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Zum Feminismus-Diskurs im Zeichen der Postmoderne

Title: Zum Feminismus-Diskurs im Zeichen der Postmoderne

Seminar Paper , 2006 , 19 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Magister Artium Markus Malik (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Die folgende Arbeit hat die feministische Erkenntnistheorie in der so genannten Postmoderne zum Thema. Bevor der Feminismus an sich näher behandelt werden kann, scheint es im Rahmen dieser Seminararbeit zunächst einmal sinnvoll den Begriff der Postmoderne auszuführen. Es soll gezeigt werden, dass die Postmoderne weder als ein endgültiges Definitionsschema dargestellt noch in Form einer präzisen Begrifflichkeit vereinheitlicht werden kann, weswegen es in der Vergangenheit auch zu begrifflichen Unstimmigkeiten wie der bisweilen anscheinend austauschbaren Verwendung der Begriffe Postmoderne und Poststrukturalismus gekommen ist.

Anhand von Thesen aus der aktuellen postmodernen Feminismus-Diskussion, die bemüht sind den postmodernen Charakter so deutlich wie möglich immerhin zu umreißen, sollen Anhaltspunkte aufgezeigt werden, um eine Grundlage zum
diesbezüglichen Diskurs zu gewährleisten.
Diese von Jane Flax formulierten Thesen zur Beschreibung der Postmoderne wurden von Seyla Benhabib im Streit um Differenz weiter ausgeführt, indem sie nach einer umfassenderen Auffächerung dieser postmodernen Thesen die feministische Epistemologie dahingehend betrachtet, ob sich nämlich etwaige Schnittmengen von feministischen Forderungen sowie postmodernen Axiomen ergeben.
Im Zuge dieses Unterfangens sind einzelne postmoderne Thesen auf ihre Gangbarkeit für feministische Integrationszwecke hin zu untersuchen. Im Dialog von vornehmlich Diskurs-Theoretikerinnen, jedoch vereinzelt auch -Theoretikern, soll zudem die Notwendigkeit konstruktiver Vorgehensweisen in der dialektischen Argumentation, soweit es den Feminismus betrifft, hervorgehoben werden. Des Weiteren wird sich die Arbeit im Kurzen mit der Identitäts- und besonders mit der Dekonstruktionsproblematik beschäftigen, um hierbei verschiedentlich vorherrschende Meinungen in die Feminismus-Diskussion mit einfließen zu lassen und gerade auch auf die Ambivalenz postmoderner Realität hinzuweisen: Einerseits soll Naturbeherrschung die Freiheit des autonomen Individuums von äußeren Zwängen gewährleisten, andererseits ist darin schon das Irrationale einer totalisierenden Vernunft impliziert, das als “das Andere” ausgegrenzt wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Zur Aufschachtelung des Begriffs der Postmoderne

2.1 Zu postmodernen Thesen und ihrer Übertragung auf den Feminismus

2.2 Bedenken des Feminismus gegenüber den Thesen der Postmoderne im Diskurs

3 Zur Identitäts- und Dekonstruktionsproblematik innerhalb der postmodernen Diskussion

4 Zu den Perspektiven des Feminismus in der Postmoderne

5 Betrachtungen zum Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der feministischen Erkenntnistheorie und dem postmodernen Diskurs, wobei insbesondere die Kompatibilität postmoderner Thesen mit den Zielen des Feminismus hinterfragt wird. Im Zentrum steht die Analyse, ob postmoderne Konzepte wie der "Tod des Subjekts" und die Dekonstruktion als Werkzeuge für feministische emanzipatorische Bestrebungen nutzbar gemacht werden können, ohne die politische Handlungsfähigkeit zu untergraben.

  • Kritische Auseinandersetzung mit den Grundbegriffen Postmoderne und Poststrukturalismus im feministischen Kontext.
  • Gegenüberstellung theoretischer Positionen (u.a. Seyla Benhabib, Judith Butler, Nancy Fraser).
  • Untersuchung der Identitäts- und Dekonstruktionsproblematik für eine feministische Subjektivität.
  • Diskussion über die Relevanz von "großen Erzählungen" und den Stellenwert der Kategorie "Frau".
  • Erarbeitung eines eklektizistischen Ansatzes für eine utilitaristische feministische Politik.

Auszug aus dem Buch

Zur Aufschachtelung des Begriffs der Postmoderne

Im Gegensatz zu den Werten der Moderne basiert die Weltanschauung der Postmoderne auf den Kategorien der Relativität, Heterogenität und Zufälligkeit aller Phänomene. Für sie gibt es weder eine umfassende Totalität oder Rationalität noch einen fest umrissenen Sinnhorizont hinsichtlich der Deutung der Welt. Die historischen Relationen werden dabei nicht mehr fortschrittsoptimistisch als zielgerichteter, auf einen höheren Zustand hinreifender Entwicklungsprozess verstanden, sondern als regellose Abfolge heterogener Ereignisse.

Ein erläuterndes Moment des postmodernen Gedankenguts mag die Intentionalität so gearteter Kunst aufzeigen, die sich, dezentriert, völlig zufällig, also anscheinend keiner unmittelbar erkennbaren Absicht zugrunde liegend, in ihren diversen den Zeitgeist verkörpernden und diesen definierenden Facetten (z. B. Kunst, Literatur, Film, Soziologie, Linguistik, Theologie) durchaus aller unterschiedlichen epochalen Eigenheiten und Merkmale zu bedienen imstande sieht.

Wie sich in diesem Sinne die Kunst eines übergreifenden historischen Kontextes in Bezug auf sich selbst bedienen kann, um sich Ausdruck zu verleihen, ebenso schöpft die Postmoderne aus der sie bestimmenden Epistemologie und kann somit nicht als Objekt erfasst, sondern lediglich als vielstimmiges und fluktuierendes Diskursphänomen betrachtet werden. Wie jedes Produkt ist auch sie ein Konstrukt alles ihr Vorausgegangenen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass der Begriff der Postmoderne weder einheitlich definiert ist noch ohne Weiteres mit feministischen Zielen korrespondiert.

2 Zur Aufschachtelung des Begriffs der Postmoderne: Hier wird das postmoderne Weltbild als relational und heterogen erläutert und die Notwendigkeit aufgezeigt, postmoderne Thesen kritisch in einen feministischen Kontext zu überführen.

2.1 Zu postmodernen Thesen und ihrer Übertragung auf den Feminismus: Dieses Unterkapitel beleuchtet die Thesen vom Tod des Menschen, der Geschichte und der Metaphysik und prüft deren Wirkung auf das feministische Selbstverständnis.

2.2 Bedenken des Feminismus gegenüber den Thesen der Postmoderne im Diskurs: Die kritischen Einwände gegen eine radikale Anwendung postmoderner Thesen, welche die Handlungsfähigkeit von Frauen gefährden könnten, stehen hier im Vordergrund.

3 Zur Identitäts- und Dekonstruktionsproblematik innerhalb der postmodernen Diskussion: Dieses Kapitel diskutiert die Gefahr einer totalisierenden Homogenisierung und zeigt auf, wie Dekonstruktion als Methode zur Selbstwerdung dienen kann.

4 Zu den Perspektiven des Feminismus in der Postmoderne: Hier werden Wege aufgezeigt, wie postmoderne Werkzeuge genutzt werden können, um eine geschlechtliche Gleichberechtigung wirkungsvoll zu fördern.

5 Betrachtungen zum Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass ein eklektizistischer Ansatz am sinnvollsten ist, der unterschiedliche theoretische Strömungen für feministische Zwecke nutzbar macht, statt dogmatisch an einem Ansatz festzuhalten.

Schlüsselwörter

Postmoderne, Feminismus, Dekonstruktion, Identität, Geschlechterdifferenz, Kritische Theorie, Poststrukturalismus, Emanzipation, Subjektivität, Epistemologie, Heterogenität, Feministische Erkenntnistheorie, Machtverhältnisse, Diskursanalyse, Selbstreflexivität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen feministischer Theorie und der Postmoderne.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der Begriff der Postmoderne, die Identitätspolitik sowie die Möglichkeiten einer dekonstruktiven feministischen Strategie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist herauszufinden, ob und inwiefern postmoderne Thesen für feministische Ziele produktiv gemacht werden können, ohne die politische Handlungsfähigkeit aufzugeben.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine diskursanalytische Gegenüberstellung wichtiger feministischer Theoretikerinnen und Theoretiker (u.a. Benhabib, Butler, Fraser) vorgenommen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Aufschachtelung des Postmoderne-Begriffs, der Übertragung postmoderner Thesen auf den Feminismus und der Identitäts- sowie Dekonstruktionsproblematik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Dekonstruktion, Identität, Postmoderne, Geschlechterdifferenz, Subjektivität und Emanzipation.

Warum ist eine "eindeutige Definition" der Postmoderne in der Arbeit problematisch?

Die Postmoderne entzieht sich laut Arbeit einer abschließenden Definition, da sie als vielstimmiges und fluktuierendes Diskursphänomen begriffen werden muss.

Welche Rolle spielt die "Dekonstruktion" laut dieser Arbeit für den Feminismus?

Die Dekonstruktion wird als Methode betrachtet, um patriarchale Identitätsvorgaben zu hinterfragen, ohne dabei das "politikfähige Subjekt" vollständig aufzulösen.

Was empfiehlt der Autor im Fazit für zukünftige feministische Debatten?

Er empfiehlt einen eklektizistischen Ansatz, der aus verschiedenen Theorien die jeweils nützlichsten Elemente wählt, statt sich auf einen einzigen, exklusiven Ansatz festzulegen.

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Details

Title
Zum Feminismus-Diskurs im Zeichen der Postmoderne
College
Free University of Berlin  (Institut für Soziologie)
Course
Feministische Ethik im Rahmen sexueller und gender-Differenz
Grade
1,3
Author
Magister Artium Markus Malik (Author)
Publication Year
2006
Pages
19
Catalog Number
V113079
ISBN (eBook)
9783640133031
ISBN (Book)
9783640134830
Language
German
Tags
Feminismus-Diskurs Zeichen Postmoderne Feministische Ethik Rahmen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magister Artium Markus Malik (Author), 2006, Zum Feminismus-Diskurs im Zeichen der Postmoderne, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113079
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