Einleitung
In der Wirtschaft wird in der Regel zwischen den Produktionsfaktoren
der natürlichen Ressourcen, also dem Boden und seinen Erträgen, der
Arbeit und dem Kapital unterschieden. Wenn in dieser Hausarbeit von
Kapital die Rede ist, sowohl von „Sozialkapital“ als auch von
„Humankapital“, sind hiermit die menschlichen Handlungsspielräume
gemeint, welche sich erweitern lassen bzw. erweiterbar sind. Die
Wirtschaft ist abhängig von diesen menschlichen Handlungsspielräumen
und dem menschlichen Kapital, da dies über den Mechanismus der
Wechselwirkung ihr selbst, also eben dieser Wirtschaft, wieder zukommt, da sich die menschlichen Ressourcen in der Wirtschaft wie auch in anderen Bereichen bilden bzw. erneuern lassen.
Die vorliegende Arbeit befaßt sich vornehmlich mit Definitionen und
Annäherungen von sowohl Sozial- als auch Humankapital, ferner jedoch
auch mit ihren Wechselwirkungen und mit dem Aufzeigen der
Ressourcen des Humankapitals, den Grenzen für die Entwicklung und
den Auswirkungen und Folgen von Investitionen in das Humankapital.
Es gibt kaum verläßliche Studien und Forschungsergebnisse, auf die im
Rahmen dieser Arbeit hätte gebaut werden können. Aufgrund der
Umstände, daß das Sozialkapital in der Literatur noch nahezu
unbeschrieben und somit auch nicht auswertbar im Sinne einer
Hausarbeit gewesen ist, stammen nahezu alle verwerteten Informationen
aus einer Studie der Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und
Sozialethik“, dessen Vorsitz Prof. Dr. Johannes Müller, Professor für
Sozialwissenschaft und Entwicklungspolitik an der Hochschule für
Philosophie in München führte.
[...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sozialkapital
2.1. Herkunft und Bildung von Sozialkapital
2.1.1. Bedürfnis nach Gemeinsamkeit und menschlicher Gesellschaft
2.1.2. Personengruppen und Einzelpersonen
2.1.3. Die Bedeutung der Moral
2.1.4. Die Bedeutung des Rechts
2.1.5. Familiale Lebensformen
2.1.6. Kultur
2.1.7. Religionen
2.1.8. Bildungsinstitutionen
2.1.9. Wirtschaft und Unternehmen
2.1.10 Quellen des Sozialkapitals
2.2. Funktionen des Sozialkapitals
2.2.1. Sozio-kulturelle Funktionen
2.2.2. Politische Funktionen
2.2.3. Soziale Funktion
2.3. Das Problem der Messbarkeit von Sozialkapital
3. Humankapital
4. Sozialkapital als Grundlage für Humankapital
5. Humankaptial als erneuerbare Ressource
5.1. Humankapital im Lebenszyklus
5.1.1. Qualifikation und Bildung
5.1.2. Verdienst und Einkommen
5.1.3. Weiterbildung
5.2. Bildung von Humankapital in der Arbeitswelt
5.2.1. Informatisierung
5.2.2. Internationalisierung
5.2.3. Individualisierung
5.3. Bildung von Humankapital durch die und in der Familie
5.3.1. Geburtenrückgang
5.3.2. Familie und soziale Ungleichheit
5.3.3. Konflikte in der Familie
6. Grenzen für die Entwicklung von Human kapital
7. Abschluß
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Begriffe Sozialkapital und Humankapital zu definieren, deren Wechselwirkungen zu beleuchten und die Ressourcen, Entwicklungsgrenzen sowie die Folgen von Investitionen in das Humankapital kritisch zu analysieren.
- Definition und Abgrenzung von Sozial- und Humankapital
- Analyse der Quellen und Funktionen von Sozialkapital
- Bedeutung der Familie als Keimzelle für Humankapitalbildung
- Einflussfaktoren der Humankapitalentwicklung im Lebenszyklus
- Herausforderungen durch Globalisierung und technologischen Wandel
Auszug aus dem Buch
2.1.1. Bedürfnis nach Gemeinsamkeit und menschlicher Gesellschaft
Die Entstehung von Sozialkapital ist an Abläufe gebunden, durch welche sich die menschliche Gesellschaft bildet und entwickelt. Als Beispiel wäre hier der Säugling anzubringen, der auf Hilfe und Pflege angewiesen ist, um alleine seine Grundbedürfnisse befriedigt zu bekommen. Weitere Abläufe hierbei sind die Kommunikation der Menschen untereinander. Jeder Mensch auf der Welt ist auf die Kommunikation angewiesen, sei es verbal, also durch die Lautsprache, oder nonverbal, also nicht wörtlich sondern durch Gestik und Mimik bzw. durch Gebärdensprache. Durch diese Kommunikationsformen ist der Mensch in der Lage, sich anderen mitzuteilen, bekommt jedoch auch Rückmeldungen und Kritiken jeglicher Art, welche er zur Ausbildung seiner individuellen Identität benötigt. Sozialkapital entwickelt sich also aus dem Bedürfnis der Menschen, mit anderen Menschen zusammen zu sein und aus der daraus folgenden Notwendigkeit, dieses Beisammensein durch Regeln zu organisieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die ökonomischen Produktionsfaktoren ein und definiert Sozial- sowie Humankapital als erweiterbare menschliche Handlungsspielräume.
2. Sozialkapital: Es wird die Vielschichtigkeit des Sozialkapitals als Faktor für gesellschaftliche Vernetzung, Vertrauen und Solidarität beschrieben.
3. Humankapital: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung des Humankapitalkonzepts und dessen Bedeutung für wirtschaftliches Wachstum und individuelle Produktivität.
4. Sozialkapital als Grundlage für Humankapital: Hier wird die These aufgestellt, dass Sozialkapital eine unverzichtbare Voraussetzung für die Bildung und effektive Nutzung von Humankapital darstellt.
5. Humankaptial als erneuerbare Ressource: Das Kapitel analysiert den Humankapitalzyklus, die Rolle von Qualifikation, Weiterbildung sowie die zentralen Funktionen der Familie.
6. Grenzen für die Entwicklung von Human kapital: Es werden demografische, soziale und gesundheitliche Barrieren identifiziert, die die Entwicklung von Humankapital hemmen können.
7. Abschluß: Das Fazit fasst die wechselseitige Abhängigkeit von Sozial- und Humankapital zusammen und betont die Bedeutung gezielter Bildungsförderung.
Schlüsselwörter
Sozialkapital, Humankapital, Bildungsökonomie, Familienarbeit, Soziale Netzwerke, Humankapitalzyklus, Weiterbildung, Qualifikation, Gesellschaft, Investition, Wirtschaftsstandort, Ressourcen, Soziale Sicherung, Demokratie, Arbeitsteilung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Konzepte des Sozial- und Humankapitals und deren wechselseitige Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition und Funktion von Sozialkapital, dem Prozess der Humankapitalbildung sowie den Grenzen dieser Entwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Zusammenhänge zwischen individueller Bildung, sozialer Vernetzung und gesellschaftlichem Wohlstand aufzuzeigen und zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich primär auf eine Literatur- und Studienanalyse, insbesondere auf Erkenntnisse der Sachverständigengruppe „Weltwirtschaft und Sozialethik“.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse von Sozialkapital (Quellen, Funktionen), die Rolle des Humankapitals im Lebenszyklus und den Einfluss der Familie als Bildungsinstanz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Humankapitalzyklus, Soziale Netzwerke, Bildungsökonomie, Qualifikation und Investition in die menschliche Arbeitsfähigkeit.
Welche Rolle spielt die Familie konkret bei der Entwicklung von Humankapital?
Die Familie fungiert als „Schule der Menschlichkeit“ und leistet durch Erziehung und Sozialisation einen unverzichtbaren Beitrag zur Entwicklung von Wissen, Gesundheit und Kompetenz.
Warum ist die Messbarkeit von Sozialkapital problematisch?
Aufgrund der Vielschichtigkeit und Mehrdimensionalität des Begriffs gibt es bisher keine eindeutigen, universell anwendbaren Messverfahren, was das Risiko von unsicheren empirischen Aussagen birgt.
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- Thorsten Klötzel (Author), 2001, Sozial- und Humankapital, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1130