Auch wenn das Schlagwort Soziale Marktwirtschaft in Anbetracht der derzeitigen
starken volkswirtschaftlichen Probleme in den Hintergrund rückte, so ist es
dennoch eins der bekanntesten Markenzeichen Deutschlands. Weiterhin ist es
ein Begriff der für den wirtschaftlichen Erfolg unseres Landes vor dem
Hintergrund der am 8. Mai 1945 stattgefundenen Kapitulation zurückzuführen ist
und der dadurch resultierende Zusammenbruch des dritten Reichs.
Während des Krieges hatten sich die Menschen auf die Kampfmittelproduktion
beschränkt und die Herstellung von Lebensmitteln stark zurückgestellt. Als Folge
dessen musste die gesamte Gesellschaft in Deutschland von Krieg auf Frieden
umgestellt werden, außerdem wurden mehrere Millionen Wohnungen zerstört,
wobei dieses Problem durch die Vertriebenen aus dem Osten zusätzlich verstärkt
wurde.
Nach Erhard ist die Marktwirtschaft die Wirtschaftsordnung, die ein Maximum an
Produktivität, Wohlstandsvermehrung und persönlicher Freiheit verbindet.
Selbstverantwortung, Freiheit und persönliche Initiative bei der Berufswahl,
Erwerbstätigkeit und Konsum, die jedem als Produzenten und als Verbraucher
die Wahrnehmung der wirtschaftlichen Chancen eröffnen, sind die Antriebskräfte,
die in der Marktwirtschaft zu einem Höchstmaß an Produktion und einer
Steigerung des Wohlstands der kompletten Bevölkerung führen.
Die vorliegende Arbeit im Fach Wirtschaftspolitik bezieht sich auf die soziale
Marktwirtschaft vor dem Hintergrund der desolaten wirtschaftlichen Lage in
Deutschland 1945. Sie hat zum Ziel die tatsächliche ideale Konzeption der
Sozialen Marktwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland aufzuzeigen.
Außerdem soll diskutiert werden, warum sie sich als ein tragfähiges
wirtschaftspolitisches Konzept in Westdeutschland etablierte.
Um den Entwicklungsprozess verständlich zu machen wird im 2. Kapitel zunächst
die wirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik Deutschland nach dem zweiten
Weltkrieg erläutert, woraufhin dann im 3. Kapitel intensiv auf die Soziale
Marktwirtschaft als Konzept zum Aufbau eines funktionsfähigen Deutschland
eingegangen wird. Innerhalb dieses Abschnitts wird der allgemeine Begriff
Soziale Marktwirtschaft dargestellt und es wird aufgezeigt, wie sie umgesetzt wurde. Im 4. Kapitel erfolgt dann eine abschließende Betrachtung, die zudem
einen zukunftsbezogenen Ausblick beinhaltet. Darüber hinaus werden in der
Abschlussbetrachtung einige Probleme und Entwicklungen aufgeführt, die auf
aktuelle Reformen zurückzuführen sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Hinführung zum Thema
2 Die wirtschaftliche Lage in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg
3 Die Soziale Marktwirtschaft als Konzept zum Aufbau eines funktionsfähigen Deutschland
3.1 Darstellung der Sozialen Marktwirtschaft
3.2 Umsetzung der Sozialen Marktwirtschaft
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der Sozialen Marktwirtschaft als wirtschaftspolitisches Konzept für den Wiederaufbau Westdeutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg, mit dem Ziel, die ideale Konzeption zu erläutern und ihre Etablierung als tragfähiges System zu diskutieren.
- Historischer Kontext der desolaten wirtschaftlichen Ausgangslage nach 1945
- Darstellung der grundlegenden Prinzipien und Ziele der Sozialen Marktwirtschaft
- Analyse der historischen Umsetzung und der Währungsreform von 1948
- Diskussion der Herausforderungen bei der Etablierung des Konzepts
- Reflektion über die Entwicklung vom subsidiären Staat zum Wohlfahrtsstaat
Auszug aus dem Buch
3.1 Darstellung der Sozialen Marktwirtschaft
Für das Schlagwort Soziale Marktwirtschaft existiert keine einheitliche Begriffsbestimmung, wobei sie aber dennoch als Grundlage der deutschen Wirtschafts- und Sozialordnung gilt. Sie hat große Erfolge erzielt und war von Anfang an ein offenes Konzept. In Folge dessen gibt es auch in der betroffenen Literatur keine exakte Definition. Beispielsweise wird unter dem Begriff einen Orientierungsrahmen, der langfristig für wirtschaftspolitische Entscheidungsträger angelegt ist verstanden. Dieser besteht aus einem Zielsystem, zielkonformen Ordnungsprinzipien zur Bestimmung individueller Entscheidungs- und Handlungsspielräume, sowie aus ziel- und ordnungskonformen Methoden und Prinzipien für das ökonomische Handeln des Staates. Diesem fällt die Rolle zu, auf sozialen Ausgleich hinzuwirken. Und aufgrund unterschiedlicher Interpretationen ergeben sich verschiedene Zielsysteme, Ordnungsprinzipien und Handlungsspielräume.
Die Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft beinhaltet drei Grundziele. Zum einen die Vollbeschäftigung, denn keiner darf aus dem Wirtschaftsprozess ausgegrenzt werden und jeder muss Zugang zur Produktion und zum Markt haben. Des Weiteren ist Geldwertstabilität ein Ziel, damit jeder für sich selbst sorgen kann und Ersparnisse wertbeständig sind. Das dritte grundsätzliche Ziel ist die private Haftung. Wirtschaftliche Handlungen müssen vertreten, Schäden vom Verursacher ersetzt und Nachteile müssen ausgeglichen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Hinführung zum Thema: Einleitung in die Bedeutung der Sozialen Marktwirtschaft als deutsches Markenzeichen und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2 Die wirtschaftliche Lage in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg: Analyse der politisch-ökonomischen Ausgangslage nach 1945, geprägt durch staatliche Zerstörung, Rationierung und den Übergang von der Lenkungswirtschaft.
3 Die Soziale Marktwirtschaft als Konzept zum Aufbau eines funktionsfähigen Deutschland: Erläuterung der theoretischen Grundpfeiler, Ziele und der praktischen Implementierung unter Ludwig Erhard ab 1948.
4 Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung der Sozialen Marktwirtschaft als tragfähiges Konzept sowie kritischer Ausblick auf heutige soziale Sicherungssysteme.
Schlüsselwörter
Soziale Marktwirtschaft, Wirtschaftspolitik, Nachkriegszeit, Ludwig Erhard, Währungsreform, Wettbewerbsordnung, Geldwertstabilität, Vollbeschäftigung, Planwirtschaft, Wirtschaftswachstum, Soziale Sicherung, Wirtschaftsordnung, Interventionismus, Marktwirtschaft, Deutschland
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Soziale Marktwirtschaft als tragfähiges wirtschaftspolitisches Konzept, das maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg und dem Wiederaufbau Westdeutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg beigetragen hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören die wirtschaftliche Ausgangslage 1945, die theoretischen Wurzeln der Sozialen Marktwirtschaft sowie deren praktische Umsetzung und historische Etablierung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die ideale Konzeption der Sozialen Marktwirtschaft aufzuzeigen und zu erörtern, warum sich dieses Konzept als tragfähig für Westdeutschland erwies.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Die Autorin nutzt eine literaturgestützte Analyse wirtschaftspolitischer Grundlagen und historischer Entwicklungsprozesse zur Beantwortung der Forschungsfrage.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Konzepte (z.B. Wettbewerbsordnung, Ziele) und die Analyse der praktischen Anwendung, insbesondere im Zusammenhang mit der Währungsreform von 1948.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Soziale Marktwirtschaft, Wettbewerbsfreiheit, Vollbeschäftigung, Ludwig Erhard, wirtschaftliche Notlage nach 1945 und staatliche Rahmenbedingungen.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Staates im Wandel der Zeit?
Die Autorin stellt fest, dass sich die ursprüngliche subsidiäre Rolle des Staates zur Hilfe zur Selbsthilfe in eine umfassende daseinsvorsorgliche Funktion gewandelt hat, was am Rentensystem kritisch beleuchtet wird.
Welche Herausforderungen bei der Umsetzung der Sozialen Marktwirtschaft werden genannt?
Als Herausforderungen nennt die Arbeit u.a. anfängliche Inflation, Arbeitslosigkeit, politische Widerstände, die Konkurrenz zur Planwirtschaft sowie den Preisanstieg nach der Währungsreform.
- Citation du texte
- Diplomkauffrau Claudia Weß (Auteur), 2006, Die Soziale Marktwirtschaft , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/113097