteure zu betrachten sind, sondern viel mehr Teil der Regierung sind: „Indeed, I will claim that the American news media today are not merely part of politics; they are part of government" (ebd.:3). Journalisten würden hierbei stets versuchen den Mediennutzer zu überzeugen, dass sie möglichst neutrale Positionen vertreten, was mit einem „ritual of objectivity" (ebd.) rechtfertigt würde. Hierbei zitieren Journalisten zumeist jedoch jene Quellen, die staatlichen Einrichtungen oder Extrempositionen nahe stehen weshalb sie dadurch die nach außen hin suggerierte Position der journalistischen Neutralität verlassen (vgl. Cook 1998:7; vgl. Eckl 2014:43). Es dominieren in den Referenzen der Berichterstattung offizielle Quellen, einerseits aus Effizienzgründen, andererseits jedoch auch aus der vermeintlichen Zuverlässigkeit von Behördeninformationen (vgl. hierzu auch Kapitel 2.2.3). Laut Bennett, dem Entwickler der Hypothese, stellt Indexing eine Norm dar, die von Journalisten unbewusst verfolgt wird. Hierbei, so die Annahme, unterstützen die Medien die Regierungslinie innerhalb der politischen Elite sobald ein Konsens über ein Thema besteht und kritisieren lediglich die Ziele und die Strategien, üben jedoch keine grundsätzliche Kritik am Vorhaben. Wenn innerhalb der politischen Elite kein Konsens besteht, wirkt sich dies auch auf die Berichterstattung aus, die dementsprechend auch kritische Aspekte berücksichtigt und ausführt (vgl. Pohr 2005:262; Eckl 2014:19; Krüger 2019:48). Wenn zwischen der politischen Elite Dissens besteht, tendieren die Medien dazu vermehrt kritisch zu berichten und lassen sich nicht mehr von den Repräsentanten des politischen Systems „managen" wie Hallin (1986) ausführt: „The behaviour of the media (...)is intimatley related to the unity and clarity of the government itself, as well as to the degree of consensus in the society at large" (Eckl 2014:26).

Die Abbildung des politischen Diskurses findet, wie Bennett ausführt, nicht nur auf den Nachrichtenseiten statt, sondern spielt sich auch im Kommentarteil ab. Diese „non-official voices" schaffen es allerdings nur dann in die Leitmedien, wenn sie ohnehin schon in den „offical circles" kursieren. Dass es auch zu kritischer Berichterstattung bei einem politischen Konsens kommen kann, führt Mermin (1996) aus, der darlegt, dass es in diesem Fall zu einer Verlagerung der Debatte kommt: Journalisten fokussieren sich demnach überwiegend auf die Frage, ob die proklamierten Ziele der Regierung erreicht werden anstatt die Richtigkeit der Entscheidung zu hinterfragen (vgl. Mermin 1996:182). Mermin führt auf Grundlage dieser Annahme die Hypothese weiter aus. Demnach sind die Medien bei einem politischen Konsens darauf fokussiert Strategien, Durchführung und Erfolgsaussichten zu kritisieren jedoch wird keine grundsätzliche Kritik und Bewertung der Ziele vorgenommen (vgl. ebd.).

In seinem Aufsatz betont Bennett, dass es sich bei der Indexing Hypothese nicht um ein mechanisches Gesetz handelt, sondern viel mehr eine Beschreibung gewisser Verhaltensweisen darstellt, von der es Abweichungen geben kann: (...)perhaps the dying breed of small, independet news organizations" (Bennett 1990:106). Umso wichtiger jedoch ein Thema im politischen Geschehen ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Norm zutrifft:

„On some issues that are of little consequence for the corporate economic order, normative vigilance may be relaxed to allow a greater range of voices to enter the news. (...)Among the issue areas in which indexing might be expected to operate most consistently are military decisions, foreign affairs, trade, and macroeconomic policy - areas of great importance not only to corporate economic interests but to the advancement of state power as well"(ebd.:122).

Zurückzuführen sei dieses Verhalten, wie Krüger (2019) erläutert, auf den enormen ökonomischen Druck, welchem Journalisten ausgesetzt sind und welcher dazu führe, dass die Komplexität der verschiedenen Thematiken dadurch reduziert und obendrein Zeit, Geld und Arbeit gespart wird (vgl. Krüger 2019:49).

Bennett erläutert drei Regeln, die seiner Ansicht nach in der politischen Berichterstattung empirisch belegt werden können:

- Die erste Regel, welche auch die „Recherchier-Regel" genannt werden kann, besagt, dass stets versucht wird sich entlang einer „story line" zu orientieren, welche offizielle Stellen abbildet: „The first and most extensively researched rule of political reporting is the imperative to build a story line (...) upon official (...) viewpoints" (Bennett 1996:376).
- Die zweite Regel besagt, dass sich Quellen und Standpunkte je nach Ausmaß eines Konflikts an der Haltung der Regierenden orientieren und sich dies auf die Entwicklung der „story line" auswirkt.
- Die ambivalente Entwicklung einiger „Storys", die sich entgegen angenommener journalistischer Prinzipien in eine andere Richtung entwickelt, erklärt Bennett mit der dritten Regel: „follow the trail of power" (ebd.:378).

Diese „Produktions-Regeln" erläutern das bereits ausgeführte symbiotische Verhältnis zwischen Medienvertretern und dem politischen Establishment. Dies führt zu einem verzerrten Blick auf die Debatte, die lediglich die vorherrschenden Meinungen und Positionen innerhalb des politischen Spektrums abbildet. Medien präsentieren auf diese Weise „symbolic constrcutions"der politischen Realität, die füreine Mehrheit des Publikums nicht greifbar sind (vgl. Eckl 2014:26).

Der Begriff der „politischen Elite" wird weder bei Bennett, noch bei anderen bereits erwähnten Autoren klar definiert. Eine Definition findet sich bei Jäger und Viehring (2005), die einen Ländervergleich zur Debatte im Irak-Krieg vorlegten. Die Autoren gingen hierbei von einem „politisch-medialen Elitenbegriff aus: politisch, [Hervorhebung im Original] weil es sich um Träger von Entscheidungsmacht im politischen Raum handelt, und medial, [Hervorhebung i. O.] weil die Präsenz dieserTräger in den Medien fürdie Erstellung der jeweiligen nationalen Rangliste entscheidend war" (Jäger & Viehrig 2008). Im Folgenden soll der Begriff jedoch hinsichtlich einer parteizentrierten Definition verwendet werden. Hierbei wird der Konsens bzw. Dissens der beiden Regierungsparteien CDU/CSU und SPD als ausschlaggebend angenommen. Die beiden Volksparteien stellen gegenwärtig die überwiegende Mehrheit im Bundestag mit einer Anzahl von 399 Sitzen von insgesamt 709 (vgl. Bundestag.de 2021).

2.3.2 Weiterentwicklung der Hypothese

Der Kommunikationswissenschaftler Jonathan Mermin entwickelte die These weiter, nicht indem er sie widerlegte, sondern einen weiteren Aspekt hinzufügte. Seine These lautet, dass es auch dann Kritikvon den Medien geben kann, wenn in der politischen Elite ein Konsens zu einem gewissen Thema vorherrscht. Die Kritik in der Berichterstattung beziehe sich dann jedoch nicht auf grundsätzliche Annahmen sondern lediglich auf die von der Regierung gesetzten Ziele: „When conflict is not found among official source, reporters try to fulfill the ideal of independent, balanced coverage by finding conflicting possibilities in the efforts of officials to achieve the goals they have set" (Mermin 1996:191). Es wird also nicht das von der Regierung postulierte Ziel kritisiert, sondern ausschließlich die getroffenen Maßnahmen und Strategien zur Erreichung des Ziels. Mermin geht überdies davon aus, dass diese Annahmen nicht nur für die relativ gut untersuchte Außenpolitik, sondern auch für innenpolitische Debatten zutreffend ist.

Die Gültigkeit der Erweiterung der These konnte Mermin in einer Studie über die Berichterstattung über den zweiten Golfkrieg und der Panamaintervention von 1989 nachweisen. Die Kritik der Medien fokussierte sich hierbei nicht auf die grundlegende Legitimation der militärischen Interventionen sondern auf die Frage, ob die Regierung die erklärten Ziele erreichen würde (vgl. Mermin 1996:184ff.).

2.2.3 Source, Power und Political Indexing

Eine weitere Differenzierung der These nehmen Zaller/Chiu (2000) vor, die die Berichterstattung von 42 außenpolitischen Krisen zwischen 1945 und 1991 auswerteten. Hierbei untersuchten sie Artikel des Time Magazin, von Newsweek und des Congressional Record. Die Autoren unterscheiden in dieser Studie zwischen Source Indexing, Power Indexing und Political Indexing, unabhängig davon, ob zu militärischen Mitteln gegriffen worden ist oder nicht. Das von Bennett entwickelte Konzept ordnen die Autoren dem Source Indexing zu: „What drives indexing, on this view, is the pervasive and direct dependence of journalists on sources for everything they report" (Zaller & Chiu 1996:400). Hiermit führen die Autoren die Annahme aus, dass Journalisten in ihrer Arbeit Quellen verwenden, die ausschlaggebend für die Gewichtung der Aussagen sind. Daraus ergeben sich Beiträge und Leitartikel, die den Debattenraum der politischen Elite widerspiegeln.

Eine weitere Form des Indexing führen die Autoren aus, welche sie „Power Indexing" nennen und womit sie darlegen, dass Journalisten dazu tendieren, Informationen hervorzuheben, die voraussichtlich große Wirkung auf künftige Ereignisse haben werden. Die Autoren führen aus: „Another possibility is that journalists may consider information newsworthy in proportion to its capacity to foretell oraffect future events" (ebd.). Dadurch besteht jedoch die Gefahr, dass Informationen ignoriert werden, die die handelnden Politiker als irrelevant einstufen (vgl. Krüger 2019:52). Auch dieser Ansatz liefert eine Erklärung, weshalb es möglich ist, dass die Regierung bessere Möglichkeiten hat, ihre Positionen zu legitimieren. Diese werden in den Medien bevorzugt übernommen, weil sie die politische Agenda vorgibt.

Political Indexing beschreibt laut den Autoren, dass es der führenden politischen Elite vorbehalten ist, was als eine Krise bezeichnet wird, um womöglich von einem Ereignis oder Vorgang abzulenken, der ebenso gut als Krise bezeichnet werden könnte. Die Definition also, was eine Krise ist, obliegt den jeweiligen Regierungschefs. Die Journalisten bilden in diesem Fall aus Angst oder Unsicherheit heraus die „offizielle Story" ab und schreiben, was den politischen Autoritäten in die Karten spielt (vgl. Zaller & Chiu 1996:398). Die Regierung wird sich laut den Autoren, im Krisenfall, auf jene Entscheidungen fokussieren, in denen sie sich Gefolgschaft verspricht. Political Indexing war vor allem zur Zeit des Kalten Krieges zu beobachten: „Now that the Cold War is ended, some combination of source and power indexing (...)probably structures the process by which reporters choose among sources within the mainstream" (ebd.).

2.3.4 Empirische Überprüfung-Kritischer Journalismus im

Krisenfall

Die Indexing-These entstand im Kontext der Kriegs- und Krisenberichterstattung. Durchgeführte empirische Studien fokussierten sich auf genau diese Thematik. Der Grund hierfür dürfte die gesellschaftliche und mediale Aufmerksamkeit derartiger Konflikte sein (vgl. Pohr 2005:263). Die wohl bekannteste Studie stammt von Sigal (1973), der inhaltsanalytisch von 1949 bis 1969 Zeitungsartikel der Wew York Times und der Washington Post analysierte und zum Ergebnis kam, dass offizielle Stellen wesentlich häufiger zitiert wurden als nicht­offizielle (vgl. Eckl 2014:36). Hallin (1994) konnte die These mit einer Studie zum Vietnamkrieg belegen, wobei die Medien, trotz einer großen Friedensbewegung im Land, die sich gegen den Krieg aussprach, erst kritisch berichteten als sich führenden Politiker gegen den Krieg aussprachen (vgl. Pohr 2005:263). Auch der Entwickler der These, Lance Bennett, hat die Bestätigung seiner These in mehreren Studien belegen können. Zunächst untersuchte er die Berichterstattung der verdeckten CIA-Unterstützung der „Contras" in Nicaragua zwischen 1983 und 1986 in der New York Times. Dieser Fall erschien ihm ideal, da es zunächst von Seiten des Kongresses zu massiver Kritik an der Politik von Ronald Reagan kam, die Regierung daraufhin jedoch mit verschiedenen Kampagnen (Diffamierung zur Widerwahl stehender Abgeordneter als „Kommunisten") den Kongress auf seine Seite ziehen konnte. Die Kritik der New York Times fand zu jener Zeit innerhalb der institutionellen Debatte statt und das obwohl die Bevölkerung mehrheitlich gegen eine Unterstützung der Contras war (vgl. Krüger 2019:50). Es wurde zu keinem Zeitpunkt grundsätzliche Kritik an der Unterstützung der „Contras" geübt und das obwohl es zu offensichtlichen Ungereimtheiten kam. Dies begründet Bennett mit einem grundsätzlichen Vertrauen der Journalisten (in diesem Fall der New York Times) in das politische System: „The „new professionalism" of the press would seem to operate on the assumption that „the system works", despite any evidence to the contrary, and that the "responsible press" keeps its criticism within the bounds of institutional debate(...)" (Bennett 1990:121f.).

Eine weitere Studie aus dem Jahr 1986 von Brown, Bybee, Wearden und Straugham belegt, dass offizielle Quellen aus Regierungskreisen die Berichterstattung prägt. Es wurden hierbei insgesamt 846 Titelseiten der New York Times, der Washinton Post und vier Regionalzeitungen untersucht, wobei 5.248 Quellenangaben identifiziert wurden. Mehr als die Hälfte der Quellen stammten aus Organisationen mit unmittelbarem Bezug zur Regierung, 31 Prozent waren gar direkte Vertreter der US-Regierung. Nur rund ein Viertel waren von Nicht­Regierungsorganisationen, vier Prozent „non-affiliated US-Citizens", also Bürgern (vgl. Eckl 2014:36f.). Die Autoren der Studie kommen daher zu dem Schluss: „This seems to be a clear indication of the dominance of elite news sources" (ebd.).

Die Gültigkeit der Erweiterung der These konnte Mermin (1999) nachweisen, der die Berichterstattung über den zweiten Golfkrieg und die Panamaintervention von 1989 untersuchte. Die Kritik der Medien war hierbei nicht grundsätzlicher Natur und stellte nicht etwa die Legitimation oder Richtigkeit der Intervention in Frage. Sie bezog sich lediglich auf die Frage, ob der Präsident die Ziele mit der zugrundeliegenden Strategie erreichen würden (vgl. Pohr2005:263f.).

Alle hier aufgeführten Studien und Ergebnisse stammen aus der US-amerikanischen Forschung. Um die Indexing-These jedoch auch auf deutsche Medien-Verhältnisse hin zu überprüfen und der in dieser Arbeit skizzierten Fragestellung nachzukommen, wird im Folgenden die Anwendbarkeit auf deutsche Medien überprüft und der aktuelle Forschungsstand präsentiert.

2.3.5 Übertragung der Indexing-Hypothese auf deutsche Medien

Um die Indexing These auf deutsche Medien übertragen zu können, müssen zunächst die Unterschiede zur US-amerikanischen Medienberichterstattung beleuchtet werden. In der Kommunikationsforschung wird davon ausgegangen, dass deutsche Journalisten ein wesentlich kritischeres Selbstverständnis ihrem Beruf gegenüber haben als ihre amerikanischen Kollegen (vgl. Pohr 2005:264). Es kann daher davon ausgegangen werden, dass deutsche Medien wesentlich kritischer das politischen Geschehen kommentieren, auch wenn sich in der politischen Elite ein Konsens gebildet hat.

Das deutsche Mediensystem bietet eine breite Vielfalt an politischen Positionen und bildet von links-liberalen bis zu rechts-konservativen Positionen ein breites politisches Spektrum ab (vgl. Eckl 2014:56; Pohr 2005:264f.). Dies zeigt sich in einem vielfältigen Angebot verschiedener Tages- und Wochenzeitungen wie der Süddeuten Zeitung (SZ), der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ), der Welt oder dem Focus, die von links nach rechts ein breit gefächertes Angebot an unterschiedlichen Meinungen bieten. Daher ist davon auszugehen, dass kritische Stimmen zum Regierungskurs eher zu erwarten sind als dies im US- amerikanischen Mediensystem der Fall ist. Hinsichtlich der militärischen Beteiligung der deutschen Regierung am Kosovokrieg und des Afghanistankrieges, ist eine Kritik im linken Spektrum zu vermuten, da diese sich traditionell ablehnend gegenüber militärischen Interventionen positioniert.

Im Folgenden soll zunächst der Forschungsstand zur Indexing-Hypothese zu Innenpolitischen Debatten in Deutschland ausgeführt werden und daraufhin einschlägige Studien zur Berichterstattung des Kosovokrieges und der militärischen Intervention im Afghanistankrieg untersucht werden.

2.3.5.1 Forschungsstand zu innenpolitischen Debatten

Die militärische Beteiligung Deutschlands am Kosovokrieg 1999 markierte auch den Beginn der Indexing-Forschung in den Kommunikationswissenschaften hierzulande. Der Kosovokrieg stellte gleichzeitig eine historische Zäsur in Deutschland dar: Der nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges gelebte gesellschaftspolitische Konsens „Nie wieder Krieg" wurde das erste Mal gebrochen und das politische Narrativ der „humanitären Intervention" fand Einzug in den deutschen Sprachgebrauch.

Zur Indexing-These wurde im deutschsprachigen Raum zum gegenwärtigen Zeitpunkt6 noch keine Studie zu innenpolitischen Debatten aufgestellt (vgl. vom Verfasser ausgeführte Recherche). Es gibt jedoch zahlreiche Studien und Untersuchungen, die versuchen die Neutralität in der Berichterstattung zu hinterfragen und eine gewisse Dominanz der politischen Elite herauszukristallisieren. So untersuchte Reinemann (2008) die Argumentationsstrukturen zur Hart IV-Debatte in Deutschland anhand der Berichterstattung der Bild-Zeitung. Er beobachtete hierbei zunächst, dass sich die Berichterstattung des Boulevard-Blattes zunächst „auf Linie" mit den Einschätzungen der Bundesregierung und der politischen Elite war. Als sich jedoch nach einiger Zeit Protest gegen das Regierungshandeln formierte, wurde auch kritischer über die Reform berichtet (vgl. Pfetsch & Adam 2008:204ff.).

Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass es einen Zusammenhang zwischen einer Berichterstattung gibt, die als regierungsnah bezeichnet werden kann und einer Bestätigung der These dahingehend vorliegt, dass es erst zu einem Kurswechsel in der Berichterstattung kam, als die Bevölkerung gegen das Gesetz protestierte und ihren Unmut auf der Straße zum Ausdruck brachte. In der Indexing-Forschung wird jedoch davon ausgegangen, dass Medien erst dann kritisch berichten, wenn offizielle Stellen, wie beispielsweise Gerichte, staatliche Einrichtungen oder politische Parteien, kritische Positionen vertreten, da sie sich in ihrer Berichterstattung auf diese beziehen können. Es müssten hier also weitere Forschungen betrieben werden, um einen derartigen Zusammenhang belegen zu können.

Eine weitere interessante Studie hinsichtlich innenpolitischer Berichterstattung und der Anwendbarkeit der Indexing-Hypothese stammt von Weiß/Trebbe (2013). Diese untersuchten im Jahr 1992 die Argumentationsstrukturen einiger Privatsender (RTL, Pro7 und Satl) sowie ARD und ZDF und verglichen diese mit der Berichterstattung überregionaler Zeitungen (FAZ, SZ, FR und der Welt) und zwei Regionalzeitungen (Rheinische Post und WAZ). Untersucht wurden zum einen die Argumentationsstrukturen hinsichtlich Waffenlieferungen an die Türkei, die militärisch gegen die Kurden vorgingen. Zum anderen wurden Deutungsmuster zu Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst analysiert. Die sich daraus ergebenden Ergebnisse sind hinsichtlich der Indexing-Hypothese aufschlussreich. Bezogen auf die Rüstungspolitik der deutschen Bundesregierung „stehen an erster Stelle (...)in allen Programmen Meinungsbeiträge der Regierung, der Regierungskoalition oder der Regierungsparteien; an zweiter Stelle rangieren Meinungsbeiträge der Opposition bzw. der Oppositionsparteien" (Weiß & Trebbe 2013:153). Demgegenüber steht die Berichterstattung zum Tarifkonflikt, der von den beiden Autoren als „Paradebeispiel" ausgewogener Berichterstattung beschrieben wird, welches von allgemeiner Bedeutungsei (ebd.:161). Beide Tarifparteien kamen im gleichen Maße zu Wort und viele Streikende wurden in O-Tönen wiedergegeben. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass in politischen Debatten der Faktor Macht und Zugehörigkeit zur politischen Elite eine zentrale Bedeutung spielt (vgl. Eckl 2014:54).

2.3.5.2 Forschungsstand zu außenpolitischen Debatten

In der deutschsprachigen Literatur gibt es überwiegend Studien und Untersuchungen zu den beiden Kriegseinsätzen mit deutscher Beteiligung im Kosovo 1999 und in Afghanistan 2001. So untersuchten Eilders/Lüter (2000) auch unter Aspekten der Indexing-Hypothese die Berichterstattung in führenden deutschen Medien zum Kosovo Einsatz. Die beiden Autoren kamen zu dem Schluss, dass nur vereinzelt im linken Spektrum der Einsatz grundsätzlich in Frage gestellt wurde. Die dominanten Perspektiven wurden in großen Teilen jedoch nicht hinterfragt und auch der Bruch des Völkerrechts7 wurde nicht ausreichend ausgeführt (vgl. Eilders & Lüter 2000:426). Die Autoren folgten daraus: „The media cannot be credited for encouraging thoughtful discussion on the fundamental legitimacy of the Kosovo war. The contributions did not exceed the limits of parliament discourse, but rather reflected the high level of consensus between government and opposition" (ebd.). Die Berichterstattung der untersuchten Medien spiegelte vielmehr den Konsens der politischen Elite wieder: „political options that have not already been articulated at the very heart of political power are not inlcuded in the debate" (ebd.). Mehr als die Hälfte der ausgewerteten Artikel waren bedingungslos oder eingeschränkt unterstützend (ebd.). Auch eine weitere Studie von Eckl (2004), wobei die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeine und der Neuen Züricher Zeitung zum Kosovo-Konflikt untersucht wurde, kam zu dem Ergebnis, dass überwiegend der Konsens der politischen Elite abgebildet wurde und größtenteils kriegsbefürwortend berichtet wurde (vgl. Eckl 2014:59). Die Medien sind ihrer Rolle als vierter Gewalt im Staat nur geringfügig gerecht geworden, was womöglich auch darauf zurückzuführen war, dass noch sehr wenig Erfahrung bezüglich Kriegsberichterstattung mit deutscher Beteiligung vorhanden war und aus dieser daraus resultierenden Unsicherheit herausdie Haltungen der Verantwortlichen nurwenig Kritikentgegengebrachtworden ist (vgl. ebd.).

Die Berichterstattung über den Afghanistan-Krieg und der militärischen Beteiligung Deutschlands fand unter dem Eindruck der Terroranschläge vom ll.September 2001 statt. Die politische Elite positionierte sich eindeutig kriegsbefürwortend und es kann von einer Konsenssituation im Parlament gesprochen werden. Daher ist davon auszugehen, dass gemäß der Indexing-Hypothese in den Medien eher unkritisch über den Militäreinsatz debattiert wurde und im Sinne der Erweiterung der Hypothese lediglich eine Debatte über strategische Ziele geführt wurde, jedoch keine grundsätzliche Kritik laut wurde oder gar legitimatorische Fragen gestellt wurden. Im Folgenden soll eine ausführliche Studie von Pohr (2005) dargestellt werden, in welcher 519 Kommentare der Süddeutschen Zeitung, der taz, FR, FAZ und Welt ausgewertet und in einem Sammelbeitrag veröffentlicht wurden.

Zur Zeit der Debatte um eine mögliche Kriegsbeteiligung Deutschlands in Afghanistan war der Anteil derjenigen Parteien, die eine militärische Intervention befürworteten in der Mehrzahl. Die Rot-Grüne Regierung unter dem damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde mehrheitlich von Union und FDP in ihrer kriegsbefürwortenden Haltung gestützt. Lediglich die Vorgänger-Partei der Linken, die PDS, die fünf Prozent der Sitze im Bundestag innehielt, lehnte als einzige im Parlament vertretene Partei, die Intervention ab (vgl. Pohr 2005:265). Die militärische Intervention kann also als überwiegender politischer Konsensfall beschrieben werden, wobei die Bevölkerung zu über einem Drittel die Beteiligung ablehnte und daher im Parlament kaum vertreten wurde.

In den untersuchten 519 Kommentaren wurden vom Autor 1759 Aussagen mit Bezug zum Krieg erfasst, wovon 1011 Aussagen eine klare Haltung zum Ausdruck brachten und daher in die Untersuchung mit einflossen (ebd.:268). Hierbei waren fast zwei Drittel der geäußerten Positionen kriegsbefürwortend, lediglich ein Drittel wiesen kritische Tendenzen auf. Es war also auch auf medialer Ebene ein klares Übergewicht derjenigen Stimmen zu beobachten, die den Militäreinsatz befürworteten womit diese Untersuchung die Annahmen der Indexing- These bestätigt. Zur Erweiterung der These stellt der Autor fest, dass „der Krieg grundsätzlich oder legitimatorisch eher unterstützt [wurde] als seine Einzelmaßnahmen bzw. seine strategischen oder performatorischen Aspekte" (ebd.:273). Hierbei resümiert der Autor, dass die These beim Untersuchungsgegenstand vor allem bei den Zeitungen des rechten Spektrums zutreffend ist und bei linken Zeitungen überwiegend die Kritik auf der Ebene des „Ob" und „Warum" stattgefunden hat (vgl.ebd.).

Eine Schwachstelle der Studie von Pohr liegt darin, dass sie lediglich den Konsensfall untersucht und daher keine Aussage über einen Dissensfall treffen kann. Maurer et al. (2008) untersuchten drei internationale Krisen (Afghanistan, Irak - und Kosovokrieg) und die jeweiligen Fernsehmeldungen sowie die Berichte der Tagespresse. In allen drei Fällen bildet die Berichterstattung die Position der Regierung ab (vgl. Maurer u. a. 2008:161). Die Autoren resümieren daher, dass es zwar eine ausgeprägte Meinungsberichterstattung gegeben habe, es hierbei jedoch keine Meinungsvielfalt gegeben hat. Gleichzeitig warnen die Autoren jedoch auch davor, Indexing als einziges Instrument zur Beschreibung des Verhältnisses von politischer Elite und Massenmedien zu verwenden. Die Haltung der Bevölkerung werde in der Medienberichterstattung ebenfalls abgebildet (vgl.ebd.: 165).

2.3.6 Kritik am Modell

Die von der Indexing-Hypothese dargelegten Annahmen führen nicht bei allen Medienbeobachtern zu Kritik. So wird gar von einigen Vertretern betont, dass sich Journalisten durchaus noch stärker am Diskurs der Regierungsmitglieder orientieren sollten, denn diese seien schließlich vom Volk gewählt und bilden daher legitime Haltungen ab (vgl. Krüger 2019:52). Althaus et al. führen aus, dass eine diskursiv geführte Debatte letztendlich komplexe Herausforderungen nicht lösen kann und nur zu Verwirrung in der Gesellschaft führt: „Moreover, autonomous media coverage that moves outside elite discoursive bounds could in theory confuse or distract the public rather than enhance rational deliberation" (Althaus u. a. 1996:419). Die Autoren betonen die Wichtigkeit der Indexing-Hypothese, denn „governmental institutions provide the most efficent, reliable, and legitimate means for registering socially important obtrusions" (ebd.). Es ist sicherlich richtig, dass regierungsnahe Quellen zumeist sachkompetente und zuverlässige Informationen zur Verfügung stellen. Gleichzeitig darf jedoch auch nicht in Vergessenheit geraten, dass derartige Quellen auch spezifische Interessen und Agenden verfolgen, wie Krüger (2019) ausführt. Journalismus solle über den offiziellen Diskurs hinausgehen und dabei die ihm enthaltenen Wahrheiten achten, „aber gleichzeitig die blinden Flecken der Akteure, die aufgrund ihrer Position im gesellschaftlichen Geflecht und ihrer Interessen zwangsläufig vorhanden sind (...)und auf diese Weise ein Korrektiv darstellen" (Krüger 2019:53).

Althaus et al. führen des Weiteren aus, dass die zentrale Annahme der Hypothese, dass die Medien den politischen Diskurs abbilden, nicht konsistent sei. Sie belegen dies in drei Punkten:

1. Die politische Elite legt die Rahmenbedingungen des Diskurses, welcher in den Medien geführt wird, fest. Alle von den Medien aufgeführten Argumente wurden zuvor bereits ausgeführt, die Breite des medialen Kurses ist daher „less than or equal to, but never greater than, the official debate" (Althaus u. a. 1996:408).
2. Die Proportionen der medial abgebildeten Positionen hinsichtlich kritischer Berichterstattung der Regierung gegenüber entspricht den von Politikern geäußerten Pro und Kontra Argumenten.
3. Es handelt sich um eine Mischung aus den ersten beiden Interpretationen.

Darüber hinaus erläutern Althaus et al. eine zeitliche Dynamik, die während der Meinungsbidlung - und äußerung vorzufinden sei, in welcher es zu einer breiten, medialen Kritik kommen kann: ,,(...)the pace of an unfolding policy crisis or controversy may generate enough uncertainty to obscure the range of official views at least temporarily" (ebd.:384).

Letztendlich kann Indexing als nicht weiter problematisch betrachtet werden, so lange innerhalb des abgebildeten Diskurses alle legitimen Perspektiven, Informationen und Meinungen abgebildet werden. Wenn es jedoch zu einem „elite mass gap" kommt und die politische Elite relevante Informationen ausblendet, ist von der Presse eine aktivere Rolle zu erwarten. Hierbei hat Adam (2007) folgende fünf Fälle aufgeführt, die bei einem derartigen „Gap"zwischen Elite und BevölkerungzumTragen kommt:

- Hinsichtlich eines gewissen Themas gibt es einen Konsens innerhalb der Elite, der von der Bevölkerung mitgetragen wird („fit"). Daraus folgt, dass das Thema auf der Agenda bleibt und mit öffentlicher Zustimmung legitimiert wird.
- Die politische Elite vertritt überwiegend eine andere Meinung als die Bevölkerung („Misfit"). Die Folge davon wird sein, dass das Thema verschwiegen oder als irrelevant bezeichnet wird.
- Es gibt teilweise Übereinstimmung zwischen der Bevölkerung und den politischen Eliten („abgeschwächter Misfit"). Es wird entweder zu Thematisierung kommen, mit dem Ziel die Anhänger zu halten oder es wird Dethematisierung betrieben, um den Fokus auf andere Themen zu lenken.
- Die politische Elite ist sich uneinig und spiegelt hierbei die unterschiedlichen Positionen der Bevölkerung wider. Es wird in Folge davon sowohl die Regierung als auch die Opposition Thematisierung betreiben, um ihre Positionen zu bekräftigen. Die Medien berichten ausführlich.
- Eine unentschlossene Elite steht einem Konsens innerhalb der Bevölkerung gegenüber. Die Folge davon ist, dass das von der Bevölkerung unterstützte Lager eine starke Thematisierung betreiben wird, während das Lager ohne Rückhalt versuchen wird, das Thema herunterzuspielen und von der Agenda fernzuhalten. Die Medien berichten ausführlich (vgl. Adam 2007:118ff.).

3. Untersuchungsdesign

Im Folgenden soll erläutert werden, inwiefern die Diskurselemente der untersuchten Medien mithilfe der Indexing-Hypothese analysiert werden. Hierbei wird auf die Methode der „Argumentationsanalyse" zurückgegriffen, die 1958 vom britischen Philosophen Stephen Toulmin im Werk „The Uses of Argument" entwickelt wurde und seitdem als das „Toulmin- Schema" bekannt ist. Mit dieser Methode ist es möglich Konfliktstrukturen innerhalb einer Debatte zu rekonstruieren: „With this conception the argumentation analysis can relatively flexibly explore and reconstruct the conflict structure of public debates" (Weiß 1989:485). In der vorliegenden Arbeit wird eine komprimierte Form der Argumentationsanalyse nach Betz (2020) verwendet.

Die Methode ist in zahlreichen Studien und Untersuchungen angewandt worden und hat sich hierbei als ein Verfahren etabliert, dass zur Erfassung und Auswertung komplexer Fragestellungen dient (vgl. Gronostay 2017; Eggler 2012; Waltner 2012; Eckl 2014). Inwiefern Debatten und Diskurse gewisse Tendenzen aufweisen, lässt sich mithilfe der Analyse von Argumentationsstrukturen belegen, wobei der Blick auf das Argument ergiebig ist, da es sowohl Bewertung als auch Begründung beinhaltet (vgl. Eckl 2014:85).

Die Indexing-Hypothese eignet sich wiederum zur Einordnung und zur Beurteilung der in der Argumentationsanalyse ermittelten Tendenzen. Hierbei ist zu bedenken, dass die Indexing- Hypothese nicht davon ausgeht, dass Medienakteure bewusst gesteuert werden und der Diskurs von einer „übergeordneten Macht" delegiert wird. Es sind viel mehr die Machtstrukturen und die Mehrheitsverhältnisse, die dazu führen, dass sich ein gewisser Konsens etabliert und durchsetzt. Das Propagandamodell wiederum weist auf Interessenkonflikte, Machtinteressen und Interdependenzen zwischen Medien, Politik und Wirtschaft hin und eignet sich daher als Modell, um die Erklärungsansätze, die sich aus der Indexing-Hypothese und der Argumentationsanalyse ableiten, in einen größeren Kontext zu setzen.

3.1 Die Argumentationsanalyse

„Eine Argumentation ist wie ein Organismus. Sie hat eine grobe, anatomische Struktur wie auch eine feinere sozusagen physiologische Struktur" (Toulmin 2003:86). Argumente werden benötigt, um einen Standpunkt einzunehmen. Um diesen jedoch logisch, stringent und schlüssig zu analysieren, bedarf es eines geeigneten Konzepts, um den zugrunde liegenden Strukturen nachzugehen. Hierfür bietet sich die Argumentationsanalyse an, welche dazu geeignet ist, Argumentationsstrukturen zu entschlüsseln und komplexe Medieninhalte zu dechiffrieren. Die Methode ermöglicht es „die Tendenzen zu ermitteln, mit denen die Diskussion zu einem öffentlich umstrittenen Problem in den Mediennachrichten vermittelt und in den Medienkommentaren diskutiert wird" (Weiß 1989:478). Sie stellt dabei ein Verfahren zur Rekonstruktion einer logischen beziehungsweise argumentativen Struktur einer komplexen Äußerung dar. Zu einer Argumentation kommt es nach Klein (1985), wenn unter einem Kollektiv:

- Ein bestimmter Gedanke thematisch gemacht wird
- dieserGedankefraglichist,und
- dieser Gedanke (für dieses Kollektiv zu diesem Zeitpunkt) strittig ist, d.h. es besteht ein gewisser sozialer Druck darüber zu entscheiden, ob der Gedanke zum kollektiv Geltenden gehört oder nicht (vgl. Klein 1985:209).

Diese drei Bedingungen seien laut Klein die Voraussetzungen, um in eine Argumentation zu treten. Beim Aufbau einer Argumentation müssen laut Klein drei Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Die einzelnen Aussagen, aus denen sich das Argument zusammensetzt, müssen gerechtfertigt [Hervorhebung i. 0.] werden (Rechtfertigungsproblem).
2. Es muss sichergestellt sein, dass die einzelnen Aussagen in bestimmter Weise miteinander verknüpft [Hervorhebung i. 0.] sind: eine unverbundene Menge von Aussagen, deren jede durchaus gerechtfertigt sein mag, ist kein Argument (Kohärenzproblem).
3. Die einzelnen Redebeiträge, in denen die intendierten Bestandteile des aufzubauenden Arguments enthalten sind, müssen koordiniert [Hervorhebung i.O.] werden (Koordinationsproblem) (vgl. ebd.:211).

Klein zeigt damit drei wesentlich Bestandteile einer jeden Argumentation: Die Argumente müssen sich rechtfertigen lassen; sie müssen kohärent sein und die Argumente müssen miteinander in Beziehung stehen und wobei es einer klaren Koordination der Argumentationsstruktur bedarf.

3.1.1 Das „Argumenten-Schema" nach Toulmin

Stephen Toulim entwickelte 1958 das sogenannte „Argumenten-Schema", bei welchem er dezidiert darlegte, inwiefern Argumente strukturiert sind und wie diese sich zu Analyse­Zwecken verwenden lassen. Wer eine Debatte, die wie im Fall der vorliegenden Arbeit in den Medien stattgefunden hat, analysieren möchte, muss zunächst definieren, wie Argumente verstanden werden sollen (vgl. Eckl 2014:88). Denn nur wenn die Argumentation klar definiert ist, lassen sich bei der Auswertung der Daten nachvollziehbare Ergebnisse darstellen. Nach Toulmin liegt eine Argumentation dann vor, wenn eine strittige Behauptung (Konklusion) durch eine begründete Aussage (Daten) untermauert wird. Diese zwei Elemente einer Argumentation sind notwendig, um ein Argument zu strukturieren. Toulmin beschreibt vier weitere Bestandteile einer Argumentation, sodass sich ein Schema aus sechs Argumentationselementen ergibt. Ein weiteres Element ist die Schlussregel (SR), die belegen soll, dass die getroffenen Aussagen, den Schluss einer Konklusion zulassen. Darüber hinaus gibt es eine Ausnahmebedingung, welche die Aussage in Frage stellt und einen Widerspruch ermöglicht. Weiterhin gibt es eine Stützung der Argumentation, welche die Schlussregel untermauern soll und Modaloperatoren, die zur Konklusion hinführen (z.B „wahrscheinlich", „notwendigerweise") (vgl. Gronostay 2017:150). Diese Struktur einer Argumentation ist unabhängig davon, in welchem wissenschaftlichen Kontext sie stattfindet, das heißt sie gilt sowohl für die Naturwissenschaft wie auch fürdie Geistes - und Sozialwissenschaft.

[...]


1 Der Begriff „Propaganda" wird von Chomsky und Herman nicht klar definiert. Er wird nicht im Sinne einer zentral gesteuerten Medienkampagne verwendet sondern als eine dezentral und unbewusst betriebene Form der Persuasion verstanden (vgl. Krüger 2019:56).

2 Der Begriff „verwirrte Herde" stammt vom US-amerikanischen Publizisten Walter Lippmann, der in seinem Werk „PublicOpinion" darlegt, inwiefern sich die Masse steuern lässt und welcheTechniken es hierfür benötigt. Als „verwirrte Herde" bezeichnet er die breite Masse, die von der wirtschaftlichen und intellektuellen Elite gesteuert werden müsse, da sie selber nicht wisse, was das Richtige für sie sei. Die wichtigste Aufgabe der führenden Elite sei es einen gesellschaftlichen Konsens in der Gesellschaft zu etablieren, der die existierenden Machtstrukturen nichtgefährde(vgl. Lippmann 1946).

3 Chomsky führt aus, dass Redakteure auf diese Medienkritik wie folgt reagieren könnten: „Niemand sagt mir jemals, was ich zu schreiben habe, ich schreibe alles, was ich will. Dieses ganze Geschwätz über Druck und Einschränkungen ist Unfug, weil keiner je irgendwelchen Druck auf mich ausgeübt hat. Chomsky's Haltung ist diesbezüglich, dass „(,..)sie ihre leitende Position gar nicht inne hätten, wenn sie nicht schon vorher unter Beweis gestellt hätten, dass niemand ihnen sagen muss, was sie schreiben sollen. (,..)Wenn sie sich als Reporter für die verkehrte Art von Geschichten interessiert hätten, hätten sie es nie zu Positionen gebracht, in denen sie sagen können, was sie wollen. (,..)Sie haben eine erfolgreiche Sozialisation hinter sich gebracht" (Krüger2019:57).

4 Der Begriff „Boulevardisierung" beschreibt die Tendenz von Medien Nachrichten zum Weltgeschehen sensationell darzustellen und sie damit zu verzerren und teilweise Panik und Angst zu erzeugen. Durch erhöhte Unterhaltung und Attraktivität soll eine Steigerung der Einschaltquote erzielt werden und Reichweite der Meldung erweitert (vgl. Leidenberger 2014:86f.)

5 „From the boardroom to the beat" bedeutet übersetzt in etwa so viel wie: von der Redaktionskonferenz bis zum Ort des Geschehens. „Beat" bezeichnet im amerikanischen Englisch den Ursprungsort eines Berichts.

6 Stand:25.11.2020

7 Der damalige NATO-Einsatz fand ohne UN-Mandat statt und wird daher von vielen Völkerrechtsexperten als Verstoß gegen das Völkerrecht gewertet (vgl. Ziegler 2009:147).

Ende der Leseprobe aus 125 Seiten

Details

Titel
Medienberichterstattung in Deutschland während der Corona-Pandemie. Eine vergleichende Argumentationsanalyse deutscher Medien anhand der Lockdown-Politik
Note
1.0
Autor
Jahr
2021
Seiten
125
Katalognummer
V1130358
ISBN (eBook)
9783346490919
ISBN (Buch)
9783346490926
Sprache
Deutsch
Schlagworte
medienberichterstattung, deutschland, corona-pandemie, argumentationsanalyse, medien, lockdown-politik
Arbeit zitieren
Flavio von Witzleben (Autor:in), 2021, Medienberichterstattung in Deutschland während der Corona-Pandemie. Eine vergleichende Argumentationsanalyse deutscher Medien anhand der Lockdown-Politik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130358

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