Die Ausarbeitung stellt sich die Frage, ob die Neuen Medien wie Smartphone, Social Media, Whatsapp etc. die Gewaltentwicklung an Schulen fördert. Des Weiteren werden etwaige Präventionsansätze geliefert.
Zu Beginn der Arbeit muss zunächst der Gewaltbegriff definiert und festgelegt werden, auf welchen Begriff sich die Ausarbeitung bezieht. Beispielsweise haben Schüler ein grundlegend anderes Verständnis von Gewalt als Erwachsene und Lehrkräfte. Darauf folgt eine Beschreibung der Entwicklung von Gewalt an Schulen. Des Weiteren werden die verschiedenen Ausprägungen der Gewalt an Schulen beschrieben, um von da aus in die Thematik der Neuen Medien einzusteigen. Hier wird beschrieben, inwieweit Neue Medien Einfluss auf die Entwicklung des Mobbings und der Gewalteinwirkung an Schulen haben könnte. Abschließend werden adäquate Präventionsmöglichkeiten umrissen und bewertet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Gewalt
2.1 Begriffsbestimmungen
2.2 Ausprägung der Gewalt
2.3 Ursache und Wirkung
3 Gewalt an Schulen
3.1 Erscheinungsformen
3.2 Entwicklung der Gewalt
4 Neue Medien
4.1 Adaptive Radiation der neuen Medien
4.2 Ausmaß und Reichweite der neuen Medien
5 Zwischenfazit
6 Gewaltprävention
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Nutzung neuer Medien und der Entwicklung von Gewaltphänomenen an Schulen. Das zentrale Ziel besteht darin, zu analysieren, ob neue Medien als Verstärker für Mobbing und gewalttätiges Verhalten wirken, und darauf aufbauend adäquate Präventionsansätze zu bewerten.
- Definition und Differenzierung verschiedener Gewaltformen im schulischen Kontext
- Analyse der Ursachen und Wirkungsweisen von Gewalt unter Einbeziehung des häuslichen Umfelds
- Untersuchung der Rolle neuer Medien und der computervermittelten Kommunikation als Gewaltverstärker
- Erarbeitung und Bewertung systemischer Präventionsstrategien auf unterschiedlichen Ebenen
Auszug aus dem Buch
4.1 Adaptive Radiation der neuen Medien
Die neuen Medien umfassen vorrangig alle Geräte oder Applikationen mit Internetzugang wie Computer, Smartphones oder Tablets, die Daten in digitaler Form übermitteln. Auch neue Applikationen wie Whatsapp, Tinder, Lavoo, Snapchat, Instagram und viele mehr bilden zusammen eine Einheit von neuen Kommunikationsmitteln mit verschiedenen Zwecken. Diese Austauschmedien besitzen synchrone und asynchrone Kommunikation. Bei dem ersteren findet der Austausch zwischen den Beteiligten zeitgleich statt wie bei einem realen Gespräch (face-to-face). Bei der asynchronen Kommunikation hingegen, empfängt der Adressat die Botschaft zu einem anderen Zeitpunkt, als sie versendet wird. Auch zwischen verschiedenen Kommunikationssituationen werden unterschieden. Hier ist zwischen Individual-, Gruppen- und Massenkommunikation zu unterscheiden. Demnach findet entweder ein one-to-one, many-to-many oder one-to-many Gespräch statt. Bei dieser Computervermittelten Kommunikation können zudem nicht nur vorgefertigte, auch selbst erstellter Content versendet werden. Dieser ist meist Gegenstand bei Mobbingeinträgen. Grundsätzlich ist die Computervermittelnde Kommunikation (CVKK) durch fünf wesentliche Merkmale der realen Kommunikation abgegrenzt:
1. Entkörperlichung beschreibt das reduzieren auf virtuelle Chats und erleichtert anonymes Handeln.
2. Die Textualität beschreibt die Tatsache, dass Nachrichten nur verschriftlicht, nicht aber verbal geäußert werden müssen.
3. Bei der Entzeitlichung/Enträumlichung kann das Gespräch an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten erfolgen. Die drei Raumdimensionen sind mit der einen Zeitdimension nicht verknüpft.
4. Die Entkontextualisierung beschreibt den Umstand, dass beide Partner nicht über einen homogenen Kontext oder Handlungshintergrund verfügen müssen. Sprich sie nehmen nicht die gleiche Gesprächssituation wahr.
5. Die Digitalisierung ermöglicht zuletzt, dass alle Informationen gespeichert werden, sofort abrufbar sind und jederzeit wiederverwendet werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt anhand eines Fallbeispiels in die Problematik von Cyber-Mobbing ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit sowie das Vorgehen bei der Analyse des Gewaltbegriffs und der Präventionsmöglichkeiten.
2 Gewalt: In diesem Kapitel werden grundlegende Gewaltbegriffe definiert, verschiedene Ausprägungen von Gewalt an Schulen erläutert und die gesellschaftlichen sowie familiären Ursachen für die Entstehung von Gewaltbereitschaft diskutiert.
3 Gewalt an Schulen: Dieses Kapitel behandelt die spezifischen Erscheinungsformen von Gewalt an Schulen sowie deren historische und aktuelle Entwicklung anhand polizeilicher Kriminalstatistiken.
4 Neue Medien: Hier wird der Einfluss neuer Medien und der computervermittelten Kommunikation untersucht, wobei insbesondere die veränderten Kommunikationsmerkmale und deren Auswirkungen auf das Sozialverhalten im Fokus stehen.
5 Zwischenfazit: Das Zwischenfazit zieht eine Schlussfolgerung aus der Analyse und verifiziert die Teilkausalität zwischen der Nutzung neuer Medien und der Gewaltentwicklung an Schulen.
6 Gewaltprävention: Abschließend werden pädagogische Interventions- und Präventionsstrategien auf verschiedenen Ebenen vorgestellt, um medial verursachte Gewalt professionell zu verhindern oder zu bereinigen.
Schlüsselwörter
Gewalt, Schulen, Mobbing, Cyber-Mobbing, Medien, Medienkompetenz, Prävention, Gewaltprävention, Kommunikation, Sozialverhalten, Computervermittelte Kommunikation, Jugendliche, Konfliktlösung, No Blame Approach, Identitätsbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, ob neue Medien wie soziale Netzwerke und Messenger die Gewaltentwicklung an Schulen fördern und welche Rolle sie als Verstärker für Mobbing spielen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Gewalt, die Analyse der Gewaltentwicklung an Schulen, die psychologischen und technischen Merkmale computervermittelter Kommunikation sowie systemische Ansätze zur Gewaltprävention.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es zu klären, inwieweit eine faktische Steigerung der Gewalt durch den Einfluss neuer Medien stattfindet, und aufzuzeigen, wie pädagogische Fachkräfte dem mit geeigneten Methoden begegnen können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse aktueller Literatur, empirischer Shell-Jugendstudien sowie polizeilicher Kriminalstatistiken, um die Thematik multiperspektivisch zu beleuchten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition von Gewalt, die Darstellung der schulischen Gewaltsituation, die Erläuterung der Merkmale digitaler Kommunikation sowie die Vorstellung konkreter Präventionsprogramme wie den "No Blame Approach".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gewalt, Cyber-Mobbing, Medienkompetenz, schulische Prävention, Sozialverhalten und computervermittelte Kommunikation.
Warum ist das Vertrauensverhältnis zum Kind bei der Prävention von Mediengewalt so wichtig?
Da Kontrollmaßnahmen im Internet oft schwierig sind und bei Jugendlichen zu unerwünschten Reaktanzeffekten führen können, ist ein stabiles Vertrauensverhältnis essenziell, um präventiv auf das Verhalten einzuwirken.
Was besagt das im Text erwähnte Kanalreduktions-Modell?
Das Modell besagt, dass die Entkörperlichung in der digitalen Kommunikation zu einer Verarmung auf psychosozialer Ebene führt, wodurch menschliche Aspekte wie Empathie hinter ökonomischen oder manipulierbaren Aspekten zurücktreten.
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- Anonym (Author), 2020, Fördern Neue Medien die Gewaltentwicklung an Schulen? Mögliche Präventionsansätze, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1131042