Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der UN-Behindertenrechtskonvention, die eine Inklusion von Menschen mit Behinderung in allen Teilbereichen des Lebens voranbringen soll.
Die Arbeit überprüft, welche Konsequenzen die UN-BRK auf die Praxisfelder der Kirche hat, welche Rolle Inklusion bis jetzt dabei gespielt hat und welche Rolle sie in Zukunft spielen könnte.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ziel und Relevanz
1.2 Gang der Arbeit
2 Die UN-Behindertenrechtskonvention
3 Kirche und Behinderung
3.1 Behinderung aus verschiedenen Sichtweisen
3.1.1 Behinderung aus Sicht der Kirche
3.1.2 Behinderung aus Sicht der UN-BRK
3.1.3 Behinderung aus Sicht von Dietmar Mieth
3.1.4 Überschneidungen und Unterschiede in den Definitionen
3.2 Der Umgang der Kirche mit Behinderung in Vergangenheit und Gegenwart
4 Kirche und Inklusion
4.1 Was ist Inklusion und was fordert sie?
4.2 Ist die UN-BRK relevant für die Kirche?
5 Die Zukunft der inklusiven Kirche
5.1 Beispiel für gelungene Inklusion in der Kirche
5.2 Grenzen der Inklusion in der Kirche
6 Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Seminararbeit untersucht, inwieweit die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) die Inklusionsentwicklung der Kirche beeinflusst und welche konkreten Konsequenzen sich daraus für kirchliche Praxisfelder ergeben. Dabei wird analysiert, wie die Kirche die Konvention in ihre bestehenden Strukturen integriert und welche Rolle Inklusion zukünftig spielen kann.
- Analyse der Definitionen von Behinderung aus kirchlicher, konventionsbasierter und wissenschaftlicher Sicht.
- Aufarbeitung des historischen und gegenwärtigen Umgangs der Kirche mit dem Thema Behinderung.
- Untersuchung der Relevanz der UN-BRK für kirchliche Institutionen und Arbeitsfelder.
- Reflexion über gelungene Inklusionsprojekte innerhalb kirchlicher Strukturen.
- Diskussion über Grenzen und Herausforderungen bei der Umsetzung inklusiver Prozesse in der Kirche.
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Behinderung aus Sicht der Kirche
Um die Sicht der Kirche auf Behinderung darzulegen, wurden sowohl Quellen der katholischen als auch der evangelischen Kirche verwendet. Als Vertreter der evangelischen Sichtweise wurde eine „Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland“ gewählt. Die Autoren haben das Inkrafttreten der BRK zum Anlass genommen, ein Buch zu verfassen, dass sowohl kirchlichen Amtsinhabern als auch Privatpersonen helfen soll, die Inklusionsthematik besser verstehen zu können. Als Vertreter der katholischen Sichtweise wurde hierfür „das Wort der deutschen Bischöfe zur Situation der Menschen mit Behinderung“ vom 12.03.2003 verwendet, welches anlässlich der Abtreibungsdebatte veröffentlicht wurde und Grundannahmen über die Gründe Gottes, Kinder mit Behinderung zu schaffen, enthält. In dieser Schrift wird auch definiert, was Behinderung aus Sicht der katholischen Kirche heißt und ob Behinderung etwas Gottgewolltes ist.
Die deutschen Bischöfe verwenden zur Kategorisierung der Behinderung die Einteilungsschematik der Weltgesundheitsorganisation an, die Behinderung in „drei Hauptfaktoren“ unterscheidet, „körperliche Schädigungen, Beeinträchtigungen der geistigen, sozialen oder instrumentellen Fähigkeiten sowie Benachteiligungen bei der Teilhabe am Alltagsleben einer Gesellschaft.“ Bei dieser Unterteilung von Kategorien wird unterschieden nach Beeinträchtigungen jeglicher Art und in Beeinträchtigungen, die im Zusammenspiel mit anderen, meist nicht-behinderten Menschen entstehen. Wobei die Kategorien sich nicht gegenseitig ausschließen, sondern in einem Abhängigkeitsverhältnis stehen, da vor allem die Beeinträchtigungen, die ein funktionierendes Leben in der Gesellschaft behindern, durch körperliche und geistige Andersartigkeit ausgelöst werden können. Die Bischöfe versuchen auf eine häufig gestellte Frage eine Antwort zu finden: Warum hat Gott das zugelassen? Grundsätzlich sei vor Gott jeder Mensch gleich und auch gleich viel wert, die Behinderung lässt dich nicht weniger oder mehr liebenswert erscheinen. Jeder Mensch sei von ihm gewollt, ob mit Behinderung oder ohne. Ihr Hauptaugenmerk richten die Bischöfe auf die Benachteiligung im gesellschaftlichen Leben, da sie Behinderung als Anlass sehen, zu mehr Nächstenliebe aufzurufen und den Sinn von Behinderung darin sehen, dass diese die Menschen mit und ohne Behinderung, zusammenbringen soll, um die Verschiedenheit des Menschseins zu zelebrieren und um Möglichkeiten zu erhalten, die Gesellschaft inklusiver zu gestalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert den Anlass der Seminararbeit durch das Inkrafttreten der UN-BRK und formuliert die zentrale Fragestellung zur Rolle der Inklusion in der Kirche.
2 Die UN-Behindertenrechtskonvention: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Grundannahmen der Konvention und deren Ziel, die Menschenrechte für Menschen mit Behinderung zu spezifizieren und zu sichern.
3 Kirche und Behinderung: Hier werden unterschiedliche Sichtweisen auf Behinderung beleuchtet sowie der Wandel der kirchlichen Haltung von einer negativen Ausgrenzung hin zu einem inklusiven Menschenbild dargestellt.
4 Kirche und Inklusion: Das Kapitel untersucht, wie Inklusion definiert wird und inwieweit die UN-BRK als gesetzlicher und ethischer Rahmen für die kirchliche Arbeit relevant ist.
5 Die Zukunft der inklusiven Kirche: Hier werden Perspektiven für eine inklusivere Kirche aufgezeigt, Beispiele für bereits gelungene Inklusionsprojekte genannt und strukturelle Grenzen diskutiert.
6 Zusammenfassung und Fazit: Das abschließende Kapitel resümiert die Erkenntnisse und hält fest, dass die UN-BRK ein wichtiges, aber noch nicht vollständig in den kirchlichen Alltag integriertes Instrument für Inklusion ist.
Schlüsselwörter
Inklusion, UN-Behindertenrechtskonvention, Kirche, Behinderung, Menschenrechte, Nächstenliebe, Teilhabe, Barrierefreiheit, Diversität, Gemeindearbeit, Sozialpädagogik, Ethik, Inklusive Kirche, Lebensstandard, Gleichstellung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie die Kirche das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung (UN-BRK) wahrnimmt und umsetzt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Behinderung, das historische Bild von Behinderung in der Kirche, die Bedeutung von Inklusion und die praktische Umsetzung der UN-BRK in kirchlichen Strukturen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob die UN-BRK als Anleitung zur Inklusion in der Kirche dienen kann und welche Konsequenzen sich daraus für das kirchliche Handeln ergeben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theologische Seminararbeit, die auf einer Analyse von Fachliteratur, kirchlichen Orientierungshilfen und dem Text der UN-Behindertenrechtskonvention basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Definitionen von Behinderung, vergleicht den kirchlichen Umgang in Vergangenheit und Gegenwart und diskutiert die Relevanz der Inklusionsforderungen für die Kirche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Inklusion, UN-BRK, Kirche, Teilhabe, Diversität und Nächstenliebe charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Sichtweise von Dietmar Mieth von anderen Definitionen?
Dietmar Mieth definiert Behinderung stärker über die Vermeidung von Objektifizierung und plädiert dafür, von einer dauerhaften Einschränkung statt von einer „Krankheit“ zu sprechen.
Warum ist laut Autor die Umsetzung der UN-BRK für die Kirche eine Herausforderung?
Die Umsetzung ist eine Herausforderung, da die Institution Kirche oft als unbeweglich gilt, hohe Anforderungen an Barrierefreiheit bestehen und eine tiefgreifende strukturelle Veränderung notwendig ist.
Welche Rolle spielt die „Nächstenliebe“ in der Argumentation?
Die Nächstenliebe dient als biblische und ethische Begründung, warum die Kirche zur Inklusion verpflichtet ist und warum Menschen mit Behinderung ein fester Teil der Gemeinschaft sein sollen.
- Citation du texte
- Louisa Maria Agathe Fiegen (Auteur), 2019, Die UN-Behindertenrechtskonvention. Eine Anleitung zur Inklusion für die Kirche?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1131024