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Sprach- und Gesellschaftskritik bei Rousseau

Title: Sprach- und Gesellschaftskritik bei Rousseau

Seminar Paper , 1993 , 11 Pages , Grade: 1-

Autor:in: Stephanie Klaus (Author)

French Studies - Linguistics
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Summary Excerpt Details

Eine philosophische Untersuchung des Phänomens Sprache hat es im
westeuropäischen Raum seit der Antike immer wieder gegeben. Das Element der
Sprachkritk, also der Hinterfragung von Ursprung, Funktion und Objektivität, kommt
aber erst in der Neuzeit auf. Die Sprache mit einer Kritik der Gesellschaft und ihrer
Institutionen zu verbinden, ist schließlich ein Betätigungsfeld der Aufklärung. „Du
Marsais, Voltaire, Condillac, Rousseau, Helvétius, Turgot haben in Stellungnahmen
zu Problemen der Sprache ihre Position als Aufklärer vertreten“1. Aufgabe dieser
Arbeit wird es nun sein, den Begriff „Sprachkritik“ in der Aufklärung zu umreißen,
um anschließend die Anthropologie Jean-Jacques Rousseaus in bezug auf Sprache
und Gesellschaftskritik zu untersuchen und Rousseaus Thesen vom Zusammenhang
von Sprache und Macht herauszuarbeiten. Die Hauptgrundlage wird der „Discours
sur l`origine de l`inégalité parmi les Hommes“ sein, in dem Rousseau auf provokante
Art und Weise die Zusammenhänge von Sprache und Gesellschaft darstellt. Um
seine Position verdeutlichen zu können, müssen zuvor einige Namen bedeutender
Denker der Zeit genannt werden und ihre Thesen in Grundzügen skizziert werden.
1 Ricken: U.u.a., 1990, S.66

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sprachkritik in der Aufklärung

2.1 Ursprung und sprachkritische Ansätze

2.2 Willkürlicher Mißbrauch von Sprache als Ansatz zur Gesellschaftskritik

3 Sprache und Gesellschaftskritik bei Rousseau im „Discours sur l`inégalité“

3.1 Der „Discours“ als sprach- und gesellschaftskritischer Essai

3.2 Der Zusammenhang von Sprache und Ungleichheit

3.3 Sprache als Gesellschaftskritik

4 Schluß

5 Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den Begriff der Sprachkritik während der Aufklärung und analysiert, wie Jean-Jacques Rousseau in seinem Werk „Discours sur l'origine de l'inégalité parmi les Hommes“ die Zusammenhänge zwischen Sprache, Macht und gesellschaftlicher Ungleichheit darstellt.

  • Definition und Entwicklung des Sprachkritik-Begriffs im 18. Jahrhundert.
  • Die Rolle der Sprache als Machtinstrument in der Hand der Herrschenden.
  • Rousseaus Anthropologie in Bezug auf die Entstehung von Sprache und gesellschaftlicher Hierarchie.
  • Der Zusammenhang zwischen Sprachverfälschung und korrupten Herrschaftssystemen.
  • Philosophiehistorische Einordnung von Rousseaus Thesen.

Auszug aus dem Buch

3.1 Der „Discours“ als sprach- und gesellschaftskritischer Essai

Im „Discours sur l`origine et les fondements de l`inégalité parmi les hommes“ wird ein der tradierten Auffassung gänzlich zuwiderlaufendes Gesellschaftsmodell entwickelt. Rousseau geht von einem fiktiven Naturzustand aus, in dem sich der Mensch einmal befunden haben muß. Aufgrund vieler nicht belegbarer Annahmen – Rousseau sagt selbst, daß dies so sein müsse – entwirft er das Bild eines Menschen ohne Gesellschaft noch Sprache, der dann allmählich „vergesellschaftet“ wird. Der „homme naturel“ gilt als grundsätzlich gut. Über die Entstehung der Sprache schreibend, geht er von einigen Urlauten aus, die dann immer weiter verfeinert wurden, und zwar so, daß mit dem Aufkommen von Besitz und Macht die Mächtigen die Sprache zu ihrem Gunsten bestimmten. Am Anfang, so Rousseau, drückte der Mensch durch den „cri de la nature“ alles Notwendige aus, er war mithin auf Emotionen fixiert. Abstracta kommen erst mit dem Entstehen von Beziehungsgeflechten unter den Menschen zustande; dies ist eine These, die im „Contrat Cocial“ noch viel stärker zur Geltung kommt. In Rousseaus Terminologie heißt das, daß, ausgehend vom Naturzustand, erste konkrete Bezeichnungen für Beziehungen im Aggregatzustand auftreten und die Abstrahierung des Sprachniveaus mit dem Entstehen einer Gesellschaft zusammenfällt, die auf Ungleichheit der Menschen untereinander basiert. Die Sprache, so sieht der Leser einmal mehr, ist arbiträr und unvollkommen und dient einzig und allein zur Sicherung von Machtverhältnissen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Phänomen der Sprachkritik während der Aufklärung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach Rousseaus Verständnis von Sprache als Machtmittel.

2 Sprachkritik in der Aufklärung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Sprachkritik und beleuchtet die Ansätze führender Denker der Epoche sowie die Problematik des sprachlichen Missbrauchs.

2.1 Ursprung und sprachkritische Ansätze: Es werden die theoretischen Grundlagen der Sprachkritik dargelegt, insbesondere die Verschiebung vom Vernunftbegriff hin zur Sensualismus-Rezeption nach Locke.

2.2 Willkürlicher Mißbrauch von Sprache als Ansatz zur Gesellschaftskritik: Dieser Abschnitt analysiert, wie die Manipulation von Sprache und die Definitionshoheit als Instrumente zur Sicherung politischer Herrschaft dienen.

3 Sprache und Gesellschaftskritik bei Rousseau im „Discours sur l`inégalité“: Der Hauptteil untersucht Rousseaus spezifische Sichtweise auf die Sprache und deren Rolle bei der Entstehung sozialer Ungleichheit.

3.1 Der „Discours“ als sprach- und gesellschaftskritischer Essai: Hier wird das von Rousseau entwickelte Modell des Naturzustands und die daraus resultierende Entstehung der Sprache analysiert.

3.2 Der Zusammenhang von Sprache und Ungleichheit: Dieses Unterkapitel beleuchtet die These, dass Sprache als bewusstes Machtinstrument fungiert, das soziale Distanz und Unterdrückung legitimiert.

3.3 Sprache als Gesellschaftskritik: Der Fokus liegt hier auf Rousseaus Kritik an der Welt des Scheins und dem korrupten Gebrauch von Sprache, der die moralische Verfassung einer Gesellschaft widerspiegelt.

4 Schluß: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet Rousseaus radikale Sprachkritik in den philosophiehistorischen Kontext ein.

5 Literatur: Verzeichnis der herangezogenen Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Sprachkritik, Aufklärung, Jean-Jacques Rousseau, Gesellschaftskritik, Macht, soziale Ungleichheit, Sprachursprung, Discours sur l'inégalité, Sensualismus, Kommunikation, Machtmissbrauch, politische Philosophie, Sprachphilosophie, Anthropologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Sprache und gesellschaftlicher Ordnung in den Schriften Jean-Jacques Rousseaus, insbesondere unter dem Aspekt der aufklärerischen Sprachkritik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der Ursprung der Sprache, die Funktion von Sprache als Machtinstrument und die Verbindung zwischen sprachlichem Ausdruck und politischer Machtausübung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, wie Rousseau in seinem „Discours sur l'inégalité“ die Sprache als Mittel zur Herstellung und Aufrechterhaltung sozialer Ungleichheit darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophiehistorische Analyse, um die Thesen von Rousseau im Kontext der zeitgenössischen Aufklärungsphilosophie einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Rousseaus fiktiven Naturzustand, die Genese der Sprache und die daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen über die korrumpierende Wirkung von Sprache auf das Staatswesen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sprachkritik, Macht, Ungleichheit, Rousseau und Aufklärung definiert.

Inwiefern unterscheidet Rousseau zwischen „Natur“ und Gesellschaft bezüglich der Sprache?

Rousseau sieht die Sprache im Naturzustand als Ausdruck von Emotionen (Schreie), während sie sich in der Gesellschaft zu einem abstrakten und manipulierbaren Instrument der Macht entwickelt hat.

Warum bezeichnet Rousseau Sprache als „Machtmittel“?

Für Rousseau ist Sprache ein Instrument der Mächtigen, um durch Definitionshoheit und den bewussten Missbrauch von Begriffen bestehende Herrschaftsverhältnisse zu sichern und Ungleichheit zu festigen.

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Details

Title
Sprach- und Gesellschaftskritik bei Rousseau
College
Technical University of Berlin  (Romanistik)
Course
PS: Sprache und Sprachreflexion im 18. Jahrhundert
Grade
1-
Author
Stephanie Klaus (Author)
Publication Year
1993
Pages
11
Catalog Number
V11308
ISBN (eBook)
9783638175012
Language
German
Tags
Sprach- Gesellschaftskritik Rousseau Sprache Sprachreflexion Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Klaus (Author), 1993, Sprach- und Gesellschaftskritik bei Rousseau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11308
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